Spotlight für die Ausbildung: InfraServ Wiesbaden öffnet virtuelle Werkstore

Der Liverundgang durch die Lehrwerkstatt bildete den Höhepunkt der virtuellen Betriebserkundung: 260 Schülerinnen und Schüler konnten vergangenen Dienstag einen Blick hinter die Werktore des Industrieparks Kalle-Albert in Wiesbaden Biebrich werfen und mehr über InfraServ Wiesbaden, den Standortbetreiber des Industrieparks, erfahren.

Eingang InfraServ Wiesbaden Bildungs-zentrum in der Biebricher Straße.

Die Einblicke in das Ausbildungsumfeld sowie in die Messwarte, dem zentralen Arbeitsort im Ausbildungsberuf des Chemikanten, vermittelten anschaulich, welche Tätigkeiten Schülerinnen und Schüler nach einem Ausbildungsstart in der chemischen Industrie erwarten. In der zweistündigen virtuellen Sitzung erhielten die Teilnehmer aus 15 Wiesbadener Schulen Informationen zu den Einstiegsmöglichkeiten im Unternehmen.

Denn InfraServ ist ein großer Ausbilder in der Region. Für die 75 am Standort ansässigen Unternehmen bildet InfraServ junge Menschen in über 20 verschiedenen IHK-Berufen in den Bereichen Chemie, Technik, IT, im Kaufmännischen oder bei der Werkfeuerwehr aus. Zwei Auszubildende Elektroniker für Betriebstechnik standen den Schülern für ihre Fragen zum Arbeitsalltag und dem Ablauf der dualen Berufsausbildung Rede und Antwort.  Ausbildungsleiter Bodo Wünsch informierte über Zugangsvoraussetzungen, benötigte Fertigkeiten und Interessengebiete für die angebotenen Ausbildungsberufe. Peter Kunze und Alexander Achatz berichteten über den Ausbildungsbereich „Chemie“ sowie über die technischen Berufsbilder.

Berufsorientierung in Krisenzeiten

Dem Unternehmen ist Berufsorientierung in Krisenzeiten besonders wichtig. So hat InfraServ seit Pandemiebeginn einen Berufe-Chat eingerichtet, in dem Schüler ihre Fragen zum Ausbildungseinstieg im Unternehmen stellen können. Jeden Donnerstag können Interessierte um 14:00 Uhr teilnehmen: www.bizka.de/aktuelles

InfraServ Wiesbaden bildet junge Menschen in über 20 verschiedenen IHK-Berufen aus.

Auch der Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT Wiesbaden-Rheingau-Taunus, den HessenChemie als regionale Geschäftsstelle der Vereinigung hessischer Unternehmerverbände (VhU) betreut, widmet sich verstärkt der Berufsorientierung und hat seine bestehenden Angebote auf virtuelle Formate umgestellt. Schüler können gemeinsam mit ihren Lehrkräften an verschiedenen virtuellen Betriebserkundungen, zuletzt in den Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken und bei Merck, teilnehmen. Im März wird ein virtuelles Unternehmergespräch mit Manuel Conrad, Gründer des Start-ups IK-up sowie im Juni eine Betriebserkundung bei GLYN in Idstein stattfinden.



Weitere Informationen auf www.schule-wirtschaft-wiesbaden.de.


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Was tun nach der Schule? – OloV Netzwerk ebnet den Übergang

Berufsorientierung ist ein weites Feld. Oftmals verlassen Schülerinnen und Schüler am Ende Ihrer Schullaufbahn das Klassenzimmer und fragen sich, wie geht’s jetzt weiter? Was liegt mir? Soll ich studieren oder doch lieber eine Ausbildung beginnen?

Nicht immer unterstützen Schulen die Berufsorientierung in ausreichendem Umfang, um Schüler gradlinig in den weiteren Berufsweg zu entlassen. Daher wurde im Jahr 2004 das OloV-Netzwerk ins Leben gerufen, welches den Übergang von der Schule in den Beruf ebnen soll. OloV bedeutet dabei „Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit im Übergang Schule – Beruf“.

Ziel der hessenweiten OloV-Strategie ist es, die Qualität der Prozesse beim Übergang in den Beruf zu sichern und Parallelstrukturen zu vermeiden, sodass Jugendliche den Einstieg in ihre berufliche Zukunft schaffen – ohne unnötige Umwege, Abbrüche und Warteschleifen. Umgesetzt wird die Strategie im Hessischen Landesausschuss für Berufsbildung und in regionalen Steuergruppen. Hier engagieren sich Vertreter der Arbeitgeber, Arbeitnehmer und der obersten Landesbehörden für eine bessere Berufsorientierung.

Gütesiegel zeichnet vorbildliche Berufsorientierung aus

Ein wichtiges Instrument der OloV Arbeit ist das BSO-Gütesiegel, das seit dem Jahr 2010 an Schulen mit besonders vorbildlicher Berufsorientierung vergeben wird. Schulen werden hierbei von einer Gruppe aus drei bis vier Auditoren besucht und anhand eines Katalogs mit 46 Kriterien geprüft, ob und in welchem Umfang die Berufsorientierung ihrer Schüler erfolgt. Ist diese vorbildlich, erhält die Schule das Gütesiegel und darf damit für ihre gute berufliche Orientierungsarbeit werben.  Trägt eine Schule das Siegel, wissen Schüler und Eltern genau: Hier erhält man Unterstützung, auch für den Weg ins Berufsleben.

Nach drei Jahren erfolgt für die Siegelschulen dann der nächste Schritt. Diese können sich in einem erneuten Audit dem kritischen Blick der Prüfer stellen und eine Rezertifizierung erwerben, die weitere drei Jahre gültig ist. Anschließend kann in einer zweiten Rezertifizierung das Gütesiegel für weitere fünf Jahre erworben werden.

Ehrenamtliche Auditorentätigkeit als Grundvoraussetzung

Basis der OloV-Arbeit ist das ehrenamtliche Engagement von Vertretern aus Verbänden, Kammern, dem staatlichen Schulamt und Schulen, die bei der Umsetzung der verschiedenen Instrumente unterstützen. So nahmen am 19. Februar 2019 zwölf Freiwillige an der Auditorenschulung für die kommende Vergabe des Gütesiegels teil. Einführend wurde die Zusammenarbeit in den Auditteams vorgestellt und anhand von Fallbeispielen der Umgang mit kritischen Fällen während des Auditbesuchs besprochen.

Anschließend erhielten die Teilnehmer die Möglichkeit, an verschiedenen Thementischen den Umgang mit der neuen Datenbank kennenzulernen. Diese soll ab dem aktuellen Siegeljahr die Vergabe des Gütesiegels grundlegend vereinfachen. So haben die Auditoren die Möglichkeit, ihre Beobachtungen während der Auditbesuche direkt in der Datenbank aufzuzeichnen, miteinander abzustimmen und nach einem eindrucksreichen Tag an der teilnehmenden Schule dem Gütesiegelbüro elektronisch zu übermitteln. Danach liegt es in der Hand der Jury ob eine Schule das Siegel erhält. Verliehen wird es im Rahmen einer Feierstunde zu der auch die Auditoren eingeladen werden.

Weitere Informationen zu OloV und Gütesiegel erhalten Sie hier.

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2014: Das Jahr der Berufsorientierung – Schulen und Unternehmen müssen mehr ran

Ich entsinne mich noch an eine Diskussion, die wir von über 15 Jahren im Büro und Freundeskreis geführt hatten. Anlass war das Buch „Die Globalisierungsfalle“, in dem die Autoren eine zunehmende Arbeitslosigkeit aufgrund des höheren Automatisierungsgrades in der Industrie prognostizierten. Ausgangspunkt waren Diskussionen im Rahmen des Weltwirtschaftsgipfels in San Fransisco 1995. Wer hätte damals gedacht, dass uns der demografische Wandel vor einer 20/80-Gesellschaft rettet (20% arbeiten, 80% sind arbeitslos)? Weiterlesen