Ausbildung: Leitfaden für Bewerber

„Wer nicht weiß, was er sucht, wird alles Mögliche oder auch nichts finden.“

Soll ich Bürokauffrau werden, Chemikant oder Industriemechaniker, Koch oder Köchin? Es gibt so viele verschiedene Berufe. Mehr als Jugendliche sich in der Regel vorstellen können. Sich gezielt mit der Berufswelt auseinander zu setzte erhöht die Chance, den richtigen Ausbildungsplatz zu finden. Aber auch das Bewusstsein über die eigenen Stärken und Schwächen ist für die Berufswahl wichtig. Letztlich sollte ich wissen wann und wie ich mich erfolgreich bewerben kann.

10 wichtige Fragen mit denen man sich befassen sollte:

  1. Welche Berufe kenne ich und was gibt es da sonst noch?
  2. Welcher Beruf könnte zu mir passen?
  3. Wo kann ich mich über Berufe informieren?
  4. Wie kann ich feststellen, ob ich geeignet bin?
  5. Wann muss ich mich bewerben?
  6. Was interessiert mich?
  7. Was macht mir Spaß?
  8. Was ist mir wichtig?
  9. Wo habe ich besonders gute Noten?
  10. Was möchte ich auf keinen Fall?

Die Berufswahl ist eine weitreichende Entscheidung

Ich empfehle Schülerinnen und Schülern sich intensiv mit der Auswahl des zukünftigen Berufs zu befassen. Denn man sollte den Beruf finden, der wirklich zu einem passt, in dem man sich wohlfühlt und in dem man viele Jahre zufrieden arbeiten möchte oder sich auch weiterentwickeln will.

In den Gesprächen mit jungen Menschen versuche ich zunächst die Bedeutung des Prozesses hervorzuheben. „Stell Dir vor Du bist auf der Suche nach einem guten Smartphone und den für Dich passenden Tarif. Wie gehst Du dabei vor und wieviel Zeit bist Du bereit für diese Entscheidung zu investieren?“

Meist gehen junge Menschen dabei sehr sorgfältig an die Entscheidungsfindung heran. Denn dieses Thema ist ihnen wirklich sehr wichtig, vor allem dann, wenn sie auch das eigene Taschengeld einsetzen müssen. „Ich frage meine Freunde, informiere mich im Internet und war auch schon in einigen Geschäften“ ist oft die Antwort. Und genau hier kann man ansetzen.

Denn die Entscheidung für oder gegen eine Ausbildung sollte man sich auf keinen Fall leichter machen als die Frage nach dem richtigen Handy, da sie in ihrer Bedeutung für das weitere Leben natürlich noch deutlich wichtiger ist. „Stell Dir einmal vor Du müsstest jeden Tag etwas tun, was Dir überhaupt keinen Spaß bringt und Dir auch keinen Sinn vermittelt? Deshalb wäre es für Dich gut auch bei der Berufswahl auf mehrere Informationsquellen zurückzugreifen.“

Ein Kompass im Informations-Dschungel

Nie hatten junge Menschen mehr Informationsquellen als heute. Das Problem besteht nun aber darin sich im Dschungel Orientierung zu verschaffen. Im Internet gibt es dazu viele tolle Informationsquellen. Hier möchte ich zwei gute Beispiele nennen, die wirklich Orientierung geben. Die Seite www.planet-beruf.de bietet umfassende Angebote, um sich einen individuellen Berufswahlfahrplan zu erstellen. Von A wie Ausbildungsangebote bis Z wie Zeitplan für die einzelnen Schritte findet man alles was wissenswert ist.

Auf der Seite www.elementare-vielfalt.de erfährt man vor allem viel über Berufe im naturwissenschaftlichen und technischen Bereich. Neben Bewerbungstipps gibt es dort Texte, Fotos und Filmchen die einem den Wunschberuf näher bringen. In der Ausbildungsbörse kann man sich direkt über bestimmte Einstellung aktuelle Ausbildungsplatzangebote ganz in der Nähe des Wohnortes herausfiltern. Interessant ist hier auch, dass sich viele kleinere und mittelständische Unternehmen präsentieren, die meist weniger bekannt sind, aber auch eine sehr gute Ausbildung anbieten.

10 Informationsquellen:

  1. Gespräch mit Eltern, Freunden und Bekannten
  2. Gespräche mit Lehrern
  3. Gespräch mit Berufsvertretern
  4. Gespräch mit Berufsberatern
  5. Eigene Praxiserfahrungen (Praktika)
  6. Eignungstests zur Stärken- und Schwächenanalyse
  7. Internetseiten
  8. Zeitungen und andere Medien
  9. Ausbildungsmessen
  10. Berufsinformationstage von Unternehmen

„Drum prüfe wer sich ewig bindet“

Der von Friedrich Schiller stammende Ratschlag in Bezug auf die Wahl eines Lebenspartners lässt sich meines Erachtens auch auf die Berufswahl übertragen. Zu meinen Ratschlägen für junge Menschen gehört daher unbedingt auch Praktika zu absolvieren und dass in möglichst verschiedenen Berufsfeldern und unterschiedlichen Branchen.

Jeder Mensch verfügt über unterschiedliche Interessen und Begabungen. Deshalb sollte man mehreres ausprobieren bevor man sich dann entscheidet. Es ist auch sehr wertvoll mit anderen Menschen zu sprechen, die schon etwas länger im Berufsleben stehen. Gehen sie gerne zur Arbeit? Was fasziniert sie an ihrem Beruf? Warum haben sie sich damals für den Beruf entschieden und würden sie sich wieder dafür entscheiden? Welche Tätigkeiten üben sie in ihrem Beruf aus und welche Verantwortung tragen sie dabei? Welche Entwicklungsschritte sind sie gegangen? Solche wertvollen Gespräche helfen, sich ein Bild darüber zu machen, was ein bestimmter Beruf wirklich bietet aber auch verlangt.

Noch ein guter Rat zum Schluss: Die beste Bewerbung und die besten Zeugnisse nutzen nichts, wenn man die Bewerbungsfristen verpasst. Viele Unternehmen beginnen 10-12 Monate vor dem Ausbildungsbeginn bereits jetzt mit der Auswahl der Bewerber für das folgende Ausbildungsjahr. Wer sich also für eine Ausbildung entscheidet, sollte sich daher frühzeitig über das Ausbildungsangebot informieren und bald mit dem Schreiben von Bewerbungen beginnen. Übrigens auch Abiturienten empfehle ich als alternative zum Studium über das Thema Ausbildung nachzudenken. Die duale Ausbildung ist für viele junge Menschen ein guter Weg in ein erfolgreiches Berufsleben.

Jürgen Funk, HessenChemieJürgen Funk ist Diplom-Pädagoge und seit Januar 2012 Geschäftsführer Verbandskommunikation und Bildungspolitik. Viele Jahre hat er Berufsorientierungsseminare für Schülerinnen und Schüler durchgeführt und in dieser Zeit mehrere Tausend junge Menschen beraten. Darüber hinaus hat er Seminare für Lehrerinnen und Lehrer konzipiert und durchgeführt. Er ist verheiratet und Vater von drei erwachsenen Kindern.


Geschafft! Mit den JOBLINGEN und dem StartPlus-Programm zur Ausbildung

Es ist Mittwoch 17:00 Uhr und wir treffen uns zum Abschlussgespräch im Büro der JOBLINGE gAG in Wiesbaden. Wir, das sind mein Mentee Mühcahit, Duygu Cakir von den JOBLINGEN und ich. Der gerade unterschriebene Ausbildungsvertrag liegt auf dem Tisch und ich gratuliere Mühcahid zu dem Erreichten. Ich glaube, er ist sehr stolz auf dieses wichtige Etappenziel. Es war ihm sehr wichtig, dass wir uns noch einmal nach der Vertragsunterzeichnung treffen.

Jürgen Funk, HessenChemie mit Mühcahit , Mentee JoblingeAls wir uns vor etwa einem dreiviertel Jahr im Galli-Theater beim sogenannten „Matching“ (Jobling trifft seinen Mentor) kennengelernt haben, war mir bereits klar geworden, dass Mühcahid ein klares Ziel vor Augen hat: Er will einen technischen Beruf erlernen. Zuvor hatte er eine kaufmännische Ausbildung abgebrochen. Die passe einfach nicht zu ihm, sagte er. Ich hörte aus seinen Worten heraus, dass er sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht hatte. Seine Chefin zeigte aber Verständnis und wünschte ihm alles Gute. Trotzdem stand natürlich die Frage im Raum, wie es jetzt weiter gehen soll.

Durch das Jobcenter wurde Mühcahit auf die JOBLINGE aufmerksam. Hier können junge Menschen ihre Fähigkeiten in der Praxis unter Beweis stellen – jenseits von Schulnoten und klassischen Bewerbungsgesprächen. In einem mehrmonatigen Programm erlernen sie „on the Job“ wichtige Schlüsselqualifikationen, trainieren soziale Kompetenzen und erarbeiten sich ihren Ausbildungsplatz. Unterstützt werden sie dabei von JOBLINGE-Mitarbeitern, wie zum Beispiel von Duygu Cakir und Mentoren wie mir.

Ich empfahl Mühcahit von Anfang an einen Ausbildungsplatz im Bildungszentrum der InfraServ GmbH & Co. KG. Das Bildungszentrum des Industrieparks bildet im Verbund mit den am Standort angesiedelten Industrieunternehmen aus und bietet jungen Menschen, die den Übergang von der Schule in den Beruf noch nicht geschafft haben, mit dem sogenannten „StartPlus-Programm“ einen Einstieg an.

„StartPlus“ zielt auf die organisatorische und finanzielle Unterstützung speziell kleinerer und mittlerer Betriebe (bis 750 Beschäftigte) ab, die eine umfassende (sozial-) pädagogische Betreuung der Jugendlichen nicht selbst leisten können. Die konkrete Ausgestaltung orientiert sich an den betrieblichen Gegebenheiten sowie den Bedürfnissen der Jugendlichen. Grundsätzlich dient das Programm als eine Vorbereitung auf die zukünftige Ausbildung.

Zunächst wählt das Unternehmen mit Unterstützung der JOBLINGE die teilnehmenden Jugendlichen aus. Die Initiative und der Betrieb arbeiten bei der konkreten Ausgestaltung des Programms eng zusammen. Die Teilnehmer werden während der betrieblichen Phasen eng in die verschiedenen Abläufe vor Ort eingebunden. Ergänzt werden die praktischen Aktivitäten durch eine Betreuung der Ausbilder vor Ort, durch Lehrer im begleitenden schulischen Unterricht und durch die sozialpädagogische Betreuung der JOBLINGE gAG.

Auf schriftlichen Antrag des Unternehmens unterstützt der Unterstützungsverein der Chemischen Industrie (UCI) die Teilnehmer einer Maßnahme mit monatlich bis zu 450,- Euro als Zuschuss zum Lebensunterhalt. Der Arbeitgeber bezahlt lediglich den AG-Anteil der SV-Beiträge (ca. 80,- Euro/Monat). Das Unternehmen hat keinen Aufwand für Marketing, Bewerbervorauswahl, Organisation und Planung des Programms „StartPlus“. Hierdurch wird die Schwelle zum Einstieg auch für kleine und mittelständische Unternehmen deutlich herabgesetzt.

Mühcahid musste im Unternehmen überzeugen. Durch seine anpackende Art, aber auch seine sozialen Kompetenzen. Die Zusage für einen Ausbildungsplatz hat er am Ende regelrecht herbeigesehnt. Als Mentor bin ich wirklich sehr froh, dass er nun zum 1. September eine Ausbildung als Industriemechaniker beginnen kann. Dreieinhalb spannende Ausbildungsjahre liegen jetzt vor ihm. Ich hoffe, dass alles gut wird und er sich seinen Traum erfüllen kann: Eine gute und sichere Zukunft mit einem technischen Ausbildungsberuf. Wenn er möchte, stehe ich ihm auch weiterhin als Ratgeber zur Verfügung.

Autor dieses Beitrages

Jürgen Funk, HessenChemieJürgen Funk ist Diplom-Pädagoge und seit Januar 2012 Geschäftsführer Verbandskommunikation und Bildungspolitik. Er verfügt über eine 20-jährige Erfahrung in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Verbänden, Unternehmen und Öffentlichkeitsarbeit von Verbänden, Unternehmen und Bundeswehr. Jürgen Funk ist Prüfer der Prüfungs- und Zertifizierungsorganisation der
deutschen Kommunikationswirtschaft (PZOK). Er ist verheiratet und hat drei Kinder.


HessenChemie engagiert! sich (wieder)

Vom 26. Juni bis 3. Juli läuft wieder die Aktionswoche „Wiesbaden Engagiert!“ 125 lokale Unternehmen mit über 1.450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in dem Aktionszeitraum für eine gute Sache aktiv. Sie streichen Wände in Kindergärten, verschönern soziale Einrichtungen oder richten Feste aus.

Nachdem wir die letzten Jahre gestrichen, gepflanzt oder vorgelesen hatten, haben wir uns dieses Mal für einen Workshop „Mittel für den guten Zweck: Marketing und Fundraising für FRESKO e.V.“ mit dem Freien Bildungsträger Fresko e.V. entschieden. Am vergangenen Dienstag war es dann soweit. Gemeinsam haben wir Ideen und Ansätze erarbeitet, wie der Verein Spenden für seine Projekte sammeln kann. Dabei ging es um den Einsatz von geeigneten Kommunikationskanälen und -mitteln, Emotionalisierung sowie eine klare, einfache und zielgruppengerechte Ansprache. Angefangen beim Webauftritt über Pressearbeit, die Nutzung von Fundraising-Plattformen sowie sozialer Netzwerke bis zur Ansprache örtlicher Service-Clubs. Der Tag war eine Mischung aus Kurzvorträgen und Gruppenarbeiten. Am Ende des Tages überreichte Jürgen Funk, Geschäftsführer Kommunikation und Bildung von HessenChemie, noch eine Spende von 1.000 Euro. Frau Ruth Weber-Jung, Geschäftsführerin von Fresko e.V., bedankte sich für den „wunderbaren Tag und die vielen hochprofessionellen Inputs“. Auch uns hat der Tag sehr viele Freude bereitet. Es war spannend zu sehen, wie unglaublich engagiert und motiviert die Mitarbeiterinnen von Fresko arbeiten und sich für ihre Projekte und Teilnehmerinnen und Teilnehmer einsetzen. Wir freuen uns auf die ersten Ergebnisse.


“Wiesbaden Engagiert!” – Kommunikation für einen guten Zweck

Seit 11 Jahren gibt es„Wiesbaden Engagiert!“, eine Aktion zur Förderung des sozialen Engagements von Unternehmen. Seit 2009 nehmen wir auch an der Aktion teil. „Wiesbaden Engagiert!“ bringt Unternehmen mit gemeinnützigen Einrichtungen aus Wiesbaden in einem Aktionszeitraum zusammen. In ganz unterschiedlichen Einzelaktionen werden dann gemeinsam Projekte durchgeführt. So haben wir als HessenChemie im Laufe der Jahre Sommerfeste organisiert, einen „Kräutergarten“ angelegt, Gartenhäuschen gestrichen oder Kindern vorgelesen.

Projektbörse-2015-Gruppenfoto-Fresko-HessenChemie

Projektbörse 2015, Gruppenfoto Fresko/HessenChemie (Foto: FRESKO)

In diesem Jahr unterstützen wir den Verein für Bildungs- und Kulturarbeit e. V. (FRESKO). „Gefunden“ haben wir den Verein auf der „Projektbörse“, die Auftaktveranstaltung von „Wiesbaden Engagiert!“. Hier präsentieren die teilnehmenden gemeinnützigen Einrichtungen aus dem Sozial- und Bildungsbereich sich und ihre Projektideen für die Aktionswoche. So können sich Unternehmen informieren und konkrete Kooperationen vereinbaren. Unter dem Motto “Mittel für den guten Zweck” nahm FRESKO dieses Jahr an der Projektbörse teil.

FRESKO ist eine Einrichtung, die sich vor allem für Berufsrückkehrer/-innen sowie junge Menschen und Migranten engagiert, die keine Ausbildung haben oder keinen Arbeitsplatz finden. Diese unterstützen sie durch Angebote in der Berufsorientierung, Berufsausbildung oder gezielte Sprachkurse, je nachdem wo Unterstützungsbedarf ist.

Wie für viele andere gemeinnützige Einrichtungen, die auf Geldgeber/Spenden angewiesen sind, ist auch für FRESKO die Sichtbarkeit bzw. Bekanntheit ein wesentliches Elemente, um Unterstützer zu finden und Projekte zu finanzieren. Das wird nun unsere Aufgabe im Rahmen der diesjährigen Projektwoche von „Wiesbaden Engagiert!“ werden: Einen gemeinsamen Workshop durchzuführen, um den Verein zu unterstützen, seine Bekanntheit zu steigern und sich von anderen Vereinen abzuheben, um so interessant für potenzielle Geldgeber zu werden. Im Kern wird es um Kommunikation gehen, denn diese ist zentrales Elemente, um Bekanntkeit und Reputation zu steigern.

Wir freuen uns auf das Projekt. Gestern haben wir im Projektteam zusammengesessen und überlegt, wie wir FRESKO unterstützen können. In der kommenden Woche sitzen wir zusammen und stellen unsere Ideen vor. Ich bin gespannt, wie unsere Ideen ankommen.

 

 

 


Medienwandel und Vertrauenskrisen: Auswirkungen für Verbände

Kritik und Misstrauen haben Konjunktur. Das bekommen derzeit alle zu spüren: Politik, Unternehmen und ganz besonders die Medien. Deren Krise hält an. Als reiche es nicht aus, dass seit Jahren die Auflagen zurückgehen und große Tageszeitungen aus der Medienlandschaft verschwinden, haben Journalisten seit geraumer Zeit nun auch noch ein massives Imageproblem.

Cordt Schnibben, Redakteur beim Spiegel, hat mit dem „journalistischen Quartett“ Wolf Schneider, Klaus Kleber, Richard Gutjahr und Jessica Schober über das Misstrauen in die Medien, die neue Macht der Leser und Auswege aus der Printkrise gesprochen. Ein interessanter und gut aufgemachter Beitrag, den ich hier mal empfehlen möchte.

War früher ein Leitartikel in der FAZ Gesetz, wird er heute möglicherweise von der Online-Community zerrissen und die Zeitung an den Pranger gestellt. Viele Menschen haben das Vertrauen in die Medien verloren. Schlimmer noch: „So wie aus Politikverdrossenheit bei vielen Menschen Politikverachtung geworden ist, ist aus Journalismusverdrossenheit Journalismusverachtung geworden.“ (FAZ, 2.11.2014)  Ein Grund ist sicherlich darin zu suchen, dass sich ein Teil der Bürger (berechtigt oder unberechtigt) nicht verstanden fühlt und deren Sorgen in den Medien nicht ausreichend Beachtung finden. Sie sind unzufrieden und finden keine Antworten auf existenzielle Fragen.

Die Ursachen für die Gegenbewegung bei Stuttgart21 damals oder TTIP heute liegen weniger bei den Medien, sondern vor allen Dingen an der mangelnden Informationspolitik und fehlenden Transparenz seitens der Politik. Findet diese nicht von Anfang an statt, geht Vertrauen massiv verloren und ist später nur schwer wieder herzustellen. Doch Vertrauen ist Grundlage für alles. Wo keine Information stattfindet, entstehen Gerüchte – oder auch, wie derzeit, Verschwörungstheorien. Dass es Menschen gibt, die glauben, dass die deutschen Medien regierungs- oder CIA-gesteuert sind, finde ich schon sehr bedenklich. Bedenklicher indes ist, dass Menschen, die Medien oder Politik nicht mehr vertrauen, anscheinend alles glauben.

Platte Werbung, einseitige Berichterstattung, Vertuschen oder Aussitzen funktionieren heute nicht nur immer seltener, sie sind schlichtweg nicht zielführend. Im Gegenteil: Die Menschen fordern Werte, Transparenz, Respekt vor den eigenen Sorgen und Bedürfnissen, einen fairen Umgang und Wertschätzung ein. Eine starre Haltung, Klientelpolitik und einseitige Interessenvertretung wird unterdessen immer schwieriger. Das große Ganze – das Big picture – rückt ins Zentrum einer globalen, immer komplexeren Welt.

Mit dem Medienwandel und der neuen Werteordnung ringen auch die Verbände, ganz gleich welcher Art. Der Weg ist noch nicht zu Ende beschritten, aber eines ist klar: Ohne Transparenz, Offenheit, Hinterfragen des eigenen Handelns und der Werte, geht es nicht mehr. Das eigene Tun muss nicht jedem gefallen, wird es auch nie, aber es sollte nachvollziehbar sein, um Akzeptanz zu finden.

Was bedeutet es für Verbände, wenn die klassischen Medien an Relevanz verlieren, bestimmtes Handeln in der Öffentlichkeit keine Akzeptanz mehr findet und alles immer überprüfbarer wird? Was bringt das große Interview im Handelsblatt, wenn es immer weniger lesen? Was bringt es, der Politik zu einem Thema Druck zu machen, das in der Gesellschaft keinerlei Akzeptanz findet? Wie das enden kann, sieht man derzeit am Beispiel der großen Energieversorger.

Es reicht heute auf keinen Fall mehr aus, in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen Pressemeldungen zu versenden. Verbände müssen sich ins Gespräch bringen, um als Branchenexperte wahrgenommen zu werden. Medien fragen dann Verbände an und werden idealerweise auch im Beitrag zitiert. Das steigert die Reputation – auch im politischen Raum.

Doch genau wie Politik, Medien und Unternehmen sollten auch Verbände die Menschen stärker in ihr Blickfeld rücken. Sie sollten lernen, zuzuhören und wissen, wo der Schuh drückt, um nicht unnötige Energie in Krisenbewältigung zu verlieren.

Kommunikation muss heute professioneller und schneller werden. Ohne eine klares Kommunikationskonzept und entsprechenden Jahreszielen geht es m. E. nicht mehr. Verbände wollen (und müssen) etwas für ihre Mitglieder erreichen. Das erreichen sie nicht durch punktuelle Kommunikation. Hier mal eine Pressemeldung zu diesem Thema, dort mal ein Hintergrundgespräch zu jenem Thema. Sie müssen wissen, was auf der politischen Tagesordnung steht, was die Bedürfnisse der Mitgliedsunternehmen sind und was die Gesellschaft bewegt. Was findet Akzeptanz, was ist heute nur noch schwer bis gar nicht durchsetzbar? Neben Gesprächen – face to face und digital – gehört dazu auch ein gezieltes Monitoring und Issue Management, d. h. Themen verfolgen, auswerten und auf der Basis solcher Daten arbeiten. Das kostet Zeit und Manpower, aber es ist notwendig.

Wie gesagt, der große Artikel in der großen Tageszeitung reicht heute nicht mehr aus. Deswegen sollten Verbände lernen, auch die sozialen Medien für sich zu nutzen, crossmedial zu denken und dialogfähig werden. Ein Artikel im Handelsblatt? Große klasse, aber bitte nicht im stillen Kämmerlein freuen, sondern auch die Netzgemeinde wissen lassen, was Sie zu sagen haben. Gibt es dazu auch noch ein Positionspapier auf der eigenen Website? Bitte nicht verschweigen, sondern darauf hinweisen. Was bringen die besten Positionen, wenn sie keiner liest? In der Informationsflut finden nur die Gehör, die wirklich etwas zu sagen haben und dies möglichst laut.

 

 


Digitalisierung als Chance für Politik und Verbände

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Regierungssprecher Steffen Seibert erklärt, was den Bürger auf der Facebookseite der Bundesregierung erwartet.

Seit Ende der vergangenen Woche hat die Bundesregierung eine eigene Facebookseite. Dort berichtet ein Social-Media-Redaktionsteam aus dem Bundespresseamt über die Arbeit der Bundesregierung. Man möchte damit den Bürgern die Arbeit der Bundeskanzlerin und der Ministerinnen und Minister näher bringen und erklären, was die Bundesregierung so tut, erklärt Regierungssprecher Steffen Seibert in einem einführenden YouTube-Video. Man wolle aber auch mit den Bürgerinnen und Bürgern in einen Dialog treten und hören, was diese bewegt bzw. welche Fragen diese an die Bundesregierung haben.

Das Team macht dort eine gute Arbeit. Es gibt viele Beiträge mit Fotos und Kurzfilmen, die einen Einblick in die Arbeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Co. geben, die Otto Normalverbraucher sonst nicht erhalten würde: Eine Privataudienz beim Papst, ein Besuch bei Siemens, die Gedenkfeier auf dem Maidan in der Ukraine – und alles möglichst nah an den Personen. Selbstredend ließen verunglimpfende, unsachliche und unpassende Kommentare auf der Seite nicht lange auf sich warten. Aber das Team reagiert empathisch, sachlich und auch mal mit Humor.

Ob hier Peter Tauber, der CDU-Generalsekretär seine Hände im Spiel hatte? Dieser hat sich die Modernisierung der Partei auf die Fahnen geschrieben. Er weiß, wenn die CDU als Volkspartei zukunftsfähig bleiben möchte, muss sie sich verändern. Das Durchschnittsalter der Mitglieder liegt bei 59 Jahren, nur 25 Prozent sind weiblich und Menschen mit Migrationshintergrund finden sich nur unzureichend in der Partei wider. Die Überalterung der Partei ist ein Problem: 2003 hatte die CDU noch fast 590.000 Mitglieder, heute sind es rund 460.000. Dabei bedeuten „weniger Mitglieder weniger Verankerung vor Ort, weniger kreative Ideen, weniger Einnahmen und weniger Spenden“, so Tauber in einem Beitrag der Zeitschrift „Die politische Meinung“ der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Wichtig ist Tauber daher, die Partei jünger, weiblicher und bunter zu machen. Dafür müssen zeitgemäße Antworten her: Satzung und Statuten sollen überprüft und moderne Konzepte erarbeitet werden. Von zeitgemäßen Veranstaltungsformaten, die die Möglichkeit bieten, sich unabhängig von Wohnort und Familiensituation aktiv zu beteiligen, bis hin zu mehr digitaler Partizipation, Vernetzung und Dialog. Das hört sich sehr modern an und man kann hier viele Parallelen zu Verbänden und Unternehmen finden. Alle haben gemeinsam, dass sie Mitglieder/Mitarbeiter gewinnen und binden sowie ihre Botschaften und Geschichten einem möglichst breiten Publikum verbreiten möchten.

Die Digitalisierung spielt hierbei eine ganz wesentliche Rolle. Sie hat die Kommunikation grundlegend verändert. Ob zwischen Parteien und Bürgern, Arbeitgebern und Arbeitnehmern, Verbänden und Mitgliedern bzw. Öffentlichkeit oder Unternehmen und Öffentlichkeit. Noch nie gab es so viele und einfache Möglichkeiten, seine eigene Zielgruppe zu informieren, mit ihnen ins Gespräch zu kommen oder sie zum Mitmachen zu motivieren. Akzeptanz und Beteiligung durch Transparenz, Dialog und Wertschätzung.

Die neuen Medien bieten die Möglichkeit, das eigene Handeln, die Werte und Positionen zu erklären, ohne über den Filter Journalisten und Medien gehen zu müssen, und so mit den Menschen direkt in Kontakt kommen zu können. Wähler, Mitglieder oder Mitarbeiter zu binden, heißt zu kommunizieren.

Ich finde den Prozess bei der CDU sehr spannend. Politik steht nicht gerade für Bewegung und Flexibilität, genauso, wie vielen Verbänden immer noch eine gewisse Behäbigkeit nachgesagt wird. Aber es kommt eine Menge Bewegung in die Sache. Sich als Bundesregierung auf Facebook zu begeben, ist richtig. Es ist aber auch mutig. Derzeit ist die Unzufriedenheit und Politikverdrossenheit der Menschen besonders groß, und die Hemmschwelle, sich negativ, unsachlich bis bösartig zu äußern, besonders klein. Aber es bietet eben auch die v. g. Chancen. Und: Die sozialen Medien sind ein Stimmungsbarometer, dass man durchaus ernst nehmen sollte. Natürlich äußern sich eher Kritiker als Befürworter, aber wenn man keine bis kaum Zustimmung, dafür enormen Gegenwind für das eigene Tun erhält, lohnt es sich durchaus, sich darüber Gedanken zu machen.

Peter Tauber leitet übrigens die Kommission „Meine CDU 2017“, die nach der Bundestagswahl 2013 ins Leben gerufen wurde. Darin geht es eben darum, sich mit den Themen und Herausforderungen der Zukunft auseinanderzusetzen. Gemeinsam mit rund 40 Funktions-, Amts- und Mandatsträgern von allen Ebenen der CDU sowie aus den Vereinigungen hat sich die Bundespartei in der Kommission drei zentrale Ziele gesetzt: Das inhaltliche Profil der CDU schärfen, die Organisationskraft stärken und die Kampagnenfähigkeit verbessern, so der Generalsekretär. Kommunikation und Digitalisierung werden dabei eine ganz wesentliche Rolle spielen.

Auch viele Verbände befinden sich in diesem Umbruch, ebenso Unternehmen. Die Zyklen, sich zu erneuern und der modernen, globalen Welt anzupassen, werden dabei immer kürzer. Man kann das gut oder schlecht finden, ändern wird es sich wohl nicht mehr.

Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Linkempfehlungen

Meedia: Im tiefen Tal der Supertrolle: die freundliche Facebook-Propaganda der Bundesregierung

Spiegel Online: Bundesregierung auf Facebook: Postings aus dem Kanzleramt

Politik und Kommunikation: Merkels Fitmacher

Polisphere: Wählerbindung 2.0

 


Verbände im Umbruch

Kommunikation ist heute vor allem digitale Kommunikation. Sie ist allgegenwärtig, ohne sie findet heute fast nichts mehr statt. Sowohl im Privaten wie auch im Beruflichen. Schon vor dem Web 2.0 und dem Aufkommen von Social Media hieß es, „wer nicht kommuniziert, findet nicht statt“. Heute gilt das umso mehr.

Kommunizieren ist dabei leichter und schwerer zugleich geworden. Leichter, weil wir heute dank des Web 2.0 unendlich viele Kommunikationskanäle zur Verfügung haben, um unsere Botschaften zu verbreiten und nicht mehr zwangsläufig auf den Journalisten angewiesen sind. Schwerer, weil die eigenen Meldungen die Informationsflut und den Zeitmangel der Zielgruppe durchdringen müssen. Hier kommt es vor allem auf Relevanz und Aktualität an – was nicht neu ist. Mit klaren Werten, Positionen und einer guten Kommunikationsstrategie kann man sich in Stellung bringen.

Verbände leben vom Einbringen ihrer Mitglieder, der medialen Sichtbarkeit sowie dem politischen und sozialen Wirken. All dies ist im Umbruch und so sind immer mehr in Bewegung, um dem Medienwandel und der neuen Art und Weise der Zusammenarbeit zu begegnen.

Einer der originären Aufgaben von Verbänden ist die Vernetzung und der Wissensaustausch. Heute sollte dies möglichst schnell sowie orts- und zeitunabhängig geschehen. Die Fach- und Führungskräfte haben immer weniger Zeit, sie brauchen ihre Informationen möglichst unmittelbar und der Erfahrungsaustausch mit Kollegen anderer Unternehmen hilft ihnen bei Entscheidungsfindung und Umsetzungsprozessen. Verbände müssen darauf reagieren, denn sie laufen sonst Gefahr, dass ihre Mitglieder auf verbandsexterne Plattformen zurückgreifen.

Die technischen Möglichkeiten, um Netz- und Gremienarbeit sowie den Zugang zum Know-how des Verbandes und seinem Expertennetzwerk effizienter und weniger abhängig von physischen Treffen zu gestalten, sind heute mannigfaltig. Anbieter von sogenannten Social-Business-Plattformen oder –Tools sprießen wie Pilze aus dem Boden. Die Entscheidung für eine Plattform sollte daher wohl überlegt sein. Dabei sollte aber nicht nur der Aspekt der Vernetzung und des Austausches betrachtet werden, sondern die gesamte bestehende IT- und Prozesslandschaft. Das Ganze bedarf einer übergeordneten Strategie, die Strukturen, Prozesse und Technologien zu planen und nach und nach einzuführen, um am Ende keine kostspieligen Fehler zu machen und Mitarbeiter und Mitglieder zu überfordern.

Wichtig ist auch, sich als Verband Gedanken über seine Kultur zu machen. Nicht jeder Verband ist auch soweit, Wissen zu teilen und Meinungen und Austausch freien Raum zu geben. Zudem ist es wichtig, die Plattform mit Inhalt und Leben zu füllen. Das erfordert zunächst einmal Ressourcen, denn das kostet Zeit. Idealerweise werden dadurch später andere Prozesse schlanker.

All das ist also ein Projekt, das gut und gerne ein bis drei Jahre dauern kann. Auch wir von HessenChemie setzen uns damit auseinander und werden diesen spannenden Weg gehen.


Jugendlichen mit schweren Startbedingungen eine Chance geben

Für die chemische Industrie sind qualifizierte Mitarbeiter ein ganz besonders wichtiges Kapital. Das Engagement für den Erhalt und die Weiterentwicklung des dualen Ausbildungssystems, die Bildungsförderung im Sinne des lebenslangen Lernens sowie die Weiterqualifizierung der Beschäftigten gehören daher zu einer unserer zentralen Aufgaben.

Neben den vielen Seminaren und Lehrgängen, die wir für Mitarbeiter unserer Mitgliedsunternehmen anbieten, liegt uns der Nachwuchs sehr am Herzen. So unterstützen wir Grundschulen mit der Chemiekiste und die Science Camps für Kinder bis 12 Jahre. Seit zwei Jahren engagieren wir uns für die Initiative Joblinge, die jungen Menschen mit schlechten Voraussetzungen hilft, eine Ausbildung oder einen Job zu finden.

In Deutschland sind die soziale und familiäre Herkunft sowie die Kenntnis der deutschen Sprache nach wie vor maßgebend für eine gute Ausbildung. Noch immer hat fast jedes dritte Kind schlechtere Bildungschancen, weil es aus einer erwerbslosen, armutsgefährdeten oder bildungsfernen Familie kommt. Auch besteht zwischen den Bildungserfolgen deutscher und ausländischer Jugendlicher noch immer eine erhebliche Diskrepanz. Laut dem Bildungsbericht 2014 landeten 2013 fast die Hälfte der ausländischen Jugendliche beim Zugang zur Berufsausbildung im sogenannten Übergangssystem, das als berufsvorbereitendes Jahr den Übergang von der Schule in eine Ausbildung erleichtern soll. Von den deutschen Jugendliche betraf dies nur jeden Vierten.

Um diese jungen Menschen zu unterstützen und in eine Ausbildung und damit sicherere Zukunft zu begleiten, unterstützen wir als HessenChemie die Joblinge. Die Initiative wurde 2007 als gemeinsame Initiative der Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG und The Boston Consulting Group GmbH (BCG) gemeinsam mit Experten aus Politik, Wirtschaft und gemeinnützigem Sektor ins Leben gerufen. Heute gibt es 12 Standorte, weitere sind geplant.

Das Besondere an dem Programm ist das Förderung und Fordern. In einem 6-monatigen Programm lernen die jungen Menschen, wo ihre Stärken und Schwächen liegen, was es heißt zuverlässig zu sein und für seine eigenen Wünsche und Erwartungen auch selbst etwas zu leisten. Dabei werden sie von Mitarbeitern der Joblinge und einem persönlichen Mentor begleitet, der sie auf dem Weg unterstützt und reflektiert. Partnerunternehmen ermöglichen den Jugendlichen über ein sechs- bis achtwöchiges Praktikum erste Erfahrungen im betrieblichen Alltag zu sammeln, die sozialen Kompetenzen zu festigen und fachliche Qualifikationen zu erwerben. Die Erfolgsquote gibt der Initiative Recht; 70 Prozent der Teilnehmer/-innen können in reguläre (d.h. ungeförderte betriebliche) Ausbildung vermittelt werden, davon sind circa 80 Prozent nach 6 Monaten weiterhin in Ausbildung. 2014 wurden die Joblinge von der Bundeskanzlerin Angela Merkel als „Integrationsprojekt des Jahres“ ausgezeichnet, 2013 erhielt gab‘s den Fairness-Initiativpreis.

HessenChemie unterstützt die Initiative als Aktionär und Partner. Zahlreiche Mitarbeiter unterstützen die Joblinge als persönliche/-r Mentor/-in über einen Zeitraum von 6 Monaten und helfen ihnen, einen passenden Ausbildungsplatz zu finden. In der letzten Mitarbeiterversammlung stellten drei Kolleginnen das Projekt und ihre Arbeit als Mentorinnen vor. Dabei konnte man sehen, wie sehr ihnen „ihr“ Jobling am Herzen liegt und wie stolz sie sind, einigen bereits erfolgreich zu einer Ausbildung verholfen zu haben.

Wenn ich Ihnen jetzt die Initiative schmackhaft gemacht habe und Sie auch Lust haben, sich für einen jungen Menschen zu engagieren, schauen Sie auf www.joblinge.de. Es werden immer Unterstützer gesucht!


Ein Corporate Blog – Die Social-Media-Strategie von HessenChemie

Im April 2012 ging der Demografie-Blog der HessenChemie an den Start. Er war Teil der 2011 erarbeiteten Social-Media-Strategie. In vier Workshops haben wir damals das Für und Wider abgewogen und klare Ziele gesteckt, was wir als Verband mit einem Einstieg bei Facebook, Twitter und Co. erreichen wollen. An allererster Stelle standen damals (wie heute) die Aufmerksamkeit für die Themen der Chemiebranche zu steigern, die Marke HessenChemie bekannter zu machen, unseren Expertenstatus aufzuzeigen sowie einen Einstieg in den Dialog mit der Öffentlichkeit zu finden.

Der demografische Wandel ist für die chemische Industrie seit vielen Jahren ein wichtiges Thema. Bereits 2008 haben BAVC und IG BCE als erste Branche den „Tarifvertrag Lebensarbeitszeit und Demografie“ abgeschlossen. Seit 2007 hat HessenChemie mit Clemens Volkwein einen eigenen Demografieberater. Was lag also näher, als mit einem ausgewiesenen Experten einen Themenblog zu starten, der die betriebliche Gestaltung des demografischen Wandels in den Fokus rückt?

Knapp drei Jahre später kam ein weiteres wichtiges Thema auf die Tagesordnung der Chemie, ohne dass der demografische Wandel für die Unternehmen an Relevanz verloren hätte: die Nachhaltigkeit. Unter dem gemeinsamen Dach Chemie³ (www.chemiehoch3.de) machen sich der Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI), die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) stark für eine nachhaltige Entwicklung. Die drei Allianzpartner haben sich zum Ziel gesetzt, Nachhaltigkeit als Leitbild innerhalb der Branche zu verankern. Der Schutz von Mensch und Umwelt sowie der Einsatz für gute und faire Arbeitsbedingungen sind dabei die Grundprinzipien des Handelns.

Um das Thema Nachhaltigkeit auch wirklich nachhaltig in den Unternehmen zu verankern, ergänzt seit letztem Jahr Daniel Schubert das Team der HessenChemie. Warum also nicht über Nachhaltigkeit in einem Blog schreiben, zumal bei ihm auch noch die Affinität zum Thema, Social Media und zum Schreiben vorhanden ist?

Also stellte sich nun die Frage, was tun? Einen zweiten Themen-Blog aufsetzen oder einen Corporate-Blog, der beide Themen unter einem Dach vereint sowie die Möglichkeit bietet, auch über uns als Verband zu berichten? Wir haben uns für letzteres entschieden. Somit finden Sie nun unter der Domain http://hessenchemie-blog.de regelmäßig Beiträge zu den Themen Demografie, Nachhaltigkeit und über unsere Arbeit als HessenChemie. Flankiert wird der Blog durch Twitter. Alle drei Autoren twittern hier regelmäßig zu ihren Themen und freuen sich über Vernetzung, Verbreitung und einen spannenden Dialog.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen und freuen uns über Ihre Kommentare und Anregungen.


Suche die besten Köpfe – biete passende Arbeitsmodelle

Wer gut qualifizierte Mitarbeiter und Führungskräfte sucht und diese an das Unternehmen binden möchte, muss etwas bieten. Neben einem adäquaten Einkommen, persönliche Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten sowie gutem Betriebsklima stehen flexible Arbeitsmodelle immer höher im Kurs. Mehr „Zeitsouveränität“ lautet das Stichwort. Dabei geht es um Auszeiten, Teilzeit, temporäre Stundenreduzierung wegen familiären Interessen bzw. Notwendigkeiten und Aufstockung, wenn’s wieder möglich ist und passt. Es geht aber auch ganz einfach um flexiblere Arbeitszeiten, ohne gleich die Stunden selbst zu reduzieren, sondern einfach nur eine flexiblere Handhabung hinsichtlich Zeit und Ort. Technisch ist dies heute alles möglich – zumindest in den meisten Berufen. Weiterlesen