Ab die Post – Ideen für das betriebliche Demografiemanagement

Wenn ein Konzern ganz viele Ideen für das betriebliche Demografiemanagement gewinnen möchte, dann geht er… nicht zu McKinsey, sondern beispielsweise nach Schloss Eichholz. Aber lesen Sie selbst…

In den letzten Jahren habe ich mich beruflich zwei Mal in einem Schloss aufgehalten. Bitte denken Sie jetzt nicht das Falsche! Das Schloss gehört weder dem Arbeitgeberverband noch haben wir unseren mit dem Iconic Award ausgezeichneten HessenChemie Campus durch ein adliges Domizil erweitert. Einen Hermelinmantel trug auch niemand.

Es handelt sich um Schloss Eichholz, das von der Konrad-Adenauer-Stiftung als Bildungs- und Tagungsort genutzt wird, in Kürze aber – so mein letzter Stand – von  der CDU-nahen Stiftung veräußert wird. In diesem schönen und geschichtsträchtigen Ambiente (Adenauer-Wandbilder in schwarz-weiß allenthalben) habe ich mich also mit den Stipendiaten der Stiftung eingeschlossen.

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Schloss Eichholz – Bildungsstätte der Konrad-Adenauer-Stiftung

Initiiert hat dieses Treffen Professor Jürgen Deller, der an der Leuphana Universität Lüneburg Mitglied im Institut für Strategisches Personalmanagement ist und viel zur wachsenden Gruppe der Silver Workers forscht und publiziert. Nebenher ist er Vertrauensdozent der Adenauer-Stiftung. In dieser Funktion hat er eben diesen Workshop organisiert, in dem die Stipendiaten demografische Herausforderungen lösen sollten, die sich konkret in Unternehmen stellen. Und worauf diese jungen Menschen kommen, hat mich erneut verblüfft.

 

Ideen für das Demografiemanagement gewinnen

Da bin ich also schon beim Ziel dieses Beitrags: Ich möchte Ihnen mit dieser Schilderung zeigen, wie vielfältig die Möglichkeiten sind Ideen zu gewinnen, auf die man aufgrund seines Expertenstatus, fehlender Zeit oder der eigenen Organisations- bzw. Betriebsblindheit gar nicht gekommen wäre.

Wie ist dieser Workshop also konkret abgelaufen? Zum setting:

  • Die Stipendiaten sind aus allen Himmelsrichtungen Deutschlands angereist, denn daher kommen sie eben, aus Aachen, Mannheim oder Bremen – bunt gemischt.
  • Aber nicht nur die Studienorte sind oder waren verschieden, auch die Studienrichtungen könnten vielfältiger nicht sein. So gut wie jede Fakultät war vertreten, vom angehenden Maschinenbauingenieur bis zur Islamwissenschaftlerin, vom Student für Wirtschaftsjura bis zur Lehramtsreferendarin. Diese Zusammensetzung der Disziplinen verdeutlicht bereits: In einem solchen Biotop, wie es sich in einem Unternehmen wohl nie findet, können Ideen gedeihen.

Einschub: Natürlich benötigen die Stipendiaten Hilfestellung und Struktur, wofür das weitere Vorgehen da ist.

  • Die Organisatoren – vorneweg Professor Deller – hat ein Unternehmen ‚beschafft‘, in diesem Fall die Deutsche Post, das sich gerne Anregungen holen wollte, wie es mit seinen demografischen Herausforderungen umgehen kann.
  • Die Stipendiaten wurden von den Organisatoren mit Infos und Studien gefüttert, die ihnen im Workshop helfen sollten an einem business case zu arbeiten.
  • Im gemeinsamen Plenum stellte die Deutsche Post das Unternehmen und deren Demografie-Ansatz vor, vertreten durch Dr. med. Andreas Tautz als Chief Medical Officer und Heinz Georg Sudowe, arbeitgeberseitig für die Tarifpolitik im Konzern verantwortlich. (Die Deutsche Post hat nämlich auch einen Demografie-, dort Generationen-Tarifvertrag genannt.)

Einschub: Obwohl die Post mit diesem Tarifabschluss auch schon auf dem roten Teppich gelandet ist, bedeutet das nicht, dass es für den Konzern keine weiteren Demografie-Herausforderungen gäbe.

 

 

  • Dann ging es eineinhalb Tage in die Gruppenarbeit, ehe die Ergebnisse den Unternehmensvertretern abschließend vorgestellt und die Diskussion mit den Stipendiaten eröffnet wurde.

Was die Kleingruppen erarbeitet haben war in puncto Kreativität bereichernd und bei der Machbarkeit erstaunlich nah an der betrieblichen Realität (bedenkt man, dass die Stipendiaten noch nicht knietief in der Berufswelt stehen). Für den Schlag der Stipendiaten ist eine hohe Motivation ohnehin selbstverständlich – hier musste niemand zum Jagen getragen werden.

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Frisch im Kopf: Stipendiaten der Konrad-Adenauer-Stiftung

Ein paar Beispiele für die tollen Ideen der Stipendiaten werde ich in einem Folgebeitrag beschreiben und für heute ins hoffentlich sonnige Wochenende (Teenage Fanclub – Ain’t That Enough) abdanken.