Dem demografischen Wandel nachhaltig begegnen

2013 rief die Chemiebranche die Nachhaltigkeitsinitiative Chemie hoch 3 ins Leben. Unter Nachhaltigkeit werden hier die drei Dimensionen Ökonomie, Ökologie und Soziales subsumiert. Hierzu sind nun einige Pilotprojekte gestartet, in deren Rahmen Unternehmen (KMUs) einen Nachhaltigkeits-Check durchführten.

Gerade in Zeiten des demografischen Wandels ist die Qualifizierung, Einbindung und Motivation der eigenen Mitarbeiter ein wesentlicher Aspekt der Mitarbeiterbindung. Die Firma G.E. Habich’s Söhne GmbH & Co. KG aus Reinhardshagen, ein Unternehmen mit langer Tradition, hat hierbei die Qualifikation der Mitarbeiter sowie das Thema Lebensarbeitszeit in den Fokus des Projektes gestellt. In einem Interview erklärt Geschäftsführerin Carola Kersten, warum sich ihr Unternehmen an dem Projekt beteiligte.

  • Frau Kersten, Ihr Unternehmen ist eines der Pilotunternehmen, die sich dem Nachhaltigkeits-Check gestellt hat. Was war Ihre Motivation?
    „Nachhaltigkeit hat in unserem Unternehmen eine sehr lange Tradition. 229 Jahre erfolgreich unternehmerische Verantwortung zu übernehmen kommt nicht von ungefähr. Durch eine große Portion unternehmerisches Denken, tatkräftige und kreative Mitarbeiter und positive Rahmenbedingungen konnten wir über die Jahrhunderte bestehen. Wie bewahren wir unseren Erfolg für die Zukunft? Diese Frage war und ist stetige Motivation. Deshalb stellen wir uns gerne der Initiative Chemie hoch 3.“
  • Was war der bemerkenswerteste Moment im Rahmen des Checks? Gab es große Überraschungen?
    „Beeindruckt hat mich die Motivation und das Engagement unserer Mitarbeiter nicht nur an dem Projekt teilzunehmen, sondern kritische Fragen an sich selbst zu stellen. Machen wir alles richtig? Sind wir hier auf dem richtigen Weg? Hierzu wurden tolle Lösungen erarbeitet.
  • Glauben Sie, dass sich das Engagement, das Sie persönlich und Ihr Team in das Thema Nachhaltigkeit stecken, auch betriebswirtschaftlich für Ihr Unternehmen auszahlen wird?
    „Die im Workshop des Pilotprojekts herausgearbeiteten Themen werden sich nicht nur positiv auf das Betriebswirtschaftliche auswirken, sondern auch die Umweltleistung sowie das Miteinander im Betrieb stärken und somit auf die ein oder andere Weise einen positiven Einfluss haben. Ich bin mir sicher, dass dies sehr wichtige Komponenten für alle Veränderungen in unserem Unternehmen sein werden.“
  • Wo sehen Sie die wichtigsten Handlungsfelder für die nahe Zukunft?
    „Im ersten Schritt fokussierten wir im Nachhaltigkeitscheck zunächst auf die Themen Qualifikation der Mitarbeiter, Lebensarbeitszeit fit und erfolgreich sowie Nachhaltigkeit in den betrieblichen Prozessen erhalten. Intention ist es, diese Selbstbewertung regelmäßig zu wiederholen und damit weitere Handlungsfelder zu priorisieren“
  • Welche drei Leitlinien erscheinen Ihnen als die für Ihren Unternehmenserfolg relevantesten?
    „Unseren Unternehmenserfolg nachhaltig positiv zu beeinflussen, hängt entscheidend davon ab, die Balance zwischen den drei Dimensionen Ökonomie, Soziales und Ökologie herzustellen und zu halten. Daher sind sämtliche Leitlinien zu berücksichtigen und relevant.“
  • Hat sich Ihr Verständnis von Nachhaltigkeit im Rahmen des laufenden Projekts verändert? Wenn ja, wie?
    „Die homogene Zusammensetzung unseres Nachhaltigkeits-Teams aus Geschäftsleitung, Betriebsrat sowie Verantwortlichen aus allen Bereichen, hat gezeigt, dass unterschiedliche Sichtweisen und Interpretationen vorhandenen sind. Genau das macht, so finde ich, den Erfolg von Chemie hoch 3 aus: die Diskussionen, die sich daraus ergeben haben, brachten tolle Ergebnisse hervor.“

(Das Interview führte Sula Lockl, VCI Hessen)

Veröffentlicht in Demografie, Fachkräftegewinnung, Fachkräftesicherung
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