13. Wiesbadener Gespräche zur Sozialpolitik

Der demografische Wandel, der Trend zum Studium, die immer noch zu wenigen Absolventen in den MINT-Berufen sowie die neuen Anforderungen in der digitalen Transformation führen dazu, dass Unternehmen immer schwerer vakante Stellen neu besetzen können.

Risiko Fachkräftemangel

Laut einer Studie der Goethe-Universität Frankfurt werden in fünf Jahren 174.000 Fachkräfte in Hessen fehlen, darunter 135.000 Beschäftigte mit einer dualen Ausbildung. Das Mittelstandsbarometers 2019 der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY ergab, dass der Fachkräftemangel den Unternehmen deutlich größere Sorgen bereitet als das Risiko eines konjunkturellen Abschwungs. Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) hat die Chemiebranche selbst noch einmal genauer unter die Lupe genommen: Im „Fachkräftecheck Chemie“ wiesen zuletzt 18 von 35 für die Branche relevanten Berufe einen Fachkräfteengpass auf. Bei den Chemikanten und Pharmakanten besteht dieser schon seit Längerem und in Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen ist dieser noch einmal ganz besonders ausgeprägt: Hier sind acht von zehn Stellen schwer zu besetzen.

Neue Wege der Fachkräftesicherung

Fehlen Fachkräfte ist dies nicht nur eine Gefahr für die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, sondern letzten Endes auch für Wachstum und Wohlstand in Deutschland. Die Sicherung des Fachkräftebedarfs ist daher eine der großen Herausforderungen für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Aus diesem Grund ist der Fachkräftemangel in diesem Jahr auch eines der Schwerpunktthemen von HessenChemie.

So stehen beispielsweise die 13. Wiesbadener Gespräche zur Sozialpolitik am 17. Oktober 2019 unter dem Motto „Neue Wege der Fachkräftesicherung“. Neben interessanten Rednern haben wir in diesem Jahr auch Unternehmen aus dem Bereich des Recruitments eingeladen, die im „Parcours der Möglichkeiten“ den Teilnehmern Konzepte zur Fachkräftegewinnung vorstellen. Mehr in Kürze in diesem Blog.

Viele Wege führen nach Rom

Zur Sicherung des Fachkräftebedarfs gibt es für Unternehmen kein Allgemeinrezept. Aber es stehen zahlreiche verschiedene Instrumente zur Verfügung, die Unternehmen nutzen können: das eigene Ausbildungsengagement stärken, attraktive Arbeitsbedingungen bieten, Mitarbeiter (weiter-)qualifizieren, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessern, die Potenziale von älteren Beschäftigten, Frauen, Studienabbrechern, Jugendlichen mit schlechter Einstiegsqualifikation oder ausländischen Fachkräften nutzen, um nur einige Möglichkeiten zu nennen.

Viele gute Beispiele werden wir bei den Wiesbadener Gesprächen zur Sozialpolitik hören und sehen, denn wir haben eigens für den Tag drei Best Practices gefilmt.

Das Programm: Romantik, Best Practices und was einen attraktiven Arbeitgeber ausmacht

2019 haben wir ein vielfältiges Programm mit spannenden Rednern und Unternehmen zusammengestellt. Durch den Tag führt, wie seit vielen Jahren, Dr. Norbert Lehmann vom ZDF.

Prof. Dr. Heinz-Walter Große: Der Vorstandsvorsitzende von HessenChemie wird nicht nur die Teilnehmer begrüßen, sondern auch über sein Buch „Task & Teams – die neue Formel für bessere Zusammenarbeit“ sprechen. Wie der Titel bereits ahnen lässt, geht es dabei um eine andere Form der Zusammenarbeit, und die ist heute bei vielen Unternehmen notwendig, wollen sie gute Mitarbeiter finden und binden. Prof. Große und Co-Autorin Bernadette Tillmanns-Estorf schaffen das klassische Organigramm ab, denn es „bläht Unternehmen auf und verhindert flexible Zusammenarbeit, ohne die heute niemand mehr im Wettbewerb bestehen kann“.

Kai Klose, hessischer Minister für Soziales und Integration, wird über die Instrumente der Fachkräftesicherung seitens der hessischen Landesregierung sprechen.

Key Speaker Tim Leberecht sieht die Zeit für eine romantische Revolution gekommen. Der weltweit tätige Berater und Autor ist einer der leidenschaftlichsten und scharfsinnigsten Vordenker für einen neuen Humanismus in Wirtschaft und Gesellschaft vor dem Hintergrund von Digitalisierung, Automatisierung und künstlicher Intelligenz.

Gegen die datengetriebene „Entzauberung der Welt“ zeichnet Tim Leberecht die Konturen einer neuen romantischen Bewegung, die gegen die Logik der Daten eine subjektive, emotionale Wahrheit setzt. Leberecht glaubt, dass es vor allem romantische Qualitäten sind, die uns in der von künstlicher Intelligenz (KI) und Automatisierung geprägten Arbeitswelt von morgen differenzieren – und Mensch bleiben lassen.

Francesco Grioli ,Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstandes der IG BCE, und Dirk Meyer, Hauptgeschäftsführer HessenChemie, sprechen über moderne Arbeitswelten aus Sicht der Chemie-Sozialpartner.

Im „Speakers‘ Corner“ interviewen wir drei Mitgliedsunternehmen: Vor welchen Herausforderungen stehen sie und was sind ihre Instrumente zur Fachkräftegewinnung-, sicherung und –bindung.

  • Strategische Fachkräftesicherung in der Infraserv Höchst-Gruppe,Jürgen Vormann, Vorsitzender der Geschäftsführung, Infraserv GmbH & Co. Höchst KG
  • Fachkräfte als Innovationstreiber. Ein Arbeitsumfeld für die Welt von morgen, Philip Heßen, Personalleiter Deutschland und Leiter der People Strategy, Merck KGaA
  • Zufriedene Mitarbeiter sichern die Zukunft, Annette Diane Pascoe, Geschäftsführerin Pascoe Naturmedizin

Marcel Görtz, Studienleiter „Beste Arbeitgeber Chemie“ von Great Place to Work, rundet mit einem Vortrag über „zukunftsweisende Instrumente attraktiver Arbeitgeber in Deutschland zur Förderung ihrer Wettbewerbsfähigkeit“ den Tag ab. Great Place to Work® zeichnet jedes Jahr auf Grundlage anonymer Mitarbeiterbefragungen und der Analyse der Unternehmenskultur sehr gute Arbeitgeber international, national, regional und branchenspezifisch für ihre Leistung aus.

In den kommenden Wochen werden wir in unserem Blog „Drei Fragen an…“ die Redner der Wiesbadener Gespräche stellen. Seien Sie gespannt.

Mehr Informationen zu den Wiesbadener Gesprächen zur Sozialpolitik sowie die Möglichkeit, sich anzumelden, finden Sie hier…

Mehr zu den vergangenen Wiesbadener Gesprächen finden Sie auf YouTube…

Veröffentlicht in HessenChemie

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