Berufsausbildung bei Metallbauer Huhle: Interesse wichtiger als gute Noten

Junge Menschen für die duale Ausbildung begeistern und diese beim Übergang von der Schule in den Beruf zu unterstützen ist eines der Schwerpunkte des Arbeitskreises SCHULEWIRTSCHAFT. Hierzu dienen Einblicke in Ausbildungsunternehmen, betriebliche Prozesse wie auch die Vermittlung notwendiger Kompetenzen für das Arbeitsleben. SCHULEWIRTSCHAFT spricht dabei in erster Linie Lehrkräfte in ihrer Rolle als Multiplikatoren an.

Betriebserkundungen sind ein wesentlicher Programmpunkt der SCHULEWIRTSCHAFT-Arbeit. Lehrerinnen und Lehrer erhalten so einen Einblick in Unternehmen vor Ort und können so den Schülerinnen und Schülern bei der Suche nach Ausbildungs- und Praktikumsstellen besser zur Seite stehen.

Auf Einladung des Arbeitskreises SCHULEWIRTSCHAFT Wiesbaden-Rheingau-Taunus erhielten Lehrkräfte aus der Region am vergangenen Mittwoch die Möglichkeit, hinter die Kulissen des Wiesbadener Stahl- und Metallbauers Huhle zu blicken. Seniorchef Siegfried Huhle führte die Teilnehmer persönlich durch den Betrieb und lud sie anschließend auf einen Kaffee zu einem gemeinsamen Austausch ein.

Familienunternehmen mit Herz und Verantwortung seit über 100 Jahren

Betriebserkundung bei Metallbauer Huhle in Wiesbaden

Betriebserkundung bei Metallbauer Huhle in Wiesbaden

Ob Brücken, Fassaden aus Stahl und Glas, Treppengeländer, Glasdachkonstruktionen, Radartürme, Toranlagen oder schlichte Hochbeete, die Produkte und Leistungen von Huhle finden sich nicht nur in Wiesbaden und Umgebung, sondern weit über die Region hinaus.

Dabei kann das Familienunternehmen auf eine über 100-jährige Geschichte zurückblicken. Geleitet wird es von Seniorchef Siegfried Huhle, seiner Ehefrau Ursula, Bruder Günter und Sohn Oliver mit Ehefrau. Als Siegfried Huhle den Metallbaubetrieb von seinem Vater 1984 übernahm, zählte er zwanzig Beschäftigte. Heute sind es fast hundert. Das Betriebsgelände ist in der Zeit von 2.000 Quadratmeter auf 8.000 Quadratmeter gewachsen.

Fachkräftesicherung durch Ausbildung

Über den Fachkräftemangel kann Huhle nur milde lächeln – das Problem kennt und hat er nicht. Jedes Jahr werden drei Auszubildende eingestellt. Mindestens. Wenn Huhles großes Herz nicht Nein sagen kann, können es auch mal sieben werden. So sind im vergangenen Jahr zwei Flüchtlinge aus Eritrea und ein junges Mädchen, das sich eigentlich zu spät für das Ausbildungsjahr beworben hatte, noch dazu gekommen. Das wollte er nicht ein Jahr ohne Perspektive zurücklassen. Mit allen drei ist der Seniorchef mehr als zufrieden. Fragt man Huhle nach den Anforderungen, die ein Bewerber mitbringe sollte, so sei das Wichtigste Interesse. Am liebsten stelle er je einen Haupt-, Realschüler und Gymnasiast ein. Alle drei würden unterschiedliche Fähigkeiten mitbringen und sich bestens ergänzen.

Auch Menschen mit Behinderung beschäftigt das Unternehmen. 60 Prozent der Mitarbeiter sind im Unternehmen ausgebildet worden. Alle werden nach der Ausbildung für ein Jahr befristet übernommen. In der Zeit haben sie die Chance, sich zu bewähren. Was die meisten auch tun und dann unbefristet übernommen werden. Viele bilden sich später weiter, zum Meister, Techniker oder Ingenieur. Oft arbeiten sie während des Studiums im Betrieb weiter, um sich ein paar Euro dazu zu verdienen. Wenn Huhle Bedarf hat, übernimmt er die einstigen Schützlinge nach dem Studium wieder.

 

Für das große soziale Engagement wurde Huhle bereits mehrfach ausgezeichnet

Für das große soziale Engagement wurde Huhle bereits mehrfach ausgezeichnet

Zu Recht ist der Familienbetrieb auf seine vielen Auszeichnungen stolz, die es für sein soziales, aber auch ökologisches Engagement erhalten hat. Denn auch Umweltbewusstsein und eine möglichst ressourcenschonende Produktion werden hier groß geschrieben. So erzeugen beispielsweise die Solarzellen auf den Dächern 70 Prozent des eigenen Strombedarfs, aber auch in Filter- sowie Energie- und Wassereinsparungstechnologien wird kontinuierlich investiert.

Fragt man Siegfried Huhle, warum er keine Sorgen habe, Auszubildende zu finden, so nennt er als einen der Hauptgründe das Angebot an Praktikumsplätzen, die ein erstes Hineinschnuppern in die verschiedenen Berufe ermögliche. Darüber hinaus arbeite er mit Schulen zusammen, die jedes Jahr mit ihren 7. Klassen – Jungs und Mädels – zu einer zweistündigen Betriebserkundung kämen.

Der Nachmittag bei Huhle Stahl- und Metallbau hat sich für alle Beteiligten gelohnt. Er bot nicht nur einen Einblick in die vielfältige Ausbildung eines Handwerksbetriebes, sondern auch in die vielen Möglichkeiten, die sich nach einer Ausbildung für die jungen Menschen ergeben. Wer Interesse hat und sich weiterbilden möchte, für den ist nach der Ausbildung noch lange nicht Schluss. Weder auf der Karriereleiter noch beim Familienunternehmen Huhle.

Ein großes Dankeschön an Siegfried Huhle für die Zeit, die er sich für uns genommen hat. Es waren interessante und erkenntnisreiche zwei Stunden.

SCHULEWIRTSCHAFT-Arbeit

Der Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT ist eine freiwillige Arbeitsgemeinschaft von Lehrerinnen und Lehrern. Er steht allen interessierten Pädagoginnen und Pädagogen zur Mitarbeit offen. Der Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT Wiesbaden-Rheingau-Taunus ist Teil eines Netzwerkes, das auf Bundes- und Landesebene eine Schnittstelle zwischen Schulen und den Betrieben bildet. Die Geschäftsstelle ist beim Arbeitgeberverband HessenChemie angesiedelt, der diese Aufgabe für die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) wahrnimmt.


„Die Chemie. Dein Arbeitgeber.“ – Neues Onlineportal für die Chemie- und Pharma-Industrie

Die Welt ist komplex, Informationen und Quellen gibt es im Überfluss, und nicht immer geht es objektiv zu. Am 1. September 2017 starteten die Chemie-Arbeitgeber das neue Kommunikationsangebot „Die Chemie. Dein Arbeitgeber.“ für die Beschäftigten in der chemischen- und pharmazeutischen Industrie. Zugrunde liegt eine Befragung in den Chemie- und Pharmaunternehmen, die gezeigt hat, wie groß das Interesse an transparenter und verständlicher Arbeitgeberkommunikation für die eigene Meinungsbildung ist. Das Onlineportal richtet es sich an alle, die sich für die Branche, für wirtschaftliche Zusammenhänge und die Zukunft der Arbeitsplätze in Deutschland interessieren.

Wissen, wie Wirtschaft funktioniert

Das neue Onlineportal der Chemie-Arbeitgeber bereitet komplexe Zusammenhänge transparent und verständlich auf.

Das neue Onlineportal „Die Chemie. Dein Arbeitgeber“ bereitet auf www.chemie-arbeitgeber.de komplexe Zusammenhänge transparent und verständlich auf.

Globalisierung, demografischer Wandel, Digitalisierung – diese Stichworte stehen beispielhaft für die Komplexität wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen. Welche Auswirkungen haben die Megatrends auf die Chemie- und Pharmabranche? Was bedeuten politische Entscheidungen für den Standort und wie sehen unsere Arbeitsplätze von morgen aus? Diese Fragen will das neue Portal helfen zu beantworten. Dabei werden komplexe Zusammenhänge und Vorgänge aufgegriffen, erklärt und eingeordnet. Mit dem Angebot wollen die Chemie-Arbeitgeber Verständnis für unternehmerische Entscheidungen und Positionen schaffen sowie die Leistungen der Branche herausstellen.

Gestartet ist „Die Chemie. Dein Arbeitgeber“ pünktlich zur anstehenden Bundestagswahl (#btw17 #btw2017). Damit ist auch das erste Thema gesetzt. Worum geht es für Deutschland? Und was ist für die Chemieindustrie wichtig? Das Portal gibt Antworten zur Wahl und erklärt die wichtigsten Positionen der Chemie-Arbeitgeber. Im Mittelpunkt steht dabei das große Thema soziale Gerechtigkeit. Wie gerecht ist Deutschland? Die Webseite liefert ökonomische Fakten zur Gerechtigkeitsdebatte – kurz, prägnant und verständlich.

Anschaulich, digital und transparent

Das Onlineportal, das übrigens in einem Glossar auch Basiswissen zu Tarifverträgen und anderen Kernelementen des Arbeitslebens bietet, wird ergänzt durch die App „Die Chemie-Arbeitgeber“. Diese richtet sich an die Führungsebene in den Unternehmen, insbesondere an HR-Verantwortliche und liefert exklusiv die wichtigsten Positionen und Argumente direkt aufs Smartphone. Einzelne Karten sorgen für Übersichtlichkeit und eine komfortable und gezielte Nutzung. Die App ist kostenlos verfügbar für iOS und Android. Allerdings benötigt man für die Nutzung Zugangsdaten. Diese erhalten interessierte Führungskräfte unserer Mitgliedsunternehmen von der Verbandskommunikation von HessenChemie (diener@hessenchemie.de).

„Die Chemie. Dein Arbeitgeber.“ ist übrigens ein Gemeinschaftsprojekt der Chemie-Arbeitgeberverbände. Wer die Argumente auf Twitter teilen möchte, ist herzlich eingeladen, den Hashtag #DCDA zu verwenden.


Warum gibt es eigentlich Arbeitgeberverbände?

Dieses Jahr feiern wir das 70-jährige Bestehen des Arbeitgeberverbandes HessenChemie. Über die Gründung hatten wir bereits berichtet. Doch warum und seit wann gibt es eigentlich Arbeitgeberverbände?

Die Verbandslandschaft unterscheidet sich in güter- und arbeitsmarktbezogene Interessenvertretungen – den Wirtschafts- und Arbeitgeberverbänden – sowie den auf Zwangsmitgliedschaft basierenden Industrie- und Handelskammern. Historisch betrachtet sind die Arbeitgeberverbände zuletzt entstanden, sie entwickelten sich aus den Wirtschaftsverbänden heraus. Der Zweck von Arbeitgeberverbänden ist es, die Interessen der Mitglieder gegenüber Politik, Medien und Öffentlichkeit zu vertreten und trotz möglicher unterschiedlicher Einzelinteressen ein gemeinsames Handeln – zumindest in Teilbereichen – zu organisieren.

Interessenvertretungen verfassungsrechtlich geschützt

Organisierte Interessen sind in Deutschland ausdrücklich erwünscht. Artikel 9 des Grundgesetzes schützt die sogenannte Vereinigungsfreiheit. Das Gesetz gewährt allen Deutschen das Recht, Vereine und Gesellschaften zu bilden – es sei denn, sie verstoßen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung oder widerlaufen anderen strafrechtlichen Interessen. Darüber hinaus hebt Absatz 3 ausdrücklich die Vereinigung aus dem Wirtschaftssektor hervor: „Das Recht, zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbeziehungen Vereinigungen zu bilden“ ist dem Grundgesetz nach „für jedermann und alle Berufe gewährleistet“ (Koalitionsfreiheit).

Dass Vereine resp. Verbände gesetzlich geschützt sind, ist eine Lehre aus dem Nationalsozialismus, der die meisten verboten oder dem eigenen Zwecke untergeordnet hatte.

Von der Gegenorganisation zum Sozialpartner

Die ersten Arbeitgeberverbände entstanden Ende des 19. Jahrhunderts als reine Gegenorganisation zu den Gewerkschaften bzw. Abwehrorganisation gegenüber Maßnahmen der Arbeitnehmerschaft. Schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg organisierten sich die Unternehmen in Verbänden neu. (Wir erinnern: Der Arbeitgeberverband HessenChemie wurde 1947 gegründet.) Dabei entwickelten sie sich im Laufe der Zeit von der reinen Gegenorganisation zu einem zentralen Akteur der deutschen industriellen Beziehungen, der zusammen mit den Gewerkschaften Tarifverträge aushandelt und die sozialen Interessen der Unternehmen gegenüber Politik, Gesellschaft und Medien vertritt.

Heute bezeichnet man Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände in Deutschland häufig als „Sozialpartner“. Dies verdeutlicht zum einen die Überwindung des früheren Klassenkampfdenkens, zum anderen deren Verpflichtung als Tarifvertragsparteien im Rahmen von Koalitionsfreiheit und Tarifautonomie „zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen“ beizutragen (Art. 9 Abs. 3 GG). Die Sozialpartner erfüllen damit wichtige Aufgaben für das Funktionieren der Sozialen Marktwirtschaft und tragen zum Betriebsfrieden in den Unternehmen bei.


Gemeinsam für gute Schichtarbeit

Arbeiten, wenn andere Leute schlafen. Für Schichtarbeiter völlig normal. Durch die Arbeitszeit asynchron zum biologischen und sozialen Rhythmus können, insbesondere mit zunehmendem Alter, körperliche und soziale Belastungen entstehen. Welche besonderen Auswirkungen Schichtarbeit auf ältere Mitarbeiter haben, diskutierten am 31. Mai 2017 die Chemie-Sozialpartner HessenChemie und IG BCE Hessen-Thüringen im Rahmen des Workshops „Schichtarbeit und Demografie“.

Zu Gast bei Merck KGaA in Darmstadt: Die Teilnehmer des Sozialpartner-Workshop. Foto: HessenChemie

Zu Gast bei Merck KGaA in Darmstadt: Die Teilnehmer des Sozialpartner-Workshops. Foto: HessenChemie

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Austausch zwischen Personalverantwortlichen und Betriebsräten aus den teilnehmenden Mitgliedsunternehmen von HessenChemie. Gemeinsam sollten Lösungsansätze für eine Schichtarbeit unter möglichst geringen Belastungen erarbeitet werden. Dabei lernten beide Seiten die Sichtweise des jeweils anderen noch mal besser kennen, sodass ein stärkeres gegenseitiges Verständnis geschaffen werden konnte.

Intensiv diskutierten die Teilnehmer die spezifischen Belastungen, die Schichtarbeit für ältere Mitarbeiter mit sich bringen. Dabei kristallisierte sich heraus, dass die meisten Beeinträchtigungen unabhängig vom Alter sind, wie beispielsweise die Schwierigkeiten im familiären und sozialen Umfeld, etwa wenn es darum geht, Zeit mit dem Partner zu verbringen oder einen Termin für ein Treffen mit Freunden zu finden.

Sozialpartnerschaftliche Lösungsansätze

Darüber hinaus wurden Argumente für die Einführung ergonomisch sinnvoller Schichtsysteme  erarbeitet und Ansätze, Beschäftigte in allen Altersstufen in der Schichtarbeit zu entlasten, diskutiert. Dabei ging es sowohl um die zeitliche Gestaltung der Schichtarbeit als auch um Arbeitsinhalte und Präventionsmaßnahmen.

Beide Seiten waren mit dem Ergebnis des Tages durchweg zufrieden. In weiteren Workshops sollen die gesammelten Ideen nun diskutiert und mögliche neue Lösungsansätze erarbeitet werden. Denn nur gemeinsam kann es gelingen, gute Arbeit auch für Schichtarbeiter zu gestalten.


#Blogs im Ausbildungsmarketing

Die demografische Entwicklung und der Trend zum Studium machen die Suche nach qualifiziertem Nachwuchs zu einer besonderen Herausforderung. Ein gutes Ausbildungsmarketing wird somit immer relevanter für Unternehmen.

Unter Ausbildungsmarketing werden alle Aktivitäten eines Unternehmens subsumiert, die dazu beitragen, die angebotenen Ausbildungsstellen mit geeigneten Bewerbern zu besetzen. Hier kommen verschiedene Kommunikationsinstrumente und -Maßnahmen zum Tragen, die möglichst optimal miteinander verzahnt werden sollten, da einzelne Aktivitäten schnell verpuffen.

Ziele und Zielgruppe

Um sich nicht in den zahlreichen Möglichkeiten zu verirren, sollte man sich im Vorfeld über die Ziele und Zielgruppe Gedanken machen.

  • Soll ein bestimmter Ausbildungsberuf bekannt(er) gemacht werden?
  • Soll die Bekanntheit des Unternehmens gesteigert werden?
  • Will man bessere/passendere Bewerbungen erhalten?
  • Welche Persönlichkeiten werden gesucht?
  • Was bietet man den Auszubildenden an?
  • Wie und wo sollen die Angebote/Informationen kommuniziert werden?
  • Wo ist die Zielgruppe unterwegs und wie erreicht man diese?

Aktivitäten und Instrumente

Neben Praxisangeboten wie Betriebspraktikum oder Ferienjobs, bieten sich Ausbildungsmessen und ein Tag der offenen Tür an. Darüber hinaus machen Kooperationen mit örtlichen Schulen Sinn, denn diese sind quasi am „point of sale“. Sämtliche Maßnahmen bringen jedoch nur wenig, wenn sie nicht durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit flankiert werden. Dazu zählen:

  • Ansprechende! Unternehmenspräsenz und Karriereseite im Internet
  • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Informationsflyer (bspw. für Ausbildungsmessen, Tag der offenen Tür oder zum Auslegen in Schulen)
  • Social Networks wie Facebook, YouTube und Blogs, ggf. auch Whatsapp und Snapchat
  • Teilnahme an Wettbewerben wie “Bester Ausbildungsbetrieb”
  • Unternehmensdarstellung auf Xing und Kununu (leider nicht ganz günstig)

Ausbildungs-Blogs

Da ich immer wieder auf die Möglichkeit von Blogs angesprochen werde und von deren Einsatz überzeugt bin, werde ich auf diesen Kommunikationskanal nachfolgend noch mal explizit eingehen.

Grundsätzlich ist ein Blog keine Kampagne, sondern ein auf lange Zeit angelegter Kommunikationskanal, der regelmäßig mit Inhalten befüllt werden will. Das kostet Zeit – sowohl hinsichtlich der Bekanntheit als auch bei der Befüllung mit Beiträgen.

Aus meiner Sicht überwiegen aber die Vorteile deutlich. Denn ob Generation Y oder Z, Bewerber informieren sich nicht nur auf Karriereseiten über potenzielle Arbeitgeber, sondern nutzen häufig entsprechende soziale Medien, um Informationen und Eindrücke über Unternehmen zu erhalten. Das eine ist, was Unternehmen in ihrer Anzeige oder auf der eigenen Webseite schreiben, das andere, was Mitarbeiter selbst über die Arbeit und die Menschen im Unternehmen erzählen. Ein Blog bietet hier die Möglichkeit, die Sichtbarkeit des Unternehmens zu erhöhen und darüber hinaus einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren (quasi ein Tag der offenen Tür im Web als Dauerzustand). Lässt man Auszubildende und Ausbilder oder Personalleiter selbst sprechen und ergänzt die Beiträge um Fotos mit den entsprechenden Personen, erhöht das die Glaubwürdigkeit.

Aufbau eines Blogs

Hier komme ich wieder auf die Zielgruppe zurück. Für was interessieren sich Jugendliche auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle? Wonach suchen sie, was wollen sie wissen?

  • Wie ist die Ausbildung im Beruf XY aufgebaut? Welche Stationen durchläuft man?
  • Wie sieht der Ausbildungsalltag aus?
  • Was sind die Schwerpunkte? Was sollte man können?
  • Wie kann es nach der Ausbildung weitergehen?
  • Was sollte man bei einem Bewerbungsschreiben beachten?
  • Wie bereite ich mich auf ein Bewerbungsgespräch vor?
  • Auf welches Unternehmen / auf welche Menschen lasse ich mich in Zukunft ein?

Hilfreich sind Rubriken/Kategorien auf der Startseite des Blogs, die die Orientierung erleichtern, z. B. Ausbildung, Duales Studium, Bewerbung, Unternehmen.

  • Ausbildung/Duales Studium: Einblick in die Ausbildungsberufe, Voraussetzungen, Alltag, Karrieremöglichkeiten, Besonderheiten wie Auslandsaufenthalte oder das Betreiben eines eigenen Unternehmens als Projekt für die Auszubildenden
  • Bewerbung: Worauf muss man achten? Was erwartet der Personaler? Tipps für das Bewerbungsgespräch
  • Unternehmen: Familientag, Betriebsausflug, soziales Engagement, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, besondere Hobbys von Mitarbeitern (gerne auch mal der Chef), Einblick in die Büros oder Produktion

Wichtig und hilfreich sind immer Fotos, die die entsprechenden Personen zeigen, am besten in Nahaufnahme. Das macht sympathisch und baut Nähe und Vertrauen auf.

Darüber hinaus sollte man darauf achten, dass die Blogbeiträge leicht geteilt/empfohlen werden können. Hier sollte Whatsapp standardmäßig ein Kanal sein, denn neben Instagram, YouTube und Snapchat ist Whatsapp bei Jugendlichen nach wie vor der am häufigsten genutzte Kommunikationskanal. Im Blog von Rechtsanwalt Dr. Thomas Schwenke finden sich hilfreiche Informationen zum Einsatz von Whatsapp.

Ausbildungskampagne Elementare Vielfalt

Ausbildungskampagne "Elementare Vielfalt"

Ausbildungskampagne „Elementare Vielfalt“

Um das Engagement im Bereich Nachwuchssicherung weiter auszubauen, unterstützen die Chemie-Arbeitgeberverbände ihre Mitglieder mit der Ausbildungskampagne „Elementare Vielfalt (ElVi) – Deine Ausbildung in der Chemie-Branche„. Ein Gesamtpaket aus Internetauftritt, begleitenden Informationsmaterialien und Marketingaktivitäten soll die Ausbildungsbetriebe der Branche im Wettbewerb um junge Nachwuchskräfte stärken. Auf „ElVi“ finden interessierte Jugendliche alles rund um Berufsbilder und Duales Studium wie Ablauf und Inhalt, Anforderungen, Karriereperspektiven und Vergütung. Darüber hinaus gibt es Bewerbungstipps, eine Ausbildungsplatzbörse sowie eine extra Seite für KMUs. Hier haben kleine und mittelständische Unternehmen die Möglichkeit, sich mit einem Unternehmensprofil darzustellen.

Chemie-Azubi-Blog

Chemie-Azubi-Blog

Chemie-Azubi-Blog

Ergänzt wird das Angebot um den Chemie-Azubi-Blog. Dieser stellt Betriebe aus der chemisch-pharmazeutischen und kunststoffverarbeitenden Industrie und deren vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten vor und ermöglicht so einen Blick hinter die Werkszäune. Darüber hinaus gibt der Blog Antworten auf viele Fragen: Was ist der Unterschied zwischen Chemikant und Chemielaborant? Worauf sollten Schüler/-innen in einem Bewerbungsgespräch achten? Wo gibt es welche Ausbildungsberufe und welche dualen Studiengänge? Getragen wird er von den Chemie-Arbeitgeberverbänden HessenChemie, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Nordost. Wer Interesse hat, Beiträge im Chemie Azubi  zu veröffentlichen (das Angebot gilt nur für die Mitglieder der Verbände), der kann sich an die verantwortlichen Autoren wenden.

Beispiele für gute Ausbildungs-Blogs

http://careers.boehringer-ingelheim.com/blog/de

http://karriereblog.sick.com/

http://azubiblog.wuerth.de/

https://ausbildungdaw.wordpress.com/

https://blog.krones.com/azubiblog

http://www.douglas-karriere.de/schueler/ausbildung/

http://karriereblog.tk.de/

https://blog.mann-hummel.com/blog/category/ausbildung-karriere/

https://www.datev-karriereblog.de/

http://azubiblog.thyssenkrupp-rasselstein.com/wp/

http://azubiblog.thyssenkrupp-rasselstein.com/wp/

https://karriereblog.bayer.de/auszubildende/

https://www.voba-azubiblog.de/

Weitere Blogartikel zu diesem Thema

Ausbildung in der Chemie: vielfältig und wegweisend

Ein Plädoyer für die Ausbildung

Vielfältige Ausbildung in der Chemie


Agenturauswahl und das Geheimnis erfolgreicher Zusammenarbeit

Am 8. November fand das 24. FORUM Kommunikation der Chemieverbände Hessen statt. Unter dem Motto „Vorher Gedanken machen – Erfolgreiche Zusammenarbeit mit Agenturen“ luden HessenChemie und VCI Hessen die Kommunikatoren ihrer Mitgliedsunternehmen in die Murnaustiftung nach Wiesbaden ein, um sich über das Thema Agenturauswahl und die Erfolgsfaktoren erfolgreicher Zusammenarbeit auszutauschen.

Murnau Filmtheater

Murnau Filmtheater

Ob Einladungskarte, Mitarbeiterzeitung, Produkteinführung oder PR-Kampagne, in aller Regel benötigen Unternehmen (und Verbände) hierfür die kreative Expertise von Agenturen. Dabei ist es für beide Seiten von Vorteil, wenn die Zusammenarbeit langfristig ausgelegt ist. Eingespielte Teams, Kenntnisse und gegenseitiges Verständnis helfen, sowohl Kosten als auch Arbeitsaufwand zu reduzieren und führen zudem in der Regel zu besseren Ergebnissen. Doch wie findet sich eine geeignete Agentur? Ist ein Pitch immer der richtige Weg oder gibt es andere, eventuell sogar sinnvollere Auswahlmöglichkeiten? Wie müssen Unternehmen und Agenturen miteinander kommunizieren, um Missverständnisse, Unkosten und Unzufriedenheit auf beiden Seiten weitgehend zu vermeiden? Darum drehte sich alles beim 24. FORUM Kommunikation.

Agenturauswahl: Die Richtige finden

Der Vormittag des Tages war den Grundlagen gewidmet: Agenturauswahl und Agentur-Briefing standen im Fokus.

Agenturauswahl mit Dr. Ralf Nöcker, GWA

Dr. Ralf Nöcker, GWA

Mit den verschiedenen Auswahlmöglichkeiten kennt sich Dr. Ralf Nöcker  aus. Er ist Geschäftsführer des Gesamtverbandes Kommunikationsagenturen GWA e.V. und Autor diverser Fachbücher. Sein erster Rat lautet: vorher Gedanken machen. Was möchte man mit der Beauftragung einer Agentur? Braucht man überhaupt eine Agentur? Wenn ja: Soll eine Agentur alle Kommunikationsaufgaben verantworten oder verteilt man Spezialaufgaben an verschiedene Dienstleister? In manchen Fällen kann es durchaus sinnvoll sein, mehrere Agenturen für Teilprojekte zu beauftragen und andere Teile selbst zu übernehmen. Untersuchungen zeigen, dass auf der Suche nach der geeigneten Agentur vor allem auf persönliche Kontakte und Empfehlungen zurückgegriffen wird. Wichtig ist den meisten Unternehmen, dass das Auftreten professionell ist und die Chemie stimmt. Die Platzierung in (Kreativ-)Rankings oder die Bekanntheit einer Agentur spielt da eher eine untergeordnete Rolle.

Aber wie findet man heraus, welche Agentur zu einem passt? Nicht immer ist ein Pitch der richtige Weg. Zum einen ist dieser relativ aufwändig. Der Kunde investiert Zeit in die Ausarbeitung des Briefings, die Agenturrecherche, die Sitzungen mit den Agenturen sowie die anschließende Bewertung. Die Agentur selbst hat einen enormen Aufwand für die Ausarbeitung der Aufgabenstellung, was der potenzielle Auftraggeber auch mit einer entsprechenden Aufwandsentschädigung honorieren sollte. Große Agenturen überlegen nicht selten, ob sich der Aufwand für einen Pitch lohnt und lehnen durchaus auch mal ab. Ebenso sollte man bedenken, dass bei einem Pitch in der Regel nicht das Team, das später den Auftrag umsetzt, präsentiert. Man bekommt also kein Gefühl dafür, ob die Chemie stimmt.

Viele Wege führen nach Rom

Um zu entscheiden, welche Agentur zum eigenen Unternehmen passt, bieten sich auch ein Chemistry Meeting, Workshop oder Probeauftrag an. Beim Chemistry Meeting handelt es sich um ein persönliches Treffen, bei dem Fragen zur Zusammenarbeit gestellt und die Kompetenzen im Gespräch erörtert werden. Hier sollten dann auch die Personen zusammensitzen, die später auf beiden Seiten gemeinsam das Projekt umsetzen. Entscheidend ist hierbei, inwieweit die Mitarbeiter des Unternehmens mit den Teams der Agenturen harmonieren, ähnliche Vorstellungen des Projekts haben und sich eine Zusammenarbeit vorstellen können. Tiefer geht der Workshop, der einem Assessment Center im Personalbereich ähnelt. Hierbei wird an einem oder mehreren Tagen anhand von Fragen und kleinen Aufgabenstellung die Arbeitsweise der Agentur getestet. Auch bei einem Workshop lässt sich feststellen, ob die Chemie zwischen Unternehmen und Agentur stimmt – und das mit weniger Aufwand als mit einem Pitch. Auf der Seite www.gwa.de/Agenturen/Agenturauswahl/Empfehlungen steht übrigens die Broschüre „Agenturauswahl“ – Handlungsempfehlungen für Unternehmen und Agenturen“ kostenlos als Download zur Verfügung.

Was Agenturen wollen

Nina Rieke, DDB Group

Nina Rieke, DDB Group

Der erste große Schritt ist gemacht: Die Agentur ist gefunden. Nun geht es um die Umsetzung. Und die kann auf Seiten der Agentur nur gut funktionieren, wenn sie ordentlich gebrieft wurde. Das Agentur-Briefing stand somit im Fokus von Nina Rieke, Chief Strategy Officer der DDB Group GmbH. Aber wodurch zeichnet sich dieses aus?

Wer kennt das nicht? Sie briefen die Agentur, per Mail oder auch gerne via Telefon, und erhalten ein paar Tage später die ersten Entwürfe. Diese sind aber alles andere als zufriedenstellend. Häufig liegt das Problem am unvollständigen oder ungenauen Briefing. Hier ist es wichtig, dass man sich zunächst einmal über die eigene Zielsetzung klar sein sollte. Darüber hinaus gibt es zu bedenken, dass Sachverhalte, die für die eigenen Mitarbeiter selbstverständlich sind, einer Agentur erst erklärt werden müssen. Briefingformulare können hier hilfreich sein.

Drei Punkte für ein gutes Briefing

  • klar und stringent

Agenturen können nur das ausführen, womit sie beauftragt werden – je klarer die Anweisung, desto besser das Ergebnis.

  • persönlich

Ein persönliches Briefing hilft beiden Seiten, ein gemeinsames Verständnis für das Projekt und dessen Anforderungen zu entwickeln. Auch die Mimik und Gestik des Kunden kann der Agentur helfen, Anweisungen richtig zu deuten.

  • schriftlich

Fehler sind menschlich und ein Missverständnis ist nie auszuschließen. Daher ist es wichtig, das Briefing (und das Re-Briefing der Agentur!) schriftlich festzuhalten. Das hilft auch dabei, die Umsetzung anschließend zu bewerten.

Dennoch: Es gibt kein Patentrezept für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Agenturen. Unterschiedliche Unternehmen, Projekte und nicht zuletzt Teams haben unterschiedliche Anforderungen – sowohl an die Inhalte als auch die beteiligten Menschen. Und so muss jeder selbst prüfen, ob die Zusammenarbeit funktioniert oder woran man noch arbeiten sollte. Dabei ist eine offene und ehrliche Kommunikation auf beiden Seiten hilfreich.

Best Practice: HRA Pharma und Cohn & Wolfe 

Wie die Zusammenarbeit zwischen Agentur und Unternehmen erfolgreich funktionieren kann, zeigte am Nachmittag Susan Hölling von der Agentur Cohn & Wolfe. HRA Pharma ist Hersteller zweier Pillen Danach: ellaOne® und PiDaNa®, die seit März 2015 rezeptfrei in Apotheken erhältlich sind. Susan Hölling nahm die Teilnehmer mit auf die Reise von der Agenturauswahl bis zur Umsetzung des Projektes.

Die erste Überzeugungsarbeit leistete das Team von Cohn & Wolfe in einem Chemistry Meeting. Hier überzeugte die Agentur den Pharmahersteller mit Kreativität, Kompetenz und Ehrlichkeit, was diesen eine Einladung zum Pitch einbrachte. Für Cohn & Wolfe bedeutete das: Wenig Zeit und viel zu tun, um eine Pitch-Präsentation auf die Beine zu stellen.

Susan Hölling, Cohn & Wolfe

Susan Hölling, Cohn & Wolfe

Ziel des Briefings war die kontinuierliche Aufmerksamkeitssteigerung für die Pille Danach/ellaOne. Die Herausforderungen: Es gibt zahlreiche Vorurteile und Mythen rund um die Pille Danach, es gibt ein Werbeverbot und die meisten Frauen nehmen die Pille Danach nur ein Mal im Leben. Die Agentur entschied sich für eine Empowerment-Kampagne, eine Aktivierungs- und Informationskampagne zugleich, die junge Frauen inspiriert, selbstbewusst und unabhängig über Liebe, Sex und Verhütung zu sprechen. Und über das, was sie wollen, aber: #nurwennicheswill. Damit überzeugte die Agentur HRA Pharma Deutschland.

Umgesetzt wurde bislang der Relaunch der Website www.pille-danach.de in ein Online-Magazin, flankiert durch verschiedene Social-Media-Kanäle und der Aktivierung von YouTubern, sprich etablierten Influencern. Darüber hinaus gibt es Kooperationen mit Medien sowie klassische PR. Die Zahlen wie Seitenaufrufe, Facebook-Fans und YouTube-Aufrufe sprechen für sich. Gekrönt wurde die Kampagne durch den Deutschen Preis für Onlinekommunikation 2016 in der Kategorie Webmagazin.

Fazit

Der Tag hat viel gebracht. Er hat noch einmal sensibilisiert, sich vorher Gedanken zu machen, ob man für bestimmte Projekte überhaupt eine Agentur benötigt und wenn ja, welche. Wir haben viele Anregungen mitgenommen: Wie wir die geeignete Agentur finden und worauf wir achten sollten, wenn wir die Agentur briefen, um am Ende auch das Ergebnis zu erzielen, das wir erwarten bzw. uns wünschen. So ersparen wir uns und der Agentur letztendlich Zeit, Frust und auch Geld. Und wir haben ein wunderbares Projekt, nämlich die Kampagne um die Pille Danach und deren Projektleiterin auf Agenturseite, kennengelernt und viele Ideen mitgenommen.

Alle Referenten noch einmal an dieser Stelle herzlichen Dank!

Die Autoren

Petra Diener

Petra Diener ist als Online-Redakteurin für die Webauftritte und Social-Media-Aktivitäten bei HessenChemie verantwortlich. Im HessenChemie-Blog schreibt sie über Verbandsthemen, Kommunikation und Social Media sowie Arbeitswelt 2.0

 

 

 

Giulia BaGiulia Bachmann, Trainee HessenChemie chmann, B.A., hat Media Management an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden studiert und ist seit August 2015 Trainee der Verbandskommunikation beim Arbeitgeberverband HessenChemie. Sie unterstützt dort die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Online-Redaktion und wirkt bei der Planung und Organisation von Veranstaltungen mit.

Giulia Bachmann, Trainee HessenChemie


Ein Plädoyer für die Ausbildung

Was machen nach der Schule? Das ist immer wieder die große Frage. Seit vielen Jahren geht der Trend zum Studium. „Lag der Anteil der Jugendlichen, die eine Berufsausbildung wählten, in den 70er-Jahren noch bei 70 Prozent eines Jahrgangs, so haben sich die Verhältnisse inzwischen nahezu umgekehrt: Heute beginnen fast 60 Prozent eines Jahrgangs ein Studium“ (Quelle: Spiegel). Obwohl die Perspektiven für Auszubildende sehr vielversprechend sind und zahlreiche Weiterbildungs- und Fördermöglichkeiten keinesfalls eine Sackgasse bedeuten, schließen immer weniger junge Menschen einen Ausbildungsvertrag ab. Für viele Unternehmen, vor allem kleine und mittelständische, wird deshalb die Suche nach passenden Auszubildenden immer schwieriger.

Die chemisch-pharmazeutische und kunststoffverarbeitende Industrie aber braucht beruflich qualifizierte Fachkräfte, also Menschen mit einer dualen Ausbildung. Gerade einmal 16 Prozent aller Beschäftigten der Branche sind Akademiker. Bedauerlicherweise hat sich das Image der Ausbildung in den vergangenen Jahren immer weiter verschlechtert – und das zu unrecht. Viele Eltern sehen für die eigenen Kinder nur eine solide Zukunftsperspektive, wenn diese einen Hochschulabschluss in der Tasche haben. Dabei ist längst nicht jedes Kind auf dem Gymnasium resp. der Hochschule richtig aufgehoben. Für manche Schüler wäre eine Ausbildung die bessere Wahl. 28 Prozent aller Anfänger im Bachelor brechen ihr Studium ohne Abschluss ab. Schätzungen beziffern die Zahl der Studienabbrecher auf 60.000 bis 100.000 pro Jahr (Quelle: ZEIT Online). Diesen jungen Menschen hätte der Besuch der Realschule bzw. die Aufnahme einer Ausbildung viel Druck und Frust erspart.

Praxiserfahrung erwünscht

Und hier muss vielleicht auch mal das ewige Entweder (Ausbildung) Oder (Studium) aufgebrochen werden. Denn mit einer abgeschlossenen Ausbildung stehen jungen Menschen noch viele Wege offen. Unabhängig davon hat man aber schon mal eins: Praxiserfahrung. Und die ist in der Industrie gefragt. Zudem lässt sich darauf in vielfacher Hinsicht aufbauen, zum Beispiel mit einem Fachwirt oder Meister. Wer darüber hinaus das Abitur hat, kann nach der Ausbildung immer noch studieren – Vollzeit oder nebenberuflich über staatliche Hochschulen bzw. private Anbieter. Die meisten Unternehmen fördern Weiterbildungsmaßnahmen, denn es ist ihr ureigenes Interesse, qualifizierte Mitarbeiter zu beschäftigen. In Hessen läuft zudem bis 2021 ein Modellversuch, der jungen Menschen mit Realschule und einer abgeschlossenen Ausbildung den direkten Zugang zur Hochschule ermöglicht (http://www.studieren-ohne-abitur.de/web/laender/hessen/). Und wer behauptet eigentlich, dass man „nur“ mit einer Ausbildung nicht auch glücklich im Beruf werden kann? Auch der Verdienst kann sich sehen lassen – gerade und vor allem in der chemischen Industrie.

Die Kombi – beides vereint

Und dann gibt es ja noch die Kombination aus Ausbildung und Studium: das duale Studium. Dieses bieten inzwischen eine ganze Reihe von Unternehmen in ganz unterschiedlichen Fachrichtungen an: von Wirtschaftsinformatik über Prozesstechnik bis zu Betriebswirtschaft. Die Unternehmen haben ein besonderes Interesse an dualen Studiengängen, da sie auf diese Weise den benötigten Fachkräftenachwuchs nach eigenen Bedürfnissen praxisnah ausbilden können. Sie sichern sich somit bereits vor Ausbildungsbeginn ihre Nachwuchskräfte und nicht erst nach Abschluss der akademischen Ausbildung.

Die Chemie – Eine attraktive Branche

Und warum eine Ausbildung in der Chemie-, Pharma- oder Kunststoffindustrie starten? Ganz einfach, die Branche bietet über 50 verschiedene Ausbildungsberufe – vom Koch über den Chemikant bis zum Mechatroniker -, zahlreiche duale Studiengänge, eine attraktive Vergütung, gute Übernahmechancen und viele weitere betriebliche Zusatzangebote wie Gesundheitsfürsorge, Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder betriebliche Altersvorsorge. Je nach Vorliebe finden sich hier sowohl kleine und mittelständische Unternehmen mit familiärer Atmosphäre als auch große Konzerne, die bereits in der Ausbildung Auslandsaufenthalte und vieles mehr anbieten. Es ist also für jeden etwas dabei.

Weitere Infos zur Ausbildung in der Chemie

Elementare Vielfalt: Die Ausbildungskampagne der Chemie-Arbeitgeber

Berufskompass Chemie: Möglichkeiten und Wege nach der Ausbildung

HessenChemie-Ausbildungsplatzbörse: Ausbildungsplätze und duales Studium in Hessen

Provadis Bildungsreport: Argumente und Best-Practice-Beispiele


Ausbildung in der Chemie: vielfältig und wegweisend

Denkt man an die chemische Industrie, so denkt man zunächst an eine Laborsituation, Erlenmeyerkolben oder den einstigen Chemieunterricht. Dabei ist die Branche als forschungsintensive Hightech-Branche mit wegweisenden Produkten vielfältig, modern und zudem – da viele Chemie-, Pharma- und Kunststoffunternehmen tarifgebunden sind – auch sehr attraktiv hinsichtlich Verdienst, Altersvorsorge, Weiterbildung u.v.m. Wer hier arbeitet, hat beste Möglichkeiten, innovative Lösungen der Zukunft mitzugestalten und wird Teil einer Branche, die sich mit der Initiative Chemie3 Nachhaltigkeit im Bereich Ökonomie, Ökologie und Soziales auf die Fahnen geschrieben hat. Interessante und abwechslungsreiche Berufe, moderne und sichere Arbeitsplätze – das bietet eine Ausbildung in der chemischen Industrie.

Chemie-Azubi-Blog: Ausbildung und Unternehmen ganz nah

Der Chemie-Azubi-Blog bietet Schüler/-innen einen Einblick in Ausbildungsberufe und Unternehmen.

Der Chemie-Azubi-Blog bietet Schüler/-innen einen Einblick in Ausbildungsberufe und Unternehmen.

Einen Einblick in die Ausbildung in der Chemiebranche bietet seit dem Frühjahr dieses Jahres der Chemie-Azubi-Blog, der die Vielfalt der Ausbildungsberufe, Unternehmen und deren innovative Produkte in den Vordergrund stellt und jungen Menschen somit einen einmaligen Einblick hinter die Werktore bietet, der sie bei der Berufsorientierung unterstützen soll.

Ins Lebens gerufen wurde der Blog vom Landesverband Rheinland-Pfalz vor drei Jahren. Nun ergänzen neben uns Hessen auch die Kollegen aus den Landesverbänden Baden-Württemberg und Nordost den Chemie-Azubi-Blog mit Geschichten rund um Menschen und deren Arbeitsplätze. Ziel des Blogs ist es, einen besseren Einblick in die unterschiedlichen Ausbildungsberufe zu bieten, aber auch Unternehmen und die Menschen dahinter vorzustellen. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen sind für Jugendliche oft unbekannt oder weniger reizvoll, dabei hat eine Ausbildung in familiären Betrieben durchaus Vorteile. Im Chemie-Azubi-Blog berichten Auszubildende aus kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie großen Konzernen, was ihre Ausbildung aus- und vielleicht auch so besonders macht.

Die Chemie hat viele Gesichter

Ebenso wichtig für die Entscheidung eines Berufes ist die Perspektive, die der Beruf oder das Unternehmen bietet. Deswegen bloggt das Redaktionsteam neben klassischen Ausbildungsthemen auch über Karrierechancen und Weiterbildungsmöglichkeiten, gibt Bewerbungstipps und weist auf Termine, Wettbewerbe und vieles mehr hin. Die Beiträge beantworten häufig gestellte Fragen, wie beispielsweise den Unterschied zwischen Chemikant und Chemielaborant oder worauf Schüler/-innen in einem Bewerbungsgespräch achten sollten.

Der Blog ist eine Ergänzung der bundesweiten Ausbildungskampagne „Elementare Vielfalt“ der Chemiearbeitgeber. Auf www.elementare-vielfalt.de finden Schüler/-innen neben Porträts der wichtigsten Ausbildungsberufe auch eine Börse mit freien Ausbildungsplätzen.

Mitgliedsunternehmen der Chemieverbände haben die Möglichkeit, sich mit Stories rund um Ausbildung und Unternehmen in den Blog einzubringen. Interessierte Unternehmen aus Hessen wenden sich an Petra Diener unter diener@hessenchemie.de oder Telefon 0611 7106-65.


Wiesbaden Engagiert! HessenChemie kocht für hilfsbedürftige Kinder und Jugendliche

Es ist wieder soweit. Im Sommer findet die nächste Aktionswoche von „Wiesbaden engagiert!“ statt. Irgendwie gehört das zum Sommer dazu: Nicht am Strand liegen, nicht Urlaub machen oder im Büro über den Aufgaben brüten, sondern sich auch für andere Menschen einzusetzen, steht bei HessenChemie seit vielen Jahren fest auf dem Plan. Und immer wieder ist es spannend: Zu Beginn einer jeden Aktionswoche muss man ein Projekt unter ganz vielen interessanten und spannenden aussuchen. Dazu gibt es im Vorfeld die Projektbörse. Diese fand in der vergangenen Woche statt.

Für welche Initiative wollen wir uns in diesem Jahr entscheiden? Welche Einrichtungen suchen nach Unterstützern? Und wo können wir als Mitarbeiter am meisten beitragen? In den zurückliegenden Jahren haben wir bereits einen Kräutergarten angelegt, vorgelesen, gestrichen oder in einem Workshop ein Fundraising-Konzept erarbeitet.

Im Rahmen der Projektbörse, die Oberbürgermeister Sven Gerich eröffnete, haben in diesem Jahr etwa 90 Einrichtungen ihre Initiative und das Projekt, für das sie Hilfe benötigen, vorgestellt. Unsere Entscheidung fiel ziemlich schnell auf „Manna Mobil“. Ein gemeinnütziger Verein, der von montags bis freitags für bedürftige Kinder zwischen 2 und 18 Jahren in Wiesbaden, Frankfurt und Rüsselsheim frisch kocht und gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen die Mittagsmahlzeit einnimmt. Wir werden in der Projektwoche den Köchen zur Hand gehen, das Essen ausgeben und eben auch – und da freuen wir uns besonders drauf – gemeinsam mit den jungen Menschen aus ganz vielen Kulturen essen. Für uns HessenChemie-Mitarbeiter einmal mehr eine Erfahrung, mit den Kolleginnen und Kollegen und den Projektpartnern anders zusammenzuarbeiten als im geschäftigen Berufsalltag. Wir freuen uns drauf und werden natürlich berichten!

Für alle, die die Aktionswoche „Wiesbaden engagiert!“ nicht kennen, gibt es auf YouTube einen Film aus dem vergangenen Jahr! Viel Spaß beim Anschauen!


Lebe deine Leidenschaft – Azubi-Wettbewerb geht in die nächste Runde

Der Azubi-Wettbewerb 2016 ist gestartet, bis zum 1. April 2016 können sich die Auszubildenden und dual Studierenden unserer Mitgliedsunternehmen für die Teilnahme anmelden.

Banner_Anmeldung_240x500px_v1Bereits seit 21 Jahren gibt es den Kreativwettbewerb. Jedes Jahr nehmen zwischen 30 und 40 Teams mit über 150 Auszubildenden teil und setzen sich mit dem vorgegebenen Thema auseinander. Im Mittelpunkt stehen dabei Ausbildung, Unternehmen, Produkte und die Zukunftsfähigkeit der Chemie-, Pharma- und Kunststoffbranche. In diesem Jahr heißt das Motto: Lebe Deine Leidenschaft – Fortschritt durch Chemie, Pharma und Kunststoff und lehnt sich an die Olympischen Spiele 2016 an.

Ab sofort können Poster, Fotostorys, Exponate im Karton, Whats App Storys und Videoclips eingereicht werden. Dabei müssen sich die Teams für eine der folgenden Kategorien entscheiden:

  • Ausbildungsberuf
  • Unternehmensprodukt
  • Unternehmenskultur

Mit dem Wettbewerb wollen wir die Teamfähigkeit, Motivation und Eigenverantwortung der jungen Menschen stärken, aber auch die berufsübergreifende Zusammenarbeit zwischen Auszubildenden und Ausbildern stärken. Für viele Unternehmen ist der Wettbewerb ein fester Bestandteil der Ausbildung geworden. Dies stärkt auch die Beziehung zwischen Verband und Mitgliedsunternehmen. So kommt es auch mal vor, dass wir die Pflege für ein Bonsaibäumchen übernehmen, das Teil eines Wettbewerbsbeitrages ist und zwischen Abgabetermin und Preisverleihung im Verbandshaus verweilen muss.

Jedes Jahr beeindrucken die Auszubildenden und dual Studierenden mit ihrem Engagement und Ideenreichtum aufs Neue. Sie nähen eigene Kostüme für ihren Film, bauen einen Billardtisch, entwickeln Gesellschaftsspiele, kreieren eine eigene Karriereseite auf Facebook oder schreiben eine Whats-App-Story.

Der Lohn für das Engagement ist seit vielen Jahren ein viertägiger Segeltörn für die ersten fünf Gewinnerteams auf dem Ijsselmeer. Hier ist Anpacken und Teamarbeit gefragt, aber auch ausreichend Zeit, um entspannte Stunden auf Deck in der Sonne oder bei einem Stadtbummel zu verbringen. Einen Eindruck, wie viel Spaß die Auszubildenden dabei haben, sieht man auf den Fotos.

Die Preisverleihung findet im Kinopolis im Sulzbach/Ts (Main-Taunus-Zentrum) statt. Nach der Preisverleihung laden wir alle Teilnehmer und ihre Ausbilder zu einem Film ein, natürlich mit Popcorn und Softgetränk, wie es sich für einen ordentlichen Kinonachmittag gehört.

Wir freuen uns schon auf die diesjährigen Beiträge. Anmelden können sich die Auszubildenden und dual Studierenden bis zum 1. April 2016 (nur Mitgliedsunternehmen der HessenChemie). Die Regeln findet man auf der Wettbewerbsseite. Alle Infos zum Azubi-Wettbewerb 2016 gibt es unter www.hessenchemie.de/azubi-wettbewerb.

P.S.: Wer immer auf dem aktuellsten Stand sein und den einen oder anderen Tipp erhaschen will, der folgt uns am besten am Facebook 🙂