Berufliche Bildung als Treiber für Nachhaltigkeit – Erfahrungsaustausch am 2. November 2017 in Wiesbaden

Welche Rolle die berufliche Bildung als Treiber für eine nachhaltige Entwicklung in Unternehmen spielt, erfahren die Teilnehmer des Fachforums „Mit Qualifizierung zum nachhaltigen Unternehmen“ am 2. November 2017 in Wiesbaden. Erste Einblicke in das Projekt „ANLIN – Ausbildung fördert nachhaltige Lernorte in der Industrie“ bietet der Provadis Bildungsreport Nachhaltigkeit.

Fachforum „Mit Qualifizierung zum nachhaltigen Unternehmen“ am 2. November 2017

Das Fachforum findet am

Donnerstag, 2. November 2017

von 10:00 bis 15:00 Uhr

im Hessenchemie Campus

statt.

Die Teilnehmer erwartet ein Grußwort von Staatssekretär im Hessischen Kultusministerium, Dr. Manuel Lösel. Die unternehmerische Dimension von Nachhaltigkeit stellt Dr. Matthias Braun von Sanofi-Aventis Deutschland vor. Im Zentrum der Veranstaltung stehen dann die Ergebnisse und Erfahrungen des geförderten Modell-Projektes ANLIN, die mit den Projektbeteiligten und den anwesenden Ausbildungs-, CSR- und Nachhaltigkeits-Verantwortlichen sowie weiteren interessierten Teilnehmern diskutiert werden.

Weitere Informationen zum Programm sowie die Anmeldung sind auf der Hessenchemie-Internetseite oder auf der Internetseite von Provadis – dem Fachkräfteentwickler der Industrie zu finden. Die Teilnahme ist kostenfrei und die Anmeldung bis zum 20. Oktober 2017 möglich. Das Fachforum ist ein Beitrag zur Nachhaltigkeitsinitiative Chemie³.

Weitere Informationen zu dem Projekt ANLIN sind hier oder hier abrufbar.


Der Mensch bleibt Mittelpunkt der Arbeitswelt

Hessische Sozialpartner diskutieren bei So.Win-Treffen über die digitale Zukunft der Arbeit

„Der Mensch ist Mittelpunkt der Arbeitswelt und wird das in Zukunft auch bleiben“, lautet die Einschätzung von Dr. Andreas Ogrinz, Geschäftsführer Bildung, Innovation, Nachhaltigkeit beim Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC), gleich zu Beginn der zweitägigen Sozialpartner-Werkstatt für Innovation und Nachhaltigkeit (So.WIN). Ende August hatte der Arbeitgeberverband HessenChemie zusammen mit dem IG BCE Landesbezirk Hessen-Thüringen rund 30 Betriebsräte und Führungskräfte zum gemeinsamen Workshop nach Wiesbaden eingeladen, um sich über die Digitalisierung der Arbeitswelt auszutauschen.

„Es ist wichtig, dass die Chemie-Sozialpartner gemeinsam über die Veränderungen der Arbeitswelt diskutieren, um den Wandel konstruktiv und gemeinsam zu gestalten“, betonte Ogrinz mit Blick auf den auf Bundesebene begonnenen Dialog-Prozess „Work@industry 4.0„. Osman Ulusoy, stellvertretender Landesbezirksleiter im IG BCE Landesbezirk Hessen-Thüringen und Dirk Meyer, Hauptgeschäftsführer der HessenChemie, unterstützen diese Stoßrichtung. Auch die hessischen Sozialpartner wollen die anstehenden Aufgaben gemeinsam angehen.

„Es gilt, die Potenziale und Chancen der Digitalisierung für unsere Branche und ihre Beschäftigten zu nutzen. Dazu gehört auch die notwendige Debatte über die richtige Balance bei der flexiblen Ausgestaltung von Arbeit und Arbeitszeit. Bei den anstehenden Veränderungen wird die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter ein entscheidender Faktor sein“, so Meyer. Das orts- und zeitunabhängige Arbeiten bietet zum Beispiel neue Möglichkeiten für viele Mitarbeiter und für die Unternehmen. Dabei gehen beide Seiten davon aus, dass der Mensch weiterhin im Zentrum der Arbeitswelt stehen wird, auch wenn sich manche Tätigkeiten verändern werden. Dies sah auch Osman Ulusoy so und wies zusätzlich auf den Wandel der Betriebsratsarbeit hin: „Der Umgang mit Daten wird in einer vernetzen Arbeitswelt an Bedeutung gewinnen. Auch die Betriebsräte müssen das notwendige IT-Know-how aufbauen, um ihre Aufgaben kompetent wahrnehmen zu können“, so Ulusoy.

v.l.n.r.: Osman Ulusoy, stellvertretender Landesbezirksleiter der IG BCE Hessen-Thüringen; Dirk Meyer, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands HessenChemie und Daniel Schubert, Referent Nachhaltigkeit und politische Kommunikation, HessenChemie. Quelle: So.WIN/Arne Landwehr

Die duale Ausbildung in Deutschland als Basis für Innovation

Professor Dr. Sabine Pfeiffer, Soziologin an der Universität Hohenheim, fasste die Diskussion zur Digitalisierung auf globaler, aber auch auf nationaler Ebene zusammen. Lange Zeit lautete die Botschaft, die Industrie sei ein Auslaufmodell. Erst mit dem Begriff „Industrie 4.0“ rückte die Industrie in Deutschland wieder stärker in den Fokus. Die anfangs stark technisch geprägte Diskussion sei insbesondere durch den von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles angestoßenen Dialog-Prozess und das vom Ministerium veröffentlichte Weißbuch „Arbeiten 4.0“ um den Aspekt der Arbeitswelt bereichert worden.

Der hohe Anteil an gut ausgebildeten Fachkräften in Deutschland bildet nach Ansicht von Sabine Pfeiffer eine solide Basis für die Veränderungen, die die Digitalisierung mit sich bringe. Schon heute greifen gut ausgebildete Facharbeiter immer wieder steuernd in komplexe Arbeitsprozesse ein. Die duale Ausbildung und das im Arbeitsprozess erworbene Erfahrungswissen ließen sich nur schwer ersetzen, betonte sie dabei. Darüber hinaus verkennen viele, insbesondere aus den USA stammende Studien, die Realitäten hier in Deutschland. Einen massenhaften Arbeitsplatzverlust sieht die Wissenschaftlerin nicht, wenngleich es zu Veränderungen in vielen Branchen kommen werde.

Unverzichtbar: Vertrauen und eine offene Unternehmenskultur

Wie sich ein Unternehmen den Chancen und Herausforderungen einer sich verändernden Arbeitswelt stellt, schilderten Thomas Pein, Head of Employment Policies, und Charles Hübler, Betriebsrat, in ihren Ausführungen am Beispiel der Merck KGaA. Für die zukünftige Arbeitswelt bedürfe es eines Kulturwandels im gesamten Unternehmen. Denn neue Arbeitsformen und -modelle stellten gleichermaßen auch neue Anforderungen an Mitarbeiter und Vorgesetzte. Ohne Vertrauen auf beiden Seiten, also zwischen Mitarbeiter und Führungskraft sowie zwischen Betriebsrat und Unternehmen, ginge es nicht. Die gelebte Sozialpartnerschaft sei hier eine tragende Säule für die Gestaltung des Wandels.

Weitere Bilder und Eindrücke von der Veranstaltung finden Sie auf Flickr: https://flic.kr/s/aHsm9wZ3rv .


Nachhaltigkeitspreis: Noch 10 Tage…

Während die Auszubildenden und Dual-Studierenden an ihren Beiträgen für den zweiten Nachhaltigkeitspreis für junge Menschen in Hessen pfeilen, arbeiten HessenChemie, der VCI Hessen und die IG BCE Hessen-Thüringen an der Vorbereitung der Preisverleihung. Noch zehn Tage haben die Jugendlichen bis sie ihre Beiträge eingereicht haben müssen. Auch wir sind schon ganz gespannt, welche Ideen sie sich zu unserem diesjährigen Motto

Industrie 4.0 – Digitalisierung aus der Perspektive der Jugend!

gemacht haben.

Mit vielen Schlagworten werden die Veränderungen durch die zunehmende Vernetzung von Geräten beschrieben: Smart Home, Smart Factory, Wirtschaft 4.0, Industrie 4.0, Arbeiten 4.0…. Doch wie sehen die Jugendlichen die Veränderungen und, noch wichtiger: wie wollen sie diesen Wandel gestalten. Mit dem Nachhaltigkeitspreis für junge Menschen sind die Auszubildenden aufgefordert, ihre Vorstellung von einem Unternehmen der Zukunft darzustellen und erste Schritte für den Weg in die Zukunft aufzuzeigen.

Ganz gespannt sind wir bereits auf die Beiträge der Auszubildenden und Dual-Studierenden der chemisch-pharmazeutischen und Kunststoffverarbeitenden Industrie. Gemeinsam mit den Jugendauszubildendenvertretern, die bereits das Titelbild für unseren tollen Flyer beigesteuert haben (noch einmal vielen Dank hierfür!), machen wir uns in dieser Woche Gedanken zum Ablauf und Programm der Preisverleihung.

Der Termin steht fest: am 21. April 2017, nachmittags, wird die Preisverleihung in Wiesbaden stattfinden. Auch steht fest, dass es wieder eine Preisverleihung für alle Teilnehmer sein wird. Gemeinsam mit ihren Personalleitern, Ausbildungsverantwortlichen, Geschäftsführern und Betriebsräten können die Gruppen dann gespannt der Verkündung der Gewinner entgegenfiebern. Eine Einladung versenden wir rechtzeitig vor der Veranstaltung an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Allen Auszubildenden und Dual-Studiernden wünschen wir gutes Gelingen bei ihren Projekten! Kurzentschlossene finden die Informationen zum Nachhaltigkeitspreis und die Teilnahmebedingungen auf www.chemiehoch3.de oder auf www.hessenchemie.de.


Digitalisierung und Industrie 4.0 – Chancen und Herausforderungen

Ich sitze im Büro in Wiesbaden und kann über einen Live-Stream und Twitter die Abschlusskonferenz des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) zum Dialog-Prozess Arbeiten 4.0 verfolgen, die Diskussion auf Twitter kommentieren. Die Digitalisierung verändert die Gesellschaft und auch die Wirtschaft. In der aktuellen Konjunktur-Umfrage von HessenChemie gaben fast 49 Prozent der befragten Unternehmen an, sich bereits heute „intensiv“ mit dem Thema Digitalisierung auseinanderzusetzen. Für 43 Prozent ist dies immerhin „am Rande“ bereits ein Thema.

In der digitalen Vernetzung über Unternehmensgrenzen hinweg steckt ein großes Innovationspotenzial für die chemisch-pharmazeutische und Kunststoffverarbeitende Industrie. Neue Geschäftsmodelle können entstehen und eine nachhaltige Steigerung der Produktivität können helfen, im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Darin liegen große Chancen für die Branche. Der Veränderungsprozess Digitalisierung stellt neue Anforderungen an die Mitarbeiter (Stichworte: Qualifizierung, Aus- und Weiterbildung). Neben fundierten Fachkenntnissen und beruflichem Erfahrungswissen werden vernetztes Denken, interdisziplinäre Kompetenzen und virtuelle Zusammenarbeit (siehe oben; Videokonferenzen, Chats, uvm.) immer wichtiger.

Der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) haben im Oktober den Dialog-Prozess „Work@industry 4.0“ angestoßen. MIt dem Dialog der Chemie-Sozialpartner soll der Wandel der Arbeitswelt durch die Digitalisierung gemeinsam von Arbeitgebern und Gewerkschaft gestaltet werden.

Als Arbeitgeberverband interessieren uns vor allem die Auswirkungen auf die Zukunft der Arbeit (wie sie gerade auch in Berlin auf der Abschlusskonferenz des BMAS diskutiert wurden). Mit einer empirischen Studie zur „Digitalisierung der Arbeitswelt in der hessischen Chemie“ wollen wir zu einer faktenbasierten Betrachtung der Herausforderungen und Chancen beitragen. Am 24. Oktober 2017 werden diese Ergebnisse dann im Rahmen der 12. Wiesbadener Gespräche zur Sozialpolitik im Kurhaus Wiesbaden vorgestellt.

Das HessenChemie-Positionspapier zur „Digitalisierung und Industrie 4.0 – Chance und Herausforderung“ finden Sie hier. Darüber hinaus hat die Präsidentin des BAVC, Frau Margret Suckale, das Buch „Chemie digital“ zu diesem Thema herausgegeben.


Industrie, Politik, Wachstum, Chemie – Was der Jugend bei Nachhaltigkeit wichtig ist

Nachhaltigkeit wird verstanden als Verpflichtung gegenüber den jetzigen und künftigen Generationen und als Zukunftsstrategie, in der wirtschaftlicher Erfolg mit sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Verantwortung verknüpft ist“,

so heißt in den Unterlagen der Nachhaltigkeitsinitiative Chemie³. Und oft wird in Diskussionen zu Nachhaltigkeit angeführt, man tue das nicht für sich selbst, sondern für seine Kinder. Was also läge näher als einen Dialog auch mit Jugend-Vertretern zu führen?

Im Vorfeld der Dialog-Veranstaltungen von Chemie³ findet deshalb eine eigene Veranstaltung mit Jugend-Vertretern statt. So war es auch in diesem Jahr. Am Mittag des 17. November trafen sich etwa 20 Jugendliche aus verschiedenen Organisationen: Die IG BCE Jugend, die Grüne Jugend, die Naturschutzjugend, der Think Tank 30 des Club of Rome Deutschland, das JungChemikerForum, die AG Junger Wirtschaftschemiker, das International Younger Chemist Network, SNEEP – student network for ethics in economics and practice, sowie Young Professionals von Evonik und HessenChemie. Und weil es um den Dialog geht, durften natürlich auch Vertreter von Chemie³, von BAVC, VCI und IG BCE, nicht fehlen.

Mittagsimbiss und der amerikanische Präsident

An zentraler, eigentlich gut erreichbarer Stelle, fand der Chemie³-Workshop statt: im Humboldt Carré mitten in Berlin. Doch auch der amerkanische Präsident hielt sich in Berlin auf und wollte ebenfalls zentral unterkommen, was die Anreise aufgrund der weiträumigen Sicherheitszone erschwerte. Dennoch erschienen alle Jugend-Vertreter motiviert und pünktlich. Eigentlich sollten die Diskussionen erst nach dem Mittagsimbiss beginnen, doch die Teilnehmer konnte es nicht abwarten: schon während des Essens begannen die Gespräche. Verständlich, zu spannend waren die Themen.

Fortschrittsindikatoren der Branche sorgten für großes Interesse

Zwar hatten sich viele der Teilnehmer bereits während des Mittagsimbisses angesprochen und einander vorgestellt, nun folgte die offizielle Begrüßung der Teilnehmer durch die Vertreter von Chemie³ und eine Vorstellungsrunde. Die Teilnehmer waren nicht aufgefordert, sich irgendwie vorzustellen. Sie sollten sich vorstellen und ihre Erwartungen an die Wirtschaft zu einer nachhaltigen Entwicklung und an die im letzten Jahr von den Vereinten Nationen verabschiedeten Nachhaltigkeitsziele darstellen. Die Wirtschaft müsse konkrete Maßnahmen umsetzen und diese zeigen. Der erste Einstieg in die Diskussion, denn schon bei der Vorstellung wurden die unterschiedlichen Perspektiven deutlich.

Anschließend folgte ein Überblick über die Aktivitäten von Chemie³ und die Themen der Dialog-Veranstaltung am folgenden Freitag. Die Teilnehmer erhielten einen Überblick über die Arbeit der Initiative und das Projekt zu den Fortschrittsindikatoren der chemisch-pharmazeutischen und Kunststoffverarbeitenden Industrie, die am Freitagmorgen offiziell vorgestellt werden. Einige der Teilnehmer, die bereits im letzten Jahr an dem Workshop teilgenommen hatten, waren überrascht wie sich  die Initiative entwikelt hat. Letztes Jahr waren sie noch etwas skeptisch (würden die Indikatoren tatsächlich rechtzeitig zur Veranstaltung fertiggestellt?), in diesem Jahr waren die Teilnehmer positiv überrascht: die Indikatoren waren da und konnten diskutiert werden. Und das taten die Jugendlichen: engagiert und kritisch.

Welche Lösungsansätze gibt es für die Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung?

In jeweils zwei Parallelen Workshops arbeiteten die Jugendlichen zu den Themen der Dialog-Veranstaltung. Im Vergleich zum Vorjahr haben die Veranstalter das Format verändert. Jede Arbeitsgruppe wurde von einem Jugendvertreter geleitet und von einem Vertreter der Chemie³-Partner begleitet. Die folgende Leitfrage wurde ihnen dabei mit auf den Weg gegeben: „Was sind aus Ihrer Sicht die drei zentralen Herausforderungen und Lösungsansätze zu diesem Thema?“.

Nachhaltige Entwicklung messbar machen

Transparenz ist ein wichtiger Aspekt für die Diskussionen zu einer nachhaltigen Entwicklung und für eine nachhaltige Entwicklung selbst. Die Initiative Chemie³ hat sich zum Ziel gesetzt, die Fortschritte der Branche und die Beiträge für eine nachhaltige Entwicklung messbar zu machen. Die Partner von Chemie³ haben in einem zweijährigen Prozess Indikatoren entwickelt, die im Rahmen der Dialog-Veranstaltung am Freitag erstmalig diskutiert werden. In den Diskussionen der Arbeitsgruppe zeigte sich schnell, worauf es den Jugendlichen ankommt – und worauf nicht. Die Informationen und Darstellung solle authentisch und klar sein, Hochglanzbroschüren seien hier wenig hilfreich. Aber es wurde auch die Erwartung geäußert, dass sich die Branche den Themen ernsthaft annehme. Ansonsten mache man sich unglaubwürdig. Die Indikatoren seien ein Anfang; nun gehe es auch darum, diese bei Entscheidungen einzubeziehen. Hierbei seien alle gefordert: die Führungsebenen genauso wie alle anderen Mitarbeiter.

Politik für eine nachhaltige Industrie

Deutschland verfügt über einen starken industriellen Kern. Dieser trägt entscheidend zu einer nachhaltigen Entwicklung bei, damit die technischen und sozialen Innovationen, die hierfür notwendig sind, zu schaffen. Die Chemie³-Vertreter gingen mit der folgenden These in die Diskussion: „Um die Chancen des Industriestandortes zu nutzen, brauchen wir eine neue Politik.“ Die Politik sei an vielen Stellen gefordert, um zu einer nachhalitgen Entwicklung beizutragen. Aber die Industrie müsse hier ebenfalls mitwirken. Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sind eine Chance, die gesellschaftlichen Herausforderungen greifbar und bewältigbar zu machen. Die Politik für die entsprechenden Rahmenbedingungen sorgen: für die Industrie, für die Beschäftigten und für die Gesellschaft.

Wachstum für eine nachhaltige Entwicklung

Auch über das Thema Wachstum wurde intensiv diskutiert: was ist wirtschaftliches Wachstum und wie wird es gemessen? Wirtschaftliches Wachstum leistet zum Aufbau von Entwicklungschancen einen wichtigen Beitrag. Aus wirtschaftlichem Wachstum entstehen Verteilungsspielräume. Es ist Voraussetzung für Investitionen in Innovationen. Allerdings brauche es eine neue Qualität des Wachstums, um die positiven Effekte für eine nachhaltige Entwicklung nutzen zu können.  Ein immer weiter zunehmender Verbrauch an Ressourcen sei problematisch. In den Diskussionen zeigte sich, wie schwierig es manchmal sein kann, die drei Dimensionen von Nachhaltigkeit – Ökonomie, Ökologie und Soziales – unter einen Hut zu bekommen.

Produktinnovationen für eine nachhaltige Entwicklung

Die Chemiebranche ist eine innovationsstarke Branche. Als solche trägt sie in vielfältiger Weise zu einer nachhaltigen Entwicklung bei. So liefert sie wichtige Produkte im Bereich der Elektro-Mobilität, der Solar-Technik, der Speichertechnik und vielen weiteren Stellen zu. Hierfür werden die drei Dimensionen von Nachhaltigkeit immer stärker bereits in die Entwicklung von Produkten aufgenommen. Auch zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen möchte die Branche wichtige Beiträge leisten – gemeinsam mit der Gesellschaft und der Politik. Die Jugendlichen entwickelten Ideen für weitere Produktinnovationen, waren aber noch gespannter auf die Veranstaltung am Freitag: man wolle sich dort von den Experten aus den Unternehmen Näheres zeigen lassen.

Abschluss des Abends

Nach den vielen spannenden Diskussionen, wurde der Jugend-Dialog mit einem gemeinsamen Abendessen beschlossen. Wie bereits beim Mittagessen, wurde weiter diskutiert. Mit großem Engagement, um einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten, jeder wie er kann und mit Spannung auf „Innovationen für eine nachhaltige Entwicklung – Chemie³ im Dialog mit dem Rat für Nachhaltige Entwicklung“, der Chemie³-Veranstaltung am kommenden Tag.

Als Vorgeschmack auf die Veranstaltung von Freitag, hier der Hinweis auf die Dokumentation der Veranstaltung des letzten Jahres Zuhören, verstehen, handeln“ – Chemiebranche startet Dialogreihe über Nachhaltigkeit„.  Weitere Informationen zu der Dialog-Veranstaltung am 18. November 2016 in Berlin, zu den Themenforen und den Referenten sind auf www.chemiehoch3.de zu finden.


Nachhaltigkeit transparent machen – Chemie stellt Indikatoren vor

Mit der Nachhaltigkeitsinitiative Chemie³ haben die Chemie-Arbeitgeber (BAVC), der Verband der chemischen Industrie (VCI)  und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Enerige (IG BCE) ein gemeinsames Verständnis von Nachhaltigkeit entwickelt. Gemeinsam arbeiten die Partner von Chemie³ daran, Nachhaltigkeit als Leitbild in der Branche weiter zu verankern. Am kommenden Freitag werden nun die Chemie³-Fortschrittsindikatoren vorgestellt. Diese Indiaktoren sollen die Leistungen der Branche belegbar machen.

Transparenz über das bislang Erreichte

Zu Beginn der Initiative im Jahr 2013 hatte man einen Branchenbericht erstellt, der einen Überblick darüber geben sollte, was die chemisch-pharmazeutische und Kunststoffverarbeitende Industrie in Deutschland zu einer nachhaltigen Entwicklung beiträgt. Neben den Aktivitäten innerhalb der Branche wurde auch der verstärkte Dialog mit den Anspruchsgruppen angestoßen. In regelmäßig stattfindenden Stakeholder-Veranstaltungen, diskutieren Vertreter der Branche mit Vertretern aus Politik, NGOs und anderen Anspruchsgruppen. Um den Prozess transparent zu gestalten und aufzuzeigen, welche Schritte Chemie³ gegangen ist und welche Schritte man noch gehen möchte, wurde im letzten Jahr ein Fortschrittsbericht erstellt. Darin beschrieb die Branche, was sie mit der Initiative Chemie³ bereits erreicht hat und welche Ziele sie noch erreichen möchte.

Chemie³ im Dialog mit dem Rat für nachhaltige Entwicklung

Am kommenden Freitag findet in Berlin wieder eine Stakeholder-Veranstaltung statt. Gemeinsam laden die drei Partnerorganisationen von Chemie³, BAVC, IG BCE und VCI nach Berlin ein. „Innovation für eine nachhaltige Entwicklung – Chemie³ im Dialog mit dem RNE“. Gemeinsam werden Dr. Kurt Bock, VCI, Michael Vassiliadis, IG BCE, und Dr. Kai Beckmann, BAVC, die Fortschrittsindikatoren von Chemie³ vorstellen. Im Rahmen der Dialog-Veranstaltung werden die Anspruchsgruppen dann die Möglichkeit haben die Indikatoren zu diskutieren.

Erarbeitung von Fortschrittsindikatoren für die chemische Industrie

In einem zweijährigen Prozess haben die Chemie³-Partner die Fortschrittsindikatoren entwickelt. Wissenschaftlich begleitet und mit dem Blick auf die für die Branche wichtigen Themen, die bereits in den 12 Branchenleitlinien angelegt sind, wurde intensiv gearbeitet. Die Chemie-Sozialpartner, BAVC und IG BCE, nahmen sich der Aufgabe an, die Indikatoren für die soziale Dimension von Nachhaltigkeit zu erarbeiten.

Chemie³ trägt mit dem Fortschrittsbericht und nun mit den Indikatoren zu mehr Transparenz der Branche auf dem Gebiet von Nachhaltigkeit bei. Transparenz ist ein wichtiger Aspekt für eine nachhaltige Entwicklung und ebenso der Austausch über das Erreichte. Neben dem Indikatoren-Set werden im Rahmen der Veranstaltung am kommenden Freitag in Berlin (und vorher bereits mit Jugend-Vertretern verschiedener Organisationen) weitere Themen diskutiert: Was kann die Branche zum gesellschaftlichen Fortschritt beitragen, welchen Beitrag können Innovationen für eine nachhaltige Entwicklung leisten und wie lassen sich diese fördern. Das Programm spricht für spannende Diskussionen.


Die Arbeit der Zukunft – wie werden wir sie gestalten?

Tagesschau-Gucker sind vor Kurzem wohl erschrocken: Vor dem Fernseher sitzend, sehen sie das gewohnte, blaue Tagesschau-Bild und hören gleich, gewohnte „Tagesschau-Musik“, die die 20-Uhr-Nachrichten einläutet. Doch im Bild war nicht einer der bekannten Moderatoren zu sehen, sondern ein weißer Roboter, der die Nachrichten spricht. Der „Mod E Rator 2016“ berichtet, dass in der Arbeitswelt zunehmend Roboter eingesetzt würden, die dem Menschen Konkurrenz machten. Ein ungewohnter Moment, aus dem der Zuschauer erst durch die bekannte Stimme von Tagesschau-Moderator Jan Hofer geholt wird. Es geht um die Zukunft der Arbeit, und die Diskussion in der ARD-Themenwoche beginnt mit einer sorgenvollen Frage: Konkurrent oder Kollege? Vom 30. Oktober bis 05. November 2016 dreht sich alles um die Zukunft der Arbeit: im Tatort, in Talkshows, Spielfilmen und vielen weiteren Beiträgen. Von Industrie 4.0, Smart Factories oder Big Data werden verschiedene Szenarien aufgezeigt. In diesen Veränderungen liegen große Chancen – für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

„Keine menschenleeren Fabriken“

Die Arbeit der Zukunft wird an vielen Stellen eine andere sein als die Arbeit, die wir heute kennen. In einem Gespräch mit dem Wiesbadener Kurier drückte Dirk Meyer, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands HessenChemie, dies in Bezug auf die Veränderungen in der chemischen Industrie in Hessen so aus: „Die Arbeit wird eine andere sein, sie wird uns aber nicht ausgehen. (Wiesbadener Kurier vom 14.09.2016)“ Und: in der Chemie werden diese Veränderungen aufgrund der Investitionszyklen nicht über Nacht passieren. Die Veränderungen können gemeinsam gestaltet werden. In dem angesprochenen Gespräch mit dem Wiesbadener Kurier entgegenete Volker Weber, der Landesbezirksleiter der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie Hessen-Thüringen: „Wir sind ins Gestalten verliebt“. In den Veränderungen der Arbeitswelt steckt ein Gestaltungsauftrag für die Sozialpartner. Um sich dieser gemeinsamen Aufgabe zu stellen, haben die Chemie-Arbeitgeber und die IG BCE einen Branchen-Dialog „work@industrie 4.0“ zur Zukunft der Arbeit begonnen.

Gemeinsame Aufgabe der Sozialpartner: Branchen-Dialog „Work@industry 4.0“

Der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie hatten zur Fachtagung „Work@industry 4.0“ am 11. Oktober 2016 eingeladen. Gemeinsam mit Arbeitsministerin Andrea Nahles diskutierten die Chemie-Sozialpartner die Herausforderungen des digitalen Wandels für die Arbeitswelt in der chemischen Industrie.

Von besonderem Interesse für die Teilnehmer waren die Fragen nach den Veränderungen der Aus- und Weiterbildung, aber auch die Möglichkeiten des orts- und zeitflexiblen Arbeitens sowie nach guter und gesunder Arbeit. Die Arbeit der Zukunft wird voraussichtlich sehr viel flexibler sein als heute. Michael Vassilidis, der Vorsitzende der IG BCE, formulierte seine Vorstellung so: „Dabei ist Flexibilität ein für Unternehmen wichtiges Thema. Vorrangig aber muss es darum gehen, den Beschäftigten persönliche Freiräume zu eröffnen. […] Wir wollen eine neue Ära der Arbeitszeit – mit deutlich mehr Wahlmöglichkeiten für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Dafür lohnt es sich im beidseitigen Interesse gute Ideen und Gestaltungsmöglichkeiten zu entwickeln.“ Die Präsidentin des BAVC, Margret Suckale, ordnete das mit den Worten: „Auch das Megathema Digitalisierung werden wir als Chemie-Sozialpartner in bewährter Weise gemeinsam gestalten – indem wir die Herausforderungen ernst nehmen, aber auch die enormen Chancen erkennen und nutzen.“

Den Auftakt zu den Diskussion in der Themenwoche der ARD bildete ein „Digitalcamp“ in Berlin. Die dortigen Erfahrungen fasste ein Teilnehmer so zusammen: „Es ist manchmal anstrengend, weil die Interessen auseinandergehen.“ Das hört sich nach Arbeit an, aber nicht nach Sorgen.


Betriebliche Gesundheitsförderung: Kooperationspartner finden und richtig einsetzen

Dass die chemisch-pharmazeutische und Kunststoffverarbeitende Industrie in Hessen die Vorteile von Nachhaltigkeit erkannt hat, schrieb die FAZ Rhein-Main-Zeitung im September (FAZ Rhein-Main-Zeitung vom 22.02.2016). In einem gemeinsamen Gespräch hatten Dirk Meyer, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands HessenChemie, und Volker Weber, Landesbezirksleiter der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) Hessen-Thüringen auf die Bedeutung der drei Dimensionen von Nachhaltigkeit hingewiesen. Dass Arbeitgeber und Gewerkschaft hieran gemeinsam arbeiten, stellten die hessischen Chemie-Sozialpartner am 12. Oktober in Wiesbaden unter Beweis. In den Mittelpunkt der bundesweit ersten Veranstaltung der Sozialpartner-Werkstatt für Innovation und Nachhaltigkeit (So.WIN) stellen sie die betriebliche Gesundheitsförderung, also ein Thema der sozialen Dimension von Nachhaltigkeit.

Bundesweit erste So.WIN-Veranstaltung bis auf den letzten Platz ausgebucht

(v.l.n.r.) Osman Ulusoy, stellv. Landesbezirksleiter IG BCE Hessen-Thüringen und Dirk Meyer, Hauptgeschäftsführer HessenChemie

(v.l.n.r.) Osman Ulusoy, stellv. Landesbezirksleiter IG BCE Hessen-Thüringen und Dirk Meyer, Hauptgeschäftsführer HessenChemie Foto: So.WIN / Tamara Jung-König

Zur bundesweit ersten Sozialpartner-Werkstatt für Innovation und Nachhaltigkeit (So.WIN) hatten der Arbeitgeberverband HessenChemie gemeinsam mit der IG BCE Hessen-Thüringen zu einem hochaktuellen Thema eingeladen: „Betriebliche Gesundheitsförderung: Kooperationspartner finden und richtig einsetzen – für den Betrieb und für die Mitarbeiter“. „Heute ist ein historischer Tag, So.WIN tritt die Nachfolge von GIBUCI an und das mit einer vollen Veranstaltung mit 60 Teilnehmern“, so begrüßte Osman Ulusoy, stellvertretender Landesbezirksleiter der IG BCE Hessen-Thüringen, die Teilnehmer der Veranstaltung. Für HessenChemie hob Dirk Meyer die besondere Form der Zusammenarbeit der Chemie-Sozialpartner hervor. Dabei verwies er auch auf das gemeinsam zwischen Chemie-Gewerkschaft und –Arbeitgebern entwickelte Leitbild zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement und den Aktivitäten im Bereich Nachhaltigkeit.

Dr. Andreas Ogrinz, Geschäftsführer Bildung, Innovation und Nachhaltigkeit, Bundesarbeitgeberverband Chemie

Dr. Andreas Ogrinz, Geschäftsführer Bildung, Innovation und Nachhaltigkeit, Bundesarbeitgeberverband Chemie / Foto: So.WIN / Tamara Jung-König

In seinem Impuls zur gemeinsam vom Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und der IG BCE getragenen Sozialpartner-Werkstatt für Innovation und Nachhaltigkeit (So.WIN) hob Dr. Andreas Ogrinz die Bedeutung der Einrichtung hervor. So.WIN ist die Bildungseinrichtung der Chemie-Sozialpartner auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit. Die Einrichtung leistet als Bildungsträger einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeitsinitiative Chemie³, mit der sich der BAVC, die IG BCE und der Verband der chemischen Industrie (VCI) zum Ziel gesetzt haben, Nachhaltigkeit als Leitbild in der Branche zu verankern. So.WIN bezieht sowohl die Fach- und Führungskräfte als auch Betriebsräte in diesen Prozess ein.

Wirksamkeit und Nutzen von Gesundheitsmaßnahmen und das Präventionsprogramm „Betsi“

Das Thema Gesundheit geht beide an: Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Die Frage, welches die richtigen Maßnahmen für die betriebliche Gesundheitsförderung sind, wird immer wieder gestellt. Sarah Schröer, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Universitätsklinikums Essen und Mit-Autorin des iga.Reports 28, stellte genau dies in den Mittelpunkt ihres Vortrags.  Anhand wissenschaftlicher Evidenz und Meta-Studien zeigte sie auf, welche Maßnahmen bei allgemeinen Gesundheitsfragen, psychischen Erkrankungen und Stress oder Muskel-Skeletterkrankungen wirken können. Darüber hinaus gab sie eine Einschätzung zum wirtschaftlichen Nutzen und den Kosten von Gesundheitsmaßnamen ab.

Foto: So.WIN / Tamara Jung-König

Foto: So.WIN / Tamara Jung-König

Praktisch wurde es dann mit dem Vortrag von Dr. Harald Knyrim, Gesundheitszentrum Federsee, der das Präventionsprogramm „Betsi – Beschäftigungsfähigkeit teilhabeorientiert sichern“ und die damit bislang gemachten Erfahrungen vorstellte. Nach festgelegten Kriterien werden die Teilnehmer für dieses von der Deutschen Rentenversicherung angebotene Programm ausgewählt. Die Teilnehmer nehmen in verschiedenen Phasen, d.h. stationären Aufenthalten in einer Einrichtung wie dem Gesundheitszentrum Federsee, aber auch im Alltag und im Betrieb, an dem Programm teil. Hierbei werden Themen wie Bewegung und Ernährung sowie weitere Belange der Teilnehmer, abhängig von der individuellen Situation, aufgenommen und verstetigt.

Gesundheit und Bewegung nicht nur in der Mittagspause

Nach einer ausgiebigen Mittagspause, in der die Teilnehmer die Gelegenheit nutzten, sich mit Smoothies zu versorgen sowie an Bewegungsübungen teilzunehmen, die die BARMER GEK zur Verfügung gestellt hatte, stellte  Beatrice Lünzer die Angebot einer gesetzlichen Krankenkasse für die betriebliche Gesundheitsförderung vor. Neben der Möglichkeit einer Kooperation mit Einrichtungen, die direkt Präventionsprogramme anbieten, sind auch die gesetzlichen Krankenkassen mögliche Anlaufstellen für Unternehmen. Diese Angebote können insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen interessant sein und das betriebliche Gesundheitsmanagement unterstützen.

Aktive Pausen Foto: So.WIN / Tamara Jung-König

Aktive Pausen
Foto: So.WIN / Tamara Jung-König

Weil auch langes Sitzen ungesund ist, wurden die Vorträge von Herrn Dr. Knyrim und Frau Lünzer durch aktive Phasen ergänzt. So übten sich die Teilnehmer darin, mit zwei Taschentuch-Packungen verschiedene Übungen zu machen, um beide Gehirnhälften zu trainieren. Hierbei sollten die Packungen zum Beispiel gerade hoch geworfen, aber überkreuz wieder aufgefangen werden.

Schluss: gemeinsamer Vortrag der hessischen Chemie-Sozialpartner

Osman Ulusoy, stellv. Landesbezirksleiter IG BCE Hessen-Thüringen Foto: So.WIN / Tamara Jung-König

Osman Ulusoy, stellv. Landesbezirksleiter IG BCE Hessen-Thüringen
Foto: So.WIN / Tamara Jung-König

Mit einem gemeinsamen Vortrag der hessischen Chemie-Sozialpartner, der die Aktivitäten und Möglichkeiten in der chemischen Industrie vorstellte, wurde eine Klammer um die Veranstaltung gezogen: die Sozialpartner bezogen sich ausführlicher als am Anfang auf das gemeinsame Leitbild zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement und anderen Möglichkeiten, beispielsweise die Weiterbildung- und Beratungsangebot der jeweiligen Organisation.

Mit einem Beispiel der Firma Merck Darmstadt wurde auch hier die Brücke zur betrieblichen Praxis geschlagen. Die Veranstaltung bot den Teilnehmern viele Anregungen für das eigene Unternehmen, die beim anschließenden „Get-Together“ weiter diskutiert wurden.

 


Brokkoli waren für viele Kinder kleine „Bäume“ – Interview zu Erica’s Manna Mobil

„Wiesbaden engagiert!“ bringt Unternehmen, Organisationen und andere Einrichtungen mit gemeinnützigen Projekten zusammen, um sich gemeinsam an einem Aktionstag für ein Projekt  zu engagieren. Zum wiederholten Male machen auch Mitarbeiter des Arbeitgeberverbands HessenChemie mit. Im Rahmen der „Wiesbaden engagiert!“-Projektbörse haben HessenChemie und das Projekt „Manna Mobil“ sich gefunden, um am 07. Juli gemeinsam für Kinder zu kochen. Im Vorfeld der Aktionswoche sprachen wir mit Gabriele Abshagen, der Leiterin der Einrichtung, über ihr Engagement mit und für Kinder.

Schubert: Frau Abshagen, Manna Mobil bietet Kindern eine warme Mahlzeit. An verschiedenen Orten im Rhein-Main-Gebiet geben Sie Essen an Kinder aus. Was ist das besondere an Manna Mobil?

Abshagen: Bei Manna Mobil ist Begegnung und Integration verschiedener Kulturen so herrlich einfach. Essen verbindet und beim Thema Hunger gibt es keinen Unterschied zwischen Menschen.

Die Basis von Manna Mobil ist das gesunde, kostenlose Mittagessen für bedürftige Kinder und Jugendliche. Noch wichtiger sind aber die Beziehungen, die zwischen den Kindern aus momentan über 60 Herkunftsnationen und unseren ehrenamtlichen Mitarbeitern gewachsen sind. Das trägt die Gemeinschaft.

Woher kommt der Name „Manna Mobil“ und welche Bedeutung hat er?

Der Begriff Manna stammt von der biblischen Bezeichnung für „Himmelsbrot“,  mit dem Gott sein Volk in der Wüste gespeist hat – täglich frisch, kostenlos und „mobil“ auf dem Weg. Wir bewegen uns auf die Menschen zu. Manna Mobil gibt dort Essen aus, wo Kinder und Jugendliche wohnen oder auf ihrem Schulweg vorbei kommen.

Wie viele Menschen engagieren sich regelmäßig in ihrem Projekt? Was treibt Sie persönlich bei der Arbeit an und was hat sich seit dem Beginn Ihres Engagements an der Situation der Kinder verändert?

Bei Manna Mobil treffen sich täglich ca. 120 Menschen. Die jüngsten Kinder sind 4 Jahre, die Ältesten 18 Jahre. Unser Team umfasst insgesamt ca. 60 Mitarbeiter, die sich in der Küche und den Ausgabestellen in Wiesbaden, Rüsselsheim und Frankfurt regelmäßig engagieren, fast alle natürlich ehrenamtlich.

Für mich persönlich ist Manna Mobil eine Weltreise – täglich die Hälfte des Globus beim Essen vereint! Die Kinder bringen dabei viel Leben und Freude ein. Wir lernen alle viel voneinander, können Werte vermitteln und Beziehungen wachsen. Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie Manna Mobil über die Jahre gewachsen ist, wie „bunt“ unsere Tischgemeinschaften zusammengewürfelt sind, wieviele Menschen sich auf unterschiedlichste Weise engagieren und wie einfach es im Team eigentlich ist, Orte der Begegnung zu schaffen.

Durch das offene, freiwillige, kostenlose Angebot sind auch die Kinder offener geworden. Sie haben zum Beispiel gar keine Angst mehr vor fremden Besuchern oder vor anderen Kindern, die sie nicht kennen. Die Ausgaben laufen viel geordneter ab als zu Beginn unserer Arbeit. Auch schwierigere Jugendliche halten sich freiwillig an unsere Tischregeln, weil wir uns kennen.

Ihre Arbeit richtet sich an ganz unterschiedliche Kinder mit ganz unterschiedlichen sozialen Hintergründen. Was waren hierbei für Sie die aufschlussreichsten Momente oder Überraschungen?

Viele Kinder kennen manche Speisen gar nicht. Brokkoli waren für sie kleine „Bäume“, Kiwi-Früchte hielten sie für Kartoffeln. In vielen muslimischen Familien wird oft nur mit dem Löffel gegessen, die linke Hand wird dabei nicht zum Mund geführt. In russischen Familien spricht man beim Essen nicht.

Wir haben Wasser-Wetttrinken beim Essen erlebt, chillige Begrüßungsformen und herzliche Umarmungen erfahren und wir lernen alle Sprachen: „Guten Appetit“ auf Türkisch, Arabisch, Farsi, Russisch, Roma …

Noch eine Frage zum Schluss. Was erwarten Sie von den HessenChemie-Mitarbeitern am Projekttag?

Die Mitarbeit bei Manna Mobil ist nicht schwer. Spätestens nach einer halben Stunde ist man in der Küche ein Team, das ein gemeinsames Ziel hat: Um 12.00 Uhr ein gesundes Mittagessen in die Lieferwagen zu verladen und gemeinsam zu den Essensausgaben zu fahren.

Den Rest machen dort dann die Kinder. Sie integrieren jeden und sie werden den HessenChemie-Mitarbeitern Löcher in den Bauch fragen. Der Aktionstag wird eine Bereicherung für uns, die Kinder und für die Mitarbeiter von HessenChemie. Da bin ich ganz sicher und wir freuen uns auf ihre Kollegen und sind auf ihr Feedback gespannt!

Vielen Dank für das interessante Gespräche. Wir freuen uns auf den Aktionstag mit Ihnen und den Kindern.

 

Gabriele Abshagen, Geschäftsführerin von Erica's Manna Mobil e.V. / Foto: Antje Kern

Gabriele Abshagen, Geschäftsführerin von Erica’s Manna Mobil e.V. / Foto: Antje Kern

Gabriele Abshagen ist Geschäftsführerin von Erica’s Manna Mobil e.V.

Der gemeinnützige Verein wurde im Jahr 2007 mit dem Ziel gegründet, Kindern und Jugendlichen täglich eine warme, gesunde Mittagsmahlzeit in guter Gemeinschaft zu bieten.

Inzwischen ist daraus eine weit vernetzte Einrichtung geworden, die von Montag bis Freitag im Zeitraum 12.30 – 14.30 Uhr ca. 120 junge Gäste bewirtet. Im Jahr 2015 waren dies insgesamt 17.000 Mittagessen in den Ausgabestellen in Wiesbaden, Rüsselsheim und Frankfurt, d.h. 17.000 junge Menschen wurden direkt erreicht.

Das offene, kostenlose und niederschwellige Angebot ist eine Alternative zur „Straße“ und spricht gerade auch junge Menschen an, die sonst nur schwer in Regelangeboten integrierbar sind. Das gemeinsame Mittagessen gibt jungen Menschen Halt und Orientierung – manchen unter ihnen auch einen Zufluchtsort.

Aktuell sind Kinder und Jugendliche aus über 60 Herkunftsnationen auf den Teilnehmerlisten vermerkt. Die Altersspanne reicht von 4 bis 18 Jahren. Viele haben einen Migrationshintergrund, aber auch Kinder aus deutschen Familien sitzen mit am Tisch.

Die Arbeit von Manna Mobil finanziert sich über Geldspenden und wurde im Jahre 2013 mit dem Hessischen Integrationspreis, sowie 2016 mit dem Hessischen Präventionspreis ausgezeichnet.

 

 


An Tagen wie diesen…

Schon wieder so ein Tag: Earth day. Vor einiger  Zeit Earth hour, nun ein ganzer Tag. Mich erinnern diese Tage immer auch etwas an den Muttertag und einen Satz meiner Mutter: „Wer nur am Muttertag an seine Mutter denkt, kann sich den einen Tag auch schenken.“ 364 Tage im Jahr und nur an einem an die Mutter denken? Das wäre schon etwas komisch. Und mit der Erde? Ein Erd-Tag und nur einmal im Jahr wird an die Erde und ihre Bedeutung für das Leben gedacht? Auch das wäre etwas komisch.

Dennoch haben diese Tage etwas für sich: die Mutter, die sich (es muss ja nicht unbedingt ein bestimmter Tag sein) über eine Aufmerksamkeit (beispielsweise Blumen) freut oder ein Earth Day an dem seit 1970 weltweit mit verschiedenen Aktionen auf die Sinnhaftigkeit von Umweltschutz und Ressourcenschonung aufmerksam gemacht wird. Jeder einzelne kann die ökologischen Auswirkungen beeinflussen: Strom sparen, unnötige Autofahrten vermeiden, Lebensmittelverschwendung vermeiden und so weiter und so fort. „Kleinvieh macht auch Mist“, sagt man und so ist es auch mit dem Ressourcenverbrauch.

Wie so oft, zählen auch hier nicht nur die großen Dinge, sondern auch die kleinen Beiträge spielen eine Rolle. Öfter mal das Licht ausmachen (wie beispielsweise zur Earth hour). Bewusster einkaufen, um weniger Lebensmittel wegwerfen zu müssen (und dabei auch noch Geld zu sparen). Oder einfach mal das Auto stehen lassen und zu Fuß gehen (Bewegung ist gesund und frische Luft tut gut).

Das gilt auch für die Arbeitswelt: auch hier geht es um Ressourceneffizienz, Umeltschutz und gute Ideen, die im Kleinen wie im Großen kontinuierlich an daran arbeiten, besser zu werden. Wie hier zum Beispiel die Teilnehmer des Responsible Care-Wettbewerbs des Verbands der Chemischen Industrie (VCI).