Mit Clips und Selfies zum Botschafter für die duale Ausbildung

Die duale Ausbildung hat ein Problem: Sie scheint für viele die vermeintlich schlechtere Alternative zum Studium zu sein. Nach wie vor verbinden SchülerInnen und Eltern ein Studium mit höheren Einkommen sowie spannenderen und angeseheneren Berufen. Dabei ist das Spektrum an Ausbildungsberufen und guten Verdienstmöglichkeiten, gerade in der Chemie- und Pharmabranche, groß. Und mit Weiterbildungen, die in der Regel von den Unternehmen gefördert werden, steht einer Karriere nichts im Wege. Das Image der dualen Ausbildung muss deswegen dringend verbessert und die Perspektiven mehr ins Bewusstsein gerückt werden.

Imagekampagne zur dualen Ausbildung in Hessen

Das sieht auch das Land Hessen so und hat dazu im November vergangenen Jahres eine Imagekampagne gestartet. Mit seinen Partnern des Bündnisses für Ausbildung in Hessen (siehe unten) wirbt sie für die duale Ausbildung als einen attraktiven beruflichen Einstieg.

Wirbt für die duale Ausbildung als einen attraktiven beruflichen Einstiegsweg: Die Imagekampagne zur dualen Ausbildung in Hessen.

Im Mittelpunkt der Initiative „Von A zu B – Mach deinen Weg“ stehen SchülerInnen ab der Klasse 8. Sie konnten sich auf der Kampagnenseite mit einem Videoclip für ein 10-tägiges Praktikum mit dem besten Freund oder der besten Freundin bei einem der 15 teilnehmenden hessischen Unternehmen bewerben. Darunter auch Mitgliedsunternehmen von HessenChemie: Elkamet sowie Sanner aus Bensheim. Die Praktikanten stehen inzwischen fest, die ersten sind bereits gestartet.

Den Anfang machten Nico und Quentin bei Elkamet in Biedenkopf. Sie schnupperten in den Beruf des Verfahrensmechanikers für Kunststoff- und Kautschuktechnik rein. Mit einem iPhone XS ausgestattet (das sie im Anschluss behalten durften) filmten und fotografierten sie ihren Arbeitsalltag im Betrieb. Ob der erste Arbeitstag oder der Bau einer Musikbox – auf Facebook, Instagram sowie www.dualeausbildung.de geben sie in verschiedenen Videoclips einen authentischen und lebendigen Einblick in den Arbeitsalltag des Verfahrensmechanikers. Unterstützt wurden sie dabei von der Agentur Schaller und Partner.

Staatssektrtät Dr. Nimmermann zu Besuch

Alle freuen sich über das gelungene Insta-Praktikum bei Elkamet. Von links: Nico Kunz, Ralf Schmidt, Nastassja Schmidt, Quentin Lupp, Michael Parsch, Antje Achenbach, Dr. Philipp Nimmermann, Michael Honndorf, Hilke Smit-Schädla, Jannis Lehmich und Harald Parzinski.“

Im Rahmen des ersten Insta-Praktika bei Elkamet besuchte am vergangenen Freitag Staatssekretär Dr. Philipp Nimmermann die beiden Praktikanten. Während eines Rundgangs durch die Stationen berichteten Quentin Lupp und Nico Kunz von ihren Eindrücken und Erfahrungen als Influencer. Diese Art von Praktikum hat nicht nur einen Einblick in Beruf und Betrieb ermöglicht, sondern noch jede Menge Spaß gemacht.

Das Praktikum hat aber nicht nur den beiden Jugendlichen etwas gebracht, auch Elkamet konnte von der Initiative profitieren. Michael Honndorf, Personalleiter Elkamet, erklärte: „So können wir zeigen, wer Elkamet ist und gleichzeitig auf gemeinsame Chancen für die Zukunft aufmerksam machen.“

In den nächsten Tagen starten weitere Teams ihre Insta-Praktika, unter www.dualeausbildung.de können ihre Eindrücke und Erfahrungen abgerufen werden.

Risiko Fachkräftemangel

Vom Fachkräftemangel sind vor allem kleine und mittlere Unternehmen betroffen, denn qualifiziertes Personal ist rar und Großunternehmen oftmals vermeintlich attraktiver. Hinzu kommen der demografische Wandel, ein nach wie vor zu geringer MINT-Nachwuchs sowie der Trend zum Studium.

Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) hat die Chemiebranche mal genauer unter die Lupe genommen: Im „Fachkräftecheck Chemie“ wiesen zuletzt 18 von 35 für die Branche relevanten Berufe einen Fachkräfteengpass auf. Bei den Chemikanten und Pharmakanten besteht dieser schon seit Längerem, und in Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen ist dieser noch einmal ganz besonders ausgeprägt: Hier sind acht von zehn Stellen schwer zu besetzen.

Eine ganz wesentliche Säule der Fachkräftesicherung stellt die duale Ausbildung dar, denn qualifizierte Fachkräfte werden in den Betrieben dringend benötigt. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und damit letztendlich auch der Sicherung unseres Wohlstandes. Daher ist es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, das Image der dualen Ausbildung zu stärken und SchülerInnen und Eltern bewusst zu machen, dass dieser Berufsweg durchaus keine Einbahnstraße ist. Das bedarf aber auch einer gesellschaftlichen Wertediskussion, denn solange ein Akademiker ein höheres Ansehen genießt als eine Fachkraft wird sich an der derzeitigen Situation wenig ändern.

Bündnis für Ausbildung Hessen

Das Bündnis für Ausbildung Hessen wurde für die Jahre 2015 bis 2019 von der hessischen Landesregierung, der Wirtschaft, den Gewerkschaften, der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit sowie den kommunalen Verbänden geschlossen. Ziele sind unter anderem die Stärkung der dualen Berufsausbildung, die Erhöhung der Zahl von Ausbildungsplätzen, verstärkte Berufsorientierung und Nachqualifizierung sowie die Vermeidung von Warteschleifen im Übergangsbereich.

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Veröffentlicht in HessenChemie

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