Intelligente Kombination: der Dokumentengenerator

Arbeitsvertrag, Antrag auf Elternzeit oder Dienstwagenüberlassungsvertrag – zahlreiche Dokumente benötigen Unternehmen immer wieder neu. Viele Bausteine wiederholen sich, andere Inhalte müssen individuell angepasst werden.

Mit intelligenter digitaler Unterstützung geht das deutlich einfacher. Die Chemie-Arbeitgeberverbände haben deshalb einen Dokumentengenerator entwickelt. Das Online-Tool lässt sich intuitiv bedienen und liefert dabei fundierte Resultate: Durch eine sinnvolle Zusammenstellung von Textbausteinen hilft er bei der Erstellung unterschiedlichster Dokumente und leistet so eine wichtige Vorarbeit für eine fachliche Rechtsberatung durch die Verbandsjuristen von HessenChemie. So können sich beide Seiten im individuellen persönlichen Gespräch auf die Feinheiten konzentrieren.

Der Dokumentengenerator ist ein weiteres Angebot von HessenChemie für seine Mitglieder. Er dient der Unterstützung der Personalabteilungen, soll aber nicht die persönliche Beratung ersetzen. Die Mitgliedsunternehmen können sich nach wie vor jederzeit an den Verband wenden. Grundlage für den Generator sind abgestimmte Vertragsmuster der Chemie-Arbeitgeberverbände. Zugang zum Tool haben Mitglieder über den Mitgliederbereich auf www.hessenchemie.de.

Von der Anbahnung eines Arbeitsverhältnisses bis zu seiner Beendigung: Der Dokumentengenerator leistet wichtige Vorarbeit für das Erstellen individueller Unterlagen.

Praxishilfe Arbeitsrecht: Schnelle Hilfe für die tägliche Arbeit

Nicht erst anrufen oder mailen, sondern direkt herunterladen: Mit den Praxishilfen Arbeitsrecht bietet HessenChemie den Personalern aus den Mitgliedsunternehmen rasche und unkomplizierte Unterstützung.

In unserem Blogbeitrag vom 23. September haben wir bereits von unserem digitalen Beratungsansatz, den wir seit dem vergangenen Jahr Schritt für Schritt umsetzen, berichtet. Heute wollen wir nun die sogenannten Praxishilfen Arbeitsrecht etwas genauer vorstellen. Mit ihnen hat alles begonnen.

Von der Anbahnung des Arbeitsverhältnisses bis zu seiner Beendigung: Die Praxishilfen, die HessenChemie für die Mitgliedsunternehmen zusammengestellt hat, beantworten viele Fragen aus der täglichen Arbeit der Personalabteilungen. Bereits seit Sommer 2019 sind die Tipps, Muster und Formulierungsbeispiele auf unserer Website verfügbar. In der Rubrik „Erläuterungen“ stellen wir beispielsweise Merkblätter und Antworten zu häufigen Fragen im Arbeitsrecht rund um die Uhr zur Verfügung. Sie sollen den Mitgliedsunternehmen den ersten Einstieg erleichtern.

Unter den Dateien befinden sich auch kurze PowerPoint-Audiopräsentationen. Hier erläutert unsere Syndikusrechtsanwältin und Fachanwältin für Arbeitsrecht Christina Reifelsberger einfachere – aber nicht weniger wichtige – Fragen aus dem Arbeitsrecht und stellt aktuelle Entscheidungen der Arbeitsgerichte vor. Beispielsweise worauf es bei einer Kündigung während der Probezeit ankommt oder wie Arbeitgeber mit einem Aufstockungsverlangen von Teilzeitmitarbeitern umzugehen haben. Die Praxishilfen ergänzen den Dokumentengenerator, mit dessen Hilfe Unternehmen individuelle arbeitsrechtliche Papiere erstellen können. Diesen stellen wir im nächsten Blogbeitrag vor.

Mit den digitalen Angeboten können zahlreiche Infos, die HessenChemie zuvor auf Anfrage verschickte, oder Auskünfte, die Mitgliedsunternehmen telefonisch einholen mussten, zeit- und ortsunabhängig abgerufen werden. Allerdings ist dieses Angebot ausdrücklich als Ergänzung zu verstehen, denn die persönliche Betreuung unserer Mitglieder steht nach wie vor an erster Stelle.

Neueste Beiträge:


Persönliche Beratung und digitale Services für eine moderne Personalarbeit

Seinen digitalen Beratungsansatz hat HessenChemie bereits im vergangenen Jahr konsequent ausgebaut: Durch die Kombination von Online- und persönlichen Angeboten bietet der Verband arbeitsrechtliche Beratung auf höchstem Niveau. Eine sinnvolle Strategie, nicht nur in Coronazeiten.

Legal Technology – kurz: Legal Tech – ist aus einer zeitgemäßen Rechtsberatung nicht mehr wegzudenken: Durch intelligente Software lassen sich so zum Beispiel arbeitsrechtliche Dokumente aus Textbausteinen generieren. HessenChemie hat die Digitalisierung im Sinne der Mitgliedsunternehmen bereits 2013 in der Verbandsstrategie verankert, was den Mitgliedern in Zeiten der Pandemie nun besonders zugute kommt.

Instrumente wie der Dokumentengenerator oder die Praxishilfen Arbeitsrecht werden von den Mitgliedsunternehmen intensiv genutzt. Spezielle, auf Fragestellungen in Pandemiezeiten zugeschnittene Infos hat HessenChemie in den vergangenen Monaten ergänzt – so zum Beispiel Musterbetriebsvereinbarungen zur Kurzarbeit, Infos zur Corona-App und Rückkehr aus Risikogebieten oder die vierteilige Aufzeichnung eines eigenen Online-Seminars zur Kurzarbeit. Diese befinden sich in der Rubrik „Coronavirus“ im Mitgliederbereich des Internetauftritts.

Daneben lohnt auch ein Blick in den Veranstaltungskalender: Die digitalen Angebote sind weit mehr als nur Online-Vorträge. Mitglieder können sich virtuell beteiligen, wodurch das Ganze lebendig wird. So hat beispielsweise das neue Format „Recht (früh) am Mittwoch“ großen Zulauf: Es findet einmal im Monat morgens statt und dauert eine Stunde. Viele richten sich das jetzt regelmäßig ein, denn der zeitliche Aufwand für die Unternehmen ist durch das Digitale nun viel geringer als bei einer Präsenzveranstaltung.

Bei alldem kommt die individuelle Beratung durch die Syndikusrechtsanwälte von HessenChemie nicht zu kurz. Denn diese bieten nicht nur Wissen und Erfahrung auf den unterschiedlichsten arbeitsrechtlichen Gebieten; sie kennen außerdem die Mitgliedsunternehmen gut, teilweise seit vielen Jahren, und können die Beratung somit ganz individuell ausrichten.

In den nächsten Blogbeiträgen erfahren Sie mehr zum Dokumentengenerator und den Praxishilfen Arbeitsrecht.


#HESSENbildung.digital: hessisches Pilotprojekt stärkt die Digitalisierung in der dualen Ausbildung

Digitales Know-how wird in der Ausbildung immer wichtiger. Denn durch den technischen Fortschritt verändert sich nicht nur die Art und Weise, wie Auszubildende lernen, sondern auch das fachliche Wissen und die Kompetenzen, die im Job zukünftig notwendig sind. So greift ein Elektroniker heutzutage im Berufsalltag genauso oft zum iPad wie zum Lötkolben. Und die Mechatronikerin muss sich mit neuen Anforderungen in der IT-Vernetzung und dem Datenmanagement auseinandersetzen. Aber auch Kompetenzen wie lösungsorientiertes Denken, Selbstorganisation und kommunikative Fähigkeiten gewinnen an Bedeutung.

All das muss in den Ausbildungsbetrieben und Berufsschulen vermittelt werden. Dies bedarf nicht nur den Einsatz digitaler Technologien, sondern erfordert auch klare Konzepte, wie digitales und mobiles Lernen vermittelt und gefördert werden kann.

Berufsschulen und Ausbildungsunternehmen entwickeln Konzepte

Um das Thema digitales Lernen in hessischen Unternehmen voranzubringen, ist Ende Juni das Pilotprojekt #HESSENbildung.digital gestartet. In einem ersten Schritt nehmen zehn Mitgliedsunternehmen der Chemieverbände Hessen (HessenChemie und VCI Hessen) und ihre jeweiligen Partnerberufsschulen teil. Die Ausbilder und Lehrerinnen erarbeiten nun in sogenannten Tandems in den kommenden zwei Schuljahren gemeinsam Ideen und Umsetzungskonzepte im Bereich des digitalen Lernens. Ziel ist es, die duale Ausbildung noch besser zu machen und die Kompetenzen von Auszubildenden, Ausbildern und Lehrkräften zu stärken. #HESSENbildung.digital ist ein Teilprojekt der bundesweiten Initiative „bildung.digital“.

Die Grafik zeigt die beteiligten Unternehmen und Berufsschulen.

bildung.digital

bildung.digital ist eine gemeinsame Initiative der ARAG SE und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS). Sie unterstützt seit 2017 Schulen dabei, Konzepte der digitalen Bildung zu entwickeln und zu verankern. Die DKJS begleitet diese Schulen in Entwicklungsnetzwerken mit Impulsen, fachlichem Austausch und systematischer Reflexion der eigenen Praxis sowohl im jeweiligen Team als auch im Austausch mit den anderen Teilnehmenden. Über zwei Schuljahre hinweg erhalten die Schulen und Ausbildungsbetriebe (Tandems) die Möglichkeit, selbstdefinierte Entwicklungsvorhaben im Bereich des digitalisierten Lernens zu bearbeiten.

Wer noch mehr über das hessische Pilotprojekt erfahren möchte, findet hier weitere Infos.


Verbandsarbeit in Zeiten von Corona

Corona hat alles auf den Kopf gestellt: die Wirtschaft, das private und gesellschaftliche Leben sowie das Wirken und Handeln der Politik. Wobei der Begriff „auf den Kopf gestellt“ mit Blick auf die Auswirkungen und den Zeitraum doch eher maßlos untertrieben scheint.

Der anfänglichen Beobachterrolle und einer gewissen Schockstarre nach dem Lockdown ist die Akzeptanz einer neuen Normalität durch die angeordneten Maßnahmen gewichen. Der Umgang mit der Bedrohung durch das Coronavirus ist für alle ein täglicher Lernprozess geworden; ein Abwägen und Neu-Entscheiden. Das Leben mit dem Virus bestimmt nun unser aller Handeln, und das mindestens so lange, wie kein Impfstoff entwickelt und der Welt zur Verfügung gestellt worden ist. Es mag ein Trost sein, dass niemand ahnte, wie schnell sich Corona ausbreiten und fast den gesamten Globus zum Stillstand bringen würde. Nun heißt es erst einmal, mit dem Virus leben lernen. Dies verlangt allen viel Disziplin und Geduld ab.

Der Verband: In Krisenzeiten ein wichtiger Ansprechpartner

Corona stellt die Unternehmen vor nie dagewesene Herausforderungen und Unsicherheiten. Vor allem ist das Arbeitsleben in den Unternehmen massiv betroffen. Zahlreiche Fragen tun sich auf: Wie schütze ich meine Belegschaft? Welche Rechte und Pflichten hat der Arbeitgeber, welche der Mitarbeiter? Welche Hygienemaßnahmen sind zu treffen? Wie beantrage ich Kurzarbeitergeld und wo einen Förderkredit?

Als Deutschland anfing, nach und nach alles zu schließen und herunterzufahren, sind auch die meisten Kolleginnen und Kollegen von HessenChemie ins Homeoffice gegangen. Gleichzeitig stieg der Informations- und Beratungsbedarf unserer Mitgliedsunternehmen deutlich. Da mobiles Arbeiten bereits vor Coronazeiten bei uns gelebt wurde, konnten wir schnell auf Krisenmodus umstellen. Eine digitale Plattform, die Online-Besprechungen, Videokonferenzen und einen raschen und unkomplizierten Austausch zwischen den Kolleginnen und Kollegen via Chats ermöglicht, wurde zusätzlich eingeführt. Und so war und ist es nach wie vor kein Problem, Hand in Hand, auch abteilungsübergreifend zu arbeiten, um dem hohen Informationsbedarf der Mitgliedsunternehmen gerecht zu werden.

Der Mitgliederbereich: Umfangreiche Informationen für Unternehmen

Gerade zu Beginn des Lockdowns war es wichtig, tagesaktuell zu informieren und dabei ob der Informationsflut die Sachlage stets im Sinne der Unternehmen richtig einzuordnen. Schnelligkeit und Verlässlichkeit ist dabei das Gebot der Stunde. Neben den persönlichen Beratungsgesprächen durch die Verbandsjuristen ist der Mitgliederbereich auf www.hessenchemie.de Dreh- und Angelpunkt sämtlicher Informationen. Hier haben wir eine neue Sonder-RubrikCoronavirus“ eingerichtet, die neben aktuellen Informationen auch Merkblätter, Muster und Leitfäden, eine übersichtliche Linkliste sowie aktuelle Mitteilungen zur Wirtschaftsförderung vor dem Hintergrund des Coronavirus zur Verfügung stellt. Die Informationen werden stets ergänzt bzw. aktualisiert.

Die Relevanz: Zugriffszahlen schnellen in die Höhe

Vom 1. März bis 15. April wurde die HessenChemie-Website fast 12.000 Mal besucht, knapp 40.000 Seiten aufgerufen und mehr als 4.500 Downloads getätigt. Die Verweildauer lag bei gut 4 Minuten, was für die Relevanz der Informationen spricht, liegt die durchschnittliche Verweildauer auf einer Webseite sonst im Durchschnitt bei 40 Sekunden.

Das Webinar: Pilot erfolgreich bestanden

Aufgrund der neuen Online-Plattform ist es nun möglich, Webinare durchzuführen. Bereits am 19. März fand das erste Webinar zum Thema „Krisenkommunikation in der Pandemie“ statt. Hier wurde eine kurzfristig erarbeitete Ergänzung des Krisenhandbuches der hessischen Chemieverbände vorgestellt und erörtert.

Dass ein großer Informationsbedarf zum Thema Kurzarbeitergeld besteht, zeigte das rege Interesse an dem Webinar „Kurzarbeitergeld – Voraussetzungen und Beantragung unter Berücksichtigung der erleichterten Bedingungen“ am 2. April. Hierfür konnten wir Andreas Loy von der Agentur für Arbeit gewinnen. Gemeinsam mit Verbandsjuristen von HessenChemie informierte er die gut 170 Vertreter aus den Mitgliedsunternehmen über die Beantragung von Kurzarbeitergeld und die rechtlichen Aspekte. Parallel zu den Vorträgen hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, im Live-Chat Fragen zu stellen, die von den Experten beantwortet wurden. Das Webinar haben wir aufgezeichnet. Es steht jedem Interessierten auf unserer Homepage sowie im Mitgliederbereich zur Verfügung.

Das Webinar mit der bisher größten Beteiligung fand am 2. April unter der Leitung von Nora Hummel, Geschäftsführerin Recht und Personalpolitik, gemeinsam mit Andreas Loy von der Agentur für Arbeit und Syndikusrechtsanwälten des Verbandes statt.

Das Krisenhandbuch: Ergänzt um ein neues Kapitel

Wie bereits zuvor erwähnt, haben wir, um unsere Mitgliedsunternehmen in Zeiten der Pandemie zu unterstützen, unser Krisenhandbuch der Chemieverbände Hessen um das Kapitel „Kommunikation in der Pandemie: Die Coronakrise“ erweitert. Wie das Handbuch selbst, wurde auch dieses Kapitel von Dr. Hans-Georg Klose verfasst, der sich intensiv mit der Kommunikation rund um das Coronavirus befasst.

Das neue Kapitel steht unseren Mitgliedsunternehmen in der Rubrik „Publikationen“ im Mitgliederbereich als Download und zum Bestellen zur Verfügung.

Der Ausblick: Digital in eine neue Realität

Auch in der näheren Zukunft muss und wird sich die Verbandsarbeit aufgrund des Coronavirus weiter verändern und sukzessive an die neue Normalität anpassen. Neben der Beratung unserer Mitglieder in unterschiedlichen Kompetenzfeldern zeichnen wir uns als Verband durch Begegnungen face to face, also in unterschiedlichen Präsenzveranstaltungen, aus. In Steuer- und Gesprächskreisen, Foren und Seminaren suchen wir den direkten Austausch mit unseren Mitgliedern, diskutieren aktuelle Entwicklungen und vermitteln Fachwissen zu unterschiedlichen Themenkomplexen. Es ist evident, Präsenzveranstaltungen werden sich aufgrund von Corona vorerst weiterhin schwierig gestalten. Deswegen arbeiten wir weiter an digitalen Konzepten, damit möglichst viele Veranstaltungsformate online stattfinden können und der Austausch gewährleistet bleibt. Mit den Webinaren ist der erste Schritt getan.

Das Fazit: Menschlich und besser als gedacht

Wenn es ein Learning aus der Krise gibt, dann jenes: Digitale Lösungen sind möglich und sie funktionieren oftmals besser als gedacht. Im Grunde genommen funktioniert es perfekt, wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen – und das tut es bei uns. Dazu gehören auch mal Kleinigkeiten, wie eine aufmunternde E-Mail vom Hauptgeschäftsführer zum Wochenende oder eine süße (Nasch-)Aufmunterung, die von der Geschäftsführung an die Zuhause-Gebliebenen geschickt wird. Hinzu kommt das Menschliche, wenn während Online-Besprechungen plötzlich Kinder am Hals des Vaters hängen, Katzen ins Bild springen oder die Ehemänner durch den Hintergrund laufen. So sind wir uns trotz Distanz alle irgendwie sehr nahe.

Wenn der Postmann zweimal kligelt… Kommt eine kleine Aufmunterung ins Homeoffice.

Den Nachwuchs für Naturwissenschaften begeistern

Gut ausgebildete und qualifizierte Fach- und Führungskräfte sichern die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Da es die meisten Schulabgänger nach wie vor in die kaufmännischen und kreativen Berufe zieht, kann die chemisch-pharmazeutische Industrie nicht früh genug damit beginnen, junge Menschen für Naturwissenschaften zu begeistern. Zahlreiche Chemie- und Pharmaunternehmen engagieren sich deshalb gezielt im Bereich der frühkindlichen Bildung und legen somit einen Grundstein für das spätere Interesse. Auch HessenChemie setzt sich seit vielen Jahren gemeinsam mit Partnern dafür ein, bei Kindern den Spaß an Naturwissenschaften zu wecken. Zum einen durch die spielerische Förderung des Forschergeistes der Kleinen, zum anderen durch die Vermittlung eines spannenden Unterrichts in den Naturwissenschaften an Lehrkräfte und Betreuer.

Chemiekiste

Ein Baustein ist die Chemiekiste „Feuer, Wasser, Luft“, die wir gemeinsam mit dem VCI Hessen interessierten Grundschulen in Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Unternehmen 3-up zur Verfügung stellen. Sie beinhaltet eine umfangreiche Ausstattung an Materialien und Werkzeugen für 40 Experimente, die sich sowohl für Gruppenarbeiten als auch für das Experimentieren einzelner Kinder eignen. Für Klassen, die ganz viel Spaß am Experimentieren haben, steht inzwischen noch eine Aufbaukiste für Fortgeschrittene zur Verfügung. Die Kisten sind für Gruppen von maximal 20 Kindern geeignet und haben einen Wert von 270 Euro. Mit der Übergabe der Chemiekiste ist eine kostenlose Schulung für zwei Lehrkräfte verbunden. 2019 erhielten 40 hessische Schulen eine solche Kiste.

Chemiekiste „Feuer, Wasser, Luft“

Science Camps

Seit nunmehr 15 Jahren bieten die Chemieverbände Hessen – HessenChemie und VCI Hessen – in Kooperation mit two4science aus Darmstadt Science Camps für Kinder von 6 bis 12 Jahren und Forscherwerkstätten für Familien an. Unter Anleitung von Naturwissenschaftlern und Pädagogen lernen die Kinder naturwissenschaftlichen Phänomenen und Alltagstechnik auf den Grund zu gehen. Dabei erleben sie, wie bedeutsam naturwissenschaftliche Erkenntnisse und technische Errungenschaften für ihren Alltag sind.

Die Science Camps gibt es in verschiedenen Varianten. Diese reichen von dreistündigen Workshops bis zu mehrtägigen Ferienspielen. Beteiligen können sich auch die Mitgliedsunternehmen der Verbände: als Mitveranstalter oder als Anbieter einer qualitativ hochwertigen Ferienbetreuung exklusiv für die Mitarbeiterkinder.

Bei Kindern braucht es nicht viel, um Forschergeist und Spaß zu fördern. Foto: Arne Landwehr

Highlights 2019

Seit dem Jahr 2005 haben über 7.400 Kinder in 400 Science Camps experimentiert. 2019 konnte der Evonik-Standort in Hanau sein 10-jähriges Engagement feiern. Bei Röhm in Darmstadt fand erstmalig das Science Camp advanced für 12-14 Jährige zur frühen Berufsorientierung statt. Und Sanner in Bensheim lud erstmalig am Standort zum Experimentieren ein.

Ebenso beeindruckend sind die Zahlen für die Forscherwerkstätten. Seit dem Jahr 2009 experimentierten hier mehr als 10.000 Teilnehmer in 28 Veranstaltungen. 2019 lud Merck in Darmstadt erstmalig Mitarbeiter und ihre Familien zu „Curious Families“ ein und in der EXPERIMINTA in Frankfurt durften Familien einen Nachmittag lang nach Herzenslust experimentieren.

ExperimenteHoch3

Weil ein spannender Unterricht das A und O ist, um das Interesse der Kinder an Naturwissenschaften zu wecken, richten wir in Kooperation mit dem VCI Hessen und dem hessischen Kultusministerium die Fortbildungsveranstaltung Experimente³ an. Sie richtet sich an Lehrkräfte aus Grundschulen und Personen aus Ganztag und Betreuung. Workshops, Vorträge sowie zahlreiche Mitmachangebote und Infostände bieten den Teilnehmern zahlreiche Möglichkeiten, sich weiterzubilden und Impulse für die Arbeit zu aufzunehmen.

Einen Nachmittag lang experimentierten über 200 Lehrkräfte und Betreuer unter Anleitung von Wissenschaftlern nach Herzenslust und sammelten so vielfältige Anregungen für den Unterricht. Foto: Arne Landwehr


Mehr Infos auf www.hessenchemie.de/nachwuchsfoerderung


Fachkräftesicherung: Die Kunst, Mitarbeiter zu gewinnen, zu motivieren und zu binden

Für die 13. Wiesbadener Gespräche zur Sozialpolitik im vergangenen Jahr, die unter dem Motto „Neue Wege der Fachkräftesicherung – Vorsprung für attraktive Arbeitgeber“ stattfanden, wollten wir wissen, wie unsere Mitgliedsunternehmen mit den Herausforderungen umgehen. Spüren Sie den Fachkräftemangel? Wie wirken sie diesem entgegen? Wie gewinnen sie neue Fachkräfte und wie halten sie diese im Unternehmen? Dazu waren wir mit einem tollen Filmteam von IW Medien bei Merck in Darmstadt, bei Infraserv Höchst und Pascoe in Gießen. Hier haben wir nicht nur spannende Einblicke erhalten, sondern auch viele interessante Menschen und individuelle Unternehmenskulturen kennengelernt, die wir in drei kurzen Filmen vorstellen.

Merck KGaA

Merck hat eine vielfältige Belegschaft. Das Unternehmen setzt auf eine Unternehmenskultur, die diese Vielfalt zulässt. Ob Frauen, internationale Fachkräfte oder individuelle Lebenswirklichkeiten, der Darmstädter Technologiekonzern versucht, seine Mitarbeiter zu fördern und ihnen ein Umfeld zu bieten, in dem sie sich wohlfühlen und entfalten können. Den Spirit, die Kombination aus Wissenschaft, Leidenschaft und Forschergeist, konnte man an diesem Tag in jedem Winkel, den wir besucht haben, spüren.

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Pascoe Naturmedizin

Mitarbeiter, die gesund, zufrieden und glücklich sind, erzielen die besten Ergebnisse, davon ist Annette D. Pacoe, Geschäftsführerin von Pascoe Naturmedizin, überzeugt. Eine Reihe von Auszeichnungen, ein Gesundheitszustand der Belegschaft, der 50 Prozent über dem Branchendurchschnitt liegt, und motivierte Mitarbeiter geben ihr Recht. Bereits achtmal ist Pascoe Naturmedizin auf dem 1. Platz des Arbeitgeberpreises Great Place to Work gelandet. Fünfmal wurde der Preis auf europäischer Ebene überreicht. Das zieht Bewerber an. Wir waren nicht nur von der positiven Energie, die einem überall begegnete, begeistert.

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Infraserv GmbH & Co. Höchst KG

In den kommenden zehn Jahren scheiden 50 Prozent der Mitarbeiter bei Infraserv altersbedingt aus. Hinzu kommt die rückläufige Bewerberzahl, was dem demografischen Wandel und dem anhaltenden Trend zum Studium geschuldet ist. Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, setzt Infraserv auf eine langfristig ausgerichtete strategische Planung, die alle Bereiche des Unternehmens einbezieht und die Möglichkeit bietet, rechtzeitig gegenzusteuern. Eine Strategie, bei der alle an einem Strang ziehen.

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Mehr zu den Wiesbadener Gesprächen zur Sozialpolitik


Krisenkommunikation: Erfolgreich im Wettlauf gegen die Zeit

Im unternehmerischen Sinn ist eine Krise eine ungeplante Situation oder Entwicklung, die durch ein oder mehrere negative Ereignisse ausgelöst wird und dem Unternehmen und seiner Reputation in der Folge schweren Schaden zufügen kann. Sie ist gekennzeichnet durch die Einschränkung der Handlungsfähigkeit und Funktion des Unternehmens sowie die Fokussierung auf die Bewältigung der Krise.

Der Verlauf und die Auswirkungen einer Krise hängen stark von der Kommunikation ab.

In der öffentlichen Wahrnehmung werden Krisen in der chemischen Industrie eng mit Bränden und Stoffaustritten auf dem Werksgelände verknüpft. Aber auch sogenannte Compliancefälle, also Verstöße des Unternehmens oder einzelner Mitarbeiter gegen Regeln und Gesetze, sind häufige Gründe für Unternehmenskrisen. Jede staatsanwaltliche oder amtliche Untersuchung ist mit negativer Aufmerksamkeit relevanter Teilöffentlichkeiten verbunden. Im Rahmen der Digitalisierung können auch Datenpannen für negative Schlagzeilen sorgen. Deshalb ist es für Unternehmen wichtig, sich frühzeitig mit der Bandbreite der möglichen Ursachen für eine Krise auseinanderzusetzen. Dabei wird klar, wie vielfältig und mitunter unvorhersehbar die potenziellen Bedrohungen sind.

Trotz aller Sorgfalt und der Einhaltung aller Sicherheitsbestimmungen können Krisenereignisse nie völlig vermieden werden. Treten sie ein, geht es um eine rasche Schadensminimierung und die Sicherung der Handlungs- sowie Kommunikationsfähigkeit. Ziel eines erfolgreichen Krisenmanagements ist es, sich optimal auf mögliche Störfälle vorzubereiten, Abläufe und Prozesse frühzeitig zu etablieren, zu trainieren und im Krisenfall so schnell und gezielt wie möglich zu reagieren.

Ein geschulter und trainierter Krisenstab ist in der Lage, fokussierte und zielgruppengerechte Maßnahmen zu treffen, die die kurz- bis langfristigen Folgen einer Krise bekämpfen. Auf diese Weise erreicht das Krisenmanagement das wichtigste Ziel: die Minimierung des Schadens für das Unternehmen.

Ein zentraler Aspekt des Krisenmanagements ist die Kommunikation. Sie entscheidet ganz wesentlich über den Verlauf und die möglichen Eskalationsstufen. Hat das Unternehmen schnell gehandelt, rechtzeitig informiert und dabei in Wort und Tat Verantwortung bewiesen? Oder ist es abgetaucht und hat die Medien und die Öffentlichkeit nur halbherzig und scheibchenweise informiert? Durch eine transparente und proaktive Informationspolitik trägt das Unternehmen dazu bei, dass seine Reputation möglichst keine oder nur geringe Schäden erleidet. Denn nur wer ehrlich und aktiv kommuniziert, gewinnt das Vertrauen der Öffentlichkeit und hat die Chance, seine Sicht einzubringen und damit die Meinungsbildung zu beeinflussen.

Krisenhandbuch und -seminare

2017 haben der VCI Hessen und HessenChemie mit Unterstützung der Experten von Klose-Kom ein Krisenhandbuch für die Mitgliedsunternehmen beider Verbände entwickelt, das individuell auf die Bedürfnisse und Szenarien der chemischen Industrie ausgerichtet ist. Es dient als Grundlage und praktische Anleitung zur Krisenprävention sowie zur Vorbereitung des Krisenstabs und zur Ausarbeitung effektiver Maßnahmen im Ernstfall. Hierin finden sich alle relevanten Informationen, um einen Krisenstab im Unternehmen einzurichten und Mitarbeiter zu schulen. Checklisten zur Vorbereitung sind ebenso enthalten wie Handlungs- und Kommunikationsstrategien für branchentypische Krisenfälle.

Darüber hinaus begleiten drei Seminare inhaltlich das Krisenhandbuch: Im ersten Teil „Krisenkommunikation – Kompetenz und Glaubwürdigkeit in der internen und externen Kommunikation“ geht es darum, das Unternehmen auf den kommunikativen Ernstfall vorzubereiten. Der zweite Teil „Krisenmanagement in der Chemie und KVI – Vorbereitung auf den Worst Case“ gibt einfache und praktikable Instrumente an die Hand, wie Unternehmen und Mitarbeiter professionell mit einem Krisenfall umgehen sollten. Im dritten und letzten Teil „Medientraining für den Fall der Fälle – richtig kommunizieren, wenn die Kamera vor der Tür steht“ lernen die Teilnehmer, vor Mikrofon und Kamera souverän aufzutreten.

Interessierte Mitgliedsunternehmen können das Krisenhandbuch über den Mitgliederbereich auf www.hessenchemie.de bestellen. Ebenso können die Seminare für 2020 hier über den Veranstaltungskalender gebucht werden. Sowohl das Handbuch als auch die Seminare sind kostenfrei.


Praktikumsjahr matcht Unternehmen und Schulabsolventen

„Alle elf Minuten…“: Es ist wie bei einer Partnerbörse, nur dass das Startup Praktikumsjahr mit der gleichnamigen Onlineplattform nicht Mann und Frau zusammenbringt, sondern Schulabsolventen und Unternehmen – und zwar in Form eines Praktikums.

Die Idee dazu hatten drei junge Männer aus Fulda. Selbst noch nicht lange aus der Schule, wissen die drei Gründer Malte Bürger (21), Johannes Feik (20) und Jan Herold Müller (20) um die schwierige Situation der Schulabgänger, sich nach dem Schulabschluss für einen passenden Beruf zu entscheiden. Zugleich kennen sie die Problematik vieler Unternehmen, passende Auszubildende, und damit ihre zukünftigen Fachkräfte, zu finden. Was lag da näher, als beide Seiten zusammenzubringen? Für das Konzept hat das Startup Ende 2018 den Hessischen Gründerpreis erhalten.

Die duale Ausbildung und das Imageproblem

Nach wie vor verbinden viele Schüler und Eltern ein Studium mit höheren Einkommen sowie spannenderen und angeseheneren Berufen. Vielen sind auch das große Spektrum an Ausbildungsberufen und die guten Verdienstmöglichkeiten, gerade in der Chemie- und Pharmabranche, nicht bewusst. Die Attraktivität der Ausbildung muss deswegen dringend gestärkt werden. Das bedarf auch einer gesellschaftlichen Wertediskussion, denn solange der Akademiker ein höheres Ansehen genießt als die Fachkraft, wird sich an der Situation wenig ändern. Aber das müsste es, denn die betriebliche Ausbildung ist eine zentrale Säule der Fachkräftesicherung und für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen – und damit den Wohlstand für Deutschland – elementar.

Beidseitige Schnuppermöglichkeit

Ein Praktikum nach Abschluss der Schulzeit ist daher für Unternehmen wie für Absolventen gleichermaßen eine wunderbare Gelegenheit, sich einmal völlig unverbindlich zu beschnuppern. Junge Menschen erhalten so eine bessere Vorstellung von einem Beruf, lernen Unternehmen kennen und können für sich entscheiden, ob eine Ausbildung in dem Betrieb für sie in Frage käme. Ausbildungsunternehmen wiederum lernen auf diesem Wege junge Menschen kennen, können deren Motivation und Fähigkeiten besser einschätzen und sie vom eigenen Unternehmen überzeugen. So kommen möglicherweise zwei zusammen, die sonst nicht zusammengekommen wären.
Der Haken bei der Sache war bislang, dass es für Schulabgänger nicht sehr viele Praktikumsstellen gab, wie gesagt: bislang. Deswegen schließt das Onlineportal Praktikumsjahr hier eine ganz große, wichtige Lücke.

Wie es funktioniert

Bei Praktikumsjahr können junge Menschen in einem Zeitraum von einem halben bis zu einem ganzen Jahr verschiedene Praktika durchlaufen. In der Regel werden diese für zwei (maximal drei) Monate vergeben. Dabei zahlen Unternehmen den Praktikanten ein Taschengeld von 250 Euro pro Monat. Beide Seiten hinterlegen dazu ihr Profil und ihre Interessen auf der Plattform. Diese übernimmt dann den bürokratischen Aufwand und macht es so für die Unternehmen einfach, Praktikanten zu finden. In der Stellenanzeige können Anforderungen für den Interessenten festgehalten werden, sodass Unternehmen nur Vorschläge mit bestimmten Noten, Schulabschluss oder individuell beantworteten Fragen erhalten. Hat das Portal den passenden Interessenten für ein Unternehmen gefunden, informiert es dieses und vermittelt die Kontaktdaten, sodass es zu einem persönlichen Gespräch zwischen Bewerber und Betrieb kommen kann. Während des Entscheidungsprozesses ist die Anfrage reserviert.

Vorteil für HessenChemie-Mitgliedsunternehmen

HessenChemie ist im November dieses Jahres eine Kooperation mit Praktikumsjahr eingegangen. Davon profitieren nun die Mitgliedsunternehmen: Für sie entfällt die einmalige Einrichtungsgebühr von 250 Euro. Mehr zum Ablauf und den Preisen finden Sie hier…

v.l.n.r.: Malte Bürger, Jürgen Funk, Johannes Feik, Jan Herold Müller

Die Kooperation besiegelten Malte Bürger, Jürgen Funk von HessenChemie, Johannes Feik und Jan Herold Müller (v.l.n.r.) ordnungsgemäß per Handschlag.


Drei Fragen an Francesco Grioli

Am 17. Oktober 2019 finden im Kurhaus Wiesbaden die 13. Wiesbadener Gespräche zur Sozialpolitik statt. Unter dem Motto „Neue Wege der Fachkräftesicherung – Vorsprung für attraktive Arbeitgeber“ diskutieren wir mit Experten aus Wirtschaft, Politik, Gewerkschaft und Verbänden darüber, wie sich Unternehmen heute aufstellen müssen, um die passenden Talente für morgen zu finden. Im Vorfeld der Wiesbadener Gespräche zur Sozialpolitik geben die Experten mit der Serie „Drei Fragen an…“ einen kleinen Einblick in das Thema ihres Vortrages. Dieses Mal haben wir Francesco Grioli, Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstandes der IG BCE, gefragt. Er wird im Rahmen der Wiesbadener Gespräche gemeinsam mit HessenChemie-Hauptgeschäftsführer Dirk Meyer über „moderne Arbeitswelten aus Sicht der Chemie-Sozialpartner“ sprechen. (Hier geht’s zur Anmeldung…)

Herr Grioli, wo sehen Sie die größten Herausforderungen im Bereich der Fachkräftesicherung?

Die demografische Entwicklung bleibt nach wie vor eine der größten Herausforderungen. Immer weniger Absolventen und Berufseinsteiger stehen zur Verfügung. Diese für die chemische Industrie zu gewinnen und sie langfristig zu binden, das ist eine zentrale Herausforderung. Darüber hinaus verändern sich auch in der chemischen Industrie die Tätigkeiten und Kompetenzanforderungen. Um bei den Beschäftigten im Laufe der Zeit keinen zu „verlieren“ und „abzuhängen“ sind die Herausforderungen für Weiterbildungsthemen ganz entscheidend. Die Herausforderung ist es in diesem Zusammenhang auch, zu berücksichtigen, dass Beschäftigte bis zum Renteneintritt deutlich länger im Betrieb bleiben.

Fachkräftesicherung hat deshalb nicht „nur“ damit zu tun, neue Beschäftigte zu gewinnen, sondern auch damit, über alle Altersgruppen hinweg die Qualifikation und Kompetenzen der Beschäftigten zu sichern. Und die Arbeit so zu gestalten, dass auch das Erfahrungswissen mit eingebracht und genutzt werden kann.

Wo sind wir gut, wo müssen wir als Branche besser werden?

Die Bedeutung der dualen Ausbildung und die Abstimmung der Berufsbilder in unserer Branche, da sind wir seit langer Zeit in enger und guter Abstimmung. Das muss so bleiben. In puncto Weiterbildung sind wir auch schon länger im Gespräch und haben neben tarifvertraglichen Regelungen und einer gemeinsamen Weiterbildungsstiftung schon einiges gemeinsam unternommen.

Vor dem Hintergrund der sich beschleunigenden Veränderungen in der Arbeitswelt hat das Thema Weiterbildung aber eine neue Dimension erreicht, der wir mit konkreteren und wirksamen Maßnahmen für mehr Weiterbildung und Qualifizierung begegnen müssen.

Da müssen wir jetzt konkrete Maßnahmen im Betrieb und Ansprüche für die Beschäftigten auf den Weg bringen. Das muss ein wesentlicher Beitrag zur Fachkräftesicherung werden. Fachkräftesicherung hat aber auch etwas mit der Attraktivität der Branche insgesamt zu tun. Das hat zum einen etwas mit Arbeitsbedingungen zu tun, aber auch wesentlich mit der Attraktivität der Branche innerhalb der Gesellschaft. Die chemische Industrie darf nicht als „böse“ abgestempelt werden. Dagegen haben wir mit der Nachhaltigkeitsinitiative Chemie3 schon etwas gemeinsam unternommen. Die chemische Industrie wird als ein wesentlicher Impulsgeber, auch für neue umweltfreundliche Verfahren und umweltfreundliche Stoffe, für einen Green Deal, zwingend gebraucht. Ohne die chemische Industrie wird es keinen wesentlichen Fortschritt in der ökologischen Frage geben. Das deutlich zu machen, gerade in den Debatten um Industrie und Ökologie, ist wichtig. Da müssen wir als Branche nach außen noch lauter werden.

Was können die Sozialpartner dazu beitragen?

Gute tarifvertragliche Regelungen zählen zu den wesentlichen Themen. Dazu ein deutliches Signal an die Beschäftigten und die Branche, dass Beschäftigte wertgeschätzt werden und die Unternehmenskultur diese Werte widerspiegelt. Können sich Beschäftigte auf ihren Arbeitgeber bzw. ihre Führungskräfte verlassen, sind sie innovativer, offener für Veränderungen und bleiben länger im Unternehmen. Eine positive Unternehmenskultur ist ein Aushängeschild für die Branche aus Beschäftigtensicht.

Als Sozialpartner müssen wir darüber hinaus immer wieder Orte finden, die wesentlichen Themen und Herausforderungen gemeinsam zu diskutieren und nach konkreten Gestaltungsideen zu suchen. Wie wir das aktuell auch im Rahmen des work@industry-Prozesses gerade wieder machen. Dabei ist aber entscheidend, dass wir mit unseren Zielen und Themen im Betrieb wahrgenommen werden und sichtbar Arbeit weiterentwickeln. Gute Arbeitsbedingungen überzeugen Fachkräfte am meisten.

Vielen Dank für das Gespräch!


Über Francesco Grioli

Francesco Grioli, Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstands der IG BCE.
Foto: Helge Krückeberg

  • Am 22. April 1972 in Kelkheim im Taunus geboren.
  • Nach dem Besuch der Realschule von 1982 bis 1989 Ausbildung zum Energieelektroniker bei der Hoechst AG im Werk Höchst.
  • Seit 1989 Mitglied der IG Chemie-Papier-Keramik. Von 1993 bis 1997 Vorsitzender der Gesamtjugend- und Auszubildendenvertretung und Mitglied des Betriebsrates der Hoechst AG, anschließend bis 1998 Mitglied des Betriebsrats der Clariant GmbH.
  • Seit 1998 Ausbildung zum Gewerkschaftssekretär in der IG BCE an verschiedenen Standorten; 1999 bis 2001 hauptamtlicher Gewerkschaftssekretär im Landesbezirk Hessen/Thüringen; 2001 bis 2007 Leiter der Abteilung Jugend der IG BCE und Geschäftsführer der Fejo GmbH (Tochtergesellschaft der IG BCE zur Förderung sozialer Jugendeinrichtungen); 2007 bis 2009 Leiter der Abteilung Betriebsräte; 2009 bis 2013 Vorstandssekretär im Vorstandsbereich Tarifpolitik / Finanzen; seit 2013 Leiter des Landesbezirkes Rheinland-Pfalz/Saarland der IG BCE.
  • Seit dem Sechsten Ordentlichen Gewerkschaftskongress der IG BCE 2017 ist Francesco Grioli Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstandes.
  • Er ist stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Gerresheimer AG und Mitglied im Aufsichtsrat der Continental AG.
  • Seit 1988 Mitglied der SPD.
  • Francesco Grioli ist italienischer Staatsbürger und verheiratet.

Zu den Wiesbadener Gesprächen zur Sozialpolitik

Neue Wege der Fachkräftesicherung – Vorsprung für attraktive Arbeitgeber

Die Wiesbadener Gespräche zur Sozialpolitik finden seit 2005 regelmäßig im Kurhaus Wiesbaden statt. Veranstalter ist der Arbeitgeberverband HessenChemie. Die Wiesbadener Gespräche greifen aktuelle Themen auf, die sich in den für die Mitgliedsunternehmen des Verbandes wichtigen Fragen der Sozialpolitik widerspiegeln und eine gesamtgesellschaftliche Relevanz haben. In diesem Jahr steht das Thema Fachkräftesicherung im Mittelpunkt. Hier geht’s zur Anmeldung