Praktikumsjahr matcht Unternehmen und Schulabsolventen

„Alle elf Minuten…“: Es ist wie bei einer Partnerbörse, nur dass das Startup Praktikumsjahr mit der gleichnamigen Onlineplattform nicht Mann und Frau zusammenbringt, sondern Schulabsolventen und Unternehmen – und zwar in Form eines Praktikums.

Die Idee dazu hatten drei junge Männer aus Fulda. Selbst noch nicht lange aus der Schule, wissen die drei Gründer Malte Bürger (21), Johannes Feik (20) und Jan Herold Müller (20) um die schwierige Situation der Schulabgänger, sich nach dem Schulabschluss für einen passenden Beruf zu entscheiden. Zugleich kennen sie die Problematik vieler Unternehmen, passende Auszubildende, und damit ihre zukünftigen Fachkräfte, zu finden. Was lag da näher, als beide Seiten zusammenzubringen? Für das Konzept hat das Startup Ende 2018 den Hessischen Gründerpreis erhalten.

Die duale Ausbildung und das Imageproblem

Nach wie vor verbinden viele Schüler und Eltern ein Studium mit höheren Einkommen sowie spannenderen und angeseheneren Berufen. Vielen sind auch das große Spektrum an Ausbildungsberufen und die guten Verdienstmöglichkeiten, gerade in der Chemie- und Pharmabranche, nicht bewusst. Die Attraktivität der Ausbildung muss deswegen dringend gestärkt werden. Das bedarf auch einer gesellschaftlichen Wertediskussion, denn solange der Akademiker ein höheres Ansehen genießt als die Fachkraft, wird sich an der Situation wenig ändern. Aber das müsste es, denn die betriebliche Ausbildung ist eine zentrale Säule der Fachkräftesicherung und für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen – und damit den Wohlstand für Deutschland – elementar.

Beidseitige Schnuppermöglichkeit

Ein Praktikum nach Abschluss der Schulzeit ist daher für Unternehmen wie für Absolventen gleichermaßen eine wunderbare Gelegenheit, sich einmal völlig unverbindlich zu beschnuppern. Junge Menschen erhalten so eine bessere Vorstellung von einem Beruf, lernen Unternehmen kennen und können für sich entscheiden, ob eine Ausbildung in dem Betrieb für sie in Frage käme. Ausbildungsunternehmen wiederum lernen auf diesem Wege junge Menschen kennen, können deren Motivation und Fähigkeiten besser einschätzen und sie vom eigenen Unternehmen überzeugen. So kommen möglicherweise zwei zusammen, die sonst nicht zusammengekommen wären.
Der Haken bei der Sache war bislang, dass es für Schulabgänger nicht sehr viele Praktikumsstellen gab, wie gesagt: bislang. Deswegen schließt das Onlineportal Praktikumsjahr hier eine ganz große, wichtige Lücke.

Wie es funktioniert

Bei Praktikumsjahr können junge Menschen in einem Zeitraum von einem halben bis zu einem ganzen Jahr verschiedene Praktika durchlaufen. In der Regel werden diese für zwei (maximal drei) Monate vergeben. Dabei zahlen Unternehmen den Praktikanten ein Taschengeld von 250 Euro pro Monat. Beide Seiten hinterlegen dazu ihr Profil und ihre Interessen auf der Plattform. Diese übernimmt dann den bürokratischen Aufwand und macht es so für die Unternehmen einfach, Praktikanten zu finden. In der Stellenanzeige können Anforderungen für den Interessenten festgehalten werden, sodass Unternehmen nur Vorschläge mit bestimmten Noten, Schulabschluss oder individuell beantworteten Fragen erhalten. Hat das Portal den passenden Interessenten für ein Unternehmen gefunden, informiert es dieses und vermittelt die Kontaktdaten, sodass es zu einem persönlichen Gespräch zwischen Bewerber und Betrieb kommen kann. Während des Entscheidungsprozesses ist die Anfrage reserviert.

Vorteil für HessenChemie-Mitgliedsunternehmen

HessenChemie ist im November dieses Jahres eine Kooperation mit Praktikumsjahr eingegangen. Davon profitieren nun die Mitgliedsunternehmen: Für sie entfällt die einmalige Einrichtungsgebühr von 250 Euro. Mehr zum Ablauf und den Preisen finden Sie hier…

v.l.n.r.: Malte Bürger, Jürgen Funk, Johannes Feik, Jan Herold Müller

Die Kooperation besiegelten Malte Bürger, Jürgen Funk von HessenChemie, Johannes Feik und Jan Herold Müller (v.l.n.r.) ordnungsgemäß per Handschlag.

Veröffentlicht in HessenChemie

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