Die Arbeit der Zukunft – wie werden wir sie gestalten?

Tagesschau-Gucker sind vor Kurzem wohl erschrocken: Vor dem Fernseher sitzend, sehen sie das gewohnte, blaue Tagesschau-Bild und hören gleich, gewohnte „Tagesschau-Musik“, die die 20-Uhr-Nachrichten einläutet. Doch im Bild war nicht einer der bekannten Moderatoren zu sehen, sondern ein weißer Roboter, der die Nachrichten spricht. Der „Mod E Rator 2016“ berichtet, dass in der Arbeitswelt zunehmend Roboter eingesetzt würden, die dem Menschen Konkurrenz machten. Ein ungewohnter Moment, aus dem der Zuschauer erst durch die bekannte Stimme von Tagesschau-Moderator Jan Hofer geholt wird. Es geht um die Zukunft der Arbeit, und die Diskussion in der ARD-Themenwoche beginnt mit einer sorgenvollen Frage: Konkurrent oder Kollege? Vom 30. Oktober bis 05. November 2016 dreht sich alles um die Zukunft der Arbeit: im Tatort, in Talkshows, Spielfilmen und vielen weiteren Beiträgen. Von Industrie 4.0, Smart Factories oder Big Data werden verschiedene Szenarien aufgezeigt. In diesen Veränderungen liegen große Chancen – für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

„Keine menschenleeren Fabriken“

Die Arbeit der Zukunft wird an vielen Stellen eine andere sein als die Arbeit, die wir heute kennen. In einem Gespräch mit dem Wiesbadener Kurier drückte Dirk Meyer, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands HessenChemie, dies in Bezug auf die Veränderungen in der chemischen Industrie in Hessen so aus: „Die Arbeit wird eine andere sein, sie wird uns aber nicht ausgehen. (Wiesbadener Kurier vom 14.09.2016)“ Und: in der Chemie werden diese Veränderungen aufgrund der Investitionszyklen nicht über Nacht passieren. Die Veränderungen können gemeinsam gestaltet werden. In dem angesprochenen Gespräch mit dem Wiesbadener Kurier entgegenete Volker Weber, der Landesbezirksleiter der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie Hessen-Thüringen: „Wir sind ins Gestalten verliebt“. In den Veränderungen der Arbeitswelt steckt ein Gestaltungsauftrag für die Sozialpartner. Um sich dieser gemeinsamen Aufgabe zu stellen, haben die Chemie-Arbeitgeber und die IG BCE einen Branchen-Dialog „work@industrie 4.0“ zur Zukunft der Arbeit begonnen.

Gemeinsame Aufgabe der Sozialpartner: Branchen-Dialog „Work@industry 4.0“

Der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie hatten zur Fachtagung „Work@industry 4.0“ am 11. Oktober 2016 eingeladen. Gemeinsam mit Arbeitsministerin Andrea Nahles diskutierten die Chemie-Sozialpartner die Herausforderungen des digitalen Wandels für die Arbeitswelt in der chemischen Industrie.

Von besonderem Interesse für die Teilnehmer waren die Fragen nach den Veränderungen der Aus- und Weiterbildung, aber auch die Möglichkeiten des orts- und zeitflexiblen Arbeitens sowie nach guter und gesunder Arbeit. Die Arbeit der Zukunft wird voraussichtlich sehr viel flexibler sein als heute. Michael Vassilidis, der Vorsitzende der IG BCE, formulierte seine Vorstellung so: „Dabei ist Flexibilität ein für Unternehmen wichtiges Thema. Vorrangig aber muss es darum gehen, den Beschäftigten persönliche Freiräume zu eröffnen. […] Wir wollen eine neue Ära der Arbeitszeit – mit deutlich mehr Wahlmöglichkeiten für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Dafür lohnt es sich im beidseitigen Interesse gute Ideen und Gestaltungsmöglichkeiten zu entwickeln.“ Die Präsidentin des BAVC, Margret Suckale, ordnete das mit den Worten: „Auch das Megathema Digitalisierung werden wir als Chemie-Sozialpartner in bewährter Weise gemeinsam gestalten – indem wir die Herausforderungen ernst nehmen, aber auch die enormen Chancen erkennen und nutzen.“

Den Auftakt zu den Diskussion in der Themenwoche der ARD bildete ein „Digitalcamp“ in Berlin. Die dortigen Erfahrungen fasste ein Teilnehmer so zusammen: „Es ist manchmal anstrengend, weil die Interessen auseinandergehen.“ Das hört sich nach Arbeit an, aber nicht nach Sorgen.

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