Mittendrin statt nur dabei – mit Virtual Reality zur Zielgruppe

Am Megatrend Digitalisierung kommt niemand vorbei. Er beschäftigt Arbeitnehmer wie Arbeitgeber gleichermaßen und wird unsere Arbeitswelt zunehmend verändern. Um die Auswirkungen der Digitalisierung in unserer Branche besser zu verstehen, Offenheit für Veränderungen zu fördern und frühzeitig Lösungen zu entwickeln, haben die Sozialpartner der chemischen Industrie  den Dialogprozess WORK@industry4.0 ins Leben gerufen. Im Fokus stehen dabei die Themen Aus- und Weiterbildung, orts- und zeitflexibles Arbeiten sowie gutes und gesundes Arbeiten. Ein Beispiel für den technologischen Wandel ist der vermehrte Einsatz von 360 Grad-Videos und Virtual Reality in Unternehmen.

 

Was ist Virtual Reality?

Als virtuelle Realität (engl. Virtual Reality, kurz VR) bezeichnet man die Betrachtung einer computergenerierten, interaktiven Umgebung, die aufgrund ihrer realitätsnahen Eigenschaften fälschlicherweise als Realität wahrgenommen wird. Diese Täuschung entsteht vor allem durch die 360-Grad-rundum-Betrachtung und die Verknüpfung des Videos mit Bewegungssensoren im Endgerät. Diese melden dem Gerät eine Kopfdrehung nach rechts, woraufhin das Video zu dem rechten Bildbereich schwenkt. Solche Zusammenhänge kennt das Gehirn von unserer realen Umgebung und meldet: Du bist wirklich hier und mittendrin! Ob es nun an einem Strand eines Echtfilms ist oder in einer computeranimierten Fantasiewelt – der Zuschauer bestimmt, wohin er schaut und wo er gerade ist.

 

Ausbildungsmarketing in der virtuellen Realität

Besonders Jugendliche und junge Erwachsene – sogenannte Digital Natives, die in der digitalen Welt aufgewachsen sind – sind empfänglich für neue Technologien. Dieses Interesse nutzen Unternehmen immer häufiger auch bei ihrer Personalbeschaffung und dem Ausbildungsmarketing, um in Kontakt mit der jungen Zielgruppe zu kommen. Mit 360-Grad-Videos und VR ermöglichen sie einen virtuellen Rundgang durch den Betrieb oder Einblick in ihre Produktionsstätte. Auch die Ausbildungskampagne Elementare Vielfalt der Chemie-Arbeitgeber nutzt diese neue Technologie: Mit einem eigenen VR-Werbespot schickt sie ihre Zielgruppe in ein virtuelles Speed-Dating.

virtual-reality-im-recruiting

Die Jobbörse JobStairs hat bei ihren Partnerunternehmen nachgefragt: die HR-Verantwortlichen stehen VR durchaus positiv gegenüber.

 

Virtuelles Speed-Dating

Angeknüpft an den Videoclip Partnerwahl spielen die Zuschauer im neuen VR-Werbespot selbst die Hauptrolle. Sie stehen im Mittelpunkt und durchleben ein Speed-Dating mit allerlei kuriosen Teilnehmern – wer dabei am meisten Aufmerksamkeit erhält, entscheiden die Zuschauer selbst. Auf dem Smartphone können sie wahlweise mit dem Finger bzw. der Maus die Blickrichtung verändern oder einfach das Gerät in eine andere Richtung halten. Besonders bequem geht dies mit einer VR-Brille, in die das Smartphone gesteckt wird. Hierfür gibt es steuerbare Hightech-Varianten oder kostengünstige Alternativen aus Pappe. Ob mit Brille oder ohne – Spaß macht es auf jeden Fall!

 

Hier geht’s zum VR-Video

screenshot_6Um das Video aufzurufen, nutzen Sie bitte die Facebook-App oder am Desktop-PC eine aktuelle Version des Browsers Chrome.

 

 

Giulia BaGiulia Bachmann, Trainee HessenChemie chmann, B.A., hat Media Management an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden studiert und ist seit August 2015 Trainee der Verbandskommunikation beim Arbeitgeberverband HessenChemie. Sie unterstützt dort die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Online-Redaktion und wirkt bei der Planung und Organisation von Veranstaltungen mit.

Giulia Bachmann, Trainee HessenChemie

 

 

 

 

 

 


Ausbildung in der Chemie: Konzern oder Mittelstand?

Als wäre die Überlegung hinsichtlich des richtigen Ausbildungsberufes nicht schon schwierig genug, so muss man sich als junger Mensch auch noch Gedanken machen, WO man seine Ausbildung machen möchte: traditioneller Familienbetrieb, Mittelständler oder Großkonzern? In der Regel fallen einem erst einmal die großen Konzerne ein. Sie kennt man aus den Nachrichten, der Werbung oder als Sponsor von verschiedenen Sportarten. Mit ihnen verbindet man neben dem Prestige vor allem vielfältigere Einsatz-, Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten.

Doch nicht immer ist der große Konzern das passende Unternehmen. Kleine und mittelständische Unternehmen zeichnen sich oftmals durch eine familiäre Atmosphäre, flachere Hierarchien, größere Gestaltungsfreiräume, kürzere Entscheidungswege und eine schnellere Übernahme von Verantwortung aus. Letztendlich muss man selbst entscheiden, was besser zu einem passt.

Über ein Drittel aller Beschäftigten in der chemischen Industrie arbeiten in kleinen und mittelständischen Unternehmen. Das sind mehr als 160.000 Menschen. Ihre besondere Stärke liegt darin, maßgeschneiderte Produkte und Lösungen für andere Industriezweige zu entwickeln. Oft besetzen sie Nischen und sind damit so erfolgreich, dass sie auf ihrem Gebiet Marktführer sind – in Deutschland, Europa oder auch weltweit. 2015 haben sie rund 57 Milliarden Euro umgesetzt – eine beeindruckende Zahl.

chemie_mittelstand

Elementare Vielfalt unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen

Weil KMUs und deren Produkte oft nicht so bekannt sind, fällt es ihnen im Wettbewerb um Nachwuchskräfte meist schwerer, freie Ausbildungsplätze mit geeigneten Kandidaten zu besetzen als großen, bekannten Unternehmen. Die Initiative „Starte deine Ausbildung im Chemie-Mittelstand“ bietet kleineren Chemie-Betrieben im Rahmen der Ausbildungskampagne Elementare Vielfalt (ElVi) die Möglichkeit, sich interessierten Schülerinnen und Schülern mit einem Unternehmensprofil und interessanten Angeboten wie Praktika, Betriebsbesichtigungen sowie freien Ausbildungsplätzen zu präsentieren.

Entsprechend der Zielgruppe ist die Seite für mobile Endgeräte optimiert und bietet dem Leser auch unterwegs alle wichtigen Informationen. Durch eine Verknüpfung mit der Ausbildungsplatzbörse erkennt der Leser schnell, ob und wie viele Ausbildungsplätze zurzeit frei sind. Ein 60-sekündiges Animationsvideo fasst die Vorteile einer Ausbildung im Mittelstand zusammen.

Giulia BaGiulia Bachmann, Trainee HessenChemie chmann, B.A., hat Media Management an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden studiert und ist seit August 2015 Trainee der Verbandskommunikation beim Arbeitgeberverband HessenChemie. Sie unterstützt dort die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Online-Redaktion und wirkt bei der Planung und Organisation von Veranstaltungen mit.

Giulia Bachmann, Trainee HessenChemie


Jetzt wird’s konkret: Auf dem Weg zum nachhaltigen Lernort

Schon seit einiger Zeit beschäftigen wir uns bei Provadis in der Ausbildung mit dem Thema Nachhaltigkeit. Über einige Projekte haben wir genau an dieser Stelle bereits berichtet. Jetzt können wir das ganze Thema noch viel „nachhaltiger“ angehen: Das Bundesinstitut für Berufliche Bildung hat grünes Licht gegeben für das Projekt „Ausbildung fördert nachhaltige Lernorte in der Industrie“ (ANLIN), das Provadis gemeinsam mit den Kooperationspartnern Qualifizierungsförderungswerk Chemie (QFC) aus Halle, dem Bildungszentrum für Beruf und Wirtschaft (BBW) aus Wittenberg und dem Institut für nachhaltige Berufsbildung & Management Services (INB) aus Hannover beantragt hat. Diese Entscheidung bildet für uns eine wichtige Grundlage für das Weiterentwickeln unseres Engagements im Sinne der nachhaltigen Bildung.

Übersicht ANLIN-Projekt von Provadis

Übersicht ANLIN-Projekt von Provadis (PDF als Download)

Das Ziel des am 1. Juni gestarteten Projekts: Zum einen wollen wir die Verbundausbildungsträger und die beteiligten Partnerbetriebe in den beiden Ausbildungsverbünden unter Beteiligung von Ausbildern/innen und Auszubildenden zu nachhaltigen betrieblichen Lernorten weiterentwickeln und verstetigen. Zum anderen sollen Modellversuchsergebnisse im Rahmen der Nachhaltigkeitsinitiative Chemie³ in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen, Chemie-Arbeitgeberverband, IG BCE, VCI, IHK und Berufsschule strukturell im System der beruflichen Bildung verankert werden.

Doch was ist eigentlich ein nachhaltiger Lernort, wie unterscheidet er sich von anderen und wie kann man mit möglichen Widerständen umgehen? Eine unserer Aufgaben wird es sein, ein projektübergreifendes Indikatoren-System zu entwickeln, das genau diese Fragen berücksichtigt und darauf Antworten findet. Im Juni dieses Jahres hat ein erstes Kick-off-Meeting mit allen Partnern stattgefunden, bei dem die Kooperationsvereinbarung finalisiert wurde. Auf der Agenda stehen nun folgende  Produkte, die entwickelt, erprobt und beschrieben werden sollen: ein Leitfaden zur nachhaltigen Entwicklung von Lernorten der beruflichen Bildung, ein Konzept zur Qualifizierung des betrieblichen Ausbildungspersonals, eine mehrstufige Qualifizierung von Auszubildenden sowie ein Verbreitungskonzept nebst Handlungsempfehlungen.

Viele Ideen im Köcher

Wir bei Provadis sind davon überzeugt, dass durch die Erfahrungen mit unseren bisherigen Nachhaltigkeitsprojekten bestens auf diese umfangreiche Herausforderung vorbereitet sind. Das Thema Nachhaltigkeit ist aber nicht nur für uns, sondern zunehmend in allen Industriebetrieben ein wichtiges Thema. Bei den Verbundausbildungsträgern Bildungszentrum für Beruf und Wirtschaft, Wittenberg, und bei uns werden Ausbilder/innen in Train-the-Trainer-Workshops weitergebildet und auf ihre Tätigkeit als Multiplikatoren/innen für Nachhaltigkeit in der Ausbildung vorbereitet. Wir werden Qualifizierungsbausteine für Auszubildende ausgewählter Berufsgruppen entwickeln und erproben. Ergänzend werden Handreichungen für fünfminütige „CSR-Talks“ und E-Learning-Module erarbeitet, anhand derer Ausbilder/innen Nachhaltigkeitsthemen auch zwischen den Qualifizierungsbausteinen behandeln können. In Form von Nachhaltigkeitserkundungen und daraus entstehenden Verbesserungsvorschlägen tragen die Auszubildenden zur nachhaltigen (Um-)Gestaltung ihrer Lernorte bei. Um Transparenz zu schaffen, um die notwendige Unterstützung zu erhalten und Erfahrungen aus verschiedenen Stakeholder-Bereichen einzubinden, wird an beiden Standorten – aber auch standortübergreifend – eng mit Vertretern/innen von Unternehmen, Berufsschule, Kammern, Gewerkschaften und den Chemieverbänden zusammengearbeitet. So trägt das Projekt auch zur Initiative Chemie³ der chemischen Industrie bei.

Das Ausbildungsteam und wir freuen uns auf die dreijährige Projektarbeit und sind uns sicher, dass wir in 2019 konkrete und erprobte Lösungen für die Ausbildung im Sinne der Nachhaltigkeit in der Industrie haben werden.

 

Dr Karsten Rudolf provadis bildung nachhaltigkeit csr hessen chemie

Dr. Karsten Rudolf, M.A. hat Politikwissenschaft, Psychologie und Erziehungswissenschaften studiert und im Bildungsmarketing promoviert. Er ist Prokurist bei Provadis – dem Fachkräfte-Entwickler der Industrie und dort zum einen verantwortlich für das Marketing und zum anderen für den Bereich Bildungs- und Forschungsprojekte, der sich unter anderem mit CSR-, Diversity- und MINT-Projekten beschäftigt. Mit dieser Erfahrung bringt er sich auch in die Verbandsarbeit von HessenChemie, z.B. in Expertenkreisen zu Bildung und politischer Kommunikation ein. Darüber hinaus ist er im Netzwerk „Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung“ des Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) aktiv. Dr. Karsten Rudolf ist verheiratet und Vater zweier Töchter.

 

Marny Schröder, Ausbilderin für Chemie- und Labortechnik, B.Sc, Provadis. FMarny Schröder, B.Sc.rau Schröder koordiniert das ANLIN-Projekt bei Provadis mit zwei weiteren Kollegen. Sie studierte nach der Ausbildung zur Chemielaborantin berufsbegleitend Chemieingenieurswesen. Als Ausbilderin bei Provadis – dem Fachkräfteentwickler der Industrie im Bereich der Chemie und Labortechnik bereitet sie junge Menschen auf ihr Berufsleben in der chemischen Industrie vor. Zudem ist sie als Prüferin der IHK tätig. Marny Schröder ist verheiratet, Mutter zweier Töchter und aktuell in Elternzeit.


Die Woche der Industrie – InfraServ Wiesbaden öffnet die Werkstore

In der Woche vom 17. September bis zum 25. September 2016 findet deutschlandweit die Woche der Industrie statt. 15 Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften haben sich gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) zu dem Bündnis „Zukunft der Industrie“ zusammengeschlossen, um gemeinsam mit teilnehmenden Industrieunternehmen für einen innovativen und nachhaltigen Industriestandort Deutschland zu werben. Unter der Schirmherrschaft von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel setzen sie sich für bessere Rahmenbedingungen und ein höheres Maß an gesellschaftlicher Wertschätzung ein – denn Industrie braucht Akzeptanz. Und das beginnt direkt vor den eigenen Werkstoren, wenn sich die Unternehmen als guter Nachbar und regionaler Arbeitgeber in ihrem Umfeld präsentieren. Auch die chemische Industrie in Hessen ist vielfältig vertreten und bietet mit Werksführungen und spannenden Events die Möglichkeit hinter die Kulissen zu schauen. Mit dabei sind unter anderem B. Braun, Evonik, Industriepark Höchst, Provadis und Sanofi-Aventis.

Auch InfraServ Wiesbaden öffnet am 17. September mit der InDUstriale die Werkstore des Industrieparks Kalle-Albert.  Besucher haben dort die Möglichkeit, von 9 bis 16 Uhr die verschiedenen Unternehmen vor Ort kennenzulernen. Das Berufsausbildungszentrum Kalle-Albert veranstaltet einen Tag der offenen Tür und informiert über die eigenen Ausbildungsplätze und das Weiterbildungsangebot.  Informationen über weitere Ausbildungsberufe und duale Studiengänge gibt es am Informationsstand der Kampagne Elementare Vielfalt. Vertreter des Bundesarbeitgeberverbandes und des hessischen Landesarbeitgeberverbandes (HessenChemie) erklären dort die Vielfalt der über 50 Ausbildungsberufe der chemisch-pharmazeutischen Industrie und der Kunststoffverarbeitung. Zudem starten mehrmals am Tag kostenlose Bus-Rundfahrten durch das Werk und beim Berufe-Speed-Dating können Schüler Personalern, Chemikern, Technikern oder Ingenieuren ihre Fragen stellen. Weitere Informationen zum Tag der offenen Tür und zur Anmeldung der Bus-Rundfahrten gibt es auf der offiziellen Webseite.

Im Anschluss an die Veranstaltung findet abends eine Podiumsdiskussion zum Thema „Arbeitswelt von morgen“  statt. Nach einem Impulsvortrag diskutieren Peter Bartholomäus, Geschäftsleiter InfraServ Wiesbaden, Daniel Schubert, Referent für Nachhaltigkeit bei HessenChemie und Vanessa Pruß, Bezirksvorstandsmitglied und Vorsitzende des Bezirksjugendausschuss IG BCE. Moderiert wird die Diskussion von dem Chefredakteur des Wiesbadener Kuriers, Stefan Schröder.

 

Giulia BaGiulia Bachmann, Trainee HessenChemie chmann, B.A., hat Media Management an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden studiert und ist seit August 2015 Trainee der Verbandskommunikation beim Arbeitgeberverband HessenChemie. Sie unterstützt dort die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Online-Redaktion und wirkt bei der Planung und Organisation von Veranstaltungen mit.

Giulia Bachmann, Trainee HessenChemie


Jeden Tag ein Meisterwerk – Einblicke in die Arbeit einer Tageszeitung

Sechs Wochen. Ist das lang oder ist das kurz? Kommt es bei unserem Zeitgefühl nicht oft auch darauf an, wie sehr wir die Zeit genießen? Wenn man Spaß hat, dann verfliegt die Zeit – und so war es auch mit meiner sechswöchigen Hospitanz bei der Frankfurter Rundschau. Volontäre aus Pressestellen haben dort die Möglichkeit, sechs Wochen die Arbeit in der Wirtschaftsredaktion kennenzulernen. Als Trainee in der Verbandskommunikation von HessenChemie durfte auch ich diese Möglichkeit wahrnehmen und möchte Sie mit diesem Artikel daran teilhaben lassen. Dieser Artikel bietet einen Einblick in den redaktionellen Alltag einer Tageszeitung und meinen Erfahrungen vor Ort. Meine wichtigsten Erkenntnisse und Tipps für Pressestellen habe ich hier für Sie zusammengestellt.

Im Juli ging es los. Von nun an führte mein Weg zur Arbeit nicht mehr über die Autobahn nach Wiesbaden; als Frankfurterin stieg ich aufs Fahrrad um und radelte jeden Morgen vorbei an Grünanlagen die Mainzer Landstraße entlang zur Rundschau. Der Weg führte auch am vertrauten Gebäude des VCI vorbei. Endlich in der Redaktion angekommen ging es auch schon los: Zuerst schnappte ich mir die aktuelle Ausgabe und bewunderte die Arbeit des Vortages. Der unglaublich schnelle Zeitablauf einer Tageszeitung – von den ersten Gesprächen bis zum Druck der Zeitung an einem 8-stündigen Arbeitstag – beeindruckt mich noch immer. Mit prüfenden Blicken liest man morgens die Ausgabe und notiert sich dabei, was positiv oder negativ auffällt. Viel Zeit hat man dafür allerdings nicht, da das Tagesgeschäft drängt. Ein erster Blick in die Nachrichtenagenturen hilft bereits am Morgen, die aktuelle Nachrichtenlage zu erfassen. Von aktuellen Meldungen über Pressemitteilungen, Fotos und aufwendig recherchierten Berichten läuft alles von den Agenturen in das System der Rundschau. Eigene Filter, beispielsweise nach Ressorts, Themen oder Bildmeldungen sorgen für Überblick.

Um 10 Uhr findet dann die erste Telefonkonferenz statt. Vertreter aus einzelnen Ressorts besprechen mit den Korrespondenten aus anderen Städten die aktuelle Nachrichtenlage und wer welche Texte liefert. Bereits um 10:45 Uhr folgt die nächste – die große – Konferenz. An dieser nimmt jedes Ressort teil. Wirtschaft, Politik, Meinung, Sport, Feuilleton, Panorama, Lokal und die Onlineredaktion nehmen jeweils mit mindestens einem Vertreter teil und planen gemeinsam mit dem Layout und der Chefredaktion die Ausgabe des nächsten Tages. Hier werden die Entscheidungen getroffen. Auch ich durfte täglich an den Konferenzen teilnehmen. Nach einer ausführlichen Blattkritik – abwechselnd ist täglich ein Mitarbeiter dran – kann jeder seine Anmerkungen zu der aktuellen Ausgabe ansprechen. Anschließend stellt jedes Ressort seine wichtigsten Themen des Tages vor und spricht gegebenenfalls Überschneidungen mit anderen Ressorts ab, bevor gemeinsam der Aufbau der Seite 1 besprochen wird. Bis zum ersten Redaktionsschluss um 16:45 Uhr bleiben nun nur noch knapp 5 Stunden – und das ohne die Mittagspause. Wie sollte das funktionieren?

Zwar ist der Zeitdruck groß und auch der eigene Ehrgeiz, jeden Tag aufs Neue die beste Zeitung mit den spannendsten Artikeln ohne einen einzigen Tippfehler zu erstellen. Doch selbst wenn mal etwas nicht so läuft wie man es sich vorstellt – ein Tippfehler untergeht oder ein Artikel nur informativ und kein sprachliches Meisterwerk ist. Der schnelle Takt der Zeitungsproduktion ist vor allem eins – jeden Tag eine neue Chance, sein Bestes zu geben. Das sagte einer meiner Kollegen in der Wirtschaftsredaktion gleich am ersten Tag, um mir die Zweifel zu nehmen. Denn auch ich sollte gleich am ersten Tag diese Chance nutzen und einen Text verfassen. Wie bitte? Für die kommende Ausgabe? Ja richtig, mein kleiner Text mit meinem ganz eigenen Kürzel (PRGB) war bereits an meinem zweiten Tag gedruckt und deutschlandweit am Kiosk zu lesen. In den ersten Tagen schrieb ich vor allem am sogenannten Solobild, einem ausdrucksvollen Foto, das mit einem kleinen Artikel zeitlose oder aktuelle Wirtschaftsthemen beleuchtet. Manchmal schlug ein Kollege ein Foto vor und ich kümmerte mich um die Recherche und das Schreiben. An anderen Tagen suchte ich auch das Bild selbst aus. Auch um die Kolumne „Kopf oder Zahl“ kümmerte ich mich oft. Dort werden interessante Zahlen und Menschen aus aktuellen Meldungen in kurzen Artikeln veröffentlicht. Vor allem das Kürzen längerer Texte lernte ich hier. Spätestens am frühen Nachmittag las ich zudem die gesetzten Texte der Kollegen oder der Korrespondenten Korrektur.

Von Tag zu Tag wuchs das Vertrauen der Kollegen und ich durfte zunehmend selbst Texte setzen, redigieren, Überschriften oder Bildunterschriften verfassen. Mein erstes großes Recherchethema erhielt ich gleich in den ersten Tagen – ich sollte den berühmten Montagsfrust unter die Lupe nehmen. Laut aktuellen Studien würden 85 Prozent der Deutschen darunter leiden und auch die Zahl der Arbeitsunfälle wäre am Montag am höchsten. Das klang spannend und so machte ich mich beinahe jeden Tag ein paar Stunden zwischen dem Tagesgeschäft auf die Suche nach weiteren Informationen. Mir wurde schnell bewusst, dass solche aufwendigen Recherchen mit dem straffen Zeitplan einer Tageszeitung schwer zu vereinbaren sind. Und so ist es besonders wichtig, die Aufgaben innerhalb des Teams klar zu verteilen, damit man einigen Kollegen die Recherche oder das Schreiben an eigenen Artikeln ermöglichen kann, während andere Kollegen an der aktuellen Ausgabe arbeiten. Eine besondere Herausforderung waren Recherchen für die aktuelle Ausgabe. Die Informationen im Internet, bei Experten und durch entsprechende Pressestellen bei Unternehmen zu beschaffen, in einen Zusammenhang zu bringen und den fertigen Artikel in das aktuelle Layout zu setzen, erfordert eine hohe Geschwindigkeit – sowohl bei mir als auch bei den Pressestellen. Aber gerade hier lernte ich besonders viel für meine eigentliche Tätigkeit in der Verbandskommunikation. Mir wurde durch den Perspektivwechsel bewusst, welche Ansprüche Redakteure und Journalisten an die Pressestellen haben und in welcher Geschwindigkeit sie arbeiten (Mehr dazu finden Sie hier).

Um 16:45 Uhr war es soweit. Der erste Redaktionsschluss fühlte sich ungefähr so an, wie eine Klausur in der Schule: „Die Zeit ist vorbei – bitte die Stifte hinlegen“. Nur legte man hier keine Stifte nieder, sondern verschickte die fertigen Seiten an die Druckerei. Jetzt durfte nichts mehr fehlen. Um 17 Uhr trafen sich noch einmal die Vertreter der Ressorts zur sogenannten Vernissage. Die fertigen Seiten der Zeitung wurden provisorisch auf DIN A4 oder DIN A3 gedruckt und an Magnettafeln aufgehängt. Jetzt hatte jeder nochmal die Gelegenheit die eigenen, aber vor allem auch die Seiten der anderen Ressorts kritisch zu prüfen. Auch die Seite 1 sah ich oft um 17 Uhr zum ersten Mal. Die Ressorts können den ganzen Abend hindurch Seiten in verschiedenen Zeitschüben aus der Druckerei zurückholen, um Fehler zu verbessern oder Themen zu aktualisieren. Das machen dann in der Regel die Kollegen aus der Spätschicht. Gerade zu Zeiten der EM oder den Olympischen Spielen standen Spielergebnisse erst sehr spät in der Nacht fest und mussten trotzdem am nächsten Tag im Kiosk erhältlich sein. Aber bekanntlich hört die Welt nicht um 16:45 Uhr auf sich zu drehen und relevante Nachrichten können erst in späteren Schüben ihren Weg in die Zeitung finden. Manche Ereignisse erfordern eine tiefer gehende Recherche und müssen dann noch eine Ausgabe warten.

Die einzelnen Schübe in der Druckerei haben einen direkten Zusammenhang mit der Entfernung zu den Standorten, zu denen die Zeitungen geliefert werden. In Hamburg findet man die Ausgabe von 16:45 Uhr, während die Redaktion für die Frankfurter Ausgabe noch bis kurz vor Mitternacht Zeit hat. Gerade der Lokalteil muss dies natürlich besonders im Blick haben, damit die regional relevanten Inhalte auch in der richtigen Ausgabe enthalten sind. Nach der Vernissage endete mein Arbeitstag in der Rundschau. Am nächsten Morgen fing dann alles wieder von vorne an.

Mein großes Recherchethema zum Montag? Das hat es auch in die Zeitung geschafft! Und nicht nur irgendwohin – als Thema des Tages wurde es (an einem Montag, wann sonst?) auf den Seiten 2 und 3 veröffentlicht. Zwei ganze Zeitungsseiten füllte ich mit Fakten, Tipps und einem Interview mit einem Schlafforscher. Hier können Sie die Inhalte nachlesen: Verfluchter Montagmorgen und Schlafprobleme – der soziale Jetlag.
Aber so sehr ich die digitalen Medien auch mag – als gedrucktes Exemplar finde ich meinen Artikel noch schöner!

 

Giulia BaGiulia Bachmann, Trainee HessenChemie chmann, B.A., hat Media Management an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden studiert und ist seit August 2015 Trainee der Verbandskommunikation beim Arbeitgeberverband HessenChemie. Sie unterstützt dort die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Online-Redaktion und wirkt bei der Planung und Organisation von Veranstaltungen mit.

Giulia Bachmann, Trainee HessenChemie


Tipps aus der Redaktion – was Pressestellen beachten sollten

Während meiner Hospitanz bei der Frankfurter Rundschau erhielt ich einen Einblick in die Abläufe einer Tageszeitung. Volontäre aus Pressestellen haben dort die Möglichkeit, sechs Wochen die Arbeit in der Wirtschaftsredaktion kennenzulernen. Als Trainee in der Verbandskommunikation von HessenChemie durfte auch ich diese Möglichkeit wahrnehmen. Der Perspektivwechsel auf die Seite der Journalisten war sehr spannend und er kann helfen, die eigene Öffentlichkeitsarbeit zu optimieren. Meine Erkenntnisse während der redaktionellen Arbeit möchte ich Ihnen in diesem Artikel weitergeben. Grundlage sind sowohl meine Erfahrungen als auch die Meinungen und Tipps der Redakteure, mit denen ich zusammengearbeitet habe.

Wie reagiere ich, wenn mich ein Redakteur kontaktiert?
Wenn ein Redakteur* eine Pressestelle kontaktiert, dann weiß er meist sehr genau, welche Informationen er benötigt. Das kann eine spezifische Frage sein oder das Interesse für ein ganzes Themengebiet. Ruft er in der Pressestelle an, dann ist es oft zeitkritisch. Ein wertschätzender und respektvoller Umgang sollte zu jeder Uhrzeit selbstverständlich sein. Die Macht des Redakteurs, die Information und das Unternehmen in der Zeitung zu präsentieren, sollte der Pressestelle stets bewusst sein. Auch der Redakteur ist sich dessen bewusst. Die Balance zu finden, zwischen unnötiger Hektik und einer schnellen Beantwortung der Frage(n) ist nicht immer einfach. Am besten hört man dem Redakteur erst aufmerksam zu und fragt nach, bis wann die Informationen benötigt werden – oft benötigt er die Informationen innerhalb weniger Stunden. Ist man selbst nicht der richtige Ansprechpartner oder kann die Informationen nicht liefern, ist das kein Weltuntergang. Wichtig ist jedoch, den richtigen Ansprechpartner zu kennen und einen Kontakt vermitteln zu können. Je mehr Arbeit man den Redakteuren abnehmen kann, desto besser. Heißt: Wenn man einen konkreten Ansprechpartner in einem anderen Unternehmen oder einer anderen Abteilung kennt, sollte man die Kontaktdaten weitergeben oder verbinden können. Niemand hört gerne Sätze wie „Dann probieren Sie es am besten bei XY. Seine Nummer findet man auch online“. Zudem ist es vor allem als Pressesprecher wichtig, Informationen an die Presse weitergeben zu dürfen, ohne dass sie vorher von z.B. der Geschäftsführung freigegeben werden müssen. Das verzögert die Weitergabe der Informationen und führt im schlimmsten Fall dazu, dass sie deswegen nicht in der Zeitung erscheinen. Je mehr ein Pressesprecher selbst über das Unternehmen, die Produkte/Dienstleistungen und die aktuellen Geschehnisse weiß und je mehr Freiheiten er bei der Weitergabe dieser hat, desto wertvoller ist er für Redaktionen.

Wie halte ich langfristig Kontakt zu Redaktionen?
Konnten Sie einem Redakteur bereits bei der Arbeit helfen, indem Sie die gewünschten Informationen oder Ansprechpartner lieferten, ist der Grundstein gelegt. War die Zusammenarbeit für beide Seiten angenehm, wird der Redakteur sicher auch in Zukunft gerne auf Sie zukommen. Der Kontakt bietet darüber hinaus auch die Möglichkeit, die eigenen Meldungen künftig aktiv in den Redaktionen zu platzieren. Es spricht nichts dagegen, Pressemeldungen und Informationen künftig auch aktiv an den Redakteur zu schicken. Dabei sollte man aber bedenken, dass jeden Tag eine Vielzahl solcher E-Mails bei Redakteuren eingehen. Sammel-E-Mails ohne direkte Ansprache oder direkten Bezug sind daher tabu. Sie werden oft direkt gelöscht.

Wie erreicht meine Nachricht die Redaktionen?
Idealerweise schreiben Sie einen Redakteur an, der für das Thema Ihrer Meldung verantwortlich ist. Für Nachrichten aus Ihrem Unternehmen ist oft die Wirtschaftsredaktion der richtige Ansprechpartner, doch auch dort gibt es unterschiedliche Schwerpunkte. Auch ohne direkte Kontakte zu Journalisten können Ihre Inhalte die Redaktionen erreichen. Durch das Einstellen bei bekannten Nachrichtenagenturen (z.B. über OTS bei der DPA) laufen Ihre Inhalte in die Agentursysteme der Redaktion. Diese Agentursysteme sind die Basis der Themenrecherche und sie werden mehrmals am Tag von den Redakteuren gelesen.

Wann erreiche ich die Redaktionen?
Noch vor 10:30 Uhr steht in der Regel fest, welche Themen am nächsten Tag in der Zeitung stehen. Wenn Sie also möchten, dass auch Ihre Nachricht dabei ist, sollte diese gegen 9 Uhr bei den Redaktionen eingehen. Ausnahmen sind Nachrichten von besonders hoher Relevanz und die aktuelle Nachrichtenlage. Damit Tageszeitungen am Nachmittag noch Ihre Nachricht aufnehmen, muss diese jedoch einen hohen Umplanungsaufwand innerhalb der Redaktionen rechtfertigen.

Wie muss mein Text aufgebaut sein?
Wichtig ist vor allem, dass bereits im Betreff erkennbar ist, welche Inhalte die Meldung enthält und warum sie einen Mehrwert für die Leser der Zeitung bietet. Wird Ihre Nachricht von den Agenturen übernommen, steigert das Ihre Chancen zusätzlich. Dazu sollte Ihre (Presse-)Meldung frei von Werbung sein und den Sachverhalt möglichst objektiv darstellen. Idealerweise enthält Ihre Nachricht auch ein Praxisbeispiel oder einen Bezug zur aktuellen Nachrichtenlage. Das hilft dem Leser, Ihre Informationen in einen Kontext zu setzen. Warum ist Ihr neues Produkt relevant für den Leser? Was macht Ihre Dienstleistung für den Leser besonders? Oder einfach: Warum sollte ein Leser genau wegen Ihrer Nachricht die Zeit zum Lesen investieren oder sogar die Zeitung kaufen?

Wen sollte ich in meiner Meldung zitieren?
Oft liegt es nahe, die Geschäftsführung oder ein Mitglied des Vorstandes zu zitieren, um deren Medienpräsenz zu erhöhen. Für die Redaktionen ist aber entscheidend, ob der Zitatgeber auch der Urheber der Information ist. So kann beispielsweise ein Mitarbeiter, der direkt an der Entwicklung eines Produkts arbeitet, unter Umständen eine bessere Quelle sein als der Vorstand, der mit dem Produkt noch nie in Berührung kam. Der Zitatgeber sollte also der Experte des jeweiligen Themenfeldes sein.

Wie erreicht der Termin meiner Pressekonferenz oder Veranstaltung die Redaktionen?
Einen Möglichkeit sind Online-Portale von Nachrichtenagenturen (z.B. Agenda bei der DPA). Dort sehen Pressestellen und Redaktionen die eingestellten Termine der Unternehmen. Dies hilft einerseits, die Termine strategisch zu planen, um nicht mit anderen Unternehmen zu konkurrieren und andererseits den eigenen Termin bei den Redaktionen anzukündigen. In der Regel werden die Terminkalender der Nachrichtenagenturen ein bis zwei Wochen im Voraus in den Redaktionen besprochen.

Der richtige Umgang mit Redakteuren hilft Ihrer Öffentlichkeitsarbeit. Idealerweise entwickelt sich zwischen der Pressestelle und den Redaktionen eine langfristige Partnerschaft mit einem vertrauensvollen Umgang und regem Informationsaustausch. So profitieren beide Seiten – die Pressestellen steigern die Bekanntheit sowie den Ruf ihrer Unternehmen und die Redaktionen erhalten spannende Inhalte für ihre Leser.

* um die Lesbarkeit zu vereinfachen, wurde ausschließlich das Wort „Redakteur“ verwendet. Dabei sind sowohl männliche als auch weibliche Journalisten gemeint und die Bezeichnung umfasst verschiedene Berufe (Korrespondent, Ressort-Leiter, Chefredaktionen etc.).

 

Giulia BaGiulia Bachmann, Trainee HessenChemie chmann, B.A., hat Media Management an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden studiert und ist seit August 2015 Trainee der Verbandskommunikation beim Arbeitgeberverband HessenChemie. Sie unterstützt dort die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Online-Redaktion und wirkt bei der Planung und Organisation von Veranstaltungen mit.

Giulia Bachmann, Trainee HessenChemie


Wissen in der Kiste – naturwissenschaftliche Frühförderung durch Chemiekisten

Naturwissenschaftliche Frühförderung legt in jungen Jahren bereits den Grundstein für das Interesse an der Chemie und ist damit unerlässlich für die Sicherung der Fachkräfte von morgen. Aber wie sieht das genau aus?

Ein Beispiel dafür ist die Fortbildung von GrundschullehrerInnen und ErzieherInnen mit der Chemiekiste unseres Partnerunternehmens 3-Up. Diese enthält Materialien im Klassensatz für über 40 verschiedene Experimente zum Thema „Feuer, Wasser und Luft“, die bei einer eintägigen Veranstaltung erläutert werden. Dabei stehen vor allem die fachdidaktische Reduktion der Inhalte und beispielhafte Unterrichtseinheiten im Vordergrund.

Die Chemiekiste beinhaltet wiederverwendbare Materialien -so kann sie über Jahre hinweg von Schülerinnen und Schülern benutzt werden. Alle zusätzlichen Materialien, die man für die Experimente benötigt, sind in jedem Supermarkt erhältlich. Zudem erhalten alle Teilnehmer fertige Arbeitsblätter auf DVD, um die Experimente bereits am nächsten Tag in den Unterricht integrieren zu können.

Warum hört eine Kerze auf zu brennen, wenn man in ihre Richtung pustet? Und warum kann eine dazwischen stehende Flasche die Luft nicht aufhalten? Diese Fragen und viele mehr, beantworten Carina Hesse und ihre Kollegen von 3-Up. Wie die Antwort jedoch an die Schüler weitergegeben wird, hängt von deren Alter und Vorkenntnissen ab. Dazu dient die fachdidaktische Reduktion.

Die Fortbildung inklusiver einer Chemiekiste ist für GrundschullehrerInnen und ErzieherInnen kostenlos durch die Förderung der Chemieverbände Hessen (HessenChemie und VCI Hessen).

Möchten Sie auch an einer Fortbildung mit der Chemiekiste teilnehmen oder kennen Sie Interessenten? Dann schauen Sie gleich bei 3-Up nach Terminen in ihrer Nähe. Gerne können Sie auch Ihre Schule als Veranstaltungsort anbieten.


NEU: Die Aufbaukiste oder auch Chemiekiste Teil II. In dieser neuen Veranstaltung erhalten Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Einblick in über 40 aufbauende Experimente rund um die Chemie und die Biologie. Wie stellt man Butter oder Quark her, warum putzten wir unsere Zähne und was ist die richtige Zahncreme? Dies und vieles mehr gilt es bei der neuen Veranstaltung zu entdecken.

 

Giulia BaGiulia Bachmann, Trainee HessenChemie chmann, B.A., hat Media Management an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden studiert und ist seit August 2015 Trainee der Verbandskommunikation beim Arbeitgeberverband HessenChemie. Sie unterstützt dort die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Online-Redaktion und wirkt bei der Planung und Organisation von Veranstaltungen mit.

 

 

Giulia Bachmann, Trainee HessenChemie


Fröhliche Azubis, Popcorn und viel Kreativität

Nach vielen Wochen harter Arbeit, einer über 7-stündigen Jurysitzung und gespanntem Warten war es am 12. Mai endlich soweit: die Preisverleihung des Azubi-Wettbewerbs fand statt!

Im Kinopolis Sulzbach feierten die 168 Azubis gemeinsam mit ihren Ausbildern, der Jury und dem Organisationsteam von HessenChemie die Beiträge der insgesamt 38 Teams aus über 17 Unternehmen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Tobias Radloff – bekannt als die „Stimme Wiesbadens“ und durch Hitradio FFH.

Ab 14 Uhr füllte sich das Foyer im Kinopolis mit aufgeregten Azubis und ihren Ausbildern, die vor der Preisverleihung noch die Gelegenheit hatten, sich die Beiträge der anderen Teams anzuschauen. Wie setzten die anderen Teams das Motto „Lebe deine Leidenschaft – Fortschritt durch Chemie, Pharma und Kunststoff“ um und wer gewinnt den begehrten 4-tägigen Segeltörn auf dem Ijsselmeer?

Um 15 Uhr ging es dann wirklich los. Nach einleitenden Worten und kurzen Interviews mit den Projektverantwortlichen, vergaben die Jurymitglieder mit Laudatien die insgesamt 5 Glastrophäen und damit die Gewissheit: Ihr seid dabei beim Segeltörn! Der Moderator Tobias Radloff hatte aber noch eine Überraschung vorbereitet. Im Namen von FFH vergab er einen Sonderpreis: eine exklusive Studioführung mit ihm und 2x 5 Tickets für die einmalige Stadion Show der Magier „Ehrlich Brothers“ in der Frankfurter Commerzbank Arena. Ermittelt wurde das Gewinner-Team durch eine Losziehung direkt vor Ort.

Aber geehrt werden sollten an diesem Tag nicht nur die Preisträger. Die 38 Teams haben mit kreativen Ideen, viel Mühe und Liebe zum Detail bewiesen, dass sie alle Gewinner sind. Und so gab es für alle Teilnehmer als krönenden Abschluss noch die Vorführung eines aktuellen Kinohits – The First Avenger: Civil War – der durch ein Voting der Teilnehmer im Voraus gewählt wurde. So endete die Preisverleihung mit reichlich Popcorn und guter Stimmung 🙂

Und hier die Gewinner

Weitere Bilder auf Flickr: https://www.flickr.com/photos/hessenchemie/albums/72157667616684640

Über den Azubi-Wettbewerb
Der Azubi-Wettbewerb wurde 1985 vom Arbeitgeberverband HessenChemie ins Leben gerufen. Dabei geht es um Kreativität, um aktuelle Themen der Chemie- und Pharmabranche sowie der Kunststoffverarbeitung und vor allem um Teamgeist. Jedes Jahr nehmen über 150 Auszubildende aus unterschiedlichen Ausbildungsberufen der Mitgliedsunternehmen teil und beeindrucken mit tollen Ideen. Die Jury setzt sich aus Vertretern der HessenChemie, aus Mitgliedsunternehmen, der Hochschule RheinMain in Wiesbaden und der IG BCE zusammen. Bereits zum 21. Mal fand der Azubi-Wettbewerb 2016 statt – bisher immer jährlich, von nun an im Rhythmus von zwei Jahren und im Wechsel mit dem Nachhaltigkeitspreis für Azubis der Initiative Chemie³.

Wir freuen uns schon sehr auf den nächsten Azubi-Wettbewerb im Jahr 2018!

 

Giulia BaGiulia Bachmann, Trainee HessenChemie chmann, B.A., hat Media Management an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden studiert und ist seit August 2015 Trainee der Verbandskommunikation beim Arbeitgeberverband HessenChemie. Sie unterstützt dort die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Online-Redaktion und wirkt bei der Planung und Organisation von Veranstaltungen mit.

 

 

Giulia Bachmann, Trainee HessenChemie


Die Zeiten ändern sich: Quo vadis Ausbildung?

„Heutzutage ist alles anders“ – So oder so ähnlich klingt es, wenn man Experten zu den Lebenswelten und Erwartungen der heutigen Jugendlichen anspricht. Auch in den Medien ist immer wieder von den Auswirkungen der zunehmenden Digitalisierung und den damit verbundenen Herausforderungen im Bildungssystem die Rede. Aber was heißt das konkret? Ist heute wirklich alles anders und wenn ja, wie geht man damit um? Um diese und weitere Fragen ging es am 21. April 2016 beim 2. Forum Bildung der Chemieverbände Hessen – HessenChemie und VCI Hessen.

Mit der richtigen Mischung aus Hintergrundinformation und Praxisbezug soll das neue Format, Forum Bildung, einen möglichst großen Nutzen für den Arbeitsalltag bieten. Das Ziel ist es, eine Austauschplattform, Best-Practice-Börse und Ideenpool für die Unternehmen und Verbände im Bereich der Bildungsaktivitäten zu sein. Gleichzeitig soll das branchenspezifische Engagement stärker gebündelt und die Kommunikation in Richtung relevanter Zielgruppen weiter verbessert werden. Hierfür bestimmen die Teilnehmer selbst, welche Themen im Fokus stehen.

 

 

Der Veranstaltungstag stand unter dem Motto „Die Zeiten ändern sich: Alternative Ausbildungsmodelle, Methoden, Formate und Inhalte, die motivieren.“ Auf der Agenda standen Vorträge und eine anschließende Diskussion in Form eines Cafés. In verschiedenen Gruppen besprechen die Teilnehmer dann drei verschiedene Perspektiven – die der Jugendlichen, der Ausbildungsbetriebe und der Ausbilder – und geben das Ergebnis ins anschließende Plenum.

Im ersten Vortrag stellte Peter Martin Thomas von der SINUS-Akademie die Lebenswelten deutscher Jugendlichen heutzutage vor. Dabei gebe es nicht etwa eine Generation Y mit gleichen Werten und Ansprüchen. Die SINUS-Akademie unterscheidet vielmehr in sieben verschiedene Lebenswelten – von den Konservativ-Bürgerlichen, über die materialistischen Hedonisten bis hin zu den Expeditiven. Auf diese unterschiedlichen Zielgruppen und auf die daraus resultierenden Herausforderungen müssten sich die Unternehmen – vor allem auch auf der Suche nach Auszubildenden – einstellen.

csm_Grafik_Lebenswelten_u18_f4dc4b811f

Die vollständige Studie des SINUS-Instituts ist seit dem 26.April auch als Open Access Publikation unter http://www.springer.com/de/book/9783658125325 erhältlich.

 

Im zweiten Vortrag stellte Herbert Tutschner vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen des dualen Ausbildungssystems und die ständige Weiterentwicklung des Berufsbildungssystems vor. Zentrale Themen sind derzeit die Digitalisierung der Arbeitswelt, Durchlässigkeit, Internationalisierung, Inklusion und die Flüchtlingsfrage.

 

Erkenntnisse aus dem World Café aus der Perspektive…

… der Jugendlichen

Die Jugendlichen heutzutage sind mit Veränderungen im Bildungssystem konfrontiert. Dieser Umbau fördert die Ergebnisorientierung und ist geregelt –  zu Lasten des selbstständigen Arbeitens. Auch ihre Ansprüche und Anforderungen an das Unternehmen haben sich verändert. Nicht nur Arbeitszeit und Gehalt sind ausschlaggebend für die Wahl eines Unternehmens. Immer mehr rücken die Unternehmenskultur, das Arbeitsklima und die Corporate Social Responsibility in den Vordergrund, sowie der Wunsch nach der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.

 

… des Ausbildungsbetriebs

Die Ausbildungsbetriebe müssen neue Zielgruppen erschließen. Dabei spielen vor allem die „bildungsferne“ Ausbildungsvorbereitung und –begleitung, sowie die Eingliederung von Studienabbrechern eine wichtige Rolle. Um diesem Trend entgegenzuwirken sollen vor allem die Kooperationen von Unternehmen und Schulen zur Berufsorientierung ausgebaut und als Instrument im Ausbildungsmarketing stärker genutzt werden. Auch Praktika sind eine Chance, den Einstieg im Unternehmen zu festigen und Vertragsrückgaben langfristig zu mindern.

 

… aus dem World Café aus der Perspektive der Ausbilder

Die Ausbilder müssen sich auf eine weitere Verlagerung der Fachkompetenz hin zur Kompetenzorientierung im Prozess einstellen. Dabei bleibt das Profil der Ausbilder aber weiterhin wissensorientiert. Auch eine Tendenz weg von der Fachlichkeit hin zur (Sozial-) Pädagogik wird deutlich. Im Zusammenhang der Industrie 4.0 muss es auch Ausbilder 4.0 geben. Diese zeichnen sich vor allem durch die Kenntnisse und den Umgang mit digitalen Trends aus, aber sie vermitteln auch weiterhin die Spielregeln der analogen Welt.

 

Diese unterschiedlichen Perspektiven gilt es nun zu einem gemeinsamen Ziel zu vereinen, um die Attraktivität der dualen Ausbildung weiter zu steigern.

 

Giulia BaGiulia Bachmann, Trainee HessenChemie chmann, B.A., hat Media Management an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden studiert und ist seit August 2015 Trainee der Verbandskommunikation beim Arbeitgeberverband HessenChemie. Sie unterstützt dort die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Online-Redaktion und wirkt bei der Planung und Organisation von Veranstaltungen mit.

 

 

Giulia Bachmann, Trainee HessenChemie


Kein Gesundheits-„Management“ ohne Kennzahlen

Ohne erarbeitete Kennzahlen scheitert das Betriebliche Gesundheitsmanagement an der nächsten Stufe der Professionalisierung – klare Ziele helfen bei deren Bestimmung. Trotzdem wird Gesundheitsmanagement letztlich nicht ‚am grünen Tisch‘ gemacht.
Weiterlesen