Unser Green Building zur Nachhaltigkeit

Manche Begriffe sind auf den ersten Blick so abgenutzt und/oder leer, dass sie kaum vernünftig gebraucht werden können. Die ‚Nachhaltigkeit‘ zählt ohne Zweifel dazu – dieser Beitrag soll an diesem Zustand etwas ändern und erklären, was unser Gebäude und die betriebliche Demografie mit der Königin aller Worthülsen zu tun haben.

Achtung: Dies wird ein Blog-Beitrag mit einer seeehr langen Herleitung, wer also ungeduldig ist, kann diese Seite jetzt verlassen oder sich noch einen Kaffee zur Lektüre holen. Ich habe mir vorgenommen, Ihnen nämlich nicht nur zu erklären, was unserer HessenChemie Campus (HessenChemie Campus mit dem Iconic Award ausgezeichnet) zum Thema Nachhaltigkeit beiträgt, sondern auch, was die Demografie mit dieser Königin aller Worthülsen zu tun hat. Schließlich besteht die Nachhaltigkeitsinitiative der Chemie – Chemie hoch 3 – aus drei Dimensionen: Ökonomie, Ökologie und Soziales.

Für das Soziale stehen die Gewerkschaft IG BCE und wir als Arbeitgeberverband (der VCI als Wirtschaftsverband vor allem für die beiden anderen Dimensionen) – aber wir sitzen eben auch in einem Green Building.

Nachhaltigkeit aller Orten

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Was macht eine Gebäude zum Green Building? – Ein paar Antworten aus unserer Perspektiven-Broschüre (siehe unten).

Wir sind also quasi von Nachhaltigkeit umzingelt, was ich Ihnen ganz plastisch zeigen möchte. Dazu habe ich einen kleinen Rundgang durch unser Gebäude unternommen und die Kamera des Smartphones immer dann gezückt, wenn das scheue Reh Nachhaltigkeit sich gezeigt hat.

Fundort Nachhaltigkeit Nummer 1 – Teeküche: Unsere genialen Brita-Wasserspender: Filtern, kühlen, sprudeln Leitungswasser für unseren Durst. Warum nachhaltig? Weil keine Plastikflaschen sondern formschöne, spülbare Karaffen (links im Bild)  für das labende Nass verwendet werden und keine LKWs viele, viele Getränkekisten zu uns bringen müssen.

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Nachhaltiges System zur Wasserspende – Teil unseres Green Building

 

Fundort Nachhaltigkeit Nummer 2 – Sanitäranlagen: Wenn man so viel Wasser getrunken hat … Beim Händewaschen begegnet uns dann dieses Schild, das leichte Einfärbungen erklärt und den Toilettengänger gleich nochmals erleichtert.

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Regenwasser nachhaltig nutzen, z.B. zur Toilettenspülung

 

Elektroauto tank Wiesbadens Sonne

Fundort Nachhaltigkeit Nummer 3: Unser E-Smart für Kurierfahrten und kleinere Besorgungen: Auch wenn es für unseren Harley-Fahrer Herrn Salzer vielleicht ungewohnt sein mag – für Kurierfahrten kann er den E-Smart („Geht ab wie Lucie“) von Mercedes Taunus-Auto nutzen und diesen nach erfolgreicher Mission wieder an der Steckdose in der Tiefgarage – die von unserem Mitgliedsunternehmen Clariant stammen – Kraft tanken lassen. Die nötige Energie dafür wird über Solarpanels auf dem Dach bezogen (kein Bild, weil ich wohl Ärger bekommen hätte, wäre ich uns „aufs Dach“ gestiegen).

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Solarenergie im Einsatz – E-Smart als Teil des ‚grünen‘ Konzeptes

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Ladestationen für das Elektroauto von Clariant

 

Fundort Nachhaltigkeit Nummer 4: Druckstation (jaaanz weit hinten): Wir kommen ja aus einer Welt klassischer (Einzel-)Büros und – so muss man sagen – deren Druckern. Ein Büro, ein Drucker – so lautete auch unsere einfache, aber oft papierintensive Formel. Wenn  ich heute etwas drucken möchte, gebe ich den Druckauftrag und muss dann aus unserem open space den hier bebilderten Gang runterlaufen. Nachhaltigkeit? Man überlegt sich zweimal ob der Ausdruck lohnt, ich bewege mich und treffe zudem die Kollegen der Rechtsabteilung, ob ich will oder nicht :). Tatsächlich ergibt sich daraus immer wieder ein netter Plausch der mir zeigt, dass meine Arbeit ohne die Kollegen nur die Hälfte wert wäre.

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Ressourcenschonung fängt beim Papierverbrauch an – Druckstation im HessenChemie Campus

 

Soviel erst einmal zur Gebäude-Nachhaltigkeit und zur seeehr langen Herleitung. Sind Sie noch dabei? Gut, denn es gibt nicht nur eine Gebäude-Nachhaltigkeit, sonder auch eine Personal- oder Demografie-Nachhaltigkeit – und beide Formen der Nachhaltigkeit teilen grundlegende Prinzipien.

In unserem Green Building stecken extrem viel Vorüberlegungen und Planungen, so gut wie nichts daran wurde einfach hochgezogen oder kam von der Stange. Die Altersstrukturanalysen und Personalplanungsszenarien unseres Demografie-Tarifvertrags zielen in dieselbe Richtung – sie wollen vermeiden, dass aufgrund fehlender Planung Abgangswellen das Unternehmen ‚überraschend‘ treffen oder Personalauf- bzw. abbau kopflos erfolgt. Die oft malträtierten Human-Ressourcen werden so geschont, ‚Kahlschläge‘ hoffentlich so weit wie möglich vermieden.

Die Laufwege zu unserer Druckstation sind gelebter Teil eines betrieblichen Gesundheitsmanagements, wenn auch nur ein winziger Teil davon. Meine Arbeit trägt zur Gesundheit bei, indem ich mit meinen Kollegen Unternehmensvertreter zu betrieblichen Gesundheitsmanagern ausbilde. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Die Lehrgangsteilnehmer sind keine Vollzeit-Gesundheitsmanager, viele unserer Unternehmen können sich die Exklusivität solcher Positionen schlicht nicht leisten. Wir möchten diese Personen aber dazu befähigen sich selbst zu helfen eine gesunde Organisation aufzubauen – ein nachhaltiger Ansatz (z.B. im Vergleich zum Einkauf externer Unternehmensberater).

Warum bieten wir Seminare zum Personalmarekting oder zum Employer Branding an, beides wichtige Demografie-Themen im Hinblick auf Fachkräfteengpässe? Wir möchten zum Einen dass Unternehmen und Bewerber zumindest eine faire Chance haben zueinander zu finden (wozu sich beide hübsch machen müssen) und dass die Arbeitgebermarkenbildung dazu beiträgt, Unternehmenskultur und persönliche Präferenzen  zueinander zu bringen. Wer sich schon einmal nach einem vielversprechenden Bewerbungsverfahren im falschen Unternehmensalltag wiedergefunden hat, weiß wie viel Energie, Zeit und Kosten durch falsch gesendete Signale vergeudet werden, sowohl von Seiten des Unternehmens als auch des Kandidaten bzw. neu Angestellten. Ressourcenschonung ist also auch hier das Grundmotiv unseres Handelns.

Dies sind nur ein paar Bezugspunkte, in denen sich unser Gebäude und unsere Demografie-Arbeit berühren. Nachhaltigkeit erschöpft sich in diesem Sinne bei weitem nicht in den Produkten unserer Chemieunternehmen. Nachhaltigkeit zeigt sich auch und erst recht im Sozialen, im Umgang mit den Personen die diese Produkte herstellen und in den Werten für die diese Unternehmen stehen.

Sie sind bis hierhin dabeigeblieben? Herzlichen Glückwunsch zu dieser nachhaltigen Leseleistung! Sie möchten Ihre Meinung zu diesem Thema nachhaltig im Netz verankern – ich freue mich auf den Kommentar…

 

Übrigens:

Dass Nachhaltigkeit nicht nur gut für die Umwelt ist, zeigen Studien die danach fragen, worauf junge Menschen bei der Wahl ihres Arbeitgebers achten. Immer mehr wollen lieber für Firmen tätig sein, die schonend mit Ressourcen umgehen oder sich im Rahmen von Sponsoring für eine bessere Welt einsetzen. (Klingt besser als der religiös besetzte ‚Sinn‘ und wurde z.B. hier untersucht: Nielsen-Studie zu Arbeitgeberattraktivität und CSR oder im Blog-Beitrag ‚Über die positiven Wirkungen von CSR‘)

Einen Einblick in die Grundkonzeption unseres Gebäudes finden Sie in der Publikation ‚Perspektiven‘, herausgegeben zur Eröffnung unseres HessenChemie Campus.