Ausbildungsradar: Die neue Talentsharing-Plattform von HessenChemie

Mit dem Ausbildungsradar qualifizierte Talente weiterempfehlen!


Die Frage, wie qualifizierte Fachkräfte für die chemisch-pharmazeutische Industrie begeistert werden können, ist nicht neu. So engagieren sich die Chemie-Arbeitgeber seit mehreren Jahren im Rahmen der Nachwuchskräftekampagne Elementare Vielfalt, informieren über attraktive Einstiegsmöglichkeiten in der Chemie und entwickeln ihre zielgruppengerechte Ansprache stetig weiter. Dadurch können noch unentschlossene junge Talente mittels vielfältiger Kanäle über die Karrierechancen in der Chemie- und Pharmabranche informiert werden.


Mit dem Ausbildungsradar können qualifizierte Nachwuchskräfte an andere Mitgliedsunternehmen weiterempfohlen werden.

Doch was geschieht mit den Talenten, die bereits von der Branche überzeugt sind? Heutzutage kommt es häufig vor, dass große und bekannte Unternehmen einer Vielzahl an Bewerbungen für eine Berufsausbildung gegenüberstehen. Die Bewerberflut übersteigt dabei bei Weitem die benötigte Anzahl an Auszubildenden – häufig sogar um das Zwanzigfache. In der Konsequenz erhalten auch grundsätzlich für eine Ausbildung in der Chemie qualifizierte Kandidaten eine Absage. Diese Negativbotschaften schädigen das Arbeitgeberimage und führen bei Bewerbern zu Frust. Die Konsequenz: Häufig wandern junge Talente in eine andere Branche oder ein Studium ab. Gleichzeitig gibt es jedoch kleine und mittelständische Unternehmen in derselben Region, die aufgrund ihrer geringeren Bekanntheit noch geeignete Kandidaten suchen – ein klassisches Verteilungsproblem.

Warum Talentsharing?

Die Idee des Talentsharings löst genau dieses Praxisproblem. Denn häufig sind das Angebot von und die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen ungleich verteilt. Mit Hilfe des von HessenChemie neu entwickelten Ausbildungsradars können für eine Ausbildung qualifizierte Menschen nun an andere Mitgliedsunternehmen empfohlen und so innerhalb des Verbandsnetzwerks von HessenChemie gehalten werden. Junge Nachwuchskräfte werden dadurch bei der Suche nach dem passenden Wunschberuf unterstützt, das Image der dualen Berufsausbildung wird gestärkt und die Attraktivität der Branche gefestigt.

Wie funktioniert der Ausbildungsradar?

Unternehmen, die einem für eine Ausbildung in der Chemiebranche geeigneten Kandidaten aus Kapazitätsgründen absagen müssen, können diesen mit Hilfe eines Einladungslinks in den Ausbildungsradar empfehlen. Der Link kann unkompliziert in das bereits bestehende Absageschreiben integriert werden, sodass die Verwendung der Plattform einfach in bereits bestehende Prozesse aufgenommen werden kann. Die Bewerber legen dann im Onlineportal mit wenigen Klicks selbstständig ein Kurzprofil an, das den Namen des empfehlenden Unternehmens, den angestrebten Ausbildungsberuf sowie den eigenen Schulabschluss enthält. Mitgliedsunternehmen, die noch nach Auszubildenden suchen, können über die Plattform nach geeigneten Kandidaten filtern, diese direkt kontaktieren und ggf. weitere Unterlagen anfordern. Da die Talente in der Regel bereits einen Einstellungstest im empfehlenden Mitgliedsunternehmen absolviert haben, kann das kontaktierende Unternehmen geeignete Kandidaten direkt zum Vorstellungsgespräch einladen. Der Bewerbungsprozess wird optimiert – Eine Win-win-Situation für beide Seiten!

Weitere Informationen auf www.ausbildungsradar.de/hessenchemie.

Sie sind noch nicht an Bord? Ihre Zugangsdaten können Sie per E-Mail an ausbildungsradar@hessenchemie.de anfordern!

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden


Das politische Brüssel erlebbar machen

Vom 15. bis 16. Oktober 2018 fand zum ersten Mal eine zweitägige Konferenz der „Sozialpartner-Werkstatt für Innovation und Nachhaltigkeit“ (So.WIN) in der Vertretung des Landes Hessen bei der Europäischen Union in Brüssel statt. Neben der IG BCE Hessen-Thüringen und HessenChemie nahmen mehrere Betriebsräte hessischer Chemieunternehmen teil. Die Wahlen zum Europäischen Parlament am 26. Mai 2019 waren ein wichtiger Anlass, die Sozialpartner-Werkstatt diesmal in Brüssel stattfinden zu lassen.

Das Programm bot den Teilnehmern eine Fülle spannender Vorträge zu sozial, umwelt- und industriepolitischen Themen. Immerhin werden bis zu 80 Prozent der Gesetze von der EU vorgegeben. Den Auftakt zur Tagung machte Dr. Kurt Gaissert, der vor knapp 30 Jahren seine Karriere in Brüssel begann und heute als Mitglied im Team der externen Sprecher der Europäischen Kommission arbeitet. Gaissert vermittelte den Teilnehmern einen wichtigen Einblick in das komplexe Zusammenspiel zwischen den drei europäischen Institutionen – Europäische Kommission, Ministerrat und Europäisches Parlament.

Für den Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) stellte Katharina Göbel die Arbeit des Europabüros in Brüssel vor und ging auf aktuelle sozialpolitische Initiativen ein. Für den Verband der Chemischen Industrie (VCI) war Tobias Schäfer als Experte für die europäische Industrie- und Umweltpolitik eingeladen. Katharina Göbel erläuterte an den Beispielen Entsenderichtlinie, Work-Life-Balance und nichtfinanzieller Berichterstattung das vielschichtige Zusammenwirken zwischen den europäischen Institutionen, dem Europäischen Arbeitgeberverband Chemie (ECEG), der Bundesregierung und den BAVC-Mitgliedsverbänden. Bei beiden Referenten wurde die hohe Komplexität der Interessenvertretung auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene deutlich. Zugleich herrsche auf Seiten der europäischen Institutionen, insbesondere bei der Kommission, eine starke Transparenz hinsichtlich geplanter Gesetzesinitiativen, wodurch sich alle unterschiedlichen Stakeholder bereits im Vorfeld einbringen können.

Gemeinsames Bild der So.WIN-Tagungsteilnehmer mit der Europaabgeordneten Martina Werner im Europäischen Parlament

Gemeinsames Bild der So.WIN-Tagungsteilnehmer mit der Europaabgeordneten Martina Werner im Europäischen Parlament

Gemeinsames Bild der So.WIN-Tagungsteilnehmer mit der Europaabgeordneten Martina Werner im Europäischen Parlament

Für die Kommission sprach Kristin Schreiber, Direktorin in der Generaldirektion für Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU. Kristin Schreiber berichtete als Expertin für europäische Nachhaltigkeits- und CSR-Politik und zeigte sich sehr offen für Best-Practice-Beispiele aus dem EU-Mitgliedsstaaten. Sie begrüßte dabei sehr die gemeinsame Nachhaltigkeitsinitiative Chemie³ von IG BCE, BAVC und VCI und stellte den drei Verbänden die Möglichkeit in Aussicht, die Initiative gegenüber der Europäischen Kommission vorzustellen.

Gemeinsames Bild der So.WIN-Tagungsteilnehmer mit der Europaabgeordneten Martina Werner im Europäischen Parlament

Im Rahmen eines Kamingesprächs bekamen die Teilnehmer die Möglichkeit, sich mit dem Europaabgeordneten Dennis Radtke (CDU) und weiteren Vertretern des Europäischen Parlaments über aktuelle sozialpolitische Fragen auszutauschen. Darüber hinaus wurde über die bevorstehende Europawahl gesprochen.

Ein Highlight war der Besuch des Europäischen Parlaments. Hierzu hatte die Europaabgeordnete Martina Werner (SPD) eingeladen. Sie erklärte ihre Tätigkeit als „Schattenberichterstatterin“ zum Strommarktdesign im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie (ITRE) und diskutierte mit den Teilnehmern über die zukünftige Ausrichtung Europas. Abschließend führte die Abgeordnete noch durch das Parlamentsgebäude und in den Plenarsaal.

Sozialpartner-Abend zu „Deutsche Sozialpartnerschaft – Vorbild für Europa?“

Zum Abschluss der So.WIN-Tagung lud die hessische Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten Lucia Puttrich zusammen mit HessenChemie und der IG BCE zum Sozialpartner-Abend in die Landesvertretung Hessen ein. Zu der öffentlichen Veranstaltung erschienen rund 70 Gäste.

v.l.n.r.: Osman Ulusoy (IG BCE), Sigrid Caspar (EU-Kommission), Andreas Meyer-Feist (hr-Moderation), Thomas Mann (Europäisches Parlament), Dirk Meyer (HessenChemie)

Auf dem Podium diskutierten Dirk Meyer, Hauptgeschäftsführer HessenChemie, Osman Ulusoy, stellvertretender Landesbezirksleiter der IG BCE Hessen-Thüringen, MdEP Thomas Mann (CDU) und Sigrid Caspar von der Europäischen Kommission zum Thema „Deutsche Sozialpartnerschaft – Vorbild für Europa?“. Die Moderation übernahm hr-Korrespondent Andreas Meyer-Feist. Bei der Diskussion betonten Meyer und Ulusoy die funktionierende Sozialpartnerschaft in Deutschland, die mit dem „Stinnes-Legien-Abkommen“ von 1918 aktuell ihr 100-jähriges Bestehen feiert. Insbesondere in der Chemiebranche bestehe diese konstruktive Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeberverband und Gewerkschaft, was sich im Ergebnis in modernen und zukunftsfähigen Tarifvereinbarungen und einer Vielzahl gemeinsamer Initiativen widerspiegelt. Sigrid Caspar begrüßte die gelebte Sozialpartnerschaft in der Chemieindustrie, wies aber auf Unterschiedlichkeiten in den verschiedenen Mitgliedsstaaten und Branchen hin.

Der Europaabgeordnete Thomas Mann sprach sich für notwendige Standards in der Europäischen Sozialpolitik aus, warnte aber gleichzeitig vor einer Überregulierung. Als Quintessenz bekräftigten die beiden Sozialpartner die hohe Bedeutung der Europäischen Union für wirtschaftliches Wachstum, sozialen Ausgleich sowie sichere und gute Arbeitsplätze. Zugleich dürfe die erfolgreiche Tarifautonomie nicht durch die Gesetzgeber in Berlin und Brüssel beeinträchtigt werden.


Wiesbadener Gespräche zur Sozialpolitik: Drei Fragen an Dr. Hans-Peter Klös

3 Fragen – 3 Antworten zu den Wiesbadener Gesprächen

Dr. Hans-Peter Klös erläutert die Ergebnisse der Studie "Digitalisierung in der hessischen Chemie"

Dr. Hans-Peter Klös erläutert die Ergebnisse der Studie „Digitalisierung in der hessischen Chemie“

Am 24. Oktober 2017 fanden im Kurhaus Wiesbaden die 12. Wiesbadener Gespräche zur Sozialpolitik statt. Unter dem Motto „Vernetzt. Gehetzt? Wertgeschätzt! – Anforderungen an die Arbeit in der digitalisierten Industrie“ diskutierten wir mit Experten aus Wissenschaft, Unternehmen, Gewerkschaft und Verbänden über die Herausforderungen und Anforderungen der Digitalisierung an die Arbeitswelt. Zwei Experten aus dem Bereich der Wissenschaft gaben uns im Vorfeld in der Serie „Drei Fragen an…“ bereits einen kleinen Einblick in das Thema ihres Vortrages. Dr. Hans-Peter Klös vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) erläutert heute die Ergebnisse aus der Branchen-Studie, die bei den Wiesbadener Gesprächen vorgestellt wurde.

Dr. Hans-Peter Klös gehört der vierköpfigen Geschäftsführung des IW Köln an. Er leitet zusammen mit Dr. Hubertus Bardt den Bereich Wissenschaft. Klös ist seit 1988 im Institut tätig und war an zahlreichen Veröffentlichungen und Gutachten beteiligt. Das Institut forscht in verschiedenen Bereichen und erarbeitet Analysen und Stellungnahmen zu Fragen der Wirtschafts- und Sozialpolitik, des Bildungs- und Ausbildungssystems sowie der gesellschaftlichen Entwicklung.

Drei Fragen an…

HessenChemie: Wie wichtig ist das Thema Digitalisierung in der hessischen Chemie?

Dr. Klös: Das Thema Digitalisierung ist in den Mitgliedsunternehmen von HessenChemie voll angekommen. Mehr als jedes dritte Unternehmen befasst sich intensiv, mehr als jedes zweite am Rande mit der Digitalisierung. Bereits gut ein Viertel der Unternehmen weist der Digitalisierung schon heute ein hohes Gewicht für die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu

 

HessenChemie: Welche Anforderungen gibt es an die Arbeitswelt 4.0?

Dr. Klös: Das Engagement der befragten hessischen Unternehmen bei Personalentwicklungs- und Qualifizierungsmaßnahmen ist größer als in der Gesamtwirtschaft. Dies gilt insbesondere für Personalentwicklungsinstrumente, z.B. systematische Potenzialanalysen und individuelle Laufbahnplanungen, sowie für Weiterbildungsmaßnahmen. Die Mitgliedsunternehmen von HessenChemie setzen dabei besonders stark auf erfolgs- und leistungsabhängige Vergütungskomponenten.

 

HessenChemie: Was könnten Hemmnisse im Digitalisierungsprozess sein?

Dr. Klös: Als Haupthindernis für den Digitalisierungsprozess nennen die Unternehmen fehlendes Fachwissen bzw. fehlende Fachkräfte. Ein relativ großes Hemmnis scheint auch noch das erforderliche Volumen der vorzunehmenden Investitionen zu sein.

Die Studie kann auf www.hessenchemie.de bestellt bzw. heruntergeladen werden.

Die Autorin

Frauke Blech ist seit April 2017 Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Arbeitgeberverband HessenChemie. Zuvor war sie als Wirtschaftsredakteurin tätig und schrieb Artikel für ein Mitgliedermagazin. Das redaktionelle Handwerkszeug eignete sie sich in einem Volontariat bei einer Tageszeitung in Norddeutschland an, das sie anschließend als Redakteurin vertiefte. Germanistik und Politikwissenschaften studierte sie an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg.


Warum gibt es eigentlich Arbeitgeberverbände?

Dieses Jahr feiern wir das 70-jährige Bestehen des Arbeitgeberverbandes HessenChemie. Über die Gründung hatten wir bereits berichtet. Doch warum und seit wann gibt es eigentlich Arbeitgeberverbände?

Die Verbandslandschaft unterscheidet sich in güter- und arbeitsmarktbezogene Interessenvertretungen – den Wirtschafts- und Arbeitgeberverbänden – sowie den auf Zwangsmitgliedschaft basierenden Industrie- und Handelskammern. Historisch betrachtet sind die Arbeitgeberverbände zuletzt entstanden, sie entwickelten sich aus den Wirtschaftsverbänden heraus. Der Zweck von Arbeitgeberverbänden ist es, die Interessen der Mitglieder gegenüber Politik, Medien und Öffentlichkeit zu vertreten und trotz möglicher unterschiedlicher Einzelinteressen ein gemeinsames Handeln – zumindest in Teilbereichen – zu organisieren.

Interessenvertretungen verfassungsrechtlich geschützt

Organisierte Interessen sind in Deutschland ausdrücklich erwünscht. Artikel 9 des Grundgesetzes schützt die sogenannte Vereinigungsfreiheit. Das Gesetz gewährt allen Deutschen das Recht, Vereine und Gesellschaften zu bilden – es sei denn, sie verstoßen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung oder widerlaufen anderen strafrechtlichen Interessen. Darüber hinaus hebt Absatz 3 ausdrücklich die Vereinigung aus dem Wirtschaftssektor hervor: „Das Recht, zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbeziehungen Vereinigungen zu bilden“ ist dem Grundgesetz nach „für jedermann und alle Berufe gewährleistet“ (Koalitionsfreiheit).

Dass Vereine resp. Verbände gesetzlich geschützt sind, ist eine Lehre aus dem Nationalsozialismus, der die meisten verboten oder dem eigenen Zwecke untergeordnet hatte.

Von der Gegenorganisation zum Sozialpartner

Die ersten Arbeitgeberverbände entstanden Ende des 19. Jahrhunderts als reine Gegenorganisation zu den Gewerkschaften bzw. Abwehrorganisation gegenüber Maßnahmen der Arbeitnehmerschaft. Schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg organisierten sich die Unternehmen in Verbänden neu. (Wir erinnern: Der Arbeitgeberverband HessenChemie wurde 1947 gegründet.) Dabei entwickelten sie sich im Laufe der Zeit von der reinen Gegenorganisation zu einem zentralen Akteur der deutschen industriellen Beziehungen, der zusammen mit den Gewerkschaften Tarifverträge aushandelt und die sozialen Interessen der Unternehmen gegenüber Politik, Gesellschaft und Medien vertritt.

Heute bezeichnet man Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände in Deutschland häufig als „Sozialpartner“. Dies verdeutlicht zum einen die Überwindung des früheren Klassenkampfdenkens, zum anderen deren Verpflichtung als Tarifvertragsparteien im Rahmen von Koalitionsfreiheit und Tarifautonomie „zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen“ beizutragen (Art. 9 Abs. 3 GG). Die Sozialpartner erfüllen damit wichtige Aufgaben für das Funktionieren der Sozialen Marktwirtschaft und tragen zum Betriebsfrieden in den Unternehmen bei.


Gemeinsam für gute Schichtarbeit

Arbeiten, wenn andere Leute schlafen. Für Schichtarbeiter völlig normal. Durch die Arbeitszeit asynchron zum biologischen und sozialen Rhythmus können, insbesondere mit zunehmendem Alter, körperliche und soziale Belastungen entstehen. Welche besonderen Auswirkungen Schichtarbeit auf ältere Mitarbeiter haben, diskutierten am 31. Mai 2017 die Chemie-Sozialpartner HessenChemie und IG BCE Hessen-Thüringen im Rahmen des Workshops „Schichtarbeit und Demografie“.

Zu Gast bei Merck KGaA in Darmstadt: Die Teilnehmer des Sozialpartner-Workshop. Foto: HessenChemie

Zu Gast bei Merck KGaA in Darmstadt: Die Teilnehmer des Sozialpartner-Workshops. Foto: HessenChemie

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Austausch zwischen Personalverantwortlichen und Betriebsräten aus den teilnehmenden Mitgliedsunternehmen von HessenChemie. Gemeinsam sollten Lösungsansätze für eine Schichtarbeit unter möglichst geringen Belastungen erarbeitet werden. Dabei lernten beide Seiten die Sichtweise des jeweils anderen noch mal besser kennen, sodass ein stärkeres gegenseitiges Verständnis geschaffen werden konnte.

Intensiv diskutierten die Teilnehmer die spezifischen Belastungen, die Schichtarbeit für ältere Mitarbeiter mit sich bringen. Dabei kristallisierte sich heraus, dass die meisten Beeinträchtigungen unabhängig vom Alter sind, wie beispielsweise die Schwierigkeiten im familiären und sozialen Umfeld, etwa wenn es darum geht, Zeit mit dem Partner zu verbringen oder einen Termin für ein Treffen mit Freunden zu finden.

Sozialpartnerschaftliche Lösungsansätze

Darüber hinaus wurden Argumente für die Einführung ergonomisch sinnvoller Schichtsysteme  erarbeitet und Ansätze, Beschäftigte in allen Altersstufen in der Schichtarbeit zu entlasten, diskutiert. Dabei ging es sowohl um die zeitliche Gestaltung der Schichtarbeit als auch um Arbeitsinhalte und Präventionsmaßnahmen.

Beide Seiten waren mit dem Ergebnis des Tages durchweg zufrieden. In weiteren Workshops sollen die gesammelten Ideen nun diskutiert und mögliche neue Lösungsansätze erarbeitet werden. Denn nur gemeinsam kann es gelingen, gute Arbeit auch für Schichtarbeiter zu gestalten.


70 Jahre Arbeitgeberverband HessenChemie

Nach dem Krieg lag Hessen am Boden. Viele Städte und Fabriken waren zerstört. Doch die Hessen krempelten die Ärmel hoch, packten den Wiederaufbau an und leisteten damit einen wichtigen Beitrag zum späteren deutschen Wirtschaftswunder. Im Rahmen des wirtschaftlichen Wiederaufbaus und eines funktionierenden Gemeinwesens organisierten sich auch die Arbeitgeber neu – zunächst als Gegenbewegung zu den Gewerkschaften. Am 1. Dezember 1946 trat die Hessische Verfassung in Kraft. Auch die chemische Industrie fasste wieder Fuß, wenn auch manchmal unter schwierigen Umständen. So stellten die Amerikaner beispielsweise die damaligen Farbwerke Höchst unter strenge Bewachung.

Gründung HessenChemie

Am 28. November 1947 trafen sich Chemie-Arbeitgeber aus ganz Hessen, um den Arbeitgeberverband Chemie und verwandte Industrien für das Land Hessen e.V. (heute kurz HessenChemie) zu gründen. Eine Reihe von Gründungsmitgliedern, wie B. Braun Melsungen AG, E. Merck (heute Merck KGaA), Continental Gummiwerke AG, Dr. E. Fresenius KG (heute Fresenius AG) sowie Merz & Co. (heute Merz Pharma GmbH & Co. KGaA), gehören dem Verband heute noch an. Insgesamt nahmen an der konstituierenden Sitzung 35 Unternehmer teil. Als Verbandssitz wurde Wiesbaden bestimmt. Zum Vereinszweck ist von der Gründungsversammlung am 28. November 1947 Folgendes zu lesen:

„Der Verein hat die Aufgabe, den Arbeitsfrieden zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu fördern und zu sichern. Zu diesem Zweck schließt er insbesondere Tarifverträge mit den Gewerkschaften ab, überwacht ihre Innehaltung, gleicht entstehende Meinungsverschiedenheiten aus und berät und vertritt seine Mitglieder auf dem Gebiet der Sozialpolitik und des Arbeitsrechts.“ (§ 2).

Zur ersten Mitgliederversammlung im März 1948 zählte der Arbeitgeberverband bereits 353 Mitgliedsunternehmen mit 40.000 Beschäftigten. Zum Vergleich: Heute gehören ihm 309 Unternehmen mit 104.000 Beschäftigten an. Grundpfeiler des ordnungspolitischen Selbstverständnisses des Arbeitgeberverbandes HessenChemie sind das Bekenntnis zur Sozialen Marktwirtschaft, die Tarifautonomie sowie eine gelebte Sozialpartnerschaft mit der Gewerkschaft.

Aktivitäten im Jubiläumsjahr

Mit Geschichten über den Verband und die Branche werden wir im Laufe des Jahres im Blog immer wieder das Thema „70 Jahre HessenChemie – 70 Jahre Chemie in Hessen“ aufgreifen. Darüber hinaus setzen wir in diesem besonderen Jahr ein besonderes Logo ein, das auf die Zeit von 1947 bis 2017 hinweist (siehe oben). Und schließlich feiern wir am 24. Oktober 2017 das Jubiläum im Anschluss an die 12. Wiesbadener Gespräche zur Sozialpolitik mit einem Empfang im Kurhaus Wiesbaden.

 

Autor des Beitrages

Jürgen Funk, HessenChemieJürgen Funk ist Geschäftsführer Verbandskommunikation und politische Öffentlichkeitsarbeit sowie Pressesprecher beim Arbeitgeberverband HessenChemie. Er verfügt über eine 25-jährige Erfahrung in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Verbänden, PR-Agenturen, Politik und Bundeswehr. Im Arbeitgeberverband HessenChemie ist er darüber hinaus zuständig für die Berufsausbildungsthemen. Jürgen Funk ist Aufsichtsratsmitglied der JOBLINGE gAG FrankfurtRheinMain. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.


Kommunikatoren, Journalisten und TV – ein spannender Tag beim ZDF

Fernsehauftritte stellen besonders hohe Anforderungen an die Kommunikatoren und Geschäftsführer von Unternehmen. Durch die Kombination der Bild- und Tonaufnahme ist nicht nur ausschlaggebend, was gesagt wird, sondern vor allem wie es gesagt wird. Das schließt zum einen die Sprechweise, zum anderen aber auch Gestik und Körperhaltung mit ein. Werden diese Aufnahmen außerdem noch live ausgestrahlt, erhöht das den Druck, auf Anhieb alles perfekt zu machen. Denn einen zweiten Versuch gibt es nicht.

Genau darum ging es am 30.11.2015 beim 22. FORUM Kommunikation zu dem Thema „Ihr Unternehmen im Fernsehen – wie Sie die Herausforderung meistern.“

Dafür waren HessenChemie, der VCI Hessen und 70 weitere Teilnehmer ihrer Mitgliedsunternehmen zu Gast beim ZDF in Mainz. Sie lernten dort in verschiedenen Vorträgen und Workshops unter anderem, worauf es den Journalisten eines Fernsehbeitrags ankommt, wie man sich oder seinen Chef auf ein Interview vorbereiten kann und welche Aspekte man in diesem Zusammenhang bei der Krisenkommunikation beachten sollte.

Die Begrüßung und Einleitung übernahm Michael Hoffmann von Evonik Industries und Sprecher des FORUM Kommunikation, gefolgt von verschiedenen Referenten. Sina Mainitz, Moderatorin der ZDF Börsen-Finanzdirektion, beschrieb die Erstellung eines Fernsehbeitrags von der Themen- und Interviewpartner-Findung bis hin zur Ausstrahlung, damit sich die Teilnehmer bestmöglich in den Journalisten hinein versetzen können, der ihnen bei einem Interview gegenüber steht,. Anschließend folgten Vorträge von Stefan Ackermann, Leiter der Unternehmenskommunikation von RWE Deutschland und ehemaliger Moderator beim ZDF, sowie von Dr. Hans-Georg Klose, dem Geschäftsführer der Kommunikationsberatung Klose-Kom. Am Nachmittag ging es weiter mit den Workshops von Helen Wild, Moderatorin beim ZDF und Medien-Coach, über Tipps und Tricks für den Auftritt vor der Kamera und einem Einblick darin, was sich das Fernsehen eigentlich von dem Pressesprecher erhofft. Unterstützt wurde sie dabei von dem ZDF-Moderator Tim Niedernolte, der verschiedene Interviewsituationen mit freiwilligen Teilnehmern probte.

Zum Abschluss konnten alle Teilnehmer bei der Führung durch das ZDF-Gelände einen Blick hinter die Kulissen wagen. Vielleicht sehen sie einen zukünftigen Fernsehauftritt nun nicht mehr nur als Herausforderung, sondern auch als Chance, ihre Botschaften einem großen Publikum authentisch herüberzubringen. Ich habe bei dem Besuch meines ersten FORUM Kommunikation auf jeden Fall sehr viel mitgenommen und hatte besonders großen Spaß bei den Übungen zur Körperhaltung und der Findung der entspannten, eigenen Sprechstimme – denn diese ist in der Regel viel tiefer als man selbst glaubt! J

Giulia Bachmann, Trainee HessenChemie

Giulia Bachmann, Trainee HessenChemie

Giulia Bachmann, B.A., hat Media Management an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden studiert und ist seit August 2015 Trainee der Verbandskommunikation beim Arbeitgeberverband HessenChemie. Sie unterstützt dort die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Online-Redaktion und wirkt bei der Planung und Organisation von Veranstaltungen mit.

 

 


Verspätetes Nikolaus-Geschenk an die JOBLINGE

Als etwas verspätetes Nikolaus-Geschenk haben wir als HessenChemie den JOBLINGEN gebrauchte Computer, Bildschirme und Drucker geschenkt. Die Übergabe der Sachspende fand am 09. Dezember am Standort in Wiesbaden statt. Aufgrund regelmäßiger Aktualisierungen der IT-Systeme wurden die Geräte ausgetauscht. Für die

v.l.n.r.: Jürgen Funk, Geschäftsführer bei HessenChemie und Christiane Schubert, stellvertretende Regionalleiterin der JOBLINGE gAG FrankfurtRheinMain bei der Übergabe der Sachspende am Standort in Wiesbaden Foto: Arne Landwehr

v.l.n.r.: Jürgen Funk, Geschäftsführer bei HessenChemie und Christiane Schubert, stellvertretende Regionalleiterin der JOBLINGE gAG FrankfurtRheinMain bei der Übergabe der Sachspende am Standort in Wiesbaden; Foto: Arne Landwehr

JOBLINGE gAG FrankfurtRheinMain nahm Christiane Schubert, stellvertretende Regionalleiterin, die Geräte entgegen. Bei der Übergabe

waren auch JOBLINGE anwesend, die sich sichtlich über die Computer, Bildschirme und Drucker freuten. Jürgen Funk, Geschäftsführer bei HessenChemie, schlüpfte für diese Nikolaus-Aktion in ein Nikolaus-Kostüm und übergab die Sachspende an die JOBLINGE.“Die kontinuierliche Unterstützung der Arbeit der JOBLINGE ist uns als Arbeitgeberverband ein wichtiges Anliegen“, erklärt Jürgen Funk im Rahmen der Übergabe der Sachspende.

Bereits für den Aufbau des Büros in Wiesbaden wurden Büromöbel wie Schränke und Stühle zur Verfügung gestellt. Christiane Schubert,

bedankte sich stellvertretend für die JOBLINGE gAG FrankfurtRheinMain für die Sachspende. „HessenChemie unterstützt uns an allen Ecken und Enden. Auch Sachspenden wie Computer und Drucker, nehmen wir gerne. Die Jugendlichen schreiben daran ihre Bewerbungen und recherchieren zu freien Ausbildungsplätzen im Internet“, führt Christiane Schubert weiter aus.

JOBLINGE wurde im Jahr 2007 als gemeinsame Initiative der Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG und The Boston Consulting Group GmbH (BCG) gemeinsam mit Experten aus Politik, Wirtschaft und gemeinnützigem Sektor ins Leben gerufen. Die Initiative ist derzeit an 15 Standorten bundesweit aktiv, bisher wurden 3.364 Jugendliche unterstützt. Die JOBLINGE gAG FrankfurtRheinMain nahm bislang 867 Jugendliche in das Programm auf und konnte diese mit einer Vermittlungsquote von 83% in die Arbeitswelt bringen; am Standort in Wiesbaden wurden 138 Jugendliche in das Programm aufgenommen. Die Vermittlungsquote liegt in Wiesbaden bei 82%. Zu den guten Vermittlungsquoten tragen die zahlreichen Partnerunternehmen und Mentoren maßgeblich bei.

 

 


Wenn eine Schule zur Experimentierküche wird

Funkelnde, neugierige Kinderaugen und kleine Hände, die unbekannte Objekte zu verstehen versuchen – so oder so ähnlich kann man sie sich vorstellen: die kleinen Forscher beim Experimentieren. Letzten Samstag waren es größere Hände, aber nicht weniger neugierige Augen, die in der Pestalozzischule in Raunheim auf der Veranstaltung Experimente³ in verschiedenen Workshops und an Informationsständen neue Experimente für den Sachkundeunterricht an Grundschulen erlernten.

Bereits zum dritten Mal haben der Verband der chemischen Industrie Hessen , das Hessische Kultusministerium und der Arbeitgeberverband HessenChemie gemeinsam LehrerInnen – und erstmals auch MitarbeiterInnen aus Ganztagsschulen und Betreuung – eingeladen, um im Rahmen der Nachwuchsförderung Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man Naturwissenschaften im Unterricht oder der Schulbetreuung noch spannender gestalten kann. Der Einladung sind 200 Teilnehmer gefolgt, mehr hätte der Veranstaltungsort auch nicht fassen können.

Nach der Begrüßung des Staatssekretärs des Kultusministeriums, Manuel Lösel, und dem Vortrag „Naturwissenschaft und Technik verstehen lernen“ von Jörg Ramseger, durften die Gäste experimentieren und forschen. Und es gab so viel zu entdecken! Von Wirbelstürmen in Wasserflaschen, die nicht nur schön aussahen, sondern auch Erkenntnisse zur Fliehkraft, Volumen und Eigenschaften von Luft und Wasser lieferten. Über verschiedene Kunststoffarten, von denen einige besonders stark sind und andere hingegen durch das Absorbieren von Wasser zum Beispiel Windeln wie durch Magie trocken halten. Bis hin zur Herstellung historischer Farben, schwebenden Eiern oder sogar Raketenautos, die selbst gebaut wurden. Selbst Umweltschutz, Recycling und der Klimawandel wurden grundschulgerecht aufbereitet. Die Lehrer und Betreuer standen vor der Qual der Wahl, bei welchen beiden von insgesamt 20 Workshops sie teilnehmen wollten. In den Pausen hatten sie dann die Gelegenheit, eine große Auswahl an Unterrichts- und Experimentier-Materialien kennenzulernen und auszuprobieren während für ihr leibliches Wohl gesorgt wurde.

Aus Sicht der Medien und der Mitwirkenden war die Veranstaltung ein voller Erfolg. Die Teilnehmer gaben ein durchweg positives Feedback bei der Ausgabe der Teilnahmebescheinigung und die Referenten erzählten begeistert von den Reaktionen während der Workshops. Ich war zum ersten Mal mit dabei und hatte ebenfalls großen Spaß. Mit solch spannenden Experimenten fühlt man sich gleich selbst wie ein kleiner Forscher  🙂

Mehr dazu in der Main-Spitze…

Giulia Bachmann, Trainee HessenChemie

Giulia Bachmann, Trainee HessenChemie

Giulia Bachmann, B.A., hat Media Management an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden studiert und ist seit August 2015 Trainee der Verbandskommunikation beim Arbeitgeberverband HessenChemie. Sie unterstützt dort die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Online-Redaktion und wirkt bei der Planung und Organisation von Veranstaltungen mit.

 

 


Geschafft! Mit den JOBLINGEN und dem StartPlus-Programm zur Ausbildung

Es ist Mittwoch 17:00 Uhr und wir treffen uns zum Abschlussgespräch im Büro der JOBLINGE gAG in Wiesbaden. Wir, das sind mein Mentee Mühcahit, Duygu Cakir von den JOBLINGEN und ich. Der gerade unterschriebene Ausbildungsvertrag liegt auf dem Tisch und ich gratuliere Mühcahid zu dem Erreichten. Ich glaube, er ist sehr stolz auf dieses wichtige Etappenziel. Es war ihm sehr wichtig, dass wir uns noch einmal nach der Vertragsunterzeichnung treffen.

Jürgen Funk, HessenChemie mit Mühcahit , Mentee JoblingeAls wir uns vor etwa einem dreiviertel Jahr im Galli-Theater beim sogenannten „Matching“ (Jobling trifft seinen Mentor) kennengelernt haben, war mir bereits klar geworden, dass Mühcahid ein klares Ziel vor Augen hat: Er will einen technischen Beruf erlernen. Zuvor hatte er eine kaufmännische Ausbildung abgebrochen. Die passe einfach nicht zu ihm, sagte er. Ich hörte aus seinen Worten heraus, dass er sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht hatte. Seine Chefin zeigte aber Verständnis und wünschte ihm alles Gute. Trotzdem stand natürlich die Frage im Raum, wie es jetzt weiter gehen soll.

Durch das Jobcenter wurde Mühcahit auf die JOBLINGE aufmerksam. Hier können junge Menschen ihre Fähigkeiten in der Praxis unter Beweis stellen – jenseits von Schulnoten und klassischen Bewerbungsgesprächen. In einem mehrmonatigen Programm erlernen sie „on the Job“ wichtige Schlüsselqualifikationen, trainieren soziale Kompetenzen und erarbeiten sich ihren Ausbildungsplatz. Unterstützt werden sie dabei von JOBLINGE-Mitarbeitern, wie zum Beispiel von Duygu Cakir und Mentoren wie mir.

Ich empfahl Mühcahit von Anfang an einen Ausbildungsplatz im Bildungszentrum der InfraServ GmbH & Co. KG. Das Bildungszentrum des Industrieparks bildet im Verbund mit den am Standort angesiedelten Industrieunternehmen aus und bietet jungen Menschen, die den Übergang von der Schule in den Beruf noch nicht geschafft haben, mit dem sogenannten „StartPlus-Programm“ einen Einstieg an.

„StartPlus“ zielt auf die organisatorische und finanzielle Unterstützung speziell kleinerer und mittlerer Betriebe (bis 750 Beschäftigte) ab, die eine umfassende (sozial-) pädagogische Betreuung der Jugendlichen nicht selbst leisten können. Die konkrete Ausgestaltung orientiert sich an den betrieblichen Gegebenheiten sowie den Bedürfnissen der Jugendlichen. Grundsätzlich dient das Programm als eine Vorbereitung auf die zukünftige Ausbildung.

Zunächst wählt das Unternehmen mit Unterstützung der JOBLINGE die teilnehmenden Jugendlichen aus. Die Initiative und der Betrieb arbeiten bei der konkreten Ausgestaltung des Programms eng zusammen. Die Teilnehmer werden während der betrieblichen Phasen eng in die verschiedenen Abläufe vor Ort eingebunden. Ergänzt werden die praktischen Aktivitäten durch eine Betreuung der Ausbilder vor Ort, durch Lehrer im begleitenden schulischen Unterricht und durch die sozialpädagogische Betreuung der JOBLINGE gAG.

Auf schriftlichen Antrag des Unternehmens unterstützt der Unterstützungsverein der Chemischen Industrie (UCI) die Teilnehmer einer Maßnahme mit monatlich bis zu 450,- Euro als Zuschuss zum Lebensunterhalt. Der Arbeitgeber bezahlt lediglich den AG-Anteil der SV-Beiträge (ca. 80,- Euro/Monat). Das Unternehmen hat keinen Aufwand für Marketing, Bewerbervorauswahl, Organisation und Planung des Programms „StartPlus“. Hierdurch wird die Schwelle zum Einstieg auch für kleine und mittelständische Unternehmen deutlich herabgesetzt.

Mühcahid musste im Unternehmen überzeugen. Durch seine anpackende Art, aber auch seine sozialen Kompetenzen. Die Zusage für einen Ausbildungsplatz hat er am Ende regelrecht herbeigesehnt. Als Mentor bin ich wirklich sehr froh, dass er nun zum 1. September eine Ausbildung als Industriemechaniker beginnen kann. Dreieinhalb spannende Ausbildungsjahre liegen jetzt vor ihm. Ich hoffe, dass alles gut wird und er sich seinen Traum erfüllen kann: Eine gute und sichere Zukunft mit einem technischen Ausbildungsberuf. Wenn er möchte, stehe ich ihm auch weiterhin als Ratgeber zur Verfügung.

Autor dieses Beitrages

Jürgen Funk, HessenChemieJürgen Funk ist Diplom-Pädagoge und seit Januar 2012 Geschäftsführer Verbandskommunikation und Bildungspolitik. Er verfügt über eine 20-jährige Erfahrung in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Verbänden, Unternehmen und Öffentlichkeitsarbeit von Verbänden, Unternehmen und Bundeswehr. Jürgen Funk ist Prüfer der Prüfungs- und Zertifizierungsorganisation der
deutschen Kommunikationswirtschaft (PZOK). Er ist verheiratet und hat drei Kinder.