Verbände im Umbruch

Kommunikation ist heute vor allem digitale Kommunikation. Sie ist allgegenwärtig, ohne sie findet heute fast nichts mehr statt. Sowohl im Privaten wie auch im Beruflichen. Schon vor dem Web 2.0 und dem Aufkommen von Social Media hieß es, „wer nicht kommuniziert, findet nicht statt“. Heute gilt das umso mehr.

Kommunizieren ist dabei leichter und schwerer zugleich geworden. Leichter, weil wir heute dank des Web 2.0 unendlich viele Kommunikationskanäle zur Verfügung haben, um unsere Botschaften zu verbreiten und nicht mehr zwangsläufig auf den Journalisten angewiesen sind. Schwerer, weil die eigenen Meldungen die Informationsflut und den Zeitmangel der Zielgruppe durchdringen müssen. Hier kommt es vor allem auf Relevanz und Aktualität an – was nicht neu ist. Mit klaren Werten, Positionen und einer guten Kommunikationsstrategie kann man sich in Stellung bringen.

Verbände leben vom Einbringen ihrer Mitglieder, der medialen Sichtbarkeit sowie dem politischen und sozialen Wirken. All dies ist im Umbruch und so sind immer mehr in Bewegung, um dem Medienwandel und der neuen Art und Weise der Zusammenarbeit zu begegnen.

Einer der originären Aufgaben von Verbänden ist die Vernetzung und der Wissensaustausch. Heute sollte dies möglichst schnell sowie orts- und zeitunabhängig geschehen. Die Fach- und Führungskräfte haben immer weniger Zeit, sie brauchen ihre Informationen möglichst unmittelbar und der Erfahrungsaustausch mit Kollegen anderer Unternehmen hilft ihnen bei Entscheidungsfindung und Umsetzungsprozessen. Verbände müssen darauf reagieren, denn sie laufen sonst Gefahr, dass ihre Mitglieder auf verbandsexterne Plattformen zurückgreifen.

Die technischen Möglichkeiten, um Netz- und Gremienarbeit sowie den Zugang zum Know-how des Verbandes und seinem Expertennetzwerk effizienter und weniger abhängig von physischen Treffen zu gestalten, sind heute mannigfaltig. Anbieter von sogenannten Social-Business-Plattformen oder –Tools sprießen wie Pilze aus dem Boden. Die Entscheidung für eine Plattform sollte daher wohl überlegt sein. Dabei sollte aber nicht nur der Aspekt der Vernetzung und des Austausches betrachtet werden, sondern die gesamte bestehende IT- und Prozesslandschaft. Das Ganze bedarf einer übergeordneten Strategie, die Strukturen, Prozesse und Technologien zu planen und nach und nach einzuführen, um am Ende keine kostspieligen Fehler zu machen und Mitarbeiter und Mitglieder zu überfordern.

Wichtig ist auch, sich als Verband Gedanken über seine Kultur zu machen. Nicht jeder Verband ist auch soweit, Wissen zu teilen und Meinungen und Austausch freien Raum zu geben. Zudem ist es wichtig, die Plattform mit Inhalt und Leben zu füllen. Das erfordert zunächst einmal Ressourcen, denn das kostet Zeit. Idealerweise werden dadurch später andere Prozesse schlanker.

All das ist also ein Projekt, das gut und gerne ein bis drei Jahre dauern kann. Auch wir von HessenChemie setzen uns damit auseinander und werden diesen spannenden Weg gehen.

Veröffentlicht in HessenChemie
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