Kresse, elektromagnetische Strahlung und Begeisterung für MINT

Wie könnte man besser für Naturwissenschaften und die MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) begeistern als durch selbstständig durchgeführte eigene Projekte? Zum dritten Mal wurden am vergangenen Samstag bei InfraServ Wiesbaden die Projekte der Jugend-forscht-Teilnehmer von Jurys bewertet und anschließend vielen weiteren Besuchern präsentiert. Im Kalle-Haus, direkt am Biebricher Rhein-Ufer, war die Neugierde, aber auch die Aufregung der Teilnehmer zu spüren. Viel Mühe hatten sich sich bei der Gestaltung der Stände gegeben und sich überlegt, wie sie der Jury ihr Projekt vorstellen sollten. Doch was für Fragen würden die Juroren stellen? Würde das eigene Projekt überzeugen?

Florian Dick (zweiter v. r.), Preisträger des Sonderpreises "Bestes interdisziplinäres Projekt" in der Altersgruppe "Schüler Experimentieren" mit Ralf Erdt (erster v.l.) Wettbewerbsleiter Hessen-West bei der Preisverleihung, Ralf Erdt, Dennis Weber, InfraServ Wiesbaden (erster v.r.) und weitere Teilnehmer des Jugend-forscht-Wettbewerbs bei InfraServ Wiesbaden

Florian Dick (zweiter v. r.), Preisträger des Sonderpreises „Bestes interdisziplinäres Projekt“ in der Altersgruppe „Schüler Experimentieren“ mit Ralf Erdt (erster v.l.) Wettbewerbsleiter Hessen-West bei der Preisverleihung, Ralf Erdt, Dennis Weber, InfraServ Wiesbaden (erster v.r.) und weitere Teilnehmer des Jugend-forscht-Wettbewerbs bei InfraServ Wiesbaden; Foto: InfraServ Wiesbaden/ Arne Landwehr

Zwei Projekte überzeugten die Jugend-forscht Jury des Regionalwettbewerbs Hessen-West bei InfraServ in Wiesbaden aufgrund der Verbindung verschiedener Fachbereiche: Florian Dick erhielt die Auszeichnung für das „Beste interdisziplinäre Projekt“für die Untersuchung der „Auswirkungen von  Wlan-Strahlung auf das Pflanzenwachstum“.

Dem Jungforscher war aufgefallen, dass Wlan-Verbindungen und somit auch Strahlungen an immer mehr Stellen eingesetzt werden: in der Wohnung, Cafes, Zügen. Doch hatten diese Strahlungen Auswirkungen auf Pflanzen und andere Lebewesen? In seinem Experiment untersuchte er diese Frage anhand von schnell wachsender Kresse. Er verglich hierbei Kresse, die der Strahlung direkt ausgesetzt war und Kresse, die durch einen faradayischen Käfig abgeschirmt wurde.

Die Jury hob in ihrer Begründung für die Auszeichnung des Projekts die Verbindung von Biologie und Physik bei der Untersuchung elektromagnetischer Strahlungen. Florian Dick von der Rheingauschule in Geisenheim hat mit seiner Frage eine sehr aktuelles Forschungsfeld gewählt. Darüber hinaus hob die Jury die systematische Bearbeitung der Forschungsfrage hervor.

Jürgen Funk, Geschäftsführer bei HessenChemie, während der Laudation zum Sonderpreis "Bestes interdisziplinäres Projekt"

Jürgen Funk, Geschäftsführer bei HessenChemie, während der Laudation zum Sonderpreis „Bestes interdisziplinäres Projekt“; Foto: InfraServ Wiesbaden / Arne Landwehr

In ihrem Projekt zur „Experimentellen Optimierung eines Savonius-Darrieus-VAWT“, also der Optimierung eines Windrats mit senkrechtachsigem Rotor  zur Stromerzeugung, haben sich Jonas Rinnelt, Valentin Promies und Tobias Niehues beschäftigt. Sie wurden in der Altergruppe „Jugend forscht“ mit dem Preis für das „Beste interdisziplinäre Projekt“ ausgezeichnet.

Die Jury hob besonders das Zusammenspiel von Computertechnologie, Technik, Physik und Ingenieurswissenschaften hevor. So konnten die Jungeforscher ihren Rotor mit Hilfe eins 3D-Druckers selbst herstellen und mit verschiedenen Formen experimentieren. Die Frage, die sie sich gestellt hatten war, mit welcher Form möglichst effizient Strom mit dem Windrad erzeugt werden könnte. Dabei drehte die Gruppe nicht nur das große Rad, sondern forschte an einer Anwendung, die auch in Innenstädten zum Einsatz kommen könnte.

Neben den Preisen der regulären Kategorien wie Chemie, Technik, Physik oder Arbeitswelt, haben die Teilnehmer die Chance auf weitere Sonderpreise. HessenChemie unterstützt den Wettbewerb durch den Sonderpreis für das „Beste interdisziplinäre Projekt“ in den Altersgruppen „Schüler experimentieren“ und „Jugend forscht“. Dieser Preis qualifiziert in der Altergruppe „Jugend forscht“ auch für die Teilnahme am Landeswettbewerb.