MINT-Förderung, die bleibt – zu Besuch beim „Curious Families“-Nachmittag bei Merck
Der Raum ist voll. Familien von zwei bis fünf Personen sitzen an Tischen, Kinder beugen sich konzentriert über Becher, Löffel und Messzylinder, Eltern lesen mit, helfen, staunen – und experimentieren mindestens genauso begeistert. Der „Curious Families“-Nachmittag bei Merck am 23. Januar war genau das, was gute MINT-Förderung ausmacht: neugierig, lebendig und nah dran am Alltag.
Von Abwasser bis Zucker – MINT zum Anfassen
„Von A wie Abwasser bis Z wie Zucker“ lautete das Motto des Workshops – und das war keineswegs übertrieben. An sechs Experimentierstationen konnten die Familien selbstständig forschen: als Zuckerdetektive, Stärkefinder, Schaumschläger, Kunststoffretter, Lichtkraftwerker und Wasserklärer.
Auf den Tischen lagen Tablets mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die Materialien waren übersichtlich in farbigen Boxen sortiert, zusätzliche Utensilien gab es an zentralen Materialtheken. Wer ein Experiment abgeschlossen hatte, konnte direkt nachlesen, was eigentlich dahintersteckt – verständlich erklärt – und zum nächsten Experimentiertisch weiterziehen.
Die Zeit verging wie im Flug. Kinder und Erwachsene waren gleichermaßen vertieft, es wurde ausprobiert, diskutiert und gelacht. Naturwissenschaft als gemeinsames Erlebnis – genau so bleibt sie im Kopf.

„Curious Families“-Nachmittage bei Merck: Experimentieren mit der ganzen Familie
Langfristig gedacht: MINT-Förderung als Teil gesellschaftlicher Verantwortung
Die „Curious Families“-Workshops gibt es bei Merck bereits seit 2019. Sie richten sich an Familien von Merck-Mitarbeitenden mit Kindern im Alter von acht bis zwölf Jahren, sind kostenlos und bewusst niedrigschwellig angelegt. Unterstützt und organisiert wurde auch dieser Nachmittag von two4science, deren Erfahrung man dem Ablauf deutlich anmerkte.
Begrüßt wurden die Familien von Dr. Thomas Eberle (Merck) und Marion Wagener (two4science), die auch die Einführung übernahm. Danach hieß es: ausprobieren und einfach machen.
Für Merck sind die Curious-Families-Nachmittage Teil eines breiteren gesellschaftlichen Engagements. Das Unternehmen fördert MINT-Bildung konsequent entlang der gesamten Bildungskette – vom Kindergartenalter bis zum Abitur. Dazu gehören unter anderem das Merck-TU-Darmstadt-Juniorlabor, Erfinderlabore, der Merck-Abitur-Preis, die Ausrichtung des hessischen Landeswettbewerbs von „Jugend forscht“ sowie eine jährliche Tagung für Lehrkräfte. Der Anspruch dahinter: früh begeistern, langfristig Perspektiven eröffnen, Nachwuchs gewinnen.

Marion Wagener (two4science) und Dr. Thomas Eberle (Merck) begrüßten die Familien.
Warum solche Tage so wichtig sind
MINT-Förderung ist kein Selbstzweck. Sie ist die Grundlage dafür, dass junge Menschen Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten entwickeln – und überhaupt erst auf die Idee kommen, sich mit Naturwissenschaften oder Technik intensiver zu beschäftigen. Genau hier setzen auch die Chemieverbände Hessen an.
Mit ihrer Bildungsinitiative unterstützen HessenChemie und der VCI Hessen gemeinsam mit two4science Experimentiertage wie diesen bei ihren Mitgliedsunternehmen. Science Camps und Family Science Labs machen Naturwissenschaft erlebbar, fördern Neugier und zeigen, wie eng Themen wie Nachhaltigkeit, Gesundheit oder Ressourcenschutz mit Chemie und Technik verbunden sind.
Der „Curious Families“-Nachmittag bei Merck war mehr als ein schöner Freitagnachmittag. Er war ein Beispiel dafür, wie MINT-Förderung gelingen kann, wenn Unternehmen Verantwortung übernehmen, professionelle Partner einbinden und Familien den Lernort ernst nehmen.
Oder anders gesagt: Wenn Kinder am Ende des Tages erklären können, warum Schaum stabil ist oder wie Wasser gereinigt wird – und dabei stolz lächeln –, dann hat MINT-Förderung genau das erreicht, was sie soll.

Experimentieren macht Zukunft - und Freude
20 Jahre Bildungspartnerschaft – MINT-Förderung mit langem Atem
Der Nachmittag bei Merck steht dabei nicht für sich allein. Er ist Teil einer Erfolgsgeschichte, auf die wir im vergangenen Jahr besonders stolz blickten: Seit 20 Jahren engagieren sich HessenChemie, der VCI Hessen und two4science gemeinsam für die MINT-Bildung in Hessen. Was 2005 mit ersten Science Camps begann, hat sich zu einer festen Bildungspartnerschaft entwickelt, die wirkt.
Mehr als 20.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben seitdem in rund 500 Science Camps und Family Science Labs experimentiert. Immer mit demselben Ansatz: selbst ausprobieren statt nur zuhören, Fragen stellen statt Antworten auswendig lernen. Die Angebote sind praxisnah, leicht zugänglich und greifen die großen Themen unserer Zeit auf – von Klimaschutz über Gesundheit bis zur nachhaltigen Entwicklung.
Mit dem Engagement unterstützen die Chemieverbände die Mitgliedsunternehmen, ihr gesellschaftliches Engagement sichtbar zu machen, und eröffnen jungen Menschen frühzeitig Zugänge zu Naturwissenschaften und Technik. Oder anders gesagt: Experimentieren macht Zukunft – wenn man es konsequent und gemeinsam angeht.

An sechs Experimentierstationen konnten die Familien selbstständig forschen.

