#Blogs im Ausbildungsmarketing

Die demografische Entwicklung und der Trend zum Studium machen die Suche nach qualifiziertem Nachwuchs zu einer besonderen Herausforderung. Ein gutes Ausbildungsmarketing wird somit immer relevanter für Unternehmen.

Unter Ausbildungsmarketing werden alle Aktivitäten eines Unternehmens subsumiert, die dazu beitragen, die angebotenen Ausbildungsstellen mit geeigneten Bewerbern zu besetzen. Hier kommen verschiedene Kommunikationsinstrumente und -Maßnahmen zum Tragen, die möglichst optimal miteinander verzahnt werden sollten, da einzelne Aktivitäten schnell verpuffen.

Ziele und Zielgruppe

Um sich nicht in den zahlreichen Möglichkeiten zu verirren, sollte man sich im Vorfeld über die Ziele und Zielgruppe Gedanken machen.

  • Soll ein bestimmter Ausbildungsberuf bekannt(er) gemacht werden?
  • Soll die Bekanntheit des Unternehmens gesteigert werden?
  • Will man bessere/passendere Bewerbungen erhalten?
  • Welche Persönlichkeiten werden gesucht?
  • Was bietet man den Auszubildenden an?
  • Wie und wo sollen die Angebote/Informationen kommuniziert werden?
  • Wo ist die Zielgruppe unterwegs und wie erreicht man diese?

Aktivitäten und Instrumente

Neben Praxisangeboten wie Betriebspraktikum oder Ferienjobs, bieten sich Ausbildungsmessen und ein Tag der offenen Tür an. Darüber hinaus machen Kooperationen mit örtlichen Schulen Sinn, denn diese sind quasi am „point of sale“. Sämtliche Maßnahmen bringen jedoch nur wenig, wenn sie nicht durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit flankiert werden. Dazu zählen:

  • Ansprechende! Unternehmenspräsenz und Karriereseite im Internet
  • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Informationsflyer (bspw. für Ausbildungsmessen, Tag der offenen Tür oder zum Auslegen in Schulen)
  • Social Networks wie Facebook, YouTube und Blogs, ggf. auch Whatsapp und Snapchat
  • Teilnahme an Wettbewerben wie “Bester Ausbildungsbetrieb”
  • Unternehmensdarstellung auf Xing und Kununu (leider nicht ganz günstig)

Ausbildungs-Blogs

Da ich immer wieder auf die Möglichkeit von Blogs angesprochen werde und von deren Einsatz überzeugt bin, werde ich auf diesen Kommunikationskanal nachfolgend noch mal explizit eingehen.

Grundsätzlich ist ein Blog keine Kampagne, sondern ein auf lange Zeit angelegter Kommunikationskanal, der regelmäßig mit Inhalten befüllt werden will. Das kostet Zeit – sowohl hinsichtlich der Bekanntheit als auch bei der Befüllung mit Beiträgen.

Aus meiner Sicht überwiegen aber die Vorteile deutlich. Denn ob Generation Y oder Z, Bewerber informieren sich nicht nur auf Karriereseiten über potenzielle Arbeitgeber, sondern nutzen häufig entsprechende soziale Medien, um Informationen und Eindrücke über Unternehmen zu erhalten. Das eine ist, was Unternehmen in ihrer Anzeige oder auf der eigenen Webseite schreiben, das andere, was Mitarbeiter selbst über die Arbeit und die Menschen im Unternehmen erzählen. Ein Blog bietet hier die Möglichkeit, die Sichtbarkeit des Unternehmens zu erhöhen und darüber hinaus einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren (quasi ein Tag der offenen Tür im Web als Dauerzustand). Lässt man Auszubildende und Ausbilder oder Personalleiter selbst sprechen und ergänzt die Beiträge um Fotos mit den entsprechenden Personen, erhöht das die Glaubwürdigkeit.

Aufbau eines Blogs

Hier komme ich wieder auf die Zielgruppe zurück. Für was interessieren sich Jugendliche auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle? Wonach suchen sie, was wollen sie wissen?

  • Wie ist die Ausbildung im Beruf XY aufgebaut? Welche Stationen durchläuft man?
  • Wie sieht der Ausbildungsalltag aus?
  • Was sind die Schwerpunkte? Was sollte man können?
  • Wie kann es nach der Ausbildung weitergehen?
  • Was sollte man bei einem Bewerbungsschreiben beachten?
  • Wie bereite ich mich auf ein Bewerbungsgespräch vor?
  • Auf welches Unternehmen / auf welche Menschen lasse ich mich in Zukunft ein?

Hilfreich sind Rubriken/Kategorien auf der Startseite des Blogs, die die Orientierung erleichtern, z. B. Ausbildung, Duales Studium, Bewerbung, Unternehmen.

  • Ausbildung/Duales Studium: Einblick in die Ausbildungsberufe, Voraussetzungen, Alltag, Karrieremöglichkeiten, Besonderheiten wie Auslandsaufenthalte oder das Betreiben eines eigenen Unternehmens als Projekt für die Auszubildenden
  • Bewerbung: Worauf muss man achten? Was erwartet der Personaler? Tipps für das Bewerbungsgespräch
  • Unternehmen: Familientag, Betriebsausflug, soziales Engagement, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, besondere Hobbys von Mitarbeitern (gerne auch mal der Chef), Einblick in die Büros oder Produktion

Wichtig und hilfreich sind immer Fotos, die die entsprechenden Personen zeigen, am besten in Nahaufnahme. Das macht sympathisch und baut Nähe und Vertrauen auf.

Darüber hinaus sollte man darauf achten, dass die Blogbeiträge leicht geteilt/empfohlen werden können. Hier sollte Whatsapp standardmäßig ein Kanal sein, denn neben Instagram, YouTube und Snapchat ist Whatsapp bei Jugendlichen nach wie vor der am häufigsten genutzte Kommunikationskanal. Im Blog von Rechtsanwalt Dr. Thomas Schwenke finden sich hilfreiche Informationen zum Einsatz von Whatsapp.

Ausbildungskampagne Elementare Vielfalt

Ausbildungskampagne "Elementare Vielfalt"

Ausbildungskampagne „Elementare Vielfalt“

Um das Engagement im Bereich Nachwuchssicherung weiter auszubauen, unterstützen die Chemie-Arbeitgeberverbände ihre Mitglieder mit der Ausbildungskampagne „Elementare Vielfalt (ElVi) – Deine Ausbildung in der Chemie-Branche„. Ein Gesamtpaket aus Internetauftritt, begleitenden Informationsmaterialien und Marketingaktivitäten soll die Ausbildungsbetriebe der Branche im Wettbewerb um junge Nachwuchskräfte stärken. Auf „ElVi“ finden interessierte Jugendliche alles rund um Berufsbilder und Duales Studium wie Ablauf und Inhalt, Anforderungen, Karriereperspektiven und Vergütung. Darüber hinaus gibt es Bewerbungstipps, eine Ausbildungsplatzbörse sowie eine extra Seite für KMUs. Hier haben kleine und mittelständische Unternehmen die Möglichkeit, sich mit einem Unternehmensprofil darzustellen.

Chemie-Azubi-Blog

Chemie-Azubi-Blog

Chemie-Azubi-Blog

Ergänzt wird das Angebot um den Chemie-Azubi-Blog. Dieser stellt Betriebe aus der chemisch-pharmazeutischen und kunststoffverarbeitenden Industrie und deren vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten vor und ermöglicht so einen Blick hinter die Werkszäune. Darüber hinaus gibt der Blog Antworten auf viele Fragen: Was ist der Unterschied zwischen Chemikant und Chemielaborant? Worauf sollten Schüler/-innen in einem Bewerbungsgespräch achten? Wo gibt es welche Ausbildungsberufe und welche dualen Studiengänge? Getragen wird er von den Chemie-Arbeitgeberverbänden HessenChemie, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Nordost. Wer Interesse hat, Beiträge im Chemie Azubi  zu veröffentlichen (das Angebot gilt nur für die Mitglieder der Verbände), der kann sich an die verantwortlichen Autoren wenden.

Beispiele für gute Ausbildungs-Blogs

http://careers.boehringer-ingelheim.com/blog/de

http://karriereblog.sick.com/

http://azubiblog.wuerth.de/

https://ausbildungdaw.wordpress.com/

https://blog.krones.com/azubiblog

http://www.douglas-karriere.de/schueler/ausbildung/

http://karriereblog.tk.de/

https://blog.mann-hummel.com/blog/category/ausbildung-karriere/

https://www.datev-karriereblog.de/

http://azubiblog.thyssenkrupp-rasselstein.com/wp/

http://azubiblog.thyssenkrupp-rasselstein.com/wp/

https://karriereblog.bayer.de/auszubildende/

https://www.voba-azubiblog.de/

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