Verbandsarbeit in Zeiten von Corona

Corona hat alles auf den Kopf gestellt: die Wirtschaft, das private und gesellschaftliche Leben sowie das Wirken und Handeln der Politik. Wobei der Begriff „auf den Kopf gestellt“ mit Blick auf die Auswirkungen und den Zeitraum doch eher maßlos untertrieben scheint.

Der anfänglichen Beobachterrolle und einer gewissen Schockstarre nach dem Lockdown ist die Akzeptanz einer neuen Normalität durch die angeordneten Maßnahmen gewichen. Der Umgang mit der Bedrohung durch das Coronavirus ist für alle ein täglicher Lernprozess geworden; ein Abwägen und Neu-Entscheiden. Das Leben mit dem Virus bestimmt nun unser aller Handeln, und das mindestens so lange, wie kein Impfstoff entwickelt und der Welt zur Verfügung gestellt worden ist. Es mag ein Trost sein, dass niemand ahnte, wie schnell sich Corona ausbreiten und fast den gesamten Globus zum Stillstand bringen würde. Nun heißt es erst einmal, mit dem Virus leben lernen. Dies verlangt allen viel Disziplin und Geduld ab.

Der Verband: In Krisenzeiten ein wichtiger Ansprechpartner

Corona stellt die Unternehmen vor nie dagewesene Herausforderungen und Unsicherheiten. Vor allem ist das Arbeitsleben in den Unternehmen massiv betroffen. Zahlreiche Fragen tun sich auf: Wie schütze ich meine Belegschaft? Welche Rechte und Pflichten hat der Arbeitgeber, welche der Mitarbeiter? Welche Hygienemaßnahmen sind zu treffen? Wie beantrage ich Kurzarbeitergeld und wo einen Förderkredit?

Als Deutschland anfing, nach und nach alles zu schließen und herunterzufahren, sind auch die meisten Kolleginnen und Kollegen von HessenChemie ins Homeoffice gegangen. Gleichzeitig stieg der Informations- und Beratungsbedarf unserer Mitgliedsunternehmen deutlich. Da mobiles Arbeiten bereits vor Coronazeiten bei uns gelebt wurde, konnten wir schnell auf Krisenmodus umstellen. Eine digitale Plattform, die Online-Besprechungen, Videokonferenzen und einen raschen und unkomplizierten Austausch zwischen den Kolleginnen und Kollegen via Chats ermöglicht, wurde zusätzlich eingeführt. Und so war und ist es nach wie vor kein Problem, Hand in Hand, auch abteilungsübergreifend zu arbeiten, um dem hohen Informationsbedarf der Mitgliedsunternehmen gerecht zu werden.

Der Mitgliederbereich: Umfangreiche Informationen für Unternehmen

Gerade zu Beginn des Lockdowns war es wichtig, tagesaktuell zu informieren und dabei ob der Informationsflut die Sachlage stets im Sinne der Unternehmen richtig einzuordnen. Schnelligkeit und Verlässlichkeit ist dabei das Gebot der Stunde. Neben den persönlichen Beratungsgesprächen durch die Verbandsjuristen ist der Mitgliederbereich auf www.hessenchemie.de Dreh- und Angelpunkt sämtlicher Informationen. Hier haben wir eine neue Sonder-RubrikCoronavirus“ eingerichtet, die neben aktuellen Informationen auch Merkblätter, Muster und Leitfäden, eine übersichtliche Linkliste sowie aktuelle Mitteilungen zur Wirtschaftsförderung vor dem Hintergrund des Coronavirus zur Verfügung stellt. Die Informationen werden stets ergänzt bzw. aktualisiert.

Die Relevanz: Zugriffszahlen schnellen in die Höhe

Vom 1. März bis 15. April wurde die HessenChemie-Website fast 12.000 Mal besucht, knapp 40.000 Seiten aufgerufen und mehr als 4.500 Downloads getätigt. Die Verweildauer lag bei gut 4 Minuten, was für die Relevanz der Informationen spricht, liegt die durchschnittliche Verweildauer auf einer Webseite sonst im Durchschnitt bei 40 Sekunden.

Das Webinar: Pilot erfolgreich bestanden

Aufgrund der neuen Online-Plattform ist es nun möglich, Webinare durchzuführen. Bereits am 19. März fand das erste Webinar zum Thema „Krisenkommunikation in der Pandemie“ statt. Hier wurde eine kurzfristig erarbeitete Ergänzung des Krisenhandbuches der hessischen Chemieverbände vorgestellt und erörtert.

Dass ein großer Informationsbedarf zum Thema Kurzarbeitergeld besteht, zeigte das rege Interesse an dem Webinar „Kurzarbeitergeld – Voraussetzungen und Beantragung unter Berücksichtigung der erleichterten Bedingungen“ am 2. April. Hierfür konnten wir Andreas Loy von der Agentur für Arbeit gewinnen. Gemeinsam mit Verbandsjuristen von HessenChemie informierte er die gut 170 Vertreter aus den Mitgliedsunternehmen über die Beantragung von Kurzarbeitergeld und die rechtlichen Aspekte. Parallel zu den Vorträgen hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, im Live-Chat Fragen zu stellen, die von den Experten beantwortet wurden. Das Webinar haben wir aufgezeichnet. Es steht jedem Interessierten auf unserer Homepage sowie im Mitgliederbereich zur Verfügung.

Das Webinar mit der bisher größten Beteiligung fand am 2. April unter der Leitung von Nora Hummel, Geschäftsführerin Recht und Personalpolitik, gemeinsam mit Andreas Loy von der Agentur für Arbeit und Syndikusrechtsanwälten des Verbandes statt.

Das Krisenhandbuch: Ergänzt um ein neues Kapitel

Wie bereits zuvor erwähnt, haben wir, um unsere Mitgliedsunternehmen in Zeiten der Pandemie zu unterstützen, unser Krisenhandbuch der Chemieverbände Hessen um das Kapitel „Kommunikation in der Pandemie: Die Coronakrise“ erweitert. Wie das Handbuch selbst, wurde auch dieses Kapitel von Dr. Hans-Georg Klose verfasst, der sich intensiv mit der Kommunikation rund um das Coronavirus befasst.

Das neue Kapitel steht unseren Mitgliedsunternehmen in der Rubrik „Publikationen“ im Mitgliederbereich als Download und zum Bestellen zur Verfügung.

Der Ausblick: Digital in eine neue Realität

Auch in der näheren Zukunft muss und wird sich die Verbandsarbeit aufgrund des Coronavirus weiter verändern und sukzessive an die neue Normalität anpassen. Neben der Beratung unserer Mitglieder in unterschiedlichen Kompetenzfeldern zeichnen wir uns als Verband durch Begegnungen face to face, also in unterschiedlichen Präsenzveranstaltungen, aus. In Steuer- und Gesprächskreisen, Foren und Seminaren suchen wir den direkten Austausch mit unseren Mitgliedern, diskutieren aktuelle Entwicklungen und vermitteln Fachwissen zu unterschiedlichen Themenkomplexen. Es ist evident, Präsenzveranstaltungen werden sich aufgrund von Corona vorerst weiterhin schwierig gestalten. Deswegen arbeiten wir weiter an digitalen Konzepten, damit möglichst viele Veranstaltungsformate online stattfinden können und der Austausch gewährleistet bleibt. Mit den Webinaren ist der erste Schritt getan.

Das Fazit: Menschlich und besser als gedacht

Wenn es ein Learning aus der Krise gibt, dann jenes: Digitale Lösungen sind möglich und sie funktionieren oftmals besser als gedacht. Im Grunde genommen funktioniert es perfekt, wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen – und das tut es bei uns. Dazu gehören auch mal Kleinigkeiten, wie eine aufmunternde E-Mail vom Hauptgeschäftsführer zum Wochenende oder eine süße (Nasch-)Aufmunterung, die von der Geschäftsführung an die Zuhause-Gebliebenen geschickt wird. Hinzu kommt das Menschliche, wenn während Online-Besprechungen plötzlich Kinder am Hals des Vaters hängen, Katzen ins Bild springen oder die Ehemänner durch den Hintergrund laufen. So sind wir uns trotz Distanz alle irgendwie sehr nahe.

Wenn der Postmann zweimal kligelt… Kommt eine kleine Aufmunterung ins Homeoffice.
Veröffentlicht in HessenChemie

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