Wiesbadener Gespräche zur Sozialpolitik: Drei Fragen an Prof. Dr. Jan Marco Leimeister

3 Fragen – 3 Antworten zu den Wiesbadener Gesprächen

Prof. Dr. Jan Marco Leimeister über Anforderungen an Management und Belegschaft in Zeiten der Digitalisierung.

Am 24. Oktober 2017 finden im Kurhaus Wiesbaden die 12. Wiesbadener Gespräche zur Sozialpolitik statt. Unter dem Motto „Vernetzt. Gehetzt? Wertgeschätzt! – Anforderungen an die Arbeit in der digitalisierten Industrie“ diskutieren wir mit Experten aus Wissenschaft, Unternehmen, Gewerkschaft und Verbänden über die Herausforderungen und Anforderungen der Digitalisierung an die Arbeitswelt. Die Experten aus dem Bereich der Wissenschaft geben uns im Vorfeld in der Serie „Drei Fragen an…“ einen kleinen Einblick in das Thema ihres Vortrages. Den Auftakt macht Prof. Dr. Jan Marco Leimeister.

Prof. Dr. Jan Marco Leimeister ist aktuell Lehrstuhlinhaber für Wirtschaftsinformatik an den Universitäten St. Gallen und Kassel. Das Handelsblatt sieht den 43-Jährigen unter den Top 5 der Wirtschaftsinformatik-Professoren. Über 250 nationale und internationale Fachpublikationen, Studien und Bücher hat er veröffentlicht. Leimeister forscht intensiv über Gestaltung, Einführung und Management von IT-gestützten Organisationsformen und Innovationen. Bei den 12. Wiesbadener Gesprächen zur Sozialpolitik wird er über digitale Transformationen und deren Herausforderungen an Mitarbeiter und Management sprechen.

Drei Fragen an…

HessenChemie: Welche Herausforderungen kommen auf Management und Belegschaft angesichts der digitalen Transformation und der digitalen Arbeit zu?

Prof. Leimeister: Unternehmen, Geschäftsmodell(e), Belegschaft, Unternehmenskultur, Management und Arbeitsorganisation müssen zwingend „fit“ für die digitale Transformation gemacht werden. Es gilt neue Arbeits-, Führungs- und Zusammenarbeitsformen zu verstehen und sich – wo immer nützlich – zu eigen zu machen. Sich trauen, Neues auszuprobieren, ohne das Bewährte gleich über Bord zu werfen, wird immer wichtiger.

 

HessenChemie: Worauf müssen/sollten sich Unternehmen vorbereiten?

Prof. Leimeister: Wettbewerbsintensität, Dynamik, Volatilität und Komplexität steigen. Viele Märkte werden komplett umgekrempelt, neue entstehen, bestehende verschwinden. Dies hat Auswirkungen sowohl auf Prozesse als auch Produkte und Services. Es gilt der Satz „Was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert“.

 

HessenChemie: Wie sollten Mitarbeiter in den Digitalisierungsprozess eingebunden werden?

Prof. Leimeister: Gemeinsam geht’s besser – Management und Belegschaft können gemeinsam neue Wege zusammenzuarbeiten erlernen und in geschützten Bereichen verproben – um Innovationskraft, Agilität, Flexibilität und Wettbewerbskraft zu stärken.

Zu den Wiesbadener Gesprächen zur Sozialpolitik

Die Wiesbadener Gespräche zur Sozialpolitik finden seit 2005 regelmäßig im Kurhaus Wiesbaden statt. Veranstalter ist der Arbeitgeberverband HessenChemie. Die Wiesbadener Gespräche greifen aktuelle Themen auf, die sich in den für die Mitgliedsunternehmen des Verbandes wichtigen Fragen der Sozialpolitik widerspiegeln und eine gesamtgesellschaftliche Relevanz haben. Dabei werden die aufgerufenen Themen gemeinsam mit Experten aus Unternehmen, Gewerkschaft, Wissenschaft, Politik und Medien diskutiert. Zu den Wiesbadener Gesprächen zur Sozialpolitik wird stets ein Tagungsband oder eine Studie mit weiterführenden Beiträgen und Informationen zum Thema der Veranstaltung veröffentlicht. Weitere Infos und Anmeldung…

Frauke Blech ist seit April 2017 Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Arbeitgeberverband HessenChemie. Zuvor war sie als Wirtschaftsredakteurin tätig und schrieb Artikel für ein Mitgliedermagazin. Das redaktionelle Handwerkszeug eignete sie sich in einem Volontariat bei einer Tageszeitung in Norddeutschland an, das sie anschließend als Redakteurin vertiefte. Germanistik und Politikwissenschaften studierte sie an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg.