Arbeitszeitgesellschaft – neue Plattform zum interdisziplinären Austausch

Die WorkinArbeitszeit_Gesellschaft_Logog Time Society gibt es schon seit 2001, seit kurzem existiert mit der Arbeitszeitgesellschaft auch das Pendant für den deutschsprachigen Raum. Sie versteht sich als interdisziplinäre Plattform für Fragen rund um die Arbeitszeit. 

Entsprechend sind auch die Ziele formuliert:

  • betreffend die Gestaltung von Arbeitszeiten (insbesondere auch Nacht- und Schichtarbeit), ihrer Wirkungen, Gefahren und der Möglichkeiten zur Verbesserung und damit zusammenhängender Fragen
  • die      Förderung der interdisziplinären Forschung, der Zusammenarbeit von      Forschenden, die Verbreitung von Wissen, sowie die Erstellung von      Empfehlungen zur Arbeitszeitgestaltung
  • sowie      die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen sowie      Organisationen und Personen, die ähnliche Zielsetzungen verfolgen.

Ende August fand das 1. Symposium der deutschsprachigen Arbeitszeitgesellschaft in München statt. Eine sehr interessante Veranstaltung. Im Fokus stand vor allem die Fragestellung, wie wird sich die Gestaltung von Arbeitszeit in der Zukunft entwickeln.

In meinen Augen war es eine wichtige Veranstaltung. Schon alleine deshalb, weil sowohl die Auswahl der Expertenvorträge als auch die Zusammensetzung  des Auditoriums interdisziplinär, branchen- und länderübergreifend war. Für ein Teilgebiet der Arbeitswissenschaft sollte das eigentlich selbstverständlich sein und ist es doch in weiten Teilen nicht.

So waren Experten aus der Forschung wie z.B. Prof. Dr. Till Roenneberg (LMU München) mit dem Spezialgebiet Chronobiologie, der Soziologe Dr. Sebastian Schief (Universität Fribourg) und der Arbeitspsychologe Prof. Dr. Norbert Semmer (Universität Bern) ebenso vertreten wie Arbeitszeitspezialisten aus Industrieunternehmen (z.B. Continental,  VW, Voestalpine AG). Um den Spannungsbogen der Diskussionen weit aufmachen zu können, gab es ebenfalls Beiträge von Dienstleistern sowie aus den Reihen der Sozialpartner, vertreten durch die Gawo und die Hans Böckler Stiftung.

Vorträge wie

  • „Dauernachtarbeit – Fakten, Risiken, Perspektiven und  Forschungsbedarf“ von Frank Lennings vom Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa), Düsseldorf, der eine Studie beim Reifenhersteller Continental vorstellte
  • „Interne und externe Flexibilisierung als Basis eines modernen Arbeitszeitmanagements“ von Prof. Dr. Manfred Bornewasser von der Universität Greifswald, der über Ergebnisse einer Studie zur Arbeitszeit- und Personalflexibilisierung bei der Fraport AG sprach
  • „Verbesserung der Krankenstandsquote und Mitarbeiterzufriedenheit durch alternatives Schichtmodell“ von Manuel Pfeil, Fachingenieur Personalmanagement bei der Voestalpine AG, Linz

regten zu intensiven Diskussionen an, die nur durch ein gutes Zeitmanagement unter Kontrolle gehalten werden konnten. Dieses Interesse kam auch in dem abschließenden Statement zum Ausdruck, dass der Rahmen für alle Beteiligten stimmt und das es unbedingt eine Fortsetzung geben muss. Auch oder gerade vor dem Hintergrund, dass eine stärkere gemeinsame Ausrichtung von Forschungsaktivitäten helfen kann, neue Wege für die Lebensphasenorientierte Arbeitszeitgestaltung auch hinsichtlich (Schicht)Arbeitszeitoptimierung zu finden und ausreichend gesicherte sowie kurz- und mittelfristig anwendbare Erkenntnisse gewinnen zu können.

 

Sabine KönigAutorin dieses Beitrages ist Sabine König. Die Dipl.-Ing. ist Referentin Arbeitswissenschaften im Arbeitgeberverband HessenChemie und berät Unternehmen zu den Themen flexible Arbeitszeitgestaltung, Arbeitsgestaltung, Arbeitsbewertung sowie. Betriebs- und Arbeitsorganisation.