Jugendlichen mit schweren Startbedingungen eine Chance geben

Für die chemische Industrie sind qualifizierte Mitarbeiter ein ganz besonders wichtiges Kapital. Das Engagement für den Erhalt und die Weiterentwicklung des dualen Ausbildungssystems, die Bildungsförderung im Sinne des lebenslangen Lernens sowie die Weiterqualifizierung der Beschäftigten gehören daher zu einer unserer zentralen Aufgaben.

Neben den vielen Seminaren und Lehrgängen, die wir für Mitarbeiter unserer Mitgliedsunternehmen anbieten, liegt uns der Nachwuchs sehr am Herzen. So unterstützen wir Grundschulen mit der Chemiekiste und die Science Camps für Kinder bis 12 Jahre. Seit zwei Jahren engagieren wir uns für die Initiative Joblinge, die jungen Menschen mit schlechten Voraussetzungen hilft, eine Ausbildung oder einen Job zu finden.

In Deutschland sind die soziale und familiäre Herkunft sowie die Kenntnis der deutschen Sprache nach wie vor maßgebend für eine gute Ausbildung. Noch immer hat fast jedes dritte Kind schlechtere Bildungschancen, weil es aus einer erwerbslosen, armutsgefährdeten oder bildungsfernen Familie kommt. Auch besteht zwischen den Bildungserfolgen deutscher und ausländischer Jugendlicher noch immer eine erhebliche Diskrepanz. Laut dem Bildungsbericht 2014 landeten 2013 fast die Hälfte der ausländischen Jugendliche beim Zugang zur Berufsausbildung im sogenannten Übergangssystem, das als berufsvorbereitendes Jahr den Übergang von der Schule in eine Ausbildung erleichtern soll. Von den deutschen Jugendliche betraf dies nur jeden Vierten.

Um diese jungen Menschen zu unterstützen und in eine Ausbildung und damit sicherere Zukunft zu begleiten, unterstützen wir als HessenChemie die Joblinge. Die Initiative wurde 2007 als gemeinsame Initiative der Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG und The Boston Consulting Group GmbH (BCG) gemeinsam mit Experten aus Politik, Wirtschaft und gemeinnützigem Sektor ins Leben gerufen. Heute gibt es 12 Standorte, weitere sind geplant.

Das Besondere an dem Programm ist das Förderung und Fordern. In einem 6-monatigen Programm lernen die jungen Menschen, wo ihre Stärken und Schwächen liegen, was es heißt zuverlässig zu sein und für seine eigenen Wünsche und Erwartungen auch selbst etwas zu leisten. Dabei werden sie von Mitarbeitern der Joblinge und einem persönlichen Mentor begleitet, der sie auf dem Weg unterstützt und reflektiert. Partnerunternehmen ermöglichen den Jugendlichen über ein sechs- bis achtwöchiges Praktikum erste Erfahrungen im betrieblichen Alltag zu sammeln, die sozialen Kompetenzen zu festigen und fachliche Qualifikationen zu erwerben. Die Erfolgsquote gibt der Initiative Recht; 70 Prozent der Teilnehmer/-innen können in reguläre (d.h. ungeförderte betriebliche) Ausbildung vermittelt werden, davon sind circa 80 Prozent nach 6 Monaten weiterhin in Ausbildung. 2014 wurden die Joblinge von der Bundeskanzlerin Angela Merkel als „Integrationsprojekt des Jahres“ ausgezeichnet, 2013 erhielt gab‘s den Fairness-Initiativpreis.

HessenChemie unterstützt die Initiative als Aktionär und Partner. Zahlreiche Mitarbeiter unterstützen die Joblinge als persönliche/-r Mentor/-in über einen Zeitraum von 6 Monaten und helfen ihnen, einen passenden Ausbildungsplatz zu finden. In der letzten Mitarbeiterversammlung stellten drei Kolleginnen das Projekt und ihre Arbeit als Mentorinnen vor. Dabei konnte man sehen, wie sehr ihnen „ihr“ Jobling am Herzen liegt und wie stolz sie sind, einigen bereits erfolgreich zu einer Ausbildung verholfen zu haben.

Wenn ich Ihnen jetzt die Initiative schmackhaft gemacht habe und Sie auch Lust haben, sich für einen jungen Menschen zu engagieren, schauen Sie auf www.joblinge.de. Es werden immer Unterstützer gesucht!

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