Expertengespräch zur Europäischen Sozialpolitik in Brüssel

Das Expertengespräch zur Europäischen Sozialpolitik veranstaltet HessenChemie zwei Mal im Jahr in Kooperation mit der Vertretung des Landes Hessen in Brüssel. Die Veranstaltung findet in der Regel jeweils zu Beginn der neuen EU-Ratspräsidentschaft unter Beteiligung von Vertretern aus Rat, EU-Parlament, Kommission sowie Mitgliedsunternehmen statt. Dabei stehen sozialpolitische Themen auf EU-Ebene im Fokus.

Digitalisierung – Berufliche Aus- und Weiterbildung neu denken!

Was bedeutet dies für die Chemie- und Pharmaindustrie in Hessen und wie ist diese hierfür aufgestellt? Darum ging es beim letzten Expertengespräch zur Europäischen Sozialpolitik in der Hessischen Landesvertretung in Brüssel am 20. Februar 2020. Für die Branche sprachen dabei HessenChemie-Hauptgeschäftsführer Dirk Meyer sowie Holger Hiltmann, Leiter kaufm. Ausbildung und Ausbildungsmarketing bei Merck KGaA, mit Helen Hoffmann von der EU-Kommission sowie der Europaabgeordneten Gabriele Bischoff.

Hiltmann erläuterte dabei die unternehmerische Praxis bei Merck und stellte heraus, dass sich die Digitalisierung auch in deren Aus- und Weiterbildungsprogrammen niedergeschlagen hätte – denn IT-Fähigkeiten würden immer wichtiger werden. Gleichzeitig ermöglichten digitale Medien neue Möglichkeiten des Lernens. Deshalb integrierte Merck immer häufiger Themen wie 3-D-Druck, Big Data oder auch künstliche Intelligenz in die Lehrpläne. Außerdem erprobte Merck neuartige Lern- und Innovationsmethoden wie „Scrum“ oder „Design Thinking“.

Vor diesem Hintergrund machte Hoffmann auf das Arbeitsprogramm 2020 der Kommission aufmerksam, in dem sie unter der Rubrik „Ein Europa für das digitale Zeitalter“ einen „Aktualisierten Aktionsplan für digitale Bildung“ ankündigte. Der digitale Wandel hätte erhebliche Auswirkungen auf alle Aspekte unseres Alltags und Arbeitslebens. Daher müsste die EU in digitale Kompetenzen investieren, um dem zunehmenden Fachkräftemangel abzuhelfen und dem neuen Arbeitsalltag zu begegnen sowie Europa in eine führende Position bei Schlüsseltechnologien zu bringen.

Meyer betonte dabei: „Die Chemie-Industrie benötigt gute Förderrahmenbedingungen, um Investitionen in die digitale Bildung auszuweiten.“ Als konkretes EU-Förderprojekt vor Ort in Hessen sei zum Beispiel das Netzwerk für digitale Qualifizierung in der Chemie „DQC_Net” von Provadis Partner für Bildung und Beratung GmbH zu nennen. Dieses würde u.a. auch vom Europäischen Sozialfonds gefördert. Das DQC_Net bestünde aus Unternehmen, den hessischen Sozialpartnern der chemischen Industrie (HessenChemie und IG BCE) sowie einem Institut der Goethe-Universität (IWAK). Gemeinsam würden hier Chancen, Herausforderungen und Lösungsansätze für digital unterstütztes Lernen in Aus- und Weiterbildung diskutiert. Gleichzeitig würden drei Teilprojekte umgesetzt, in denen Anwendungsbeispiele für digitales Lernen erprobt und evaluiert würden. Ziel dieses Projekts sei es, Synergien zu schaffen auf einem Feld, mit dem sich alle Unternehmen befassten, der Digitalisierung. Das Netzwerk trage so dazu bei, dass nicht zahlreiche Insellösungen entstünden. Es verbinde Unternehmen, Sozialpartner und die Wissenschaft in spannenden Fragen des zukünftigen Lernens.

Weiterführende Informationen zum DQC_Net finden sich hier

Expertengespräch zur Europäischen Sozialpolitik in der Vertretung des Landes Hessen in Brüssel

Veröffentlicht in HessenChemie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*