Azubi-Wettbewerb: Kluge Köpfe gesucht

"Elementare Vielfalt - Kluge Köpfe für die Ausbildung in Chemie, Pharma und Kunststoff", so lautet das Motto des diesjährigen Azubi-Wettbewerbs

Der Azubi-Wettbewerb des Arbeitgeberverbandes HessenChemie geht in die 22. Runde. Ab jetzt können sich die Auszubildenden und Dual-Studierenden der Mitgliedsunternehmen von HessenChemie auf www.hessenchemie.de anmelden. Unter dem Motto „Elementare Vielfalt – Kluge Köpfe für die Ausbildung in Chemie, Pharma und Kunststoff“ werden kreative Ideen gesucht, wie die Unternehmen der chemisch-pharmazeutischen und kunststoffverarbeitenden Industrie auch in Zukunft gute Nachwuchskräfte finden und binden können. Den Gewinnern winkt ein viertägiger Segeltörn auf dem niederländischen Wattenmeer.

80:20 für die Ausbildung

Derzeit befinden sich in den Mitgliedsunternehmen des Arbeitgeberverbandes HessenChemie über 4.500 junge Menschen in Ausbildung, einem dualen Studium oder einem Förderprogramm, wie beispielsweise Start in den Beruf. Viele verbinden mit einer Ausbildung in der Chemiebranche den Chemikanten oder Chemielaboranten, dabei ist das Angebot wesentlich breiter. Gut 50 Ausbildungsberufe bietet der Industriezweig: vom Koch über den Mechatroniker bis hin zum Dual-Studierenden in ganz unterschiedlichen Fachbereichen. Was die meisten nicht wissen: Die Beschäftigtenzahl setzt sich aus etwa 80 Prozent beruflich qualifizierten Fachkräften und 20 Prozent Akademikern zusammen. Damit die Unternehmen auch in Zukunft so gut aufgestellt sind, brauchen sie qualifizierten und engagierten Nachwuchs. Deswegen steht der diesjährige Azubi-Wettbewerb auch unter dem Motto „Kluge Köpfe für die Ausbildung in Chemie, Pharma und Kunststoff gesucht“.

Mit dem Großsegler übers Ijsselmeer

Wind, Sonne, Anpacken und jede Menge Spaß erwarten die fünf Gewinnerteams auf dem viertägigen Segeltörn.Auf die ersten fünf Gewinnerteams wartet ein viertägiger Segeltörn auf dem Ijsselmeer. Anpacken im Team ist hier genauso gefragt wie entspannt auf Deck zu liegen und alle Viere in die Sonne zu strecken. Aber auch für Besuche der schönen Hafenstädte oder entspannte Stunden bei einem Stadtbummel bleibt ausreichend Zeit. Die Reise findet vom 9. bis 12. August 2018 statt. Einen Eindruck, wie viel Spaß die Auszubildenden dabei haben, kann man sich auf Flickr machen.

 

Worum geht’s beim Wettbewerb?

Preisverleihung Azubi-Wettbewerb im Kinopolis Sulzbach

Der Wettbewerb soll Teamfähigkeit, Kreativität, Motivation und Eigenverantwortung der Azubis genauso stärken wie die berufsübergreifende Zusammenarbeit zwischen Auszubildenden und Ausbildern. Auch das Auseinandersetzen mit der Branche und deren Innovationsfähigkeit gehört dazu. Jedes Jahr nehmen 30 bis 40 Teams mit über 150 Auszubildenden teil. Bis zum 15. März können sich Teams zwischen zwei und maximal fünf Personen anmelden. Bis zum 13. April müssen dann die Wettbewerbsbeiträge in Form von Werbeplakaten, Fotostorys, Exponate im Karton, Social Media oder Videoclips eingereicht werden. Die Preisverleihung findet am 3. Mai im Kinopolis Sulzbach statt. Wichtig: Es können nur Azubis oder Dual-Studierende aus den Mitgliedsunternehmen von HessenChemie teilnehmen.

Alle Infos auf www.hessenchemie.de, Impressionen zum Azubi-Wettbewerb gibt es auf Flickr.


Ein Plädoyer für die Ausbildung

Was machen nach der Schule? Das ist immer wieder die große Frage. Seit vielen Jahren geht der Trend zum Studium. „Lag der Anteil der Jugendlichen, die eine Berufsausbildung wählten, in den 70er-Jahren noch bei 70 Prozent eines Jahrgangs, so haben sich die Verhältnisse inzwischen nahezu umgekehrt: Heute beginnen fast 60 Prozent eines Jahrgangs ein Studium“ (Quelle: Spiegel). Obwohl die Perspektiven für Auszubildende sehr vielversprechend sind und zahlreiche Weiterbildungs- und Fördermöglichkeiten keinesfalls eine Sackgasse bedeuten, schließen immer weniger junge Menschen einen Ausbildungsvertrag ab. Für viele Unternehmen, vor allem kleine und mittelständische, wird deshalb die Suche nach passenden Auszubildenden immer schwieriger.

Die chemisch-pharmazeutische und kunststoffverarbeitende Industrie aber braucht beruflich qualifizierte Fachkräfte, also Menschen mit einer dualen Ausbildung. Gerade einmal 16 Prozent aller Beschäftigten der Branche sind Akademiker. Bedauerlicherweise hat sich das Image der Ausbildung in den vergangenen Jahren immer weiter verschlechtert – und das zu unrecht. Viele Eltern sehen für die eigenen Kinder nur eine solide Zukunftsperspektive, wenn diese einen Hochschulabschluss in der Tasche haben. Dabei ist längst nicht jedes Kind auf dem Gymnasium resp. der Hochschule richtig aufgehoben. Für manche Schüler wäre eine Ausbildung die bessere Wahl. 28 Prozent aller Anfänger im Bachelor brechen ihr Studium ohne Abschluss ab. Schätzungen beziffern die Zahl der Studienabbrecher auf 60.000 bis 100.000 pro Jahr (Quelle: ZEIT Online). Diesen jungen Menschen hätte der Besuch der Realschule bzw. die Aufnahme einer Ausbildung viel Druck und Frust erspart.

Praxiserfahrung erwünscht

Und hier muss vielleicht auch mal das ewige Entweder (Ausbildung) Oder (Studium) aufgebrochen werden. Denn mit einer abgeschlossenen Ausbildung stehen jungen Menschen noch viele Wege offen. Unabhängig davon hat man aber schon mal eins: Praxiserfahrung. Und die ist in der Industrie gefragt. Zudem lässt sich darauf in vielfacher Hinsicht aufbauen, zum Beispiel mit einem Fachwirt oder Meister. Wer darüber hinaus das Abitur hat, kann nach der Ausbildung immer noch studieren – Vollzeit oder nebenberuflich über staatliche Hochschulen bzw. private Anbieter. Die meisten Unternehmen fördern Weiterbildungsmaßnahmen, denn es ist ihr ureigenes Interesse, qualifizierte Mitarbeiter zu beschäftigen. In Hessen läuft zudem bis 2021 ein Modellversuch, der jungen Menschen mit Realschule und einer abgeschlossenen Ausbildung den direkten Zugang zur Hochschule ermöglicht (http://www.studieren-ohne-abitur.de/web/laender/hessen/). Und wer behauptet eigentlich, dass man „nur“ mit einer Ausbildung nicht auch glücklich im Beruf werden kann? Auch der Verdienst kann sich sehen lassen – gerade und vor allem in der chemischen Industrie.

Die Kombi – beides vereint

Und dann gibt es ja noch die Kombination aus Ausbildung und Studium: das duale Studium. Dieses bieten inzwischen eine ganze Reihe von Unternehmen in ganz unterschiedlichen Fachrichtungen an: von Wirtschaftsinformatik über Prozesstechnik bis zu Betriebswirtschaft. Die Unternehmen haben ein besonderes Interesse an dualen Studiengängen, da sie auf diese Weise den benötigten Fachkräftenachwuchs nach eigenen Bedürfnissen praxisnah ausbilden können. Sie sichern sich somit bereits vor Ausbildungsbeginn ihre Nachwuchskräfte und nicht erst nach Abschluss der akademischen Ausbildung.

Die Chemie – Eine attraktive Branche

Und warum eine Ausbildung in der Chemie-, Pharma- oder Kunststoffindustrie starten? Ganz einfach, die Branche bietet über 50 verschiedene Ausbildungsberufe – vom Koch über den Chemikant bis zum Mechatroniker -, zahlreiche duale Studiengänge, eine attraktive Vergütung, gute Übernahmechancen und viele weitere betriebliche Zusatzangebote wie Gesundheitsfürsorge, Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder betriebliche Altersvorsorge. Je nach Vorliebe finden sich hier sowohl kleine und mittelständische Unternehmen mit familiärer Atmosphäre als auch große Konzerne, die bereits in der Ausbildung Auslandsaufenthalte und vieles mehr anbieten. Es ist also für jeden etwas dabei.

Weitere Infos zur Ausbildung in der Chemie

Elementare Vielfalt: Die Ausbildungskampagne der Chemie-Arbeitgeber

Berufskompass Chemie: Möglichkeiten und Wege nach der Ausbildung

HessenChemie-Ausbildungsplatzbörse: Ausbildungsplätze und duales Studium in Hessen

Provadis Bildungsreport: Argumente und Best-Practice-Beispiele


Vielfältige Ausbildung in der Chemie

Eine Ausbildung in der chemischen Industrie verbinden viele immer noch mit den klassischen Berufen des Chemielaboranten oder Chemikanten. Doch das Angebot geht weit darüber hinaus: Die Unternehmen der chemisch-pharmazeutischen und kunststoffverarbeitenden Industrie bieten Ausbildungsplätze in über 50 naturwissenschaftlichen, technischen oder kaufmännischen Berufen und schaffen jedes Jahr tausende Chancen für den Berufseinstieg. Einen guten Überblick über eine Vielzahl der Ausbildungsberufe bietet die Seite www.elementare-vielfalt.de.

Ausbildungsangebot

Laut dem Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) bilden insgesamt rund 60 Prozent aller Betriebe in der chemischen Industrie selbst oder im Verbund mit Partnern aus. Aktuell befinden sich rund 28.000 junge Menschen bundesweit in der Ausbildung. 2015 boten die Chemie-Arbeitgeber 9.209 neue Ausbildungsplätze bundesweit an, in Hessen 1.536. Seit dem Start des Ausbildungstarifvertrages im Jahr 2003 werden jährlich die anzubietenden Stellen festgelegt, und in 11 von 13 Jahren konnte das tarifliche Soll erreicht bzw. übertroffen werden. Lediglich in den Krisenjahren 2009 und 2010 wurde die Marke unterschritten.

Berufsorientierung

Die Ausschreibungen für die Ausbildungsplätze 2016 sind bereits im vollen Gange. Wer sich über freie Stellen in Hessen informieren möchte, findet ein umfassendes Angebot in unserer Ausbildungsplatzbörse auf www.hessenchemie.de/ausbildung/ausbildungsplatzboerse. Einen bundesweiten Überblick erhält man auf www.elementare-vielfalt.de.

Ausbildung oder Beruf – und wenn ja, was? Die Vielzahl an Berufen und (dualen) Studienmöglichkeiten bietet zwar viele Möglichkeiten, sie kann aber auch leicht überfordern, vor allem, wenn man noch nicht genau weiß, welcher Beruf zu einem passt und woran man wirklich Spaß hat. Seit Oktober des vergangenen Jahres bereichert der Ausbildungsfinder die Ausbildungskampagne der Chemiearbeitgeber „Elementare Vielfalt“. Auf spielerische und kurzweilige Art bringt er jungen Menschen die Berufsorientierung näher und damit mehr Bewusstsein für die eigenen Interessen und Talente. Der ElVi-Ausbildungsfinder funktioniert ganz einfach, die Seite ist übersichtlich und intuitiv gestaltet. Bereits wenige Tage nach dem Online-Start erreichte das neue Berufsorientierungsspiel 500.000 Facebook-Hits und eine Reichweite von über 1,5 Mio. Personen. Eine ausführliche Beschreibung gibt’s im Recrutainment Blog.

In der letzten Januarwoche findet in Darmstadt wieder die hobit (Hochschul- und Berufsinformationstage) statt. Hier gibt es drei Tage lang alles rund um Ausbildung und Studium. Wir sind auch wieder vor Ort und informieren über die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten in der Chemie-, Pharma- und Kunststoffbranche. Über die hobit werden wir auch hier im Blog berichten.