Engagement im Beruf: Corporate Volunteering

Periodisch kehren die Artikel zu jungen Menschen, die nach der Schule ins Ausland gehen wieder:  „Wiesbaden: Zwei junge Wiesbadener starten ein FSJ im Ausland“ schreibt der Wiesbadener Kurier. Nach der Schule nicht direkt in die Ausbildung oder ins Studium zu starten, sondern erstmal etwas Anderes machen. Viele junge Menschen wählen diesen Weg und sammeln Lebenserfahrung: in Deutschland in sozialen Einrichtungen oder auch im Ausland. Nach einem solchen Jahr steht entweder der Einstieg in die Berufsausbildung an oder ein Studium. Aber wie ist das mit freiwilligem Engagement im Beruf und im Unternehmen?

Was ist Corporate Volunteering?

Unter dem Schlagwort „Corporate Volunteering“ werden Freiwilligenprogramme von Unternehmen für und mit ihren Mitarbeiter genannt. Unternehmen unterstützen ihre Mitarbeiter bei ihrem Engagment für gemeinnützige Projekte und schaffen damit einen Mehrwert für die Gesellschaft, sich selbst und das Unternehmen. In der Nachhaltigkeitsinitiative „Chemie hoch 3“ ist dies in Leitlinie 10 „Als Guter Nachbar Engagement und Verantwortung zeigen“ so beschrieben:

Als verantwortliche Nachbarn engagieren sich Unternehmen und Beschäftigte für eine nachhaltige Entwicklung an ihren nationalen und internationalen Standorten. Sie sind aktive Partner der regionalen Akteure und setzen sich für eine hohe Lebensqualität und ehrenamtliches Engagement in ihrer Region ein. Insbesondere fördern sie die Zukunfts- und Bildungschancen junger Menschen.“

Die beiden Wiesbadener in dem oben angesprochenen Artikel nutzen die Zeit des Freiwilligen Sozialen Jahres, um ihren Horizont zu erweitern und über den Tellerrand zu schauen. Nicht direkt nach der Schulzeit wieder die Schulbank zu drücken, weil die Ausbildung oder das Studium beginnt, ist ein Teil der Motivation für das Jahr. Im Berufsalltag können kleinere Projekte einen ähnlichen Effekt haben: über den Tellerand des eigenen Unternehemns und des eigenen Alltags zu gucken und gemeinsam mit der Nachbarschaft ein Projekt durchführen. Mit der Förderung der Mitarbeiter bei ihren Aktivitäten kann sich das Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber präsentieren. Die Arbeit an einem gemeinsamen Projekt abseits des Büroalltags kann darüber hinaus den Austausch zwischen den Kollegen fördern. Dies kann auch die Bindung an das Unternehmen steigern. Für die Nachbarn des Unternehmens wird eine Organisation so mit Gesichtern verknüpft; aus Organisationen werden Menschen, die dahinterstehen. So kann Vertrauen aufgebaut und die Akzeptanz des Unternehmens erhöht werden. Mittlerweile gibt es zahlreiche Aktionstage, die für Projekte genutzt werden können. Ein positiver Nebeneffekt hierbei ist, dass nebenbei Nachhaltigkeitskompetenzen aufgebaut werden können.

Engagement: es gibt viele Möglichkeiten

Welche Möglichkeiten haben die Unternehmen das gesellschaftliche Engagement ihrer Mitarbeiter zu unterstützen? Die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt. Manche Unternehmen engagieren sich regelmäßig und nuzten hierzu Projektwochen wie „Wiesbaden engagiert!“. Andere Unternehmen stellen den Mitarbeitern ein bestimmtes Zeitkontingent für Engagement zur Verfügung, dass sie für ehrenamtliche Tätigkeiten nutzen können. Mindestens ebenso unterschiedlich sind die Themen mit denen sich das Engagement befassen kann: die Einrichtung eines Berufsorientierungs-Cafés in einer Schule von Mitarbeitern der ISW-Gruppe während der Aktionswoche von „Wiesbaden engagiert!“  oder dem Engagement als Mentor bei den JOBLINGEN, oder die Aktionstage Nachhaltigkeit eigenen sich hierfür.

Was unbedingt zu beachten ist

Bei den Aktivitäten sollte auf noch auf einige Punkte geachtet werden:

  • Verschwendung nutzt niemandem, deshalb ist auf einen effizienten und effektiven Einsatz der Ressourcen zu achten
  • Kommunikation ist auch hier das A und O: alle Beteiligten sollten in die Auswahl des Projektes, die Ausgestaltung und Durchführung eingebunden werden
  • Das Projekt sollte zum Unternehmen und den Mitarbeitern passen, das notwendige Know-How vorhanden sein

Der Austausch über die Vorstellungen und das  Ziel des Projekts ist für beide Seiten wichtig: was benötigt die gemeinnützige Einrichtung, was möchten die Mitarbeiter und das Unternehmen in dem Projekt verwirklichen? Auch der zeitliche Rahmen ist zu beachten: kann das Projekt in der vorgegebenen Zeit überhaupt beendet werden? Sich hier im Projektmanagement zu üben kann gerade auch für junge Mitarbeiter eine spannende Erfahrung sein.

 

Veröffentlicht in Nachhaltigkeit
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