Nachhaltigkeit: Vier erfolgreiche Jahre. Weiter geht’s!

Mit Chemie³ haben sich die Chemie-Arbeitgeber, der Wirtschaftsverband VCI und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie vor vier Jahren auf den Weg gemacht. Das Ziel: Nachhaltigkeit als Leitbild in der Branche stärken. Nachhaltigkeit ist demnach kein Projekt oder eine Werbeaktion, sondern ein andauernder Prozess, um nachhaltiges Denken und Handeln in der chemisch-pharmazeutischen und kunststoffverarbeitenden Industrie zu verankern. Eine große Aufgabe und ein langer Weg, den die drei Allianzpartner beschreiten wollen. Als Kompass für die Aktivitäten wurden nun neue strategische Ziele für die Zeit von 2018 bis 2022 formuliert.

Nach vier erfolgreichen Jahren wollen die Chemie-Sozialpartner und der VCI weiter intensiv an dem gemeinsamen Ziel arbeiten und hierbei in den nächsten Jahren Folgendes erreichen:

Vier strategische Ziele

  • Ziel 1: Die Unternehmen haben wesentliche, sichtbare Fortschritte im Sinne der Chemie³-Leitlinien erzielt.
  • Ziel 2: Das Bewusstsein für die Bedeutung der sozialen, ökonomischen und ökologischen Dimension der Nachhaltigkeit bei den Beschäftigten der Branche ist gestärkt. Chemie³ unterstützt das betriebliche Engagement durch konkrete Angebote.
  • Ziel 3: Die gleichrangige Berücksichtigung der ökonomischen, sozialen und ökologischen Dimension der Nachhaltigkeit in der politischen und gesellschaftlichen Meinungsbildung ist gestärkt.
  • Ziel 4: Chemie³ ist bei den externen Stakeholdern bekannt, als glaubwürdiger Dialogpartner anerkannt und auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene mit anderen Nachhaltigkeitsaktivitäten vernetzt.

Auch bei den neuen strategischen Zielen bleiben die Unternehmen im Fokus: Nur wenn sich die Unternehmen verändern, verändert sich auch die Branche. Chemie³ will auch nach außen wirken: immer noch dominiert in Politik und Gesellschaft ein einseitig „grünes“ Nachhaltigkeitsverständnis. Doch Nachhaltigkeit ist der Versuch, die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen, Volkswirtschaften und Gesellschaften im Zusammenspiel von ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen zu denken und entsprechend zu handeln – keine immer ganz leichte Aufgabe. Der Schlüssel hierzu ist ein kontinuierlicher Dialog mit den Stakeholdern der Branche.

Dabei treten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Branche sowie die regionale Ebene nun stärker in den Fokus. Die Beschäftigten der Branche zu „Nachhaltigkeitsbotschaften“ zu machen und in den Prozess von Chemie³ einzubeziehen ist nun ein noch wichtigerer Teil der Aktivitäten. Und auch die föderalen Strukturen in Deutschland spielen eine wichtige Rolle: Sowohl Deutschland als auch die Verbändewelt sind föderal organisiert. Es bietet sich deshalb an, den Austausch und Dialog mit der Politik und der Öffentlichkeit auf verschiedenen Ebenen zu führen: nicht nur europäisch und national, sondern eben auch in den Regionen.

Frühzeitig Handeln und Gestalten

Die Initiative Chemie³ möchte Frühwarnsystem und Veränderungsmotor für die Branche beim Thema Nachhaltigkeit sein. Insbesondere für die kleinen und mittelständischen Unternehmen ist dies eine wichtige Funktion, prasseln doch täglich eine Vielzahl von Themen auf sie ein. Thema Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Wie lässt sich Nachhaltigkeit in die duale Berufsausbildung eines Chemikanten integrieren? Als Projektpartner begleiten die hessischen Chemie³-Allianzpartner am Standort in Frankfurt-Höchst ein Modellprojekt, das genau dies erprobt und Erfahrungen für die ganze Branche sammeln kann: „Ausbildung fördert nachhaltige Lernorte in der Industrie (ANLIN)“. Übrigens: ANLIN wurde vor Kurzem von der UNESCO ausgezeichnet und ist nun Teil des Weltaktionsprogramms für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).

Mit einer gemeinsamen Einrichtung der Chemie-Sozialpartner verfügt Chemie³ über eine Bildungseinrichtung, die die Nachhaltigkeitsthemen direkt an die Fach- und Führungskräfte sowie die Betriebsräte bringt. Mit den Veranstaltungen auf regionaler Ebene können gemeinsam ganz praktische Lösungen diskutiert und Anregungen für das eigene Unternehmen und das eigene Arbeitsumfeld gewonnen werden. In Hessen haben sich die letzten beiden So.WIN-Veranstaltungen (Sozialpartner-Werkstatt für Innovation und Nachhaltigkeit) zur betrieblichen Gesundheitsförderung und zu den Veränderungen der Arbeitswelt durch die Digitalisierung beschäftigt.

Aber auch das Thema Lieferkette wird immer wichtiger: Die Politik erwartet, dass die Unternehmen hier stärker für Transparenz sorgen. Chemie³ hat dies erkannt und entwickelt derzeit einen Leitfaden für ein Lieferketten-Management. Die Nachhaltigkeitsinitiative ist also ein lernendes System, das auf der Höhe der Zeit sein will und entsprechende Angebote entwickelt. Bei aller Veränderung bleibt sich Chemie³ damit treu: Statt von außen reguliert zu werden, machen wir unsere Hausaufgaben lieber selbst. In Sachen Transparenz haben sich die drei Allianzpartner in einem intensiven Prozess auf 40 Fortschrittsindikatoren verständigt, die derzeit mit Zahlen gefüllt werden. Im Laufe des Jahres 2018 werden diese vorgestellt und sollen zur besseren Nachvollziehbarkeit der Beiträge der chemischen Industrie für eine nachhaltige Entwicklung beitragen.

 

 


Verbände im Umbruch

Kommunikation ist heute vor allem digitale Kommunikation. Sie ist allgegenwärtig, ohne sie findet heute fast nichts mehr statt. Sowohl im Privaten wie auch im Beruflichen. Schon vor dem Web 2.0 und dem Aufkommen von Social Media hieß es, „wer nicht kommuniziert, findet nicht statt“. Heute gilt das umso mehr.

Kommunizieren ist dabei leichter und schwerer zugleich geworden. Leichter, weil wir heute dank des Web 2.0 unendlich viele Kommunikationskanäle zur Verfügung haben, um unsere Botschaften zu verbreiten und nicht mehr zwangsläufig auf den Journalisten angewiesen sind. Schwerer, weil die eigenen Meldungen die Informationsflut und den Zeitmangel der Zielgruppe durchdringen müssen. Hier kommt es vor allem auf Relevanz und Aktualität an – was nicht neu ist. Mit klaren Werten, Positionen und einer guten Kommunikationsstrategie kann man sich in Stellung bringen.

Verbände leben vom Einbringen ihrer Mitglieder, der medialen Sichtbarkeit sowie dem politischen und sozialen Wirken. All dies ist im Umbruch und so sind immer mehr in Bewegung, um dem Medienwandel und der neuen Art und Weise der Zusammenarbeit zu begegnen.

Einer der originären Aufgaben von Verbänden ist die Vernetzung und der Wissensaustausch. Heute sollte dies möglichst schnell sowie orts- und zeitunabhängig geschehen. Die Fach- und Führungskräfte haben immer weniger Zeit, sie brauchen ihre Informationen möglichst unmittelbar und der Erfahrungsaustausch mit Kollegen anderer Unternehmen hilft ihnen bei Entscheidungsfindung und Umsetzungsprozessen. Verbände müssen darauf reagieren, denn sie laufen sonst Gefahr, dass ihre Mitglieder auf verbandsexterne Plattformen zurückgreifen.

Die technischen Möglichkeiten, um Netz- und Gremienarbeit sowie den Zugang zum Know-how des Verbandes und seinem Expertennetzwerk effizienter und weniger abhängig von physischen Treffen zu gestalten, sind heute mannigfaltig. Anbieter von sogenannten Social-Business-Plattformen oder –Tools sprießen wie Pilze aus dem Boden. Die Entscheidung für eine Plattform sollte daher wohl überlegt sein. Dabei sollte aber nicht nur der Aspekt der Vernetzung und des Austausches betrachtet werden, sondern die gesamte bestehende IT- und Prozesslandschaft. Das Ganze bedarf einer übergeordneten Strategie, die Strukturen, Prozesse und Technologien zu planen und nach und nach einzuführen, um am Ende keine kostspieligen Fehler zu machen und Mitarbeiter und Mitglieder zu überfordern.

Wichtig ist auch, sich als Verband Gedanken über seine Kultur zu machen. Nicht jeder Verband ist auch soweit, Wissen zu teilen und Meinungen und Austausch freien Raum zu geben. Zudem ist es wichtig, die Plattform mit Inhalt und Leben zu füllen. Das erfordert zunächst einmal Ressourcen, denn das kostet Zeit. Idealerweise werden dadurch später andere Prozesse schlanker.

All das ist also ein Projekt, das gut und gerne ein bis drei Jahre dauern kann. Auch wir von HessenChemie setzen uns damit auseinander und werden diesen spannenden Weg gehen.


Ein Corporate Blog – Die Social-Media-Strategie von HessenChemie

Im April 2012 ging der Demografie-Blog der HessenChemie an den Start. Er war Teil der 2011 erarbeiteten Social-Media-Strategie. In vier Workshops haben wir damals das Für und Wider abgewogen und klare Ziele gesteckt, was wir als Verband mit einem Einstieg bei Facebook, Twitter und Co. erreichen wollen. An allererster Stelle standen damals (wie heute) die Aufmerksamkeit für die Themen der Chemiebranche zu steigern, die Marke HessenChemie bekannter zu machen, unseren Expertenstatus aufzuzeigen sowie einen Einstieg in den Dialog mit der Öffentlichkeit zu finden.

Der demografische Wandel ist für die chemische Industrie seit vielen Jahren ein wichtiges Thema. Bereits 2008 haben BAVC und IG BCE als erste Branche den „Tarifvertrag Lebensarbeitszeit und Demografie“ abgeschlossen. Seit 2007 hat HessenChemie mit Clemens Volkwein einen eigenen Demografieberater. Was lag also näher, als mit einem ausgewiesenen Experten einen Themenblog zu starten, der die betriebliche Gestaltung des demografischen Wandels in den Fokus rückt?

Knapp drei Jahre später kam ein weiteres wichtiges Thema auf die Tagesordnung der Chemie, ohne dass der demografische Wandel für die Unternehmen an Relevanz verloren hätte: die Nachhaltigkeit. Unter dem gemeinsamen Dach Chemie³ (www.chemiehoch3.de) machen sich der Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI), die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) stark für eine nachhaltige Entwicklung. Die drei Allianzpartner haben sich zum Ziel gesetzt, Nachhaltigkeit als Leitbild innerhalb der Branche zu verankern. Der Schutz von Mensch und Umwelt sowie der Einsatz für gute und faire Arbeitsbedingungen sind dabei die Grundprinzipien des Handelns.

Um das Thema Nachhaltigkeit auch wirklich nachhaltig in den Unternehmen zu verankern, ergänzt seit letztem Jahr Daniel Schubert das Team der HessenChemie. Warum also nicht über Nachhaltigkeit in einem Blog schreiben, zumal bei ihm auch noch die Affinität zum Thema, Social Media und zum Schreiben vorhanden ist?

Also stellte sich nun die Frage, was tun? Einen zweiten Themen-Blog aufsetzen oder einen Corporate-Blog, der beide Themen unter einem Dach vereint sowie die Möglichkeit bietet, auch über uns als Verband zu berichten? Wir haben uns für letzteres entschieden. Somit finden Sie nun unter der Domain http://hessenchemie-blog.de regelmäßig Beiträge zu den Themen Demografie, Nachhaltigkeit und über unsere Arbeit als HessenChemie. Flankiert wird der Blog durch Twitter. Alle drei Autoren twittern hier regelmäßig zu ihren Themen und freuen sich über Vernetzung, Verbreitung und einen spannenden Dialog.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen und freuen uns über Ihre Kommentare und Anregungen.