Digitalisierung und Industrie 4.0 – Chancen und Herausforderungen

Ich sitze im Büro in Wiesbaden und kann über einen Live-Stream und Twitter die Abschlusskonferenz des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) zum Dialog-Prozess Arbeiten 4.0 verfolgen, die Diskussion auf Twitter kommentieren. Die Digitalisierung verändert die Gesellschaft und auch die Wirtschaft. In der aktuellen Konjunktur-Umfrage von HessenChemie gaben fast 49 Prozent der befragten Unternehmen an, sich bereits heute „intensiv“ mit dem Thema Digitalisierung auseinanderzusetzen. Für 43 Prozent ist dies immerhin „am Rande“ bereits ein Thema.

In der digitalen Vernetzung über Unternehmensgrenzen hinweg steckt ein großes Innovationspotenzial für die chemisch-pharmazeutische und Kunststoffverarbeitende Industrie. Neue Geschäftsmodelle können entstehen und eine nachhaltige Steigerung der Produktivität können helfen, im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Darin liegen große Chancen für die Branche. Der Veränderungsprozess Digitalisierung stellt neue Anforderungen an die Mitarbeiter (Stichworte: Qualifizierung, Aus- und Weiterbildung). Neben fundierten Fachkenntnissen und beruflichem Erfahrungswissen werden vernetztes Denken, interdisziplinäre Kompetenzen und virtuelle Zusammenarbeit (siehe oben; Videokonferenzen, Chats, uvm.) immer wichtiger.

Der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) haben im Oktober den Dialog-Prozess „Work@industry 4.0“ angestoßen. MIt dem Dialog der Chemie-Sozialpartner soll der Wandel der Arbeitswelt durch die Digitalisierung gemeinsam von Arbeitgebern und Gewerkschaft gestaltet werden.

Als Arbeitgeberverband interessieren uns vor allem die Auswirkungen auf die Zukunft der Arbeit (wie sie gerade auch in Berlin auf der Abschlusskonferenz des BMAS diskutiert wurden). Mit einer empirischen Studie zur „Digitalisierung der Arbeitswelt in der hessischen Chemie“ wollen wir zu einer faktenbasierten Betrachtung der Herausforderungen und Chancen beitragen. Am 24. Oktober 2017 werden diese Ergebnisse dann im Rahmen der 12. Wiesbadener Gespräche zur Sozialpolitik im Kurhaus Wiesbaden vorgestellt.

Das HessenChemie-Positionspapier zur „Digitalisierung und Industrie 4.0 – Chance und Herausforderung“ finden Sie hier. Darüber hinaus hat die Präsidentin des BAVC, Frau Margret Suckale, das Buch „Chemie digital“ zu diesem Thema herausgegeben.