Praxishilfe Arbeitsrecht: Schnelle Hilfe für die tägliche Arbeit

Nicht erst anrufen oder mailen, sondern direkt herunterladen: Mit den Praxishilfen Arbeitsrecht bietet HessenChemie den Personalern aus den Mitgliedsunternehmen rasche und unkomplizierte Unterstützung.

In unserem Blogbeitrag vom 23. September haben wir bereits von unserem digitalen Beratungsansatz, den wir seit dem vergangenen Jahr Schritt für Schritt umsetzen, berichtet. Heute wollen wir nun die sogenannten Praxishilfen Arbeitsrecht etwas genauer vorstellen. Mit ihnen hat alles begonnen.

Von der Anbahnung des Arbeitsverhältnisses bis zu seiner Beendigung: Die Praxishilfen, die HessenChemie für die Mitgliedsunternehmen zusammengestellt hat, beantworten viele Fragen aus der täglichen Arbeit der Personalabteilungen. Bereits seit Sommer 2019 sind die Tipps, Muster und Formulierungsbeispiele auf unserer Website verfügbar. In der Rubrik „Erläuterungen“ stellen wir beispielsweise Merkblätter und Antworten zu häufigen Fragen im Arbeitsrecht rund um die Uhr zur Verfügung. Sie sollen den Mitgliedsunternehmen den ersten Einstieg erleichtern.

Unter den Dateien befinden sich auch kurze PowerPoint-Audiopräsentationen. Hier erläutert unsere Syndikusrechtsanwältin und Fachanwältin für Arbeitsrecht Christina Reifelsberger einfachere – aber nicht weniger wichtige – Fragen aus dem Arbeitsrecht und stellt aktuelle Entscheidungen der Arbeitsgerichte vor. Beispielsweise worauf es bei einer Kündigung während der Probezeit ankommt oder wie Arbeitgeber mit einem Aufstockungsverlangen von Teilzeitmitarbeitern umzugehen haben. Die Praxishilfen ergänzen den Dokumentengenerator, mit dessen Hilfe Unternehmen individuelle arbeitsrechtliche Papiere erstellen können. Diesen stellen wir im nächsten Blogbeitrag vor.

Mit den digitalen Angeboten können zahlreiche Infos, die HessenChemie zuvor auf Anfrage verschickte, oder Auskünfte, die Mitgliedsunternehmen telefonisch einholen mussten, zeit- und ortsunabhängig abgerufen werden. Allerdings ist dieses Angebot ausdrücklich als Ergänzung zu verstehen, denn die persönliche Betreuung unserer Mitglieder steht nach wie vor an erster Stelle.

Neueste Beiträge:


Persönliche Beratung und digitale Services für eine moderne Personalarbeit

Seinen digitalen Beratungsansatz hat HessenChemie bereits im vergangenen Jahr konsequent ausgebaut: Durch die Kombination von Online- und persönlichen Angeboten bietet der Verband arbeitsrechtliche Beratung auf höchstem Niveau. Eine sinnvolle Strategie, nicht nur in Coronazeiten.

Legal Technology – kurz: Legal Tech – ist aus einer zeitgemäßen Rechtsberatung nicht mehr wegzudenken: Durch intelligente Software lassen sich so zum Beispiel arbeitsrechtliche Dokumente aus Textbausteinen generieren. HessenChemie hat die Digitalisierung im Sinne der Mitgliedsunternehmen bereits 2013 in der Verbandsstrategie verankert, was den Mitgliedern in Zeiten der Pandemie nun besonders zugute kommt.

Instrumente wie der Dokumentengenerator oder die Praxishilfen Arbeitsrecht werden von den Mitgliedsunternehmen intensiv genutzt. Spezielle, auf Fragestellungen in Pandemiezeiten zugeschnittene Infos hat HessenChemie in den vergangenen Monaten ergänzt – so zum Beispiel Musterbetriebsvereinbarungen zur Kurzarbeit, Infos zur Corona-App und Rückkehr aus Risikogebieten oder die vierteilige Aufzeichnung eines eigenen Online-Seminars zur Kurzarbeit. Diese befinden sich in der Rubrik „Coronavirus“ im Mitgliederbereich des Internetauftritts.

Daneben lohnt auch ein Blick in den Veranstaltungskalender: Die digitalen Angebote sind weit mehr als nur Online-Vorträge. Mitglieder können sich virtuell beteiligen, wodurch das Ganze lebendig wird. So hat beispielsweise das neue Format „Recht (früh) am Mittwoch“ großen Zulauf: Es findet einmal im Monat morgens statt und dauert eine Stunde. Viele richten sich das jetzt regelmäßig ein, denn der zeitliche Aufwand für die Unternehmen ist durch das Digitale nun viel geringer als bei einer Präsenzveranstaltung.

Bei alldem kommt die individuelle Beratung durch die Syndikusrechtsanwälte von HessenChemie nicht zu kurz. Denn diese bieten nicht nur Wissen und Erfahrung auf den unterschiedlichsten arbeitsrechtlichen Gebieten; sie kennen außerdem die Mitgliedsunternehmen gut, teilweise seit vielen Jahren, und können die Beratung somit ganz individuell ausrichten.

In den nächsten Blogbeiträgen erfahren Sie mehr zum Dokumentengenerator und den Praxishilfen Arbeitsrecht.


In der Coronapandemie erkennen wir, was plötzlich alles geht

Wie sehen die Geschäftsmodelle von morgen aus? Welche Chancen und Herausforderungen bringt die digitale Transformation im internationalen Wettbewerb? Wie lassen sich Veränderungen aufgrund der Demografie bewältigen und in eine moderne Arbeitswelt einbetten? Viele Fragen, zu denen die Aufgabe, Klimaziele mit Wachstum und Wohlstand zu verbinden, hinzukommt. Mit diesen Herausforderungen haben sich die Entscheider der Chemiebranche zuletzt intensiv auseinandergesetzt, um die richtigen Strategien für die kommenden Jahre zu finden.

Doch dann breitete sich das neuartige Coronavirus aus, die Pandemie erforderte alle Konzentration und wurde zum maximalen Stresstest: angefangen beim Gesundheitssystem über die globale Wirtschaft bis hin zur Zusammenarbeit vor Ort in den Betrieben und zum Zusammenleben in den Familien. Aus heutiger Sicht kann noch nicht gesagt werden, wann ein Impfstoff zur Verfügung stehen wird oder welche Medikamente die schwierigen Verläufe abmildern können. Wir müssen also noch längere Zeit mit dem Virus und manchen Einschränkungen leben. Die drastischen Folgen der Krise für unsere Wirtschaft, die Sozialsysteme und auch die Staatsfinanzen werden auf jeden Fall noch lange nachwirken.

In Coronazeiten erkennen wir aber auch, was plötzlich alles geht. Diese Erfahrungen sollten wir, in der richtigen Balance, in die Zeit nach der Pandemie mitnehmen. Eine Erkenntnis der letzten Monate ist zum Beispiel, dass Unternehmen, die bereits vorher auf Digitalisierung gesetzt haben, in der Krise einen echten Vorteil hatten – sie konnten nämlich besser und
schneller reagieren. Viele Unternehmen aus Chemie, Pharma und Kunststoff waren vergleichsweise gut aufgestellt. Digitalisierung wird nach der Coronakrise aber noch stärker als vorher einen Erfolgsfaktor darstellen. Eine Pandemie in der wirklichen Welt hat der digitalisierten Welt vermutlich zum endgültigen Durchbruch verholfen.

Auch die Sozialpartnerschaft hat sich bisher in der Krise bewährt. Dies ist eine gute Grundlage, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und der Arbeitsplätze zu erhalten. Die Chemie-Sozialpartner haben schnell erste Maßnahmen vereinbart, um Unternehmen zu entlasten, Beschäftigung zu
sichern und das Infektionsrisiko zu reduzieren. Die Verkürzung der Ankündigungsfrist von Kurzarbeit, das Vorziehen „freier Tage“ aus dem Tarifvertrag „Moderne Arbeitswelt“ sowie die Möglichkeit, mobiles Arbeiten auf Basis einer Betriebsvereinbarung anordnen zu können, sind hierfür Beispiele.

Man hat sich auch darauf verständigt, dass notwendige Zustimmungen zu tariflichen Flexi-Instrumenten bei Bedarf in einem beschleunigten Verfahren erteilt werden können.

Natürlich hat man sich auch in den Betrieben damit beschäftigt, wie man auf die Krise reagieren soll. Die Handlungsfähigkeit der Betriebsparteien wurde zumeist schnell, flexibel und auch digital unterstützt unter Beweis gestellt. Die positiven Erfahrungen können Grundlage für die Debatte über die Fortentwicklung der Mitbestimmung in einer digitalen Arbeitswelt sein. In dem durch die Pandemie erzwungenen „Feldversuch“ konnten alle viel über die Vor- und Nachteile von Homeoffice lernen. Ein jetzt vom Bundesarbeitsminister vorgeschlagener gesetzlicher Anspruch auf Homeoffice wirkt da wie aus der Zeit gefallen. Ein einseitiger Anspruch ist beides: schädlich und überflüssig. Passgenaue Regelungen zur Nutzung von Homeoffice und mobilem Arbeiten können allein in den Betrieben vor Ort
gestaltet und einvernehmlich entschieden werden.

Die Erkenntnisse der vergangenen Monate sind schließlich ganz andere: Allen Akteuren wurde ein hohes Maß an Flexibilität abverlangt, um das Infektionsgeschehen einzudämmen, den Geschäftsbetrieb am Laufen zu halten und die Kinderbetreuung zu sichern. Die Coronakrise könnte somit auch beim Thema Arbeitszeit einen Modernisierungsschub bewirken, um
Arbeitnehmern und Arbeitgebern die notwendige Flexibilität und Planbarkeit zu verschaffen. Die starren Vorgaben des Arbeitszeitgesetzes, insbesondere der Tagesbezug der Höchstarbeitszeit und die elf Stunden Ruhezeit passen nicht mehr, weil eine digitalisierte Arbeitswelt in Zukunft noch stärker vom Arbeiten am selbst gewählten Arbeitsort und zur selbst
gewählten Arbeitszeit geprägt sein wird. Auch hier gilt es, die gemachten Erfahrungen in praktikable Möglichkeiten umzusetzen.


#HESSENbildung.digital: hessisches Pilotprojekt stärkt die Digitalisierung in der dualen Ausbildung

Digitales Know-how wird in der Ausbildung immer wichtiger. Denn durch den technischen Fortschritt verändert sich nicht nur die Art und Weise, wie Auszubildende lernen, sondern auch das fachliche Wissen und die Kompetenzen, die im Job zukünftig notwendig sind. So greift ein Elektroniker heutzutage im Berufsalltag genauso oft zum iPad wie zum Lötkolben. Und die Mechatronikerin muss sich mit neuen Anforderungen in der IT-Vernetzung und dem Datenmanagement auseinandersetzen. Aber auch Kompetenzen wie lösungsorientiertes Denken, Selbstorganisation und kommunikative Fähigkeiten gewinnen an Bedeutung.

All das muss in den Ausbildungsbetrieben und Berufsschulen vermittelt werden. Dies bedarf nicht nur den Einsatz digitaler Technologien, sondern erfordert auch klare Konzepte, wie digitales und mobiles Lernen vermittelt und gefördert werden kann.

Berufsschulen und Ausbildungsunternehmen entwickeln Konzepte

Um das Thema digitales Lernen in hessischen Unternehmen voranzubringen, ist Ende Juni das Pilotprojekt #HESSENbildung.digital gestartet. In einem ersten Schritt nehmen zehn Mitgliedsunternehmen der Chemieverbände Hessen (HessenChemie und VCI Hessen) und ihre jeweiligen Partnerberufsschulen teil. Die Ausbilder und Lehrerinnen erarbeiten nun in sogenannten Tandems in den kommenden zwei Schuljahren gemeinsam Ideen und Umsetzungskonzepte im Bereich des digitalen Lernens. Ziel ist es, die duale Ausbildung noch besser zu machen und die Kompetenzen von Auszubildenden, Ausbildern und Lehrkräften zu stärken. #HESSENbildung.digital ist ein Teilprojekt der bundesweiten Initiative „bildung.digital“.

Die Grafik zeigt die beteiligten Unternehmen und Berufsschulen.

bildung.digital

bildung.digital ist eine gemeinsame Initiative der ARAG SE und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS). Sie unterstützt seit 2017 Schulen dabei, Konzepte der digitalen Bildung zu entwickeln und zu verankern. Die DKJS begleitet diese Schulen in Entwicklungsnetzwerken mit Impulsen, fachlichem Austausch und systematischer Reflexion der eigenen Praxis sowohl im jeweiligen Team als auch im Austausch mit den anderen Teilnehmenden. Über zwei Schuljahre hinweg erhalten die Schulen und Ausbildungsbetriebe (Tandems) die Möglichkeit, selbstdefinierte Entwicklungsvorhaben im Bereich des digitalisierten Lernens zu bearbeiten.

Wer noch mehr über das hessische Pilotprojekt erfahren möchte, findet hier weitere Infos.


How to Webinar!? Tipps zur Vorbereitung und Durchführung von Webinaren

Auch Verbände müssen ihre Angebote für die Mitgliedsunternehmen in Zeiten von Corona neu ausrichten. Bereits kurz nach dem sogenannten Shutdown wurden die ersten Webinare angeboten. Die bisher „größte Veranstaltung“ fand mit 170 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt. Eine echte Herausforderung! Natürlich gibt es beim virtuellen Lernen Vieles zu beachten. Wir haben einen Experten gefragt, der uns wertvolle Tipps gegeben hat. Diese wollen wir hier gerne mit Ihnen teilen.

Alexander Schmieden arbeitet schon einige Jahre als externer Referent für uns und bietet im Rahmen der HessenChemie-Akademie Seminare zum Thema digitales Lernen, insbesondere für Ausbilderinnen und Ausbilder, an. Schmieden ist Diplom-Politologe und Lehrbeauftragter an einer Reihe deutscher Universitäten. Als Geschäftsführer der Unternehmensberatung just ask! GmbH ist er zudem Change Management- Experte bei der Implementation digitaler Medien im Berufsalltag sowie für die zielgerichtete Ausbildung von Multiplikatoren. Er berät Verbände und Unternehmen insbesondere bei der Konzeption und dem Rollout der digitalen Transformation ihrer Aus- und Weiterbildung.

Lesen Sie hier seine SIEBEN TIPPS für ein erfolgreiches Webinar:


1. TIPP: KLARE ERWARTUNGEN
Das Setzen klarer Erwartungen zu Beginn eines Webinars hilft den Lernenden, sich in die Inhalte einzuarbeiten und in sie einzutauchen. Er empfiehlt einen genauen Zeitplan, an dem sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer orientieren können. Sollten bereits im Vorfeld Aufgaben zu erledigen sein oder im Nachgang aufgegeben werden, so müssen klare Fälligkeitsdaten und klare Zuweisungsrichtlinien bekanntgegeben werden. Schließlich ist zu empfehlen, klare Grundregeln und eine Online-Etikette zu vereinbaren.


2. TIPP: FESTLEGEN VON GRUNDREGELN
Wenn sich die Lernenden im digitalen Raum bewegen, ist es wichtig, dass sie sich einer gewissen Online-Etikette bewusst sind. Unser Experte empfiehlt hier einige wichtige Grundregeln, die vor allem Jugendlichen vor Beginn des Online-Lernerlebnisses mittgeteilt werden sollten: Die Teilnehmer sollten 5-15 Minuten im Voraus in den virtuellen Raum kommen. Die Teilnehmer sollten aufgefordert werden das Mikrofon zunächst stumm zu schalten. Während der Online-Veranstaltung sollten die respektvoll und freundlich miteinander umgehen und nichts im Chat posten, wenn sie aufgebracht sind.


3. TIPP: GUTE VORBEREITUNG
Eine erfolgreiche virtuelle Sitzung erfordert eine gründliche Planung und Vorbereitung im Voraus. Als Moderator oder Trainer sollte man sicherstellen, dass vor dem Start alle für die Durchführung des Webinars erforderlichen Hilfsmittel bereit stehen. Hierzu gehören Links, die für Online-Aktivitäten erforderlich sind, Dateien, die mit den Lernenden geteilt werden sollen und Werkzeuge, die für die Bereitstellung visueller Hinweise erforderlich sind. Die Webinar-Einladung sollte rechtzeitig an die Lernenden gesendet werden. Am besten stellt man sicher, dass die Mikrofone der Teilnehmer im Idealfall standardmäßig bereits stumm geschaltet sind. Dies ist vor allem bei größeren Teilnehmerzahlen sinnvoll.


4. TIPP: ENGAGEMENT FORDERN
Eine erfolgreiche virtuelle Sitzung erfordert ein hohes Maß an Energie vom Coach, um die Energie der gesamten Gruppe aufrechtzuerhalten. Alexander Schmieden empfiehlt hier die Teilnehmer immer wieder aktiv zur Teilnahme aufzurufen. Wenn das Energieniveau zu niedrig erscheint, sollte man immer Pausen einlegen. Wichtig sein es zudem trotz der räumlichen Distanz eine auf Gemeinsamkeit gründende virtuelle Lernatmosphäre zu schaffen. In Tandems können zur Abwechslung Gruppenarbeiten durchgeführt werden.


5. TIPP: AM BALL BLEIBEN
Das Verfolgen der Fortschritte der Lernenden und das Geben von Feedback tragen zur Verbesserung der Ergebnisse bei. Stellen Sie sicher, dass Sie auch als Coach Zugang zu den Vorlagen haben, die den Jugendlichen für die Bearbeitung von Aufgaben zur Verfügung gestellt werden. So können Sie Rückfragen schneller beantworten. Geben Sie immer wieder Feedback, um wichtige Materialien, Konzepte und Fähigkeiten zu festigen. Richten Sie zwischen den Aktivitäten angemessene Kontrollpunkte ein, um die Fortschritte der Lernenden im Auge zu behalten.


6. TIPP: REFLEXION AM ENDE
Die Reflexion am Ende jedes Webinars ist ein Schlüsselelement. Deshalb ist es notwendig, die wichtigsten Lernmomente am Ende komprimiert zusammenzufassen, um die Inhalte zu festigen. Erlauben Sie den Lernenden Zweifel und Fragen auf organisierte Weise zu stellen. Sammeln Sie sowohl schnelles Feedback als auch reflektierendes Feedback (Tipp: Verwenden Sie zur Unterstützung zum Beispiel das Tool „Mentimeter“). Darüber hinaus sollten klare Zuweisungsrichtlinien für das selbstgesteuerte Lernen erstellt werden.


7. TIPP: VERFÜGBARKEIT ANBIETEN
Es ist für den Lernerfolg der Teilnehmer förderlich, wenn Sie als Coach im Anschluss noch für Nachfragen zur Verfügung stehen. Kommunizieren Sie ihre Verfügbarkeit und wie der Kontakt erfolgen sollte (z.B. per E-Mail, Chat, etc.). Versenden Sie im Anschluss an die Lerneinheit eine Zusammenfassung der Lektionen und die Aufgaben, die die Teilnehmer  noch zu erledigen haben. Geben Sie zeitnah Feedback, wenn Fragen in Diskussionsforen gestellt werden.


Jürgen Funk

Jürgen Funk ist Geschäftsführer Verbandskommunikation und politische Öffentlichkeitsarbeit sowie Pressesprecher beim Arbeitgeberverband HessenChemie. Er verfügt über eine 25-jährige Erfahrung in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Verbänden, PR-Agenturen, Politik und Bundeswehr. Im Arbeitgeberverband HessenChemie ist er darüber hinaus zuständig für die Berufsausbildungsthemen. Jürgen Funk ist Aufsichtsratsmitglied der JOBLINGE gAG FrankfurtRheinMain. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.





Azubis gefragt – 23. Azubi-Wettbewerb zeichnet digitale Ideen aus

Die App für den öffentlichen Nahverkehr, Formulare für Behörden, bei der Routenplanung oder in der Industrie – nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche unterliegen der Digitalisierung. Sie ist ein absolutes Trendthema, das unsere Gesellschaft in Zukunft noch stärker beeinflussen wird und in der Wirtschaft Raum für neue Geschäftsmodelle bietet. Bereits heute haben digitale Anwendungen unzählige Vorteile. Sie machen Prozessabläufe in Unternehmen effizienter, unterstützen uns bei der täglichen Arbeit, sparen Ressourcen wie Zeit und Kosten ein.

HessenChemie springt daher mit dem Motto des diesjährigen Azubi-Wettbewerbs „Findet Ideen für das digitale Unternehmen!“ auf den digitalen Zug auf und stellt jungen Nachwuchskräften die Frage, welche Prozesse im Unternehmen noch digitalisiert werden könnten. Dabei sind die Möglichkeiten höchst vielfältig: Eine App, mit der Mitarbeiter Räume oder Parkplätze am Standort buchen können, ein Onlinetool, das die Essenswünsche der Mitarbeiter für die Kantine in der kommenden Woche abfragt oder ein Social Web, welches Auszubildende aller Lehrjahre zusammenbringt, könnten mögliche Vorschläge sein.

Die Auszubildenden haben bei der Gestaltung Ihrer Einreichungen freie Hand und können zwischen den Medienformaten Digitale Fotostory, Modell oder Prototyp, Neue Medien und Videoclip auswählen. Wichtig ist, dass die Ideen lediglich skizziert werden müssen, das Programmieren einer voll funktionsfähigen App ist bspw. nicht notwendig.

Zahlen, Daten, Fakten

Der Azubi-Wettbewerb wird im Jahr 2020 bereits zum 23. Mal unter den Mitgliedsunternehmen des Arbeitgeberverbandes HessenChemie ausgelobt. Anmeldeschluss in dieser Wettbewerbsrunde ist der 28. Februar 2020.
Weiterhin wichtig zu beachten: Die Teams sollten eine Gruppengröße von mind. 2 und max. 5 Personen umfassen, Unternehmen können mehrere Teams für den Wettbewerb anmelden.
Nach der Abgabe der Projektideen am 03. April 2020 bewertet unsere Jury mit Vertretern aus Verbänden, Unternehmen, Hochschulen und Beratung die Einreichungen anhand festgelegter Kriterien. So schauen wir auf die Umsetzung des Mottos, die Technische Qualität, den Arbeitsaufwand, den Künstlerischer Anspruch und die Originalität. Danach wird es für alle spannend, denn die Sieger werden am 07. Mai 2020 im Kinopolis in Sulzbach geehrt.

Warum teilnehmen?

Die Teilnahme lohnt sich! Auszubildende können während der Bearbeitung des Projektes ihre Teamfähigkeit stärken und ihrer Kreativität und Neugier freien Lauf lassen. Motivation und Eigenverantwortung werden beim Wettbewerb außerdem großgeschrieben, denn kein Ausbilder überwacht die Arbeit der Jugendlichen.  Durch die Anwendung der unterschiedlichen Medien und die gemeinsame Arbeit wird zudem das Kommunikationsverhalten gefördert. Aber auch das durch den Wettbewerb erworbene Zertifikat kann den Lebenslauf bereichern und die Chancen bei zukünftigen Bewerbungen verbessern.

Auch für Unternehmen lohnt es sich, die eigenen Azubis zur Teilnahme zu motivieren. Denn: Die berufsübergreifende Zusammenarbeit zwischen Auszubildenden und Ausbildern wird durch den Wettbewerb gestärkt. Zusätzlich können Unternehmen von der Pressearbeit während des Wettbewerbs für ihre eigene Außenwahrnehmung und ihr Ausbildungsengagement profitieren.

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Das Teaser-Video für den Azubi-Wettbewerb 2020 können Mitgliedsunternehmen auch für die interne Bewerbung des Wettbewerbs verwenden. Verfügbar unter: www.hessenchemie.de/azubi-wettbewerb/service

Die Preise

Sind die Sieger geehrt, heißt es vom 20. bis 23 August 2020 dann wieder „Leinen los“ und „Setzt die Segel“: Die fünf Gewinnerteams dürfen zum Teambuilding auf den Clipper „Passaat“ und drei Tage die frische Seeluft genießen. Gesegelt wird auf dem niederländischen Wattenmeer, der Heimathafen liegt in der Stadt Harlingen. Begleitet von einem pädagogischen Teamleiter und der professionellen Crew der Passaat wird der Segeltörn zu einem unvergesslichen Erlebnis. Dabei muss jeder Azubi richtig mit anpacken, denn jeder Teilnehmer gehört zur Crew und nur gemeinsam kann der nächste Hafen erreicht werden! Das stärkt nicht nur die körperliche Verfassung – Teamgeist, Zusammenhalt und Kommunikationsfähigkeit sind Voraussetzung für einen erfolgreichen Trip.

Neben dem Abenteuer „auf hoher See“ winkt den Gewinnern erstmalig ein Sonderpreis des RKW Hessen, das ein Gewinnerteam zur Umsetzung der eigenen Idee im Unternehmen berät.

Neugierig geworden? Dann schnell zur Anmeldung.


Weitere Infos auf www.hessenchemie.de/azubi-wettbewerb, Facebook und Instagram.


Wiesbadener Gespräche zur Sozialpolitik: Drei Fragen an Dr. Hans-Peter Klös

3 Fragen – 3 Antworten zu den Wiesbadener Gesprächen

Dr. Hans-Peter Klös erläutert die Ergebnisse der Studie "Digitalisierung in der hessischen Chemie"

Dr. Hans-Peter Klös erläutert die Ergebnisse der Studie „Digitalisierung in der hessischen Chemie“

Am 24. Oktober 2017 fanden im Kurhaus Wiesbaden die 12. Wiesbadener Gespräche zur Sozialpolitik statt. Unter dem Motto „Vernetzt. Gehetzt? Wertgeschätzt! – Anforderungen an die Arbeit in der digitalisierten Industrie“ diskutierten wir mit Experten aus Wissenschaft, Unternehmen, Gewerkschaft und Verbänden über die Herausforderungen und Anforderungen der Digitalisierung an die Arbeitswelt. Zwei Experten aus dem Bereich der Wissenschaft gaben uns im Vorfeld in der Serie „Drei Fragen an…“ bereits einen kleinen Einblick in das Thema ihres Vortrages. Dr. Hans-Peter Klös vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) erläutert heute die Ergebnisse aus der Branchen-Studie, die bei den Wiesbadener Gesprächen vorgestellt wurde.

Dr. Hans-Peter Klös gehört der vierköpfigen Geschäftsführung des IW Köln an. Er leitet zusammen mit Dr. Hubertus Bardt den Bereich Wissenschaft. Klös ist seit 1988 im Institut tätig und war an zahlreichen Veröffentlichungen und Gutachten beteiligt. Das Institut forscht in verschiedenen Bereichen und erarbeitet Analysen und Stellungnahmen zu Fragen der Wirtschafts- und Sozialpolitik, des Bildungs- und Ausbildungssystems sowie der gesellschaftlichen Entwicklung.

Drei Fragen an…

HessenChemie: Wie wichtig ist das Thema Digitalisierung in der hessischen Chemie?

Dr. Klös: Das Thema Digitalisierung ist in den Mitgliedsunternehmen von HessenChemie voll angekommen. Mehr als jedes dritte Unternehmen befasst sich intensiv, mehr als jedes zweite am Rande mit der Digitalisierung. Bereits gut ein Viertel der Unternehmen weist der Digitalisierung schon heute ein hohes Gewicht für die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu

 

HessenChemie: Welche Anforderungen gibt es an die Arbeitswelt 4.0?

Dr. Klös: Das Engagement der befragten hessischen Unternehmen bei Personalentwicklungs- und Qualifizierungsmaßnahmen ist größer als in der Gesamtwirtschaft. Dies gilt insbesondere für Personalentwicklungsinstrumente, z.B. systematische Potenzialanalysen und individuelle Laufbahnplanungen, sowie für Weiterbildungsmaßnahmen. Die Mitgliedsunternehmen von HessenChemie setzen dabei besonders stark auf erfolgs- und leistungsabhängige Vergütungskomponenten.

 

HessenChemie: Was könnten Hemmnisse im Digitalisierungsprozess sein?

Dr. Klös: Als Haupthindernis für den Digitalisierungsprozess nennen die Unternehmen fehlendes Fachwissen bzw. fehlende Fachkräfte. Ein relativ großes Hemmnis scheint auch noch das erforderliche Volumen der vorzunehmenden Investitionen zu sein.

Die Studie kann auf www.hessenchemie.de bestellt bzw. heruntergeladen werden.

Die Autorin

Frauke Blech ist seit April 2017 Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Arbeitgeberverband HessenChemie. Zuvor war sie als Wirtschaftsredakteurin tätig und schrieb Artikel für ein Mitgliedermagazin. Das redaktionelle Handwerkszeug eignete sie sich in einem Volontariat bei einer Tageszeitung in Norddeutschland an, das sie anschließend als Redakteurin vertiefte. Germanistik und Politikwissenschaften studierte sie an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg.


Schöne neue Welt? Berufsbildung in Zeiten der Digitalisierung

3 Fragen – 3 Antworten zu den Wiesbadener Gesprächen zur Sozialpolitik

Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser über Berufsbildung in Zeiten der Digitalisierung

Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser über Berufsbildung in Zeiten der Digitalisierung

Am 24. Oktober 2017 finden im Kurhaus Wiesbaden die 12. Wiesbadener Gespräche zur Sozialpolitik statt. Unter dem Motto „Vernetzt. Gehetzt? Wertgeschätzt! – Anforderungen an die Arbeit in der digitalisierten Industrie“ diskutieren wir mit Experten aus Wissenschaft, Unternehmen, Gewerkschaft und Verbänden über die Herausforderungen und Anforderungen der Digitalisierung an die Arbeitswelt von morgen. Die Experten aus dem Bereich der Wissenschaft geben uns im Vorfeld in der Serie „Drei Fragen an…“ einen kleinen Einblick in das Thema ihres Vortrages.

Aus der Backstube in den Hörsaal: Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser ist gelernter Bäckergeselle und hat über den „zweiten Bildungsweg“ sein Abitur gemacht. Anschließend absolvierte er ein Studium der Wirtschaftswissenschaften sowie Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspädagogik. 1989 begann Esser schließlich seine akademische Karriere als wissenschaftlicher Mitarbeit am Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialpädagogik an der Universität zu Köln, wechselte zum Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk an der Universität zu Köln (FBH) und war Leiter der Abteilung „Berufliche Bildung“ beim Zentralverband des Deutschen Handwerks bis er 2011 das Amt des Präsidenten des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) in Bonn übernommen hat. Sein Forschungs- und Arbeitsschwerpunkt ist vor allem die Berufs- und Qualifikationsforschung. Seine Kenntnisse als Berufsbildungsexperte waren immer wieder in zahlreichen Gremien und Ausschüssen gefragt. Bei den Wiesbadener Gesprächen zur Sozialpolitik wird Prof. Esser darüber sprechen, warum die Digitalisierung in der Bildung ein wichtiges Thema ist.

Drei Fragen an…

HessenChemie: Warum ist das Thema „Digitalisierung in der Bildung“ so wichtig?

Prof. Esser: Wir erkennen, dass sich in den kommenden Jahren der Fachkräfte- und Qualifikationsbedarf noch deutlicher ändern wird als bislang: Es wird ein Bedarfszuwachs bei den IT-Kernberufen und bei den IT-Mischberufen erwartet. Ferner zeichnet sich ein Strukturwandel hin zu mehr Dienstleistungen ab. Für das Berufsbildungssystem ist die Digitalisierung Herausforderung und Chance für den Nachweis, wie gut es mit diesen Veränderungen umgehen kann. Die Nähe der Berufsbildung zu Arbeits- und Geschäftsprozessen ist ein entscheidender Vorteil gegenüber vollzeitschulischen und akademischen Bildungsgängen. Auf sehr kurzen Wegen lässt sich hier nicht nur der Bedarf bestimmen, sondern auch Bildung realisieren.

 

HessenChemie: Entstehen im Zuge der Digitalisierung bereits neue Berufsbilder?

Prof. Esser: Ausbildungsberufe resultieren aus Abstimmungsprozessen zwischen den Sozialpartnern, Bund und Ländern. Das BIBB moderiert und unterstützt diese Prozesse. Die Diskussion über neue Berufe betrifft derzeit zumal die Schnittstellen zwischen vorhandenen Berufsprofilen, zum Beispiel bei den IT-, Elektro- und Metallberufen. Hier laufen unsererseits Voruntersuchungen, wie Berufsprofile eventuell neu zu schneiden oder weiterzuentwickeln sind. Auch die Schnittstellen zwischen Aus- und Weiterbildung gilt es zu neu zu gestalten, etwa bei Spezialisierungen. Und schließlich bleibt die künftige Gestaltung von Abschlussprüfungen ein Dauerthema.

 

HessenChemie: Inwiefern ändern sich die Anforderungen an das Ausbildungspersonal?

Prof. Esser: Auszubildende, Beschäftigte und das Ausbildungspersonal müssen für das mediengestützte Lernen und Lehren geschult werden. Gerade das Ausbildungspersonal braucht in seiner neuen Rolle als Lehr- und Lernbegleiter Weiterbildung. Die Ausbilderinnen und Ausbilder sind in den Betrieben für das Lernen und Handeln in einer digitalisierten Arbeitswelt die zentrale Zielgruppe. Deshalb sind IT- und medienpädagogische Kompetenzen zu stärken und passende Qualifizierungsangebote zu entwickeln. Künftig können zum Beispiel Wikis, Blogs, Apps und Erklärvideos Inhalte vermitteln. Denn Lernen und Lehren werden immer individueller und mobiler.

Mehr zur Serie „Drei Fragen an…“

Drei Fragen an Prof. Dr. Jan Marco Leimester lesen Sie hier…

Die Autorin

Frauke Blech ist seit April 2017 Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Arbeitgeberverband HessenChemie. Zuvor war sie als Wirtschaftsredakteurin tätig und schrieb Artikel für ein Mitgliedermagazin. Das redaktionelle Handwerkszeug eignete sie sich in einem Volontariat bei einer Tageszeitung in Norddeutschland an, das sie anschließend als Redakteurin vertiefte. Germanistik und Politikwissenschaften studierte sie an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg.


Wiesbadener Gespräche zur Sozialpolitik: Drei Fragen an Prof. Dr. Jan Marco Leimeister

3 Fragen – 3 Antworten zu den Wiesbadener Gesprächen

Prof. Dr. Jan Marco Leimeister über Anforderungen an Management und Belegschaft in Zeiten der Digitalisierung.

Am 24. Oktober 2017 finden im Kurhaus Wiesbaden die 12. Wiesbadener Gespräche zur Sozialpolitik statt. Unter dem Motto „Vernetzt. Gehetzt? Wertgeschätzt! – Anforderungen an die Arbeit in der digitalisierten Industrie“ diskutieren wir mit Experten aus Wissenschaft, Unternehmen, Gewerkschaft und Verbänden über die Herausforderungen und Anforderungen der Digitalisierung an die Arbeitswelt. Die Experten aus dem Bereich der Wissenschaft geben uns im Vorfeld in der Serie „Drei Fragen an…“ einen kleinen Einblick in das Thema ihres Vortrages. Den Auftakt macht Prof. Dr. Jan Marco Leimeister.

Prof. Dr. Jan Marco Leimeister ist aktuell Lehrstuhlinhaber für Wirtschaftsinformatik an den Universitäten St. Gallen und Kassel. Das Handelsblatt sieht den 43-Jährigen unter den Top 5 der Wirtschaftsinformatik-Professoren. Über 250 nationale und internationale Fachpublikationen, Studien und Bücher hat er veröffentlicht. Leimeister forscht intensiv über Gestaltung, Einführung und Management von IT-gestützten Organisationsformen und Innovationen. Bei den 12. Wiesbadener Gesprächen zur Sozialpolitik wird er über digitale Transformationen und deren Herausforderungen an Mitarbeiter und Management sprechen.

Drei Fragen an…

HessenChemie: Welche Herausforderungen kommen auf Management und Belegschaft angesichts der digitalen Transformation und der digitalen Arbeit zu?

Prof. Leimeister: Unternehmen, Geschäftsmodell(e), Belegschaft, Unternehmenskultur, Management und Arbeitsorganisation müssen zwingend „fit“ für die digitale Transformation gemacht werden. Es gilt neue Arbeits-, Führungs- und Zusammenarbeitsformen zu verstehen und sich – wo immer nützlich – zu eigen zu machen. Sich trauen, Neues auszuprobieren, ohne das Bewährte gleich über Bord zu werfen, wird immer wichtiger.

 

HessenChemie: Worauf müssen/sollten sich Unternehmen vorbereiten?

Prof. Leimeister: Wettbewerbsintensität, Dynamik, Volatilität und Komplexität steigen. Viele Märkte werden komplett umgekrempelt, neue entstehen, bestehende verschwinden. Dies hat Auswirkungen sowohl auf Prozesse als auch Produkte und Services. Es gilt der Satz „Was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert“.

 

HessenChemie: Wie sollten Mitarbeiter in den Digitalisierungsprozess eingebunden werden?

Prof. Leimeister: Gemeinsam geht’s besser – Management und Belegschaft können gemeinsam neue Wege zusammenzuarbeiten erlernen und in geschützten Bereichen verproben – um Innovationskraft, Agilität, Flexibilität und Wettbewerbskraft zu stärken.

Zu den Wiesbadener Gesprächen zur Sozialpolitik

Die Wiesbadener Gespräche zur Sozialpolitik finden seit 2005 regelmäßig im Kurhaus Wiesbaden statt. Veranstalter ist der Arbeitgeberverband HessenChemie. Die Wiesbadener Gespräche greifen aktuelle Themen auf, die sich in den für die Mitgliedsunternehmen des Verbandes wichtigen Fragen der Sozialpolitik widerspiegeln und eine gesamtgesellschaftliche Relevanz haben. Dabei werden die aufgerufenen Themen gemeinsam mit Experten aus Unternehmen, Gewerkschaft, Wissenschaft, Politik und Medien diskutiert. Zu den Wiesbadener Gesprächen zur Sozialpolitik wird stets ein Tagungsband oder eine Studie mit weiterführenden Beiträgen und Informationen zum Thema der Veranstaltung veröffentlicht. Weitere Infos und Anmeldung…

Frauke Blech ist seit April 2017 Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Arbeitgeberverband HessenChemie. Zuvor war sie als Wirtschaftsredakteurin tätig und schrieb Artikel für ein Mitgliedermagazin. Das redaktionelle Handwerkszeug eignete sie sich in einem Volontariat bei einer Tageszeitung in Norddeutschland an, das sie anschließend als Redakteurin vertiefte. Germanistik und Politikwissenschaften studierte sie an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg.


Der Mensch bleibt Mittelpunkt der Arbeitswelt

Hessische Sozialpartner diskutieren bei So.Win-Treffen über die digitale Zukunft der Arbeit

„Der Mensch ist Mittelpunkt der Arbeitswelt und wird das in Zukunft auch bleiben“, lautet die Einschätzung von Dr. Andreas Ogrinz, Geschäftsführer Bildung, Innovation, Nachhaltigkeit beim Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC), gleich zu Beginn der zweitägigen Sozialpartner-Werkstatt für Innovation und Nachhaltigkeit (So.WIN). Ende August hatte der Arbeitgeberverband HessenChemie zusammen mit dem IG BCE Landesbezirk Hessen-Thüringen rund 30 Betriebsräte und Führungskräfte zum gemeinsamen Workshop nach Wiesbaden eingeladen, um sich über die Digitalisierung der Arbeitswelt auszutauschen.

„Es ist wichtig, dass die Chemie-Sozialpartner gemeinsam über die Veränderungen der Arbeitswelt diskutieren, um den Wandel konstruktiv und gemeinsam zu gestalten“, betonte Ogrinz mit Blick auf den auf Bundesebene begonnenen Dialog-Prozess „Work@industry 4.0„. Osman Ulusoy, stellvertretender Landesbezirksleiter im IG BCE Landesbezirk Hessen-Thüringen und Dirk Meyer, Hauptgeschäftsführer der HessenChemie, unterstützen diese Stoßrichtung. Auch die hessischen Sozialpartner wollen die anstehenden Aufgaben gemeinsam angehen.

„Es gilt, die Potenziale und Chancen der Digitalisierung für unsere Branche und ihre Beschäftigten zu nutzen. Dazu gehört auch die notwendige Debatte über die richtige Balance bei der flexiblen Ausgestaltung von Arbeit und Arbeitszeit. Bei den anstehenden Veränderungen wird die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter ein entscheidender Faktor sein“, so Meyer. Das orts- und zeitunabhängige Arbeiten bietet zum Beispiel neue Möglichkeiten für viele Mitarbeiter und für die Unternehmen. Dabei gehen beide Seiten davon aus, dass der Mensch weiterhin im Zentrum der Arbeitswelt stehen wird, auch wenn sich manche Tätigkeiten verändern werden. Dies sah auch Osman Ulusoy so und wies zusätzlich auf den Wandel der Betriebsratsarbeit hin: „Der Umgang mit Daten wird in einer vernetzen Arbeitswelt an Bedeutung gewinnen. Auch die Betriebsräte müssen das notwendige IT-Know-how aufbauen, um ihre Aufgaben kompetent wahrnehmen zu können“, so Ulusoy.

v.l.n.r.: Osman Ulusoy, stellvertretender Landesbezirksleiter der IG BCE Hessen-Thüringen; Dirk Meyer, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands HessenChemie und Daniel Schubert, Referent Nachhaltigkeit und politische Kommunikation, HessenChemie. Quelle: So.WIN/Arne Landwehr

Die duale Ausbildung in Deutschland als Basis für Innovation

Professor Dr. Sabine Pfeiffer, Soziologin an der Universität Hohenheim, fasste die Diskussion zur Digitalisierung auf globaler, aber auch auf nationaler Ebene zusammen. Lange Zeit lautete die Botschaft, die Industrie sei ein Auslaufmodell. Erst mit dem Begriff „Industrie 4.0“ rückte die Industrie in Deutschland wieder stärker in den Fokus. Die anfangs stark technisch geprägte Diskussion sei insbesondere durch den von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles angestoßenen Dialog-Prozess und das vom Ministerium veröffentlichte Weißbuch „Arbeiten 4.0“ um den Aspekt der Arbeitswelt bereichert worden.

Der hohe Anteil an gut ausgebildeten Fachkräften in Deutschland bildet nach Ansicht von Sabine Pfeiffer eine solide Basis für die Veränderungen, die die Digitalisierung mit sich bringe. Schon heute greifen gut ausgebildete Facharbeiter immer wieder steuernd in komplexe Arbeitsprozesse ein. Die duale Ausbildung und das im Arbeitsprozess erworbene Erfahrungswissen ließen sich nur schwer ersetzen, betonte sie dabei. Darüber hinaus verkennen viele, insbesondere aus den USA stammende Studien, die Realitäten hier in Deutschland. Einen massenhaften Arbeitsplatzverlust sieht die Wissenschaftlerin nicht, wenngleich es zu Veränderungen in vielen Branchen kommen werde.

Unverzichtbar: Vertrauen und eine offene Unternehmenskultur

Wie sich ein Unternehmen den Chancen und Herausforderungen einer sich verändernden Arbeitswelt stellt, schilderten Thomas Pein, Head of Employment Policies, und Charles Hübler, Betriebsrat, in ihren Ausführungen am Beispiel der Merck KGaA. Für die zukünftige Arbeitswelt bedürfe es eines Kulturwandels im gesamten Unternehmen. Denn neue Arbeitsformen und -modelle stellten gleichermaßen auch neue Anforderungen an Mitarbeiter und Vorgesetzte. Ohne Vertrauen auf beiden Seiten, also zwischen Mitarbeiter und Führungskraft sowie zwischen Betriebsrat und Unternehmen, ginge es nicht. Die gelebte Sozialpartnerschaft sei hier eine tragende Säule für die Gestaltung des Wandels.

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