Von CO2, Klimawandel, Saft und Wein – Betriebserkundung an der Hochschule Geisenheim liefert Einblicke in Ausbildung und Studium

Ausbildung an der Hochschule – geht das? „Ja, das geht“, schmunzelt Studienberaterin Daniela Archontas-Fadl von der Hochschule Geisenheim University. Am 6. März 2019 konnten Teilnehmer des Arbeitskreises SCHULEWIRTSCHAFT Wiesbaden-Rheingau-Taunus erfahren, welche Möglichkeiten die Hochschule neben den Bachelor- und Masterstudiengängen für Schulabsolventen bereithält.

Lehrkräfte des Arbeitskreises SCHULEWIRTSCHAFT beim Rundgang durch die Hochschule Geisenheim.

Im Jahr 1872 als königliche Lehranstalt für Obst- und Weinbau zu Geisenheim gegründet, gehört die Hochschule von 1971 bis zum Jahr 2012 zur Fachhochschule Wiesbaden. Im Jahr 2013 kommt es zur unabhängigen Neugründung als Lehranstalt „neuen Typs“ und 13. Hochschule des Landes Hessen. Mit rund 1.600 Studierenden zählt Geisenheim als kleine Hochschule, ist jedoch für die „grünen Studiengänge“ weit über die Landesgrenzen Hessens hinaus bekannt. So besuchen rund 15 Prozent ausländische Studenten die Hochschule und Geisenheimer Absolventen sind in der Weinbranche auch im internationalen Wettbewerb besonders gefragt. Studieren kann man in neun Bachelor und neun Masterstudiengängen, darunter Weinbau & Oenologie, internationale Weinwirtschaft, Landschaftsarchitektur oder Getränketechnologie.

Doch zurück zur Ausbildung: Jährlich bietet die Hochschule rund 24 Lehrstellen in neun Ausbildungsberufen an. Darunter auch Chemie- und Biologielaboranten, Fachkraft für Fruchtsafttechnik, Gärtner, Weintechnologe und Winzer. Das Gute an einer Ausbildung in Geisenheim: Sie befähigt, wie alle Ausbildungen in Hessen, auch zum Studium. Denn seit 2016 können Schüler mit Realschulabschluss und einer abgeschlossenen dreijährigen Ausbildung (Abschlussnote min. 2,5) an hessischen Hochschulen fachungebunden studieren. „Der Weg vom Winzer zum Studium Weinbau & Oenologie ist in Geisenheim oft nicht weit“, betont Archontas-Fadl.

Hochschulrundgang liefert Einblicke in diverse Themenbereiche

Geisenheimer FACE-Anlage simuliert erhöhte CO2-Konzentrationen.

Der Rundgang über das Hochschulgelände bringt gleich Licht ins Dunkel mehrerer wichtiger gesellschaftlicher Entwicklungen: So konnten die Lehrkräfte die Auswirkungen des Klimawandels auf Weinreben und andere Kulturpflanzen bei der Besichtigung des FACE-Projektes (kurz für: Free Air Carbon Dioxide Enrichment) nachvollziehen. Prof. Dr. Claudia Kammann erläuterte anhand der ringförmigen Messstationen, welche Auswirkung eine 20 Prozent höhere CO2-Konzentration, wie voraussichtlich im Jahr 2050 vorhanden, auf den Weinanbau hat. Im Freilandexperiment werden die Auswirkungen auf den Ertrag, die Beeren- sowie Weininhaltsstoffe wissenschafltich untersucht.

Neben der Besichtigung des Projektes „Begrünte Fassaden“, bei welchem die Pflanzenverwendung bei wandgebundenen Fassadenbegrünungssystemen untersucht wird, drehte sich im historischen Gebäude des Getränketechnologischen Instituts alles rund um das Thema „Saft“. Neben der Herstellung von Säften aus unterschiedlichen Früchten erläuterte Dipl-Ing. und Ausbilder Michael Ludwig den Unterschied zwischen Direktsaft und Konzentrat.

Im Projekt „Begrünte Fassadenkachel“ forscht die Hochschule zur Pflanzeneignung für die vertikale Begrünung.

Den krönenden Abschluss bildete die Führung durch das Weingut der Hochschule Geisenheim. Neben der Besichtigung der verschiedenen Geräte, die zur Weinherstellung benötigt werden, konnten die Teilnehmer im Sensorikraum wie Weinbau-Studenten Riesling verkosten und von Dipl.-Ing. Christoph Schüßler lernen, welchen Einfluss die Lichtfarbe auf die Wahrnehmung des Geschmacks ausübt.

Schüler, die noch in diesem Jahr kurzentschlossen in eine Ausbildung starten möchten, können sich hier über die freien Ausbildungsstellen informieren.

Mehr über SCHULEWIRTSCHAFT erfahren Sie hier:

Arbeitskreis bringt Schulen und Wirtschaft zusammen


HessenChemie fördert Deutschlandstipendium

Daniel Kaiser freut sich über die Unterstützung von HessenChemie im Rahmen eines Deutschlandstipendiums. V.l.n.r.: Jürgen Funk (HessenChemie), Daniel Kaiser, Prof. Dr. Udo Müller-Nehler (Provadis Hochschule)

Daniel Kaiser hat es geschafft. Er gehört zu den 25 Studierenden der Provadis Hochschule, die für das Studienjahr 2018/2019 ein Stipendiat erhalten haben. Nun kann er sich erst einmal in Ruhe auf sein Studium der Wirtschaftsinformatik im Bachelor-Studiengang konzentrieren.

Die Auszeichnung fand am 18. Januar an der Provadis Hochschule in Frankfurt-Höchst statt. Zu den 14 Förderern gehören neben Unternehmen der chemischen Industrie, die Chemieverbände Hessen – HessenChemie und VCI Hessen – sowie branchennahe Verlage und Stiftungen. HessenChemie unterstützt seit 2018 das Deutschlandstipendium an der Provadis Hochschule.

Die Förderung läuft zunächst über ein Jahr. Im Rahmen des 2011 von der Bundesregierung ins Leben gerufenen Stipendienprogramms erhalten Studierende einen monatlichen Betrag von 300 Euro, der je zur Hälfte vom Bund und einem privaten Förderer getragen wird.

Das Besondere am Deutschlandstipendium ist, dass nicht nur herausragende universitäre oder schulische Leistungen gewürdigt werden, sondern auch das persönliche gesellschaftliche Engagement der Studenten eine entscheidende Rolle bei der Vergabe der Stipendien spielt. Die Förderung von jungen Nachwuchskräften im Rahmen eines Stipendiums ist eine Investition in die Zukunft, die sich für alle lohnt.

Über die Hochschule Provadis

Die Hochschule Provadis wurde im Jahr 2003 als staatlich anerkannte Hochschule gegründet. Kennzeichnend für das duale und berufsbegleitende Studium an der Provadis Hochschule ist die optimale Verzahnung von Theorie und Praxis. Zu ihrem Studienangebot gehören sechs Bachelor- und drei Masterstudiengänge, die seit der Gründung von über 1.200 Studierenden besucht wurden.