Experten diskutieren über betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) in Brüssel

Zweimal jährlich veranstaltet HessenChemie in Kooperation mit der Vertretung des Landes Hessen in Brüssel das Expertengespräch zur Europäischen Sozialpolitik. Dieses findet in der Regel jeweils zu Beginn der neuen EU-Ratspräsidentschaft unter Beteiligung von Vertretern aus Rat, EU-Parlament, Kommission sowie Mitgliedsunternehmen statt.

Über den Dächern Brüssels in der Landesvertretung Hessen

Die jüngste Veranstaltung fand im April zum Thema „Europäische Regelungen versus Subsidiarität: Wie viel Regulierung benötigt ‚gesunde Arbeit‘ im Betrieb?“ statt. Hier sprach HessenChemie-Hauptgeschäftsführer Dirk Meyer mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft. Mit dabei waren der Hessische Staatssekretär für Europa Mark Weinmeister, Europaabgeordneter Thomas Mann, Dr. Jesus Alvarez von der EU-Kommission sowie die beiden betrieblichen Experten Dr. Nils Balser von Merck und Dr. Michaela Marino von Evonik. Die zwei Unternehmens-beispiele zeigten die Bandbreite von Investitionen in die betriebliche Gesundheitsförderung, die auf Freiwilligkeit basiert und weit über gesetzliche Mindestanforderungen hinausgeht. Merck bietet in Darmstadt zum Beispiel mobile Fitnessstudios gegen Muskel-Skelett-Erkrankungen im Produktionsbereich oder individuelle Weight-Watchers-Programme für Schichtmitarbeiter an. Evonik unterhält für seine Mitarbeiter ein eigenes Physio- und Sporttherapie-Zentrum auf dem Industriepark Wolfgang in Hanau.

Reger Austausch in Brüssel mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft

Vor diesem Hintergrund betonte Dirk Meyer, dass europäische Spielregeln im Sinne von Subsidiarität und schlanker Bürokratie richtig gesetzt werden müssten. Im Zusammenhang mit der jüngsten Zertifizierungspflicht betrieblicher Gesundheitsfördermaßnahmen im neuen Einkommenssteuergesetz in Deutschland wiesen beide Unternehmensvertreter daraufhin, es dürfe keinen „One-size-fits-all-Ansatz“ geben – auch nicht in der EU. Andernfalls sei die Vielfalt solcher Maßnahmen nicht mehr zu leisten. Angesichts möglicher Gesundheitsrisiken für Arbeitnehmer durch die Digitalisierung in der Arbeitswelt müssten laut Kommissionvertreter Alvarez diese Risiken bei der EU-Gesetzgebung antizipiert werden. Thomas Mann hingegen bekräftige, die Sozialpartner müssten im Sozialen Dialog der EU in jedem Fall eingebunden werden.

Das nächste Expertengespräch zur Europäischen Sozialpolitik findet am 24. September 2019.

Veröffentlicht in HessenChemie

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