Ausbildung bei tegut – mit Fliege und Vorteilen

In manchen Landstrichen und Berufen werden Auszubildende zur gefährdeten Spezies. Schluss mit der Zurückhaltung – es ist Zeit zu zeigen was man hat.

Sollten Sie sich vielleicht fragen woher ich meine Themen für den Demografie-Blog nehme, dann gebe ich hier die erschreckend einfache Antwort: Sie liegen auf der Straße bzw. stehen darauf. So wie im Fall dieses Aufstellers, der vor dem tegut-Markt meiner Wahl in Wiesbaden platziert war. Neben der hübschen Auszubildenden gab es noch mehr zu bestaunen, nämlich eine kompakte Darstellung was den Auszubildenden oder Studenten bei tegut erwartet:

Zeigt uns was ihr habt

Die Bezahlung, Rabatte auf Lebensmittel – aber damit nicht genug. Auch die weichen Faktoren kommen hier aufs Tableau: Welches Betriebsklima angestrebt und was dafür getan wird, dass das Lernen strukturiert und abwechslungsreich abläuft, der Auszubildende aber nicht unter unbedingtem Erfolgsdruck (Fehlerkultur) steht usw.

‚Total Rewards‘ in konkreter Anschauung.

 

Ausbildung bei tegut

Zusammengetragen und klar aufbereitet: Womit kann ich in der Ausbildung bei tegut rechnen?

 

Die eigenen Angebote auf diese Art aufzubereiten und in die Waagschale zu werfen, davon kann sich auch manches Chemieunternehmen – Achtung Lebensmittel-Wortspiel – eine Scheibe abschneiden! Und dass solche Bemühungen durchaus Not tun, hat der aktuelle Berufsbildungsbericht wieder einmal deutlich gemacht:

Sicher ist die gesellschaftliche Diskussion um die Wertigkeit der Dualen Ausbildung im Vergleich zum Studium auch ein bedeutender Faktor für die unbesetzten Stellen. Aber eben nicht nur. Genauso fällt ins Gewicht, wie gut die Ausbildung beworben und in ihren spezifischen Stärken erklärt wird. Denn ein Studium braucht, will und kann nicht jeder.

Genau an dieser Stelle können Unternehmen punkten, wenn sie einen wichtigen Grundsatz beachten. Es genügt nicht, attraktive Leistungen im Angebot zu haben

„… deshalb sollten Unternehmen den Mitarbeitern auch sagen, was sie ihnen bieten – und was sie von ihnen dafür erwarten. Es kommt auf zielgruppenorientierte Gesamtvergütungspakete an und auf die Kommunikation der entsprechenden Employee Value Proposition.“

(Jürgen Haselgruber, Towers Watson)

Verkaufen will gelernt sein

Nebenbei: Meine These ist, dass gerade die (im Gehalt) weniger attraktiven Branchen aus dem Konsumgüterbereich hier besonders gut agieren: Sie spüren den Mangel früher und wissen wie verkaufen geht.

Aber gehen wir nochmals zurück zu den Ausbildungsvorteilen von tegut. Der kritische Mann im Hinterkopf unkt nämlich bereits: „Offizielle Unternehmensdarstellungen können auch weiße Wäsche noch weißer machen – wer weiß, ob es dort wirklich so zugeht?!“ Wie wahr, wie wahr…

Darauf habe ich zwei Einwände:

 

  • Um die Ausbildungsvorteile auf die folgende Art benennen zu können, müssen die Verfasser die Organisation kennen über die sie schreiben. So wirkt es zumindest auf mich. Die folgenden Formulierungen machen bei mir nicht den Eindruck, als wären sie von den unternehmenseigenen Wortdrechslern im stillen Kämmerlein verfasst worden, bis sich die sprichwörtlichen Balken biegen. Ich lese hier zwar auch werbliche Botschaften im positiven Grundton, es wird aber auch klar gemacht, was gefordert wird und wo die Verantwortung des Auszubildenden anzusiedeln ist. ‚Ausgewogen‘ – diese Einschätzung kommt mir bei diesen Beschreibungen als erstes in den Sinn.

 

Lernen tegut

Quelle: www.tegut.com

 

Blick hinter Kulissen

Quelle: www.tegut.com

 

  • Und auch wenn diese Versprechungen  im großen Abstand an der Realität vorbeischrammen sollten – wer so etwas einmal aufgeschrieben hat, wird in der betrieblichen Realität durch die Auszubildenden früher oder später daran gemessen. Besser für tegut wenn beides zusammenpasst! Gut für die Orientierung des Bewerbers wenn die Aussagen stimmen! Und ehrlich: Ist das nicht einfach zwei Klassen besser als die unendlich strapazierten ‚vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten‘ oder ähnlicher Klumpatsch in Stellenanzeigen?

 

Daher mein offener Brief an tegut im Sinne eines Fazit:

Liebe Tegutianer,

könnte ich die Zeit zurückdrehen, ich würde erwägen bei Euch zu arbeiten: Ihr kommt im richtigen Maße sympathisch rüber ohne Euch zu sehr anzubiedern, Ihr schraubt die Erwartungen nicht in stratosphärische Höhen (‚Ganz ehrlich: Ausbildung ist auch anstrengend.‘) und Ihr redet vom Geld, aber eben nicht nur. Ich glaube, ich kenne Euch schon ein bisschen. Sehr stylish finde ich die Fliegen (im folgenden Video), die ich als Einzelhandelskaufmann bei Euch tragen dürfte! Aber eins muss ich sagen: Wenn ich in der Blüte meines Lebens bei Euch anheuere und Ihr Eure Versprechen/Aussagen nicht haltet, dann gibt es Ärger! Ihr wisst schon, shitstorm und so…

Macht’s gut und vielleicht sehen wir uns bald bei einem Bewerbungsgespräch,

Euer Clemens

 

 

P.S.: Vielleicht habt Ihr aber auch nur verdammt gute Texter und eine Top-Agentur – an deren Kontakt wäre ich ansonsten auch interessiert.

P.S.S.: Im nächsten Artikel greife ich die längst überfällige Nachlese zum Tarifabschluss 2015 auf und wie wir in der Chemie weiter mit der Demografie umgehen.

Veröffentlicht in Ausbildung, Demografie, Fachkräftegewinnung, Fachkräftesicherung

3 Antworten zu “Ausbildung bei tegut – mit Fliege und Vorteilen

  1. Guten Tag Herr Volkwein,
    für Ihre lobenden Worte auf der tegut… Homepage und für Ihren positiven Blog-Beitrag bedanken wir uns herzlich bei Ihnen.
    Gerne haben wir Ihre Zeilen an unseren Bereich „Ausbildung“ weitergeleitet.
    gute Grüße aus der tegut… Online-Redaktion

  2. Lieber Herr Volkwein,
    herzlichen Dank für Ihren positiven Artikel, aber auch den Ansporn alles genannte wirklich einzulösen! Ich bedanke mich im Namen des gesamten tegut…-Ausbildungsteams. Die Texte und Ideen stammen übrigens aus eigener Feder, da mehrere Kolleginnen und Kollegen des Bereichs selbst eine Ausbildung bei tegut… absolviert haben.
    Herzliche Grüße
    Benjamin Brähler (Teamleiter Ausbildung)

    • Interessant zu hören, mit wem Sie die Texte erstellt haben, Herr Brähler. Wie geschildert hatte ich den Eindruck, dass die ‚Texter‘ wissen wovon Sie sprechen und die Botschaften nicht zu überzogen klingen.

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