Früh anfangen – Nachhaltigkeit im Ausbildungsbetrieb

Wer das Bewusstsein für Nachhaltigkeit in den Köpfen verankern und nachhaltiges Handeln fördern möchte, fängt am besten bereits in der Ausbildung damit an.

Diesen Ansatz verfolgt auch das von Provadis initiierte Modellprojekt ANLIN. Es will dazu beitragen, das Thema strukturell in den Lehr- und Ausbildungsplänen sowie in den unterschiedlichen Lernorten der beruflichen Bildung zu verankern.

Auszubildende, die sich bereits mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen, haben beste Chancen beim Nachhaltigkeitspreis für junge Menschen von HessenChemie, IG BCE Hessen-Thüringen und dem VCI Hessen. Bereits zum zweiten Mal wird dieser Anfang 2017 ausgeschrieben.

Mehr über das Modellprojekt ANLIN und über den Nachhaltigkeitspreis erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der Pluspunkte. Sie enthält außerdem ein Interview mit dem Bildungsexperten Dr. Karsten Rudolf von Provadis und Informationen zum neuen Unterstützungsangebot „Pre-Start“ der Chemie-Sozialpartner.

 

Die aktuelle Ausgabe zum Lesen oder Herunterladen auf Slideshare

 

 

Giulia BaGiulia Bachmann, Trainee HessenChemie chmann, B.A., hat Media Management an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden studiert und ist seit August 2015 Trainee der Verbandskommunikation beim Arbeitgeberverband HessenChemie. Sie unterstützt dort die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Online-Redaktion und wirkt bei der Planung und Organisation von Veranstaltungen mit.

Giulia Bachmann, Trainee HessenChemie


Umfassende Veränderungen durch Digitalisierung in der Bildung?!

Bildung wird zu den Branchen gezählt, in der das Thema Digitalisierung, unter anderem nach Ansicht des Fraunhofer Institutes IAO Stuttgart, in absehbarer Zeit größere Umwälzungen und Innovationen erwarten lässt. Dies betrifft die allgemeine Bildung und die Form, wie in der Schule gelernt werden wird ebenso, wie die Aus- und Weiterbildung im Betrieb oder der Hochschule.

Veränderungen des Lernens

So sind zum Beispiel Erfolg versprechende Modelle aus den USA bekannt, die versuchen, das alte Dilemma aus mangelnden Lehrerressourcen, zunehmender Vielfalt der Schülerschaft und nötiger individueller Betreuung in der allgemeinbildenden Schule durch Digitalisierung zumindest zu verbessern. Aber auch beim Online-Lernen in Beruf und Hochschule tut sich einiges. Beispielsweise Jörg Dräger von der Bertelsmann Stiftung fasst diese ersten erkennbaren Entwicklungen gut in seinem Buch „Die digitale Bildungsrevolution“ zusammen. Sicher wird sein, dass die Digitalisierung neue Chancen für das Lernen und die Methoden bietet, insbesondere, wenn man davon ausgeht, dass informelles Lernen auch an Bedeutung gewinnen wird, wie es in Studien zum Weiterbildungsverhalten innerhalb und außerhalb des Betriebes schon länger nahe legen. Wir werden auch aufgrund der sich beschleunigenden Innovationszyklen öfter, schneller und zunehmend vor Ort im betrieblichen Umfeld Lernprozesse gestalten.

Neue Möglichkeiten des Lernens

Die Auswirkungen der Entwicklungen von Industrie 4.0 sind noch nicht im Detail absehbar. Dennoch weisen Vordenker wie Klaus Schwab, Gründer des World Economic Forum in Davos, – so etwa in seinem Buch „Die Vierte Industrielle Revolution“ – auf umfassende Veränderungen und die „Gleichzeitigkeit der Innovationen in verschiedenen Feldern“ hin und wir beobachten diese schon in verschiedenen Branchen und Anwendungsbereichen. Möglichkeiten von „Augmented Reality“-Anwendungen, also der virtuellen Abbildung beispielsweise von realen Arbeitsumgebungen für das Lernen im beruflichen Kontext des verarbeitenden Gewerbes, weisen großes Potenzial auf.

Die Chemische Industrie mit ihrer Produktion und Prozessorientierung scheint zwar erst später direkt betroffen zu sein als andere Branchen. Zuerst und vor allem stärker trifft es nach Ansicht des Fraunhofer Institutes IAO beispielsweise Banken, Versicherungen, Transport und M+E. Einige Unternehmensbereiche sind jedoch unabhängig von der Branchenzugehörigkeit betroffen: Logistik, kaufmännische Tätigkeiten und das Personalwesen, Marketing sowie Energieversorgung oder die Planung von Produktionsanlagen. In diesen Bereichen sind Veränderungen schon heute spürbar. Auch gibt es erste millionenschwere Joint Ventures zwischen Unternehmen der Pharmaindustrie und großen Internetfirmen, die dem Thema der personalisierten Produkte und Dienstleistungen nachgehen. Die Verknüpfung von individualisierten Produkten und ergänzenden Dienstleistungen lassen ein hohes Innovationspotenzial erwarten.

Die Tops von den Flops der möglichen Trends zu unterscheiden und gute Ansätze schnell und konsequent zu verfolgen wird nun eine der Aufgaben der Zukunftsgestaltung der Digitalisierung sein.

Aktuelle Entwicklungen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung

Auf die Inhalte von Beruflicher Aus- und Weiterbildung wird die Entwicklung der Industrie 4.0 Einfluss nehmen und tut es stellenweise bereits – etwa im Curriculum oder bei der technischen Ausstattung. So rüstet das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) aktuell überbetriebliche Bildungszentren (ÜBS) mit 3D-Druckern oder Drohnen aus, damit Auszubildende beispielsweise im Handwerk den Umgang und Einsatz bereits im Tagesbezug lernen. Und an Berufsschulen in Baden–Württemberg oder Nordrhein–Westfalen entstehen eine Reihe von Lernfabriken 4.0, wie es sie im Bereich der betrieblichen Weiterbildung auch schon an verschiedenen Stellen gibt.

Bildung als wichtiger Gestalter des Wandels

Nimmt man die methodischen und inhaltlichen Facetten von Bildung, Digitalisierung und Industrie 4.0 zusammen, dann wird deutlich, dass sich Veränderungen ergeben. Provadis ist schon heute mit dem Einsatz von digitalen Medien in der Beruflichen Bildung vorne mit dabei. Sei es im Bereich des eLearnings und der Lernplattfomen, die in Aus-, Weiter- und Hochschulbildung eingesetzt werden oder in der Unterstützung von Unternehmen beim virtuellen Abbilden von Produktionsanlagen – um nur wenige Beispiele zu nennen. Aber auch inhaltlich macht Provadis Berufstätige und Auszubildende/Studenten mit künftigen Anforderungen vertraut und hilft den Lernenden und Kunden dabei die notwendigen Kompetenzen zu entwickeln. Diese Kompetenzen werden zunehmend neben dem Wissen und Können verstärkt kommunikative Kompetenzen und das Arbeiten in wechselnden, vielleicht auch örtlich voneinander getrennten Orten, umfassen.

Um seine Kunden auch zukünftig innovativ zu unterstützen und um eigene Geschäftsfeld-Innovationen zu gestalten, widmet sich die Provadis-Gruppe zum einen an der eigenen Hochschule dem Thema der Industrie 4.0. Zum anderen hat es speziell für die Aufgabe der weiteren Digitalisierung der Bildung eine aus allen Geschäftsfeldern zusammen gesetzte Arbeitsgruppe „Provadis 4.0“ gebildet, die diese Fragen in den kommenden Jahren beleuchten wird. Gemeinsam mit Kundenunternehmen, Kooperationspartnern und Verbänden sollen die Ergebnisse genutzt werden. Erste Marktforschungsstudien hat die Arbeitsgruppe bereits in Auftrag gegeben und auch die Arbeit an einem branchenbezogenen Innovationsnetzwerk aufgenommen.

Wir freuen uns auf einen spannenden Prozess für Provadis und unsere Partner. Die Ergebnisse unserer Marktstudien werden wir auch in Fachmedien teilen, um auch hier im Dialog voneinander zu lernen. Industrie 4.0 ist in Teilen sicher schon Realität, in anderen Teilen noch wenig greifbar, gar nebulös. Unabhängig davon, wie man zu dem Begriff sowie seiner erwarteten Ausgestaltung und Relevanz steht, ist die dem Schlafwort „Industrie 4.0“  verbundene Vision/Modernisierungsstrategie sicher ein Ansporn, den Industriestandort Deutschland zukunftsfest zu machen. Bildung ist hierbei sicher ein wichtiger Begleiter des Wandels.

Weitere Informationen finden Sie in der Provadis-Themenwelt „Zukunft von Arbeit und Bildung“.

 

Dr. Karsten Rudolf, Leiter Marketing sowie Bildungs- und Forschungsprojekte, ist zuständig für die AG "Provadis 4.0". (Foto: Provadis/Arne Landwehr)

Dr. Karsten Rudolf, Leiter Marketin sowie Bildungs- und Forschungsprojekte (Foto: Provadis/Arne Landwehr)

Dr. Karsten Rudolf, Leiter Marketing sowie Bildungs- und Forschungsprojekte, ist zuständig für die AG „Provadis 4.0“.


Schule meets Industrie – wie Schulkooperationen gelingen

Am 30. November 2016 fand das 3. FORUM Bildung der Chemieverbände Hessen in Niedernhausen unter dem Motto „Schule meets Industrie – wie Schulkooperationen gelingen“ statt. Im Mittelpunkt standen die Chancen und Herausforderungen von Schulkooperationen, insbesondere im Hinblick auf MINT-Förderung und Fachkräftesicherung.

Teilnehmer aus Mitgliedsunternehmen und Vertreter aus Schulen versuchten, die unterschiedlichen Ansprüche aus Arbeitswelt und Bildungsauftrag in Einklang zu bringen, und diskutierten über bewährte Konzepte und neue Ideen. Unser neuer Newsletter bietet eine Zusammenfassung der Vorträge und Werkstätten.

 

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Unter https://www.hessenchemie.de/ausbildung/forum-bildung/s331.html finden Sie die Präsentationen, Steckbriefe zu gelungenen Kooperationen und weiterführende Informationen.

 

Giulia BaGiulia Bachmann, Trainee HessenChemie chmann, B.A., hat Media Management an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden studiert und ist seit August 2015 Trainee der Verbandskommunikation beim Arbeitgeberverband HessenChemie. Sie unterstützt dort die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Online-Redaktion und wirkt bei der Planung und Organisation von Veranstaltungen mit.

Giulia Bachmann, Trainee HessenChemie


Nachhaltigkeit in der Berufsbildung – mit Siegel!

Wie heißt es so schön: Gelebte Qualität ist die Beste! Und das gilt selbstverständlich im Privaten genauso wie im beruflichen Umfeld. Doch wie kann ich diese gelebte Qualität überzeugend nach außen tragen und wie gegenüber Kunden, Mitarbeitern und der Öffentlichkeit dokumentieren? Eine anerkannte Methode dafür sind Qualitätssiegel. Seit vielen Jahren wird die Qualität in Unternehmen über Audits geprüft und das Qualitätsmanagement durch Zertifizierungen bestätigt.

DIN EN ISO 9001, 14001 und noch mehr?

Auch wir bei Provadis haben bereits Zertifizierungsprozesse nach DIN EN ISO 9001 und 14001 oder nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) durchlaufen. Braucht man dann noch ein zusätzliches Qualitätssiegel für Nachhaltigkeit? Steht doch Bildung selbst schon für Nachhaltigkeit! Da wir keine „Siegeljäger“ sind, haben wir zunächst sorgfältig geprüft, ob wir das Qualitätssiegel Q3SQ – ein neuer Qualitätsstandard für soziale und nachhaltige Qualifizierung (Quality Standard for Social and Sustainable Qualification) des Qualifizierungsförderwerks Chemie GmbH (QFC) – anstreben sollen. Denn der Prozess bindet ja auch Arbeitskraft in der Organisation.

Daher gaben wir vor dem Entschluss, uns um das Siegel zu bewerben, eine Analyse bei unserem Qualitätsmanagementbeauftragten Günter Schwarz in Auftrag. Das Ergebnis war, dass das Q3SQ-Siegel unsere bisherigen Zertifizierungen nicht doppelt, sondern sinnvoll ergänzt.

Doppelte Prüfung oder sinnvolle Ergänzung?

DIN-, AZAV- und Q3SQ-Zertifizierung im Vergleich

Abbildung 1: Zertifizierungen im Vergleich Quelle: Provadis / eigene Darstellung

Das Fazit unseres QM-Beauftragten lautete: „Die Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001 und 14001 basieren auf den Elementen: Kundenorientierung, Führung, Ressourcenbereitstellung, Fähigkeit und Schulung, Prozess- und Systemorientierung, Messung und Analyse von Kennzahlen, kontinuierliche Verbesserung, Lieferantenbeziehung, Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie Arbeits- und Anlagenschutz. Diese Elemente sind zu dokumentieren und Audits nachzuweisen. Die AZAV-Zertifizierung verlangt zusätzlich zu der DIN EN ISO 9001 die Dokumentation und den Nachweis, dass die Organisation entsprechende Methoden und Maßnahmen zu arbeitsmarktlichen Aspekten einsetzt. Die Anerkennung als Mitglied (nicht Zertifizierung) von Weiterbildung Hessen e.V. legt Schwerpunkte auf der Qualität der Bildungsarbeit. Die Q3SQ-Zertifizierung verlangt zusätzlich zu der DIN EN ISO 9001 und 14001 die Dokumentation und den Nachweis, dass die Organisation, die Umsetzung der Sozial- und Umweltstandards u.a. der Vereinten Nationen beachtet und aktiv unterstützt. Anschaulich stellt das auch die von Herrn Schwarz zusammengestellte Tabelle dar (Abbildung 1).

Unsere Entscheidung für das Audit und das neue Gütesiegel war also begründet durch seine Vorteile für uns als Bildungsdienstleister: Abgesehen davon, dass es unser Projektengagement im Bereich Corporate Social Responsibility (CSR) unterstreicht bzw. erweitern hilft und unsere Bildungsarbeit bereichert, profitieren davon unsere Unternehmenskunden. Denn mit unserem umfangreichen Aus- und Weiterbildungsangebot tragen wir erheblich dazu bei, Beschäftigte auf die zukünftigen Anforderungen, Herausforderungen und Veränderungen globaler Märkte und Gesellschaften vorzubereiten und sie darin zu schulen, zum wertschöpfenden und wirtschaftlich, sozial und ökologisch nachhaltigen Erfolg ihres Unternehmens beizutragen. Dieser durch Q3SQ geprüfte Qualitätsstandard bei Provadis kann nun durch unsere Kunden, die CSR in ihrer Lieferkette leben, auch für ihre eigene CSR-Berichterstattung genutzt werden.

Das neue Q3SQ-Gütesiegel orientiert sich an international anerkannten Prinzipien und Initiativen, wie der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der Agenda 21 für eine nachhaltige Entwicklung und des Global Compact der Vereinten Nationen, der Responsible Care Initiative der Chemischen Industrie sowie dem Berichtsstandard der Global Reporting Initiative.

Bestandsaufnahme: Checklisten und was wir machen

Chemie³-Poster Provadis

Abbildung 2: Beispiele anhand der 12 Leitlinien der Nachhaltigkeitsinitiative Chemie³ / Provadis

Für die Zertifizierung haben wir entsprechende Checklisten durchgearbeitet und Unternehmenskennzahlen zusammen getragen. Dabei wurde uns vieles, was wir heute schon zum Beispiel im sozialen Bereich umsetzen und was für uns selbstverständlich geworden ist, neu bewusst. So ist die gelebte Sozialpartnerschaft und auch die Tarifbindung für uns ebenso selbstverständlich wie die Einbindung und umfassende Information der Mitarbeiter in wichtigen strategischen Entscheidungsprozessen.

Wir engagieren uns aber auch schon seit langem als guter Nachbar im Umfeld des Industriepark Höchst, unterstützen als Sponsor Sportevents und viele kulturelle Veranstaltungen der Region. Darüber hinaus bieten wir verschiedene Praktika und Informationsprogramme für Schulen im Umfeld an und gestalten für zahlreiche Partner aus Kommune, Land, Bund und Europa Kompetenzfeststellungs- und Berufsorientierungsangebote für den Fachkräftenachwuchs. Auch im Bereich Umweltschutz hatten wir aufgrund unserer Umweltberichte und der dahinter stehenden Verbesserungen der Ökobilanz aber auch des schon längerfristigen Engagements unserer Hochschule auf diesem Gebiet die Daten schnell zusammengetragen. Das Thema Menschenrechte jedoch – was im internationalen Kontext der Lieferkette zurecht eine große Rolle spielt – war zunächst schwer zu übersetzen, denn schließlich sind wir als mittelständischer Bildungsdienstleister, der in Frankfurt sitzt, in der deutschen Gesetzgebung und den hiesigen Grundwerten verortet. Im Gespräch mit den Auditoren wurden aber auch hier anschauliche Bespiele deutlich (vgl. Abbildung 2).

Erster hessischer Bildungsdienstleister erhält das Siegel!

Provadis-Zertifikat Q3SQ

Abbildung 3: Q3SQ-Zertifikat von Provadis

Ende September war es dann soweit: Als erster hessischer Bildungsdienstleister haben wir das neue Qualitätssiegel Q3SQ erhalten und sind stolz darauf (vgl. Abbildung 3). „Ein hohes Qualifizierungsniveau der Beschäftigten ist in der chemischen Industrie entscheidend, um nachhaltig und zukunftsorientiert zu arbeiten“, sagte Ralf Erkens, Bezirksleiter Rhein-Main der IG BCE, bei der Verleihung des Siegels. Und Dr. Andreas Ogrinz, Geschäftsführer des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie (BAVC), der der Verleihung gemeinsam mit seinem für Nachhaltigkeit bei der HessenChemie zuständigen Kollegen, Daniel Schubert, beiwohnte, bezeichnete das Bildungsangebot von Provadis als ein vorbildliches Beispiel gelebter Nachhaltigkeit, das entscheidend zum Erfolg der Brancheninitiative Chemie³ beitrage.

Wir freuen uns, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben! Das Siegel ergänzt sinnvoll unsere bisherigen Zertifizierungen und ist gut für unsere Kunden, gut für unsere eigene Weiterentwicklung, gut für das Aufzeigen vorhandener sozialer, ökologischer und qualitativer Standards – auch im Vergleich zum Wettbewerb im Bildungssektor und es unterstützt das Engagement der Chemiesozialpartner im Rahmen von Chemie³.

 

Dr. Karsten Rudolf, Prokurist, Bereichsleiter Bildungs- & Forschungsprojekte, Leiter Marketing ; bei Provadis; Foto: Arne Landwehr

Dr. Karsten Rudolf, M.A. hat Politikwissenschaft, Psychologie und Erziehungswissenschaften studiert und im Bildungsmarketing promoviert. Er ist Prokurist bei Provadis – dem Fachkräfte-Entwickler der Industrie und dort zum einen verantwortlich für das Marketing und zum anderen für den Bereich Bildungs- und Forschungsprojekte, der sich unter anderem mit CSR-, Diversity- und MINT-Projekten beschäftigt. Mit dieser Erfahrung bringt er sich auch in die Verbandsarbeit von HessenChemie, z.B. in Expertenkreisen zu Bildung und politischer Kommunikation ein. Darüber hinaus ist er im Netzwerk „Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung“ des Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) aktiv. Dr. Karsten Rudolf ist verheiratet und Vater zweier Töchter.


Bildung fördert Nachhaltigkeit

Seit einiger Zeit stoßen wir in den vielen Gesprächen immer wieder auf die gleichen brennenden Fragen. Wie kommen wir jetzt und vor allem in der Zukunft an qualifizierten Nachwuchs? Was müssen wir in puncto Mitarbeiter tun, um wettbewerbsfähig zu bleiben und ein attraktiver Arbeitgeber zu sein? Als Bildungsdienstleister für Industrie und Handwerk wissen wir nur zu genau, dass diese Themen heute alle Unternehmen umtreiben, egal in welcher Branche sie agieren. Denn die Qualität der Mitarbeiter, ihr Wissen, ihr Engagement, ihre Bereitschaft, immer wieder neue Arbeitsfelder anzunehmen und sich dafür zu qualifizieren, ist ein entscheidender unternehmerischer Erfolgsfaktor. Deshalb gilt: Menschen zu fördern und zu qualifizieren ist ein Teil der Wertschöpfungskette und ein entscheidender Faktor von nachhaltigem Handeln.

Ich persönlich bin daher davon überzeugt, dass Corporate Social Responsibility, also die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen und die Frage, wie Firmen nachhaltig sozial und ökologisch unternehmerischen Erfolg erzielen können, untrennbar mit Bildung verbunden ist. Zugespitzt kann man es auf den Punkt bringen: „Ohne Bildung gibt es keine Nachhaltigkeit“. Bildungsarbeit ist aber auch deshalb ein positiver Treiber – nicht nur der Nachhaltigkeit – weil sie hilft, Wissen und Fähigkeiten zu vermitteln und Erkenntnis wachsen zu lassen.

Wir bei Provadis verstehen uns als Teil dieser unternehmerischen und gesellschaftlichen Aufgabe. Unser Auftrag als Unternehmen und als Bildungsträger besteht auch darin, das Thema CSR und Nachhaltigkeit an unsere eigenen Beschäftigten, aber auch an Bildungsteilnehmer heranzutragen. Dafür engagieren wir uns vielfältig. Zum einen unterstützen wir Nachhaltigkeitsprojekte der Chemie-Sozialpartner, zum anderen entwickeln wir neue, eigene CSR-Module, bereits auch schon für Auszubildende, um frühzeitig das Wissen und die Sensibilisierung in den Unternehmen zu verankern und haben in unserer Hochschule Klimaschutz- und Energieprojekte, die auf Nachhaltigkeit in verschiedenen Bereichen „einzahlen“. Zudem haben wir uns in dem Feld Nachhaltigkeit zertifizieren lassen.

In unserem eigenen Unternehmen nimmt das Thema Nachhaltigkeit somit einen hohen Stellenwert aufgrund des Selbstverständnisses der Bildung ein. Eine weitere Motivation sei nicht verschwiegen: wir heben uns mit unseren nachhaltigen Standards auch bewusst von anderen Bildungsträgern ab. Aber nur so, meine ich, können wir auch glaubwürdig unseren Kunden gegenüber nachhaltige Qualität bieten und unseren Bildungsauftrag erfüllen. Letztlich sind auch wir ein Teil der Lieferkette unserer Kunden, für die das Thema CSR und Nachhaltigkeit eine zunehmend wichtige Rolle spielt und die wir damit unterstützen – ebenso übrigens, wie die Chemieverbände in ihrer Arbeit in politischen Gremien.

 

Dr. Karsten Rudolf, Prokurist, Bereichsleiter Bildungs- & Forschungsprojekte, Leiter Marketing ; bei Provadis; Foto: Arne Landwehr

Dr. Karsten Rudolf, M.A. hat Politikwissenschaft, Psychologie und Erziehungswissenschaften studiert und im Bildungsmarketing promoviert. Er ist Prokurist bei Provadis – dem Fachkräfte-Entwickler der Industrie und dort zum einen verantwortlich für das Marketing und zum anderen für den Bereich Bildungs- und Forschungsprojekte, der sich unter anderem mit CSR-, Diversity- und MINT-Projekten beschäftigt. Mit dieser Erfahrung bringt er sich auch in die Verbandsarbeit von HessenChemie, z.B. in Expertenkreisen zu Bildung und politischer Kommunikation ein. Darüber hinaus ist er im Netzwerk „Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung“ des Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) aktiv. Dr. Karsten Rudolf ist verheiratet und Vater zweier Töchter.


Nachhaltigkeit – Einblicke und Erfahrungen eines Bildungsdienstleisters

Wie kann die chemische Industrie ihre Position als Schlüsselindustrie für eine nachhaltige Entwicklung ausbauen? Guten qualifizierten Fachkräften kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu: für die Unternehmen, für die Gesellschaft und für jeden einzelnen. Welchen Blickwinkel nimmt ein Bildungsdienstleister der chemischen Industrie auf diese Themen ein? In einer Serie von Gastbeiträgen werden Autoren von Provadis, einem Bildungsdienstleister in der chemischen Industrie, uns ihre Sichtweise und Erfahrungen näherbringen: Welche Bedeutung kommt den Themen Nachhaltigkeit, CSR und Bildung zu? Welche Bedeutung haben Nachhaltigkeit und CSR für die Ausbildung?

Bildung für Nachhaltigkeit

Insbesondere die Erfahrungen aus dem Modell-Projekt von Provadis zur Integration von CSR in die duale Berufsausbildung schildern die Autoren am Beispiel des für die Ausbildung erarbeiteten Moduls zum Thema „Chancengleichheit“. Wie sich diese Themen an die Belegschaft kommunizieren lassen, erfahren wir am Beispiel des Moduls zur Energieeffizienz. Nicht nur in der Bildungsarbeit von Provadis spielen diese Themen eine Rolle, sondern auch für die Organisation selbst.

Nachhaltigkeitssiegel für Bildungseinrichtungen der Chemiebranche

In einem weiteren Beitrag gewähren uns die Gast-Autoren Einblicke in die Nachhaltigkeitsaktivitäten des Unternehmens und die Bedeutung für die Organisation. Provadis hat das Audit zum Nachhaltigkeitssiegel für Bildungseinrichtungen der Chemiebranche Q3SQ erfolgreich durchgeführt. Was war die Motivation sich als Bildungseinrichtung einem solchen Audit zu unterziehen? Welche Erfahrungen hat Provadis damit gemacht? Auch in diese Fragen geben die Autoren Einblicke.

Die Autoren

Gespannt bin ich auf die die Einblicke unserer Gastautoren, die an dieser Stelle bereits kurz genannt werden. Eine allgemeine Sichtweise auf die Themen Bildung, Nachhaltigkeit und CSR wird uns Dr. Karsten Rudolf, Bereichsleiter Bildungs- und Forschungsprojekte der Provadis Gruppe geben. Gemeinsam mit Jürgen Möller, Projektleiter Bildungs- und Forschungsprojekte, wird er uns auch Einblicke in die Erfahrungen mit dem Nachhaltigkeitsaudit geben. Jürgen Möller wird uns auch von den Erfahrungen des Moduls zur Chancengleichheit für die duale Ausbildung berichten. Darüber hinaus schreibt Marny Schröder, Chemielaborantenausbilderin Provadis Ausbildung, zum Thema Energieeffizienz und wie sich damit Nachhaltigkeitsthemen an die Belegschaft vermitteln lassen. Für ihre Beiträge danke ich den Autoren schon jetzt und wünsche schon jetzt viel Spaß beim Lesen!


Jugendlichen mit schweren Startbedingungen eine Chance geben

Für die chemische Industrie sind qualifizierte Mitarbeiter ein ganz besonders wichtiges Kapital. Das Engagement für den Erhalt und die Weiterentwicklung des dualen Ausbildungssystems, die Bildungsförderung im Sinne des lebenslangen Lernens sowie die Weiterqualifizierung der Beschäftigten gehören daher zu einer unserer zentralen Aufgaben.

Neben den vielen Seminaren und Lehrgängen, die wir für Mitarbeiter unserer Mitgliedsunternehmen anbieten, liegt uns der Nachwuchs sehr am Herzen. So unterstützen wir Grundschulen mit der Chemiekiste und die Science Camps für Kinder bis 12 Jahre. Seit zwei Jahren engagieren wir uns für die Initiative Joblinge, die jungen Menschen mit schlechten Voraussetzungen hilft, eine Ausbildung oder einen Job zu finden.

In Deutschland sind die soziale und familiäre Herkunft sowie die Kenntnis der deutschen Sprache nach wie vor maßgebend für eine gute Ausbildung. Noch immer hat fast jedes dritte Kind schlechtere Bildungschancen, weil es aus einer erwerbslosen, armutsgefährdeten oder bildungsfernen Familie kommt. Auch besteht zwischen den Bildungserfolgen deutscher und ausländischer Jugendlicher noch immer eine erhebliche Diskrepanz. Laut dem Bildungsbericht 2014 landeten 2013 fast die Hälfte der ausländischen Jugendliche beim Zugang zur Berufsausbildung im sogenannten Übergangssystem, das als berufsvorbereitendes Jahr den Übergang von der Schule in eine Ausbildung erleichtern soll. Von den deutschen Jugendliche betraf dies nur jeden Vierten.

Um diese jungen Menschen zu unterstützen und in eine Ausbildung und damit sicherere Zukunft zu begleiten, unterstützen wir als HessenChemie die Joblinge. Die Initiative wurde 2007 als gemeinsame Initiative der Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG und The Boston Consulting Group GmbH (BCG) gemeinsam mit Experten aus Politik, Wirtschaft und gemeinnützigem Sektor ins Leben gerufen. Heute gibt es 12 Standorte, weitere sind geplant.

Das Besondere an dem Programm ist das Förderung und Fordern. In einem 6-monatigen Programm lernen die jungen Menschen, wo ihre Stärken und Schwächen liegen, was es heißt zuverlässig zu sein und für seine eigenen Wünsche und Erwartungen auch selbst etwas zu leisten. Dabei werden sie von Mitarbeitern der Joblinge und einem persönlichen Mentor begleitet, der sie auf dem Weg unterstützt und reflektiert. Partnerunternehmen ermöglichen den Jugendlichen über ein sechs- bis achtwöchiges Praktikum erste Erfahrungen im betrieblichen Alltag zu sammeln, die sozialen Kompetenzen zu festigen und fachliche Qualifikationen zu erwerben. Die Erfolgsquote gibt der Initiative Recht; 70 Prozent der Teilnehmer/-innen können in reguläre (d.h. ungeförderte betriebliche) Ausbildung vermittelt werden, davon sind circa 80 Prozent nach 6 Monaten weiterhin in Ausbildung. 2014 wurden die Joblinge von der Bundeskanzlerin Angela Merkel als „Integrationsprojekt des Jahres“ ausgezeichnet, 2013 erhielt gab‘s den Fairness-Initiativpreis.

HessenChemie unterstützt die Initiative als Aktionär und Partner. Zahlreiche Mitarbeiter unterstützen die Joblinge als persönliche/-r Mentor/-in über einen Zeitraum von 6 Monaten und helfen ihnen, einen passenden Ausbildungsplatz zu finden. In der letzten Mitarbeiterversammlung stellten drei Kolleginnen das Projekt und ihre Arbeit als Mentorinnen vor. Dabei konnte man sehen, wie sehr ihnen „ihr“ Jobling am Herzen liegt und wie stolz sie sind, einigen bereits erfolgreich zu einer Ausbildung verholfen zu haben.

Wenn ich Ihnen jetzt die Initiative schmackhaft gemacht habe und Sie auch Lust haben, sich für einen jungen Menschen zu engagieren, schauen Sie auf www.joblinge.de. Es werden immer Unterstützer gesucht!