Bildung für nachhaltige Entwicklung – Ein Beispiel aus der Chemie-Branche

Heute beginnt in Berlin der Agendakongress zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), den das Bundesministerium für Bildung und Forschung wieder ausrichtet. In diesem Jahr steht der Nationale Aktionsplan BNE im Zentrum der Konferenz in Berlin. Dass Bildung für nachhaltige Entwicklung auch ein Thema für Unternehmen und ihre Mitarbeiter ist, zeigte eindrucksvoll das Fachforum „Mit Qualifizierung zum nachhaltigen Unternehmen“ am 2. Novemeber 2017 in Wiesbaden. Der Veranstalter – Provadis Partner für Bildung und Beratung GmbH – stellte hier ein vom Bundesinstitut für Berufsbildung gefördertes Projekt vor. Angeregt diskutierten die ca. 70 Experten aus Unternehmen, Verbänden, Berufsschulen und der Politik das im Modellprojekt „Ausbildung fördert nachhaltige Lernorte in der Industrie (ANLIN)“ entwickelte Umsetzungskonzept.

Nachhaltigkeit wichtig zur Fachkräftesicherung
Warum ist das Thema Nachhaltigkeit von so großer Bedeutung für Unternehmen? Darüber sprach Dr. Werner Sievers, Leiter Wirkstoffproduktion Chemie am Standort Frankfurt bei Sanofi Aventis Deutschland. Der unternehmerische Erfolg hänge auch von der Übernahme gesellschaftlicher und ökologischer Verantwortung ab. Für Arbeitnehmer würden diese Themen immer wichtiger. Daher spiele Nachhaltigkeit unter anderem bei der Fachkräftesicherung eine Rolle.

„Bildung für nachhaltige Entwicklung ermöglicht es jedem und jeder Einzelnen, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen. Genau deshalb wurde in diesem Jahr der Nationale Aktionsplan „Bildung zu nachhaltiger Entwicklung“ (BNE) verabschiedet. Damit die Umsetzung in der Schule auch gelingt, stellen wir allen Schulformen Beratungsangebote für die Erarbeitung und Umsetzung pädagogischer Konzepte zur Verfügung und unterstützen sie bei den verschiedenen Aspekten der Nachhaltigkeit im Rahmen der Schulentwicklung“, erklärte der Staatssekretär im Hessischen Kultusministerium, Dr. Manuel Lösel.

Aber auch in der beruflichen Bildung sei das Thema essentiell, betonte Barbara Hemkes, Leiterin des Arbeitsbereichs Qualität, Nachhaltigkeit, Durchlässigkeit des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Hier liege die Herausforderung darin, die Betriebe und Unternehmen zu nachhaltigen Lernorten zu machen. Das durch das BIBB aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung geförderte
Projekt ANLIN der Partner Provadis, BBW Wittenberg, Qualifizierungsförderwerk Chemie und dem Institut für nachhaltige Berufsbildung und Management-Services sei hierfür ein sehr wichtiger und erfolgversprechender Schritt.

Wichtiges Modellprojekt in der Ausbildung
Für den Bildungsdienstleister Provadis spielt Nachhaltigkeit in der Aus- und Weiterbildung bereits seit einiger Zeit eine wichtige Rolle. „Bei unseren Kunden gewinnt das Thema zunehmend an Bedeutung. Aus diesem Grund sind wir nicht nur als nachhaltiges Unternehmen zertifiziert, sondern haben zukunftsfähiges Denken und Handeln auch inhaltlich in unsere Aus- und Weiterbildung integriert“, betonte Provadis-Geschäftsführer Dr. Udo Lemke.

Eines dieser Modellprojekte aus dem Bereich Ausbildung, ANLIN (Ausbildung fördert nachhaltige Lernorte in der Industrie), stellten Marny Schröder, Projektleiterin für Bildungs- & Forschungsprojekte bei Provadis, und Franziska Massa, Projektreferentin, Qualifizierungsförderwerk Chemie, vor. „Unsere Erfahrungen mit dem ersten Ausbildungsjahrgang, der das Projekt bereits durchlaufen hat, zeigen, dass wir ein Konzept entwickelt haben, mit dem wir die Auszubildenden sehr gut erreichen und mitnehmen können“, so Schröder. Auch Dr. Andreas Ogrinz, Geschäftsführer Bildung, Innovation, Nachhaltigkeit, Bundesarbeitgeberverband Chemie e.V., lobte das Projekt als wichtigen Teil von Chemie³ , der Nachhaltigkeitsinitiative der chemischen Industrie. Beim Thema Nachhaltigkeit sei der Mensch ganz entscheidend. Hier leiste ANLIN einen sehr wertvollen Beitrag, die zukünftigen Mitarbeiter hierfür zu gewinnen.

Am Standort in Frankfurt-Höchst wird das Projekt auch von den regionalen Chemie³-Allianzparnter, dem Arbeitgeberverband HessenChemie, dem Verband der chemischen Industrie Hessen (VCI Hessen) und der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) Hessen-Thüringen begleitet. Weitere Informationen zum Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung sind abrufbar unter www.bne-portal.de/bundesweit/nationaler-aktionsplan, Informationen zum Projekt ANLIN unter www.provadis.de/anlin sowie zur Initiative Chemie³ unter www.chemiehoch3.de.

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